Von Krater zu Krater

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er Mond ist übersäht von Asteroiden-Einschlagskratern. Alle Himmelskörper unseres Sonnensystems besitzen solche Krater – auch die Erde. Über 100 Einschlagskrater mit einer Größe von mehr als 5 km wurden auf unserem Planeten bereits nachgewiesen. Da sich die Erdoberfläche durch Erosion, Sedimentation und geologische Aktivitäten ständig verändert, sind diese Krater jedoch häufig kaum mehr zu erkennen.

Die kleineren Meteoriden verglühen fast alle in der Erdatmosphäre. Erst wenn diese Objekte eine Größe von mehr als rund 50 Metern besitzen, können sie die Atmosphäre durchdringen und auf die Erdoberfläche prallen. Dabei können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern in der Sekunde erreichen. Solche Vorfälle geschehen aber  glücklicherweise sehr, sehr selten!

Vor 14,5 Mio. Jahren schlugen in Süddeutschland zwei Asteroiden ein und formten dabei eine einzigartige Landschaft. Es wird vermutet, dass beide Einschläge zu einem  einzigen Ereignis gehörten – man spricht dabei vom Ries-Ereignis. Der größere Krater befindet sich bei Nördlingen, der kleinere etwa 40 Kilometer entfernt im Steinheimer Becken. Möglicherweise gehören mehrere kleinere Krater im Bereich der Fränkischen Alb und des Bodensees ebenfalls zum Ries-Ereignis – so sicher ist man sich da nicht.

Neueren Berechnungen zufolge wurde bei dem Ries-Impakt die unvorstellbare Energie von bis zu 18 Millionen Hiroshima-Bomben freigesetzt! Das Nördlinger Ries ist der Überrest dieses Einschlages. Es besitzt einen Durchmesser von 25 km und gilt als der am besten erhaltene Impaktkrater Europas – und als der am besten erforschte. Das Steinheimer Becken misst immerhin noch einen Durchmesser von 4 km. Beide Krater besitzen einen Zentralberg. Der des Steinheimer Beckens ist dabei besonders markant. Im Jahre 2006 wurde das Nördlinger Ries in den Rang eines Nationalen Geoparks erhoben. Als Radwanderer kann man sich nun auf eine spannende Themenreise machen, um die Spuren dieser vorzeitlichen Naturkatastrophe zu entdecken. Der 185 km lange Radweg ‚Von Krater zu Krater‘ verbindet diese beiden Asteroidenkrater. Er besteht aus zwei Schleifen, die sich in Nördlingen treffen. Der westliche Rundweg führt über 130 km durch eine faszinierende hüglige Landschaft  in das Steinheimer Becken und auch wieder zurück. Dabei muss der Radwanderer zweimal über den Kraterrand klettern. Die Route führt über das Härtsfeld nach Steinheim im Albuch, wo man sich im Meteorkrater-Museum weitgehender informieren kann. Zurück geht es über das Brenztal sowie das Möhntal. Nach einer rasanten Abfahrt in den Rieskessel hinein endet die Schleife wieder in Nördlingen. Auch hier gibt es mit dem RiesKraterMuseum eine musealische Einrichtung, die sich mit der Thematik des Asteroiden-Einschlags eingehender beschäftigt. Die historische Stadt Nördlingen, die sich mit ihren alten Fachwerkhäusern und den engen verwinkelten Gassen ihren mittelalterlichen Charme erhalten konnte, wird von der einzigen vollständig erhaltenen und rundum begehbaren Stadtmauer Deutschlands umgeben. Weithin sichtbar ist die gotische St.-Georgs-Kirche, im Volksmund liebevoll ‚Daniel‘ genannt.

Die östliche Rundtour führt über 60 km durch die flache und weite Landschaft des Rieses bis zum Riesrand. Besonders sehenswert ist die Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein nördlich von Wemding sowie Schloss Oettingen.  Die prächtige barocke Klosterkirche in Neresheim sowie Burg Katzenstein sind die Highlights der Westroute.

Das Logo dieser Tour zeigt einen roten Radfahrer über grau-gechecktem Satellitenbild-Hintergrund. Innerhalb der beiden Räder sind die beiden Krater gelb-grün-farbig hervorgehoben. Darüber befindet sich der blaue Schriftzug ‚Radweg von Krater zu Krater‘. Die Radtour wird durch den Geopark Ries gepflegt.


Charakteristik:

Die beiden Schleifen des Radweges ‚Von Krater zu Krater‘ unterscheiden sich vom Schwierigkeitsgrad erheblich! Die östliche Schleife führt durch die flache Beckenlandschaft des Rieses und ist daher überwiegend flach. Die Westroute ist dagegen durchgängig hügelig und besitzt gerade am westlichen Kraterrand des Rieses eine recht anspruchsvolle Steigung. Ein weiterer kräftiger Anstieg ist bei Zang zu bewältigen. Die Strecke ist auf beiden Rundkursen größtenteils asphaltiert und wird überwiegend autofrei geführt.


Ortschaften entlang der westlichen Kraterrunde

Nördlingen  /  Riesbürg  /  Neresheim  /  Nattheim  /  Heidenheim an der Brenz  /  Steinheim am Albuch  /  Königsbronn  /  Oberkochen  /  Lauchheim  /  Bopfingen  /  Kirchheim am Ries

Ortschaften entlang der östlichen Kraterrunde

Nördlingen  /  Deiningen  /  Alerheim  /  Wemding  /  Megesheim  /  Hainsfarth  /  Oettingen in Bayern  /  Maihingen  /  Wallerstein

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