Cloppenburger Radtour

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ie Steigerung von schwarz ist Cloppenburg‘, so spottet man im protestantischen Bremer Umland über die katholisch geprägte Enklave des Oldenburger Münsterlandes. Hier findet man noch verstärkt Wegekreuze und Bildstöcke am Straßenrand und diese empfindet der ansonsten reformierte und kühl-distanzierte Norddeutsche eher als seltsam. Das Oldenburger Münsterland liegt im südlichen Niedersachsen auf halber Strecke zwischen Osnabrück und Bremen und umfasst die Landkreise Cloppenburg und Vechta. Man nennt diese Region auch häufig Südoldenburg, obwohl dieser Begriff nicht offiziell ist. Und auch die Menschen hier bezeichnen sich selber meist als Südoldenburger – kein Wunder, denn ‚Oldenburger Münsterländer‘ klingt doch ein wenig sperrig! Die katholische Prägung und auch der Begriff des Oldenburger Münsterlandes gehen geschichtlich auf das Mittelalter zurück, als der Niederstift Münster die politische Gewalt über die Region erlangte und ab dem 17. Jahrhundert auch den Bischof von Münster als kirchliche Oberhoheit einsetzte. Erst im Jahre 1803 übernahm im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses der protestantische Großherzog von Oldenburg die staatliche Gewalt über die Ämter Cloppenburg und Vechta, doch die Bevölkerung blieb bis heute überwiegend katholisch. Cloppenburg ist die größte Stadt im Oldenburger Münsterland, doch mit knapp 35.000 Einwohnern ist man vom Status einer Großstadt noch weit entfernt. Hier geht es eher ländlich-gemütlich zu. Im Stadtpark sind noch die Reste der alten Cloppenburg zu sehen, die 1716 einem verheerenden Brand zum Opfer fiel.

Die vorherrschende Sprache ist Platt – der Landschaft entsprechend – oder besser Niederdeutsch, wie es offiziell heißt. In der Gemeinde Saterland – oder Seelterlound, wie man es hier ausspricht, gibt es noch das Saterfriesisch. Dieser Dialekt ist eine Mischform mit hoch- und niederdeutschen Elementen und konnte sich durch die einstige Abgeschiedenheit innerhalb des Moores entwickeln. Die vom Aussterben bedrohte Heimatsprache wird nur noch von rund 1500 Menschen beherrscht und somit ist das Saterland Europas kleinste Sprachinsel.


In unmittelbarer Nähe entstand 1807 das klassizistische Amtshaus als neues großherzogliches Amtsgebäude. Sehenswert ist auch das Amtsgericht, das im Jahre 1909 als auffälliger Jugendstilbau errichtet wurde. Berühmt ist das Museumsdorf mit seinen über 50 alten Gebäuden aus dem nordwestdeutschen Raum. Es gilt als eines der größten und ältesten Freilichtmuseen Europas.

Die Cloppenburger Radtour führt auf rund 190 km durch den nördlichen Teil dieser Region. Man kann den naturnahen Rundkurs an jedem Ort beginnen, doch der offizielle Start- und Endpunkt ist natürlich Cloppenburg, wo es auch einen Anschluss an den öffentlichen Bahnverkehr gibt. Die Strecke bietet überraschend viele geschichtliche und landschaftliche Höhepunkte wie die Burgmannsstadt Quakenbrück im Artland mit ihrer reizvollen Altstadt, die prähistorischen Großsteingräber auf der Geest, die Schmiede-und Eisenstadt Friesoythe oder Elisabethfehn, eine typische Fehnsiedlung am Elisabethfehnkanal bei Barßel, wo man sich im Moor- und Fehnmuseum über das Leben im Hochmoor und in der Fehnkolonie informieren kann.

Die Landpartie führt neben den Hochmoorgebieten durch eine waldreiche Landschaft sowie durch das Soestetal, das Urstromtal der Hasel und über den Dwergter Sand. Ein Höhepunkt ist jedoch die Thülsfelder Talsperre. Sie wurde 1926 zum Hochwasserschutz erbaut und dient heute mit ihren vielen Buchten als beliebtes Naherholungsgebiet sowie als Refugium für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Die Radtour besitzt eine grün-weiße Beschilderung mit dem Umriss des Landkreises Cloppenburg, einer Radfahrerin sowie dem Schriftzug ‚Cloppenburger Radtour‘.

Charakteristik:

Die Cloppenburger Radtour führt naturnah und abseits von vielbefahrenen Straßen durch eine sehr flache Landschaft. Leichte Wellen gibt es allenfalls im südlichen Abschnitt im Bereich der Geest. Der Radfernweg ist damit ausgesprochen familienfreundlich.



Ortschaften entlang der Route

Cloppenburg / Cappeln (Oldenburg) / Essen (Oldenburg) / Quakenbrück / Löningen / Linden (Oldenburg) / Vrees / Saterland / Barßel / Friesoythe / Molbergen

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