Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal

A

ls der Dortmund-Ems-Kanal im August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. eröffnet wurde, war die umgangssprachlich ‚DEK‘ genannte Wasserstraße der erste große Binnenschifffahrtskanal Deutschlands. Noch heute gilt der DEK als das Rückrat des deutschen Kanalnetzes. Er verbindet als Handelsweg und Lebensader das östliche Ruhrgebiet mit der Nordsee und besitzt als Teil des deutschen Kanalnetzes direkten Anschluss an den Mittellandkanal, den Rhein-Herne-Kanal, den Wesel-Datteln-Kanal, den Datteln-Hamm-Kanal und den Küstenkanal. Er beginnt im Dortmunder Hafen und führt dann über 225 km durch das Münsterland und das Emsland bis Papenburg. Ab dort wird der DEK, der bereits vorher teilweise mit der Ems identisch ist, als Unterems bezeichnet, ehe die Schifffahrtsstraße bei Emden in den Dollart mündet. Als Radfahrer kann man den Kanal vom Pott bis zur Waterkant auf einem Radfernweg begleiten. Er wurde 1999 zum hundertjährigen Bestehen des Kanals eingerichtet und führt über weite Strecken über die alten Leinpfade direkt am Kanal entlang, besucht aber auch abseits der Wasserstraße idyllische Dörfer und sehenswerte Städte.


Der Radweg ist mit rund 340 km um einiges länger als der Dortmund-Ems-Kanal, denn er folgt hinter Papenburg der Unterems über Leer nach Emden und führt dann durch Ostfriesland bis nach Norden-Norddeich, wo man die Tour mit einer lohnenden Schiffsüberfahrt nach Norderney beenden kann. Der offizielle Beginn ist am Dortmunder Hauptbahnhof, aber man kann die Route natürlich auch genauso gut anders herum fahren. Die vielen Schiffe auf dem Kanal, die Häfen, Schleusen und Wehre machen die Route zu einer faszinierenden und spannenden Reise. Besondere Highlights sind das Schiffshebewerk Henrichenburg und die Meyer-Werft in Papenburg sowie die Fahrradstadt Münster. Als Radler folgt man dem sechseckigen Logo mit dem grünen Fahrrad, das sich unter einem blauen, nicht geschlossenen blauen Kreis mit grünen Speichen befindet. Der Radfernweg wird durch die Emsland-Touristik GmbH betreut.

Hier gehts zum Blog: Dezemberradeln am Kanal


Charakteristik:

Die Radroute Dortmund-Ems-Kanal besitzt keine nennenswerte Steigung, denn sie verläuft weitgehend entlang dem planen Verlauf des Kanals durch die flachen Landschaften von Münsterland, Emsland und Ostfriesland. Sie verläuft abseits des Autoverkehrs zum großen Teil über die alten befestigten Leinenpfade direkt am Kanal entlang oder über Wirtschaftswege, die überwiegend asphaltiert sind. Die Route ist für Familien mit Kindern sowie Radfahrer aller Altersgruppen sehr gut geeignet. Durch den hohen Anteil der Leinenpfade ist das Befahren mit Rennrädern über weite Strecken allerdings weniger empfehlenswert. Durch die enge Anlehnung des Streckenverlaufes an den DEK kann es bei Kanalarbeiten immer wieder zu Umleitungen kommen. Diese sind aber in der Regel vorbildlich ausgeschildert.



Ortschaften entlang der Route

Dortmund / Dortmund-Huckarde / Dortmund-Mengede / Waltrop / Datteln / Olfen / Lüdinghausen / Senden / Münster / Ladbergen / Ibbenbüren / Hörstel / Rheine / Spelle / Emsbüren / Lingen (Ems) / Geeste / Meppen / Haren (Ems) / Lathen / Dörpen / Rhede (Ems) / Papenburg / Weener / Leer / Jemgum / Moormerland / Emden / Hinte / Brookmerland / Hage / Norden

DOWNLOADS:
Alle Download Optionen Gesamtpaket (gpx)

 


 

 




Dortmund

D
ortmund ist die größte Stadt des Ruhrgebietes. Ihre Gründung geht wahrscheinlich noch in die karolingische Zeit zurück. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung hat sich nichts mehr erhalten, nur ein Wehrturm, der Adlerturm wurde rekonstruiert und dient heute als Räumlichkeit für das Stadtmuseum. Bis in das 20. Jahrhundert war Dortmund eine Industriemetropole und wurde geprägt durch Bergbau, Stahl und Bier. Inzwischen hat sich ein Strukturwandel zu einem bedeutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort vollzogen. Der Westfalenpark wurde für die erste Bundesgartenschau 1959 geschaffen und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Weitere zwei mal richtete Dortmund die Bundesgartenschau aus. Die Stadt bietet mit dem Museum Ostwall im Dortmunder U, dem Naturkundemuseum und der Deutschen Arbeiterschutzausstellung eine interessante Museumslandschaft. Darüber hinaus haben sich auf dem Dortmunder Stadtgebiet noch eine Reihe von Wasserschlössern und Herrensitzen erhalten. Einige Industriestandorte, wie die Kokerei Hansa oder die Zeche Zollern, sind als begehbare Skulptur bzw. als Industriemuseum zu besichtigen. Wahrzeichen Dortmunds sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U, der Florianturm und die Westfalenhalle.

Sehenswertes:

Der Westfalenpark ist ein großer kostenpflichtiger Stadtpark, der 1959 anlässlich der ersten Bundesgartenschau in Dortmund angelegt wurde. Davor hatte sich hier unter anderem eine alte Steinkohlenzeche, eine Mülldeponie sowie der alte Kaiser-Wilhelm-Hain befunden. Der 70 ha große Park ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet.

Ein Sessellift führt einmal quer und hoch über das Parkgelände. Wer es etwas bodenständiger mag, nimmt die Kleinbahn. Auf mehreren Bühnen werden Konzert- und Theateraufführungen veranstaltet. Besonders reizvoll für Kinder sind das Nostalgische Puppentheater mit seinen hübschen Marionetten und Handpuppen sowie die Polizei-Puppenbühne mit seinen Lehrstücken rund um den Straßenverkehr. Die Seebühne verfügt über eine Kapazität von 2.500 Sitzplätzen. Auf ihr werden vor allem klassische Konzerte dargeboten. Viele Veranstaltungen finden auch unter dem markanten Sonnensegel in der Mitte des Parkes statt.

Das Kindermuseum mondo mio! vermittelt interessante Entdeckungsreisen und wechselnde spannende Ausstellungen für die Kleinen, das Deutsche Kochbuchmuseum widmet sich dem Werk und dem Leben der Kochbuchautorin Henriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. In der Galerie Torfhaus werden Ausstellungen bekannter Künstler gezeigt.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Rosarium, ein Rosengarten mit mehr als 3000 Rosenarten sowie der Buschmühlenteich, der auch einen Bootsverleih besitzt.

Weitere Freizeitmöglichkeiten sind der große Abenteuerspielplatz und eine Trampolinanlage für Kinder, eine Minigolfanlage, ein Kneipp-Wassertretbecken, ein Bouleplatz und ein Freiluftschachbrett sowie die Sternwarte, bei der während der Dunkelheit Blicke durch ein Teleskop möglich sind.

Die Westfalenhallen sind die großen Messe- und Verantstaltungshallen Dortmunds. Hier finden die besonderen Events, wie Konzerte und Sportveranstaltungen statt. Besonders hervorzuheben ist das 6-Tage-Rennen, welches regelmäßig in der letzten Oktoberwoche stattfindet.

Gleich neben der Westfalenhalle befindet sich das Fußballstadion von Brorussia Dortmund. Bis 2005 hieß es Westfalenstadion, inzwischen wird es aus Werbegründen Signal-Iduna-Park genannt. Das Stadion faßt über 80.000 Zuschauer und gilt mit seiner spezifischen gelben Dachkonstruktion als Wahrzeichen der Stadt. Im nordöstlichen Teil des Stadions befindet sich das Borusseum. Dabei handelt es sich um ein Museum, das alte Relikte aus der Geschichte des Fußballvereins bewahrt und präsentiert.

Der weithin sichtbare Florianturm entstand anlässlich der 1959 erstmals in Dortmund stattfindenden Bundesgartenschau. Mit seiner Höhe von 220 Metern war der im Volksmund nur ‘Florian’ genannte Turm vorübergehend das höchste Gebäude Deutschlands. Heute ist er eines der Wahrzeichen Dortmunds. Auf ungefähr 140 Metern Höhe befindet sich ein Turmrestaurant, welches sich um die Hochachse des Turmes dreht. Über dem Restaurant befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man bei klarem Wetter einen eindrucksvollen Ausblick über das Ruhrgebiet bis ins Sauerland hinein haben kann.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Gegründet wurde es 1947 und das vornehmliche Bestreben des Museums war es zunächst, die Werke wiederzuerlangen, die zuvor im Dritten Reich aus den deutschen Sammlungen als entartetete Kunst  entfernten worden waren. So besitzt das Museum heute eine umfangreiche Sammlung der ‘Brücke-Künstler’ und der Künstler des ‘Blauen Reiters’, aber auch von Picasso, Dalí, Paul Klee und Joseph Beuys. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich ‘Informelle Kunst’.

Die ursprünglichen Räumlichkeiten am Ostwall wurden 2009 aufgegeben, seit 2010 befindet sich das Museum im Dortmunder U.

In einem Art-Déco-Bau von 1924, der einst als Städtische Sparkasse errichtet wurde, befindet sich heute das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. In den Ausstellungsräumen wird die Kulturgeschichte der Stadt Dortmund anhand von Gemälden, Skulpturen, Mobiliar und kunsthandwerklichen Gegenständen verdeutlicht. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich dabei von der Antike bis zur Gegenwart. Im Museum finden auch regelmäßig Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen statt.

Der Adlerturm ist die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Turmes, der einst zur Stadtbefestigung gehörte. Er wurde 1992 über den alten Fundamenten eines ehemaligen Wehrturmes aus dem 14. Jahrhunderts neu errichtetet und misst eine Höhe von 30 Metern. Von der ursprünglichen Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert hat sich ansonsten nichts mehr erhalten. Im Adlerturm befindet sich heute ein Museum mit einer stadtgeschichtlichen Sammlung. Auf sechs Etagen finden sich Ausgrabungsfunde, Gebrauchsgegenstände und alte Waffen. Anhand von Modellen wird das mittelalterliche Aussehen der Stadt Dortmund anschaulich verdeutlicht.

Der Alte Markt ist der zentrale Platz des historischen Dortmund. Im Mittelalter gruppierten sich die Gilde- und Kaufmannshäuser um diesen Platz. Und heute noch befindet sich hier das Stammhaus der Privatbrauerei Dortmunder Kronen und die alte Adler Apotheke. Ansonsten haben die Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg den historischen Platz hinsichtlich seiner Charakteristik stark verändert. Das alte Rathaus, bis zum Krieg das älteste Rathaus Deutschland, wurde nach den Bombentreffern des Krieges nicht wieder aufgebaut. Heute wird der Alte Markt von Cafés und Restaurants geprägt, die bei schönen Wetter den Platz in einen riesigen Biergarten verwandelt.

Verbunden ist der Alte Markt durch eine kleine Gasse mit dem Hansaplatz. Dort befindet sich in der Vorweihnachtszeit, zusammengebaut aus vielen einzelnen Tannenbäumen, der riesige Dortmunder Weihnachtsbaum. Zeitweilig galt dieses Gebilde als der größte Weihnachtsbaum der Welt.

Der Friedensplatz ist der zentrale Veranstaltungsort der Stadt Dortmund. Hier feiert Borussia Dortmund, wenn sie wieder einmal die Deutsche Fußballmeisterschaft gewonnen haben. In der Mitte befindet sich die Friedenssäule und um den Platz gruppieren sich das Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus, die städtische Dortmund-Agentur sowie die Berswordt-Halle.

Die St.-Reinoldi-Kirche ist eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika in der Innenstadt von Dortmund. Das heutige evangelische Gotteshaus bildet den Mittelpunkt der Stadt und gilt als die älteste noch erhaltene Kirche der Innenstadt. Vor der Reformation war die Reinoldikirche die katholische Hauptpfarrkirche. Das gotische Chor stammt noch aus dem 13. Jahrhundert.

Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung DASA versteht sich als Erlebnisausstellung zum Sehen, Hören und Anfassen. Ihr Motto lautet ‘Mensch/Arbeit/Technik’. Auf einer Ausstellungsfläche von über 13.000 m² erwartet den Besucher ein Ausflug in verschiedene Arbeitswelten der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des Arbeitsschutzes gelegt wird.



Radrouten die durch Dortmund führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg




Dortmund – Huckarde

H
uckarde ist ein Stadtbezirk im Nordwesten von Dortmund. Im zunächst eher landwirtschaftlich geprägten Stadtteil vollzog sich im 19. Jahrhundert ein Strukturwandel zum Bergbau, doch inzwischen sind alle Zechen wieder geschlossen. Die Kokerei Hansa ist als begehbare Industrieskulptur eine höchst interessante Sehenswürdigkeit, als Naherholungsgebiet bietet der Revierpark Wischlingen allen Einwohnern Abwechslung und Entspannung vor der eigenen Haustür. In Huckarde beginnt der Dortmund-Ems-Kanal seine Reise Richtung Nordsee und die Emscher durchquert den Stadtbezirk auf ihrem Weg zum Rhein.

Sehenswertes:

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden im Ruhrgebiet insgesamt 17 Kokereien. Dieses waren technische Anlagen, um Kohle unter vollkommenen Luftabschluss und hoher Hitze zu zersetzen. Doch lediglich die Kokerei Hansa ist heute noch erhalten. Sie war zwischen 1928 und 1992 in Betrieb und wird heute als begehbare Großskulptur von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur betreut und erhalten.

Ein Erlebnispfad führt heute durch die düsteren Industrieanlagen und Hallen. Der interessierte Besucher sieht hier die monströsen Maschinen und die riesige Kompressorhalle und vom Kohlenturm hat man einen weiten Ausblick über das Ruhrgebiet.

An der Lindberghstraße gibt es eine Emscherbrücke mit bewegter Vergangenheit. Die durch den Bergbau bedingten ständigen Bergsenkungen führten dazu, dass der Fluss an dieser Stelle einen immer höheren Wasserspiegel bekam. Die Brückenhöhe reichte immer wieder nicht mehr aus und so wurden zwischen 1920 und 1981 an dieser Position insgesamt fünf Brücken gebaut, um die Landschaftsänderung auszugleichen.

Das ehemaligen Emscherpumpwerk in Dortmund-Huckarde war 1926 und 1980 in Betrieb und sorgte für die Entwässerung des gesamten Ortsteils. Heute befinden sich in den Räumlichkeiten  Künstlerateliers.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden im Ruhrgebiet eine Reihe von Naherholungsgebieten für die hier arbeitende Bevölkerung. Sie wurden Revierparks genannt und sollten verschiedene Erholungsmöglichkeiten bieten. Der 39 ha große Revierpark Wischlingen liegt mit seinem kleinen Natursee im Stadtteil Huckarde. Das Rittergut Haus Wischlingen wurde in den Revierpark integriert, in dem sich auch eine Minigolfanlage, Tennisplätze und ein Waldseilgarten befindet. Darüber hinaus wurde hier ein Solebad mit einer ausgedehnten Saunalandschaft erbaut.

Das 72 ha große Naturschutzgebiet Hallerei liegt nordwestlich der Dortmunder Innenstadt und grenzt an den Revierpark Wischlingen. Der See entstand durch Bergsenkungen, die sich mit Grundwasser füllten. So wurde das Areal zu einem bedeutenden Refugium für zahlreiche Wasservögel, Amphibien und für verschiedene Schmetterlingsarten. Hier befindet sich auch eine große Lachmöwenkolonie.

Haus Wischlingen war einmal ein Rittersitz, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückgehen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits 1284. Leider blieb nur die Fachwerkkapelle von 1783 erhalten. 1972 kaufte die Stadt Dortmund das Anwesen und integrierte es in den neu entstehenden Revierpark Wischlingen. In der Kapelle werden noch heute Trauungen durchgeführt.

Die Zeche Hansa ist ein Steinkohlebergwerk in Dortmund-Huckade. Es wurde 1855 eröffnet und bildete seit 1928 mit der benachbarten Kokerei Hansa einen Verbund. In den Jahren 1940 und 1944 kam es zu zwei verheerenden Schlagwetterexplosionen, bei denen 52 bzw. 95 Kumpel ihr Leben verloren. Die vorgesehene Schließung verzögerte sich immer wieder, doch 1980 wurde die Zeche endgültig stillgelegt. Die über Tage liegenden Anlagen wurden weitgehend abgerissen. Zwei Schächte blieben erhalten, sie dienen der zentralen Wasserhaltung der RAG. Das Fördergerüst über Schacht 3 stammt noch aus dem Jahre 1930, ein Fördermaschinenhaus stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein altes Werkstattgebäude, Alte Schmiede’ genannt, stammt noch von 1905 und dient heute als Veranstaltungsort.

Das 22 ha große Gelände der ehemaligen Zeche Hardenberg befindet sich direkt neben dem Hardenberghafen. Dieser ermöglichte damals einen direkten Anschluß an den Dortmund-Ems-Kanal.

Die Zeche wurde 1875 gegründet und 1876 wurde mit der Förderung von Steinkohle begonnen. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts brachte man es auf eine jährliche Förderung von 1,5T. Fast 3000 Mitarbeiter waren zu dieser Zeit auf der Zeche beschäftigt. Damals gehörte die Zeche zum Bergwerk Vereinigte Stein und Hardenberg. Mit einer Gesamtfördermenge von 3,7T war es damals das größte Steinkohlebergwerk im Ruhrgebiet.

Der klobige Malakow-Turm, der Schachtturm des ersten getäuften Schachtes, entstand im Jahre 1874 und blieb als einziges sichtbares Relikt der ehemaligen Zeche bis heute erhalten. Der Betrieb der Zeche wurde 1960 eingestellt, das Gelände diente noch lange Zeit als Zentralwerkstatt der Ruhrkohle AG.

Der Fredenbaumpark ist mit 63 ha eine große Parkanlage im Dortmunder Norden und gilt als die  ‘grüne Lunge’ der Revierstadt. Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit der Gestaltung der Parklandschaft. Das Naherholungsgebiet bietet mit einer Minigolfanlage, einem Rosengarten, einem Bootsverleih, Plätzen für Beachvolleyball, Tischtennis, Boule und zum Grillen verschiedene Freizeitmöglichkeiten. Für Kinder gibt es einen Abenteuer- und Bauspielplatz sowie der Erlebniswelt Fredenbaum mit dem Big Tipi, dem größten Indianerzelt der Welt.

Der Hardenberghafen befindet sich im Stadtteil Lindenhorst, östlich des hier beginnenden Dortmund-Ems-Kanals. Er ist heute Dortmunds Hauptumschlagort für Massengüter. Früher wurde der 1898 gebaute Hafen als Erzhafen genutzt, als die Zeche Fürst Hardenberg über den Hafen Anschluß an den Dortmund-Ems-Kanal erhielt. 1913/14 wurde der Hafen um ein weiteres Becken, den Industriehafen, erweitert.

Das Museum für Naturkunde im Dortmunder Norden gibt Einblicke in die faszinierende Entwicklung und Vielfalt der Natur. Hier wird die Menschheitsgeschichte beschrieben und eine Antwort auf die Frage gegeben, wann und warum die Dinosaurier ausgestorben sind. Modelle veranschaulichen die ungeheure Größe der Saurier. In einem Schaubergwerk kann man die unter der Erde vorkommenden Mineralien und Kristalle bestaunen. Ein weiterer Themenkomplex behandelt die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Als Europas größter Kanalhafen hat der Dortmunder Hafen sich seit Mitte der 20er Jahre im Aufbau kaum mehr geändert. Ursprünglich wurde hauptsächlich Eisenerz für die Dortmunder Stahlwerke importiert sowie Kohle aus den umliegenden Bergwerken exportiert. Heute hat sich der Hafen zu einem Massenumschlagplatz gewandelt und nach der Schließung fast aller Zechen wird Kohle inzwischen fast ausschließlich importiert.

Der Dortmunder Hafen bildet den Endpunkt des Dortmund-Ems-Kanals. Er wurde 1899 nach vierjähriger Bauzeit durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht und besaß zunächst fünf Hafenbecken. In den folgenden Jahren kamen, inklusive des vorgelagerten Hardenberghafens, noch drei Becken hinzu. Dortmund sollte nicht nur einen direkten Wasserweg zur Nordsee erhalten, sondern auch Teil eines größeren Kanalnetzes werden. Bei der Planung des DEK sollte die größte Stadt des Ruhrgebietes mit dem Rhein, der Weser und der Elbe verbunden werden.

Gleich am damaligen Anfang des Hafens steht das Hafenamt. Das stolze Gebäude wurde 1899 in Anlehnung an die niederländische Architektur des 17. Jahrhunderts errichtet und sollte den Schiffen schon von weitem die Einfahrt in den Hafen signalisieren. Noch bis 1962 diente der Backsteinbau mit dem fünfstöckigen Mittelturm der Hafenverwaltung. Heute beherbergt es die Wasserschutzpolizei und besitzt mit dem original eingerichteten Kaiserzimmer auch ein offizielles Trauzimmer. Darüber hinaus wird hier die ‚Ständige Ausstellung zu Schifffahrt und Hafen‘ präsentiert.



Radrouten die durch Dortmund-Huckarde führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Emscher Park Radweg




Dortmund – Mengede

M
engede ist ein Stadtbezirk Dortmunds im äußersten Nordwesten. Erste Besiedlungen werden auf die Zeit der Kelten um 500 – 200 v. Chr geschätzt. Der Bezirk wurde stark vom Bergbau geprägt, aber mittlerweile sind alle Zechen geschlossen. Als Denkmäler der Industriekultur erinnern sie an eine bewegte Vergangenheit. Mit dem Schloss Bodelschwingh und dem Schloss Westhusen gibt es hier noch zwei gut erhaltene Wasserschlösser, die allerdings von Innen nicht zu besichtigen sind.

Sehenswertes:

Der Volksgarten Mengede wurde ursprünglich um 1912 als Wildpark angelegt. Im Stile eines englischen Landschaftsparks wurde in den folgenden Jahren Spiel- und Sportflächen angelegt. Bis heute hat sich dieser Charakter weitgehend erhalten. Direkt am Park liegt das traditionsreiche Restaurant Volksgarten Mengede.

Die Zeche Adolf von Hansemann ist eine ehemaliges Steinkohlebergwerk im Dortmunder Stadtteil Mengede und war von 1896 bis 1963 in Betrieb. Die Kohleförderung wurde im Verbund mit der Zeche Hansa noch bis 1967 weiter betrieben. Einige der Tagesanlagen der Zeche, wie die Kaue, die Maschinenhäuser von Schacht 1 und 2, das Magazin und das Torhaus blieben erhalten und sind heute von außen frei zugänglich. Die Zechengebäude sind heute alle denkmalgeschützt. Insbesondere die Kaue ist architektonisch interessant. Der wuchtige Komplex wurde im Stile des Historismus mit rotem Backstein errichtet und soll im Aussehen an eine Burg mit Zinnen und Türmchen erinnern.

Die ehemalige Zeche Westhausen in Dortmund-Bodelschwingh wurde 1872 in Betrieb genommen. Im Verhältnis zu den Nachbarzechen war die Zeche Westhausen ein kleines Bergwerk. Bis heute blieb der Malakowturm von 1873 über dem Schacht 1 erhalten, die Lohnhalle brannte 1992 nieder und wurde daraufhin abgebrochen.

Haus Bodelschwingh im gleichnamigen Dortmunder Stadtteil ist ein imposantes Wasserschloss, dessen Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurück gehen. Erbaut wurde es durch die Familie von Bodelschwingh, und bis heute verblieb das Anwesen im Familienbesitz. Schloss Bodelschwingh ist eine typische Anlage des Zwei-Insel-Typs. Das Herrenhaus liegt eingebettet in einem großen See. Die viel größere Vorburg mit ihren Wirtschaftsgebäuden liegt auf einer separaten Insel dem Herrenhaus vorgelagert und ist mit der Hauptinsel über eine Brücke verbunden.

Das Schloss Westhusen ist ein hübsches Wasserschloss im Dortmunder Stadtteil Westerfilde. Es wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch die Familie von Bodelschwingh erbaut, wechselte im Laufe der Jahrhunderte aber häufig den Besitzer. Das heutige Erscheinungsbild erhielt das Anwesen durch einen größeren Umbau im 19. Jahrhundert. Dem zweigeschossigen Herrenhaus mit dem markanten Stufengiebel steht ein achteckiger Turm vor. Vorgelagert befinden sich zwei lang gestreckte ehemalige Wirtschaftsgebäude. Schloss Westhusen dient heute als Seniorenresidenz.

Vom ehemaligen mächtigen Rittersitz Haus Mengede blieb nicht mehr viel erhalten. Lediglich einige Reste der Grundmauern sind heute noch in einem kleinen Park zu besichtigen.

Im 13. Jahrhundert war Haus Mengede als Wasserburg des Zwei-Insel-Typs mit Vor- und Hauptburg  entstanden. 1723 wurde die Anlage geschleift, im 20. Jahrhundert schließlich wurden zunächst die Gräften zugeschüttet und später die restlichen Mauern der Ruine abgebrochen. Die noch verbliebenen Grundmauern sind heute als Bodendenkmal geschützt.



Radrouten die durch Dortmund-Mengede führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Emscher Park Radweg




Waltrop

A
m nördliche Rand des Ruhrgebietes liegt die Stadt Waltrop. Germanische Stämme haben hier bereits im 8. Jahrhundert v. Chr gesiedelt, die Bauernschaft ‘Elmenhorst’ wurde hier durch Karl den Großen gegründet. Der Name Waltrop entwickelte sich erst später aus ‘Walthorpe’, dem Dorf im Walde. 1939 wurden Waltrop die Stadtrechte verliehen. Die ‘Wohnstadt im Grünen’, wie sie sich gerne selber nennt, wird durchzogen von Lippe und Emscher sowie dem Dortmund-Ems-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Rhein-Herne-Kanal. Der Schleusenpark Waltrop mit dem historischen Schiffshebewerk Henrichenburg ist die interessanteste und sehenswerteste Attraktion des Ortes.

Sehenswertes:

Ein Düker ist ein Bauwerk, bei dem ein Bach- oder Flusslauf mittels einer unter Druck stehenden Rohrleitung einen anderen Fluss, Kanal oder auch Gebäude unterfließt. In Henrichenburg befindet sich ein gutes Beispiel für ein solches Bauwerk, der Emscher-Düker. Hier wird die noch recht kleine Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal hergeleitet und kreuzt diesen damit. Der Düker wurde 1910 erbaut und ist das größte Bauwerk dieser Art an diesem Flusslauf.

Der Schleusenpark Waltrop mit dem alten Schiffshebewerk Henrichenburg ist eine technische Meisterleistung seiner Zeit und eine besondere Attraktion der Wasserstraßen Nordrhein-Westfalens. Das Schiffshebewerk befindet sich an der Kanalgabelung von Dortmund-Ems-Kanal und Rhein-Herne-Kanal und wurde 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Bis 1969 blieb es in Betrieb. Mittels fünf großer zylindrischer Schwimmer wurde der damals in der Größe genormte Dortmund-Ems-Kanal-Kahn um 14 m gehoben bzw. gesenkt. Heute kann die alte Eisenfachwerkkonstruktion mit seinen Betriebsanlagen als Museum besichtigt werden. Im oberen Kanalteil liegen noch eine stattliche Anzahl von historischen Schiffen, von Polizei-Feuerlöschboot über Schlepper bis zum motorlosen Lastenkahn. Sehenswert ist auch die historische Hubbrücke von 1897. Im Unterwasser kann man das Motorgüterschiff ‘Franz-Christian’ besichtigen. Im Laderaum des 1929 gebauten Kahnes wird eine Ausstellung über das Arbeitsleben auf dem Schiff und seine Fahrten gezeigt.

Zum Schleusenpark Waltrop gehört auch das neue Schiffshebewerk. Dieses war von 1962 bis 2005 in Betrieb. Die alte Schachtschleuse von 1914 liegt heute trocken und kann der Länge nach durchquert werden. Die neue Schleuse ist seit 1989 in Betrieb und wickelt mittlerweile den gesamten Schiffsverkehr an dieser Stelle ab.

Die Zeche Waltrop war ein Steinkohlebergwerk nahe der Stadt Waltrop. Die Kohleförderung begann 1905, 1979 wurde das Bergwerk wieder stillgelegt. Zwischenzeitlich arbeiteten im Jahre 1957 hier über 2800 Mitarbeier, die höchste Jahresförderung wurde 1974 mit 1,13 Mio T erreicht.

Neun der ursprünglich elf Backsteingebäude der Tagesanlagen blieben erhalten und stehen heute unter Denkmalsschutz. Die im Stile des Historismus gestalteten Gebäude bilden nach der Zeche Zollverein in Essen den größten zusammenhängenden Hallenkomplex im Ruhrgebiet. Die Zeche wurde nach der Sanierung zum Gewerbepark umfunktioniert. Im Fördermaschinenhaus befinden sich heute Ausstellungsräume, die Kaue beherbergt das Warenhaus Manufactum.

Der Riphaushof ist eine jahrhunderte alte Hofanlage und war lange Zeit im Besitz der Familie Riphaus. Der heutige Gutshof stammt aus dem Jahre 1904 und seit 1996 ist das Haus als Heimatmuseum eingerichtet. Schwerpunkte der geschichtlichen Präsentation sind Landwirtschaft, Handwerk und Bergbau.

Mitten im historischen Ortskern der Stadt Waltrop befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Peter. Der ursprünglich romanische Bau wird auf das 9./10. Jahrhundert geschätzt, eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im 11. Jahrhundert. Um das Jahr 1500 wurde die Pfarrkirche zu einer großen dreischiffigen Hallenkirche im gotischen Stil umgebaut. Der heutige Kirchturm misst eine Höhe von ungefähr 40 m. Der romanische Taufstein aus dem 12. Jahrhundert ist der älteste im Vest Recklinghausen.

Um die alte Kirche herum hat sich ein Ensemble alter Fachwerkhäuschen erhalten. Das älteste ist der so genannte ‘Tempel von Waltrop’, ein spätgotisches Gebäude, das auf 1499 datiert wird und damit das älteste profane Haus in Waltrop ist.

Das einstige Schloss, das auch Haus Wilbring genannt wird, geht auf eine Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert zurück. Die heutige Anlage besteht aus einer bewohnten Vorburg und einer verfallenen Hauptburg. Beide Schlossteile stehen auf getrennten Inseln, die durch eine Brücke verbunden sind. Das Haupthaus entstand 1609 und wurde 1718 sowie 1866 umgebaut, blieb aber zuletzt unbewohnt. Der begonnene Abriss wurde 1918 eingestellt. Seitdem verfällt das Gebäude. Die Vorburg entstammt im Kern dem 18. Jahrhundert und wird heute landwirtschaftlich und als Reiterhof genutzt.



Radrouten die durch Waltrop führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Römer-Lippe-Route
Rundkurs Ruhrgebiet
Emscher Park Radweg




Datteln

D
atteln liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes, wo dieses in die grüne Wiesenlandschaft des Münsterlandes übergeht. Im Nordwesten befindet sich der Naturpark Hohe Mark mit der Haard. einem ausgedehnten Waldgebiet. Die Stadt besitzt den größten Kanalknotenpunkt der Welt. Hier treffen am Stadthafen der Datteln-Hamm-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal, Rhein-Herne-Kanal und der Dortmund-Ems-Kanal mit seiner Alten und seiner Neuen Fahrt aufeinander und bilden eine einzigartige Wasserstraßen-Konstellation. Durch den Ausbau der Leinpfade kann man an fast allen Kanalufern spazieren gehen und Rad fahren.
Erstmals 1147 erwähnt, entwickelte sich Datteln im Mittelalter  zu einem der größten Kirchspiele des Vests Recklinghausen. Teile der St. Amansuskirche stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Mit dem Schacht ‚An der Haard I’ wurde im Jahr 2001 die letzte Zeche in Datteln stillgelegt.

Sehenswertes:

Das Kanalkreuz Datteln, auch Dattelner Meer oder Wasserstraßenkreuz Datteln genannt, ist der größte Kanalknotenpunkt der Welt. Hier treffen Datteln-Hamm-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal, Rhein-Herne-Kanal und der Dortmund-Ems-Kanal aufeinander. Als erstes wurde 1899 der Dortmund-Ems-Kanal, damals noch auf seiner Ersten oder auch Alten Fahrt, eröffnet. Am Abzweig zum Wesel-Datteln-Kanal wurde später die Zweite oder auch Neue Fahrt errichtet. Der Wesel-Datteln-Kanal kam 1930 als letzter Kanal hinzu. Alle Wasserstraßen gruppieren sich um den Dattelner Hafen herum, der heute allerdings nicht mehr als Umschlagshafen, sondern nur noch als Anlegestelle für Sportboote sowie der Boote der Marinekameradschaft und des Reservistenvereins dient. Insgesamt umfassen die Wasserstraßen in Datteln eine Länge von 17 Kilometern. Die alten Leinpfade sind heute gut ausgebaut und dienen so der Naherholung, für Spaziergänger und natürlich für Radfahrer.

Die Stadt Datteln wird geprägt durch die St. Amaduskirche. Der Turm des Gotteshauses entstammt noch dem 13. Jahrhundert. Die restliche Bausubstanz ist aber jüngeren Datums, da die Kirche während des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört wurde.

Der erste Vorgängerbau an diesem Ort war vermutlich eine Holzkirche, die bereits im 9. Jahrhundert errichtet wurde. Als besonders sehenswert gilt das romanische Amanduskreuz, ein 1m hohes Kruzifix aus Eichenholz, welches auf das 12. Jahrhundert datiert wird. An ihm hängt ein über den Tod triumphierender Christus.

Im Dorfschultenhof, einem fast zweihundert Jahre alten Fachwerkgebäude, das früher als Bauerhof diente und in der Form eines dreischiffigen, westfälischen Hallenhauses errichtet wurde, befindet sich seit 1936 ein städtische Museum. Es beheimatet eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Stadt sowie das frei zugängliche Stadtarchiv. Sammlungsschwerpunkte sind frühgeschichtliche Funde aus Stein-, Bronze und Eisenzeit, die Geschichte Dattelns vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, die Kirchengeschichte sowie die Entwicklung von Handel und Handwerk.

Das Museum beherbergt die ältesten Gussstahlglocken Deutschlands. Im alten Backhaus neben dem Museum wird mehrmals im Jahr zu besonderen Anlässen Steinofenbrot gebacken.

Das Rathaus von Datteln ist ein imposantes Bauwerk, das sich etwas abseits der Stadt befindet. Durch den enormen Bevölkerungszuwachs, der im Zuge der Industrialisierung Anfangs des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen war, wurde ein größeres Amtshaus notwendig. Es entstand in den Jahren 1912/13.

Um das Rathaus herum wurde der ‚Dattelner Baumpfad’ angelegt. Dessen außergewöhnlichstes Gehölz ist ein Urweltmammutbaum, der einen Stammdurchmesser von bis zu 2 Metern und eine Höhe von bis zu 50 Metern erreichen kann. Der Baum gilt heute als lebendes Fossil.

Das Haus Vogelsang ist eine mittelalterliche Wasserburganlage im Stadtteil Ahsen unweit der Lippe. Die heute nicht mehr erhaltene Hauptburg wurde auf einem künstlichen Erdhügel, einer so genannten Motte errichtet und war lange Zeit im Besitz der Herren von Trickel. Heute ist nur noch ein Gebäude der Vorburg aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Der zweigeschossige Bau aus der Barockzeit besitzt einen auffälligen quadratischen Eckturm mit einer geschweiften Haube.



Radrouten die durch Datteln führen:

Radroute Dormund-Ems Kanal
Römer-Lippe Route
Rundkurs Ruhrgebiet




Olfen

O
lfen liegt im südlichen Münsterland nördlich der Lippe an der Stever und wurde 889 erstmals als Besitzung von Wolfhelm, damaliger Bischof von Münster, erwähnt. Beim ‚Großen Brand von Olfen’ wurde 1857 ein großer Teil des Ortes zerstört. Die gemütliche Kleinstadt gerät einmal im Jahr zur Karnevalszeit in den Ausnahmezustand. Unweit der St.-Vitus-Kirche erinnert der KITT-Brunnen an die lange Karneval-Tradition. Dieser besitzt eine eingebaute Bierzapfanlage, und so wird jedes Jahr zum Karneval die Wasseranlage in einen Bierbrunnen umfunktioniert. Am Nelkendienstag findet mit dem großen Umzug der Höhepunkt des närrischen Treibens statt, der alljährlich von Tausenden am Straßenrand verfolgt wird. Im Ortsteil Vinnum befindet sich mit dem Schloss Sandfort eine sehenswerte Schlossanlage, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht und später im barocken Stil umgestaltet wurde.

Sehenswertes:

Das Schloss Sandfort liegt in einem idyllischen Waldstück auf halbem Wege zwischen Selm und Olfen. Es ist bemerkenswert gut erhalten und gliedert sich typisch münsterländisch in eine Vorburg mit Innenhof, Stallungen und Werkstatt, sowie einer Oberburg, die privat als Wohnung von der Familie Hagen-Plettenberg genutzt wird. Außerdem befindet sich hier die Verwaltung mit einigen Büros. Eine Zufahrt führt axial an den Gebäuden der Vorburg vorbei auf das Hauptportal zu, dass sich im untersten Stockwerk eines mächtigen viereckigen Turmes befindet, der die ganze Anlage beherrscht. Er steht direkt im Wasser der das Schloss umfließenden Gräfte, besitzt ohne Keller vier Stockwerke sowie eine geschwungene welsche Haube. Das Herrenhaus, wie auch der Turm wurde zunächst im Stil der Renaissance mit Ziegelsteinen und Sandsteingliederung erbaut, später im barocken Sinne umgestaltet. Eine Besonderheit auf der Vorburg ist das Brauhaus, welches im 15. oder 16. Jahrhundert erbaut wurde und somit den ältesten Gebäudeteil der Schlossanlage darstellt. Zu dieser Zeit besaß Sandfort das örtliche Bierbraumonopol. Das Brauhaus befindet sich auf der rechten Seite der Zufahrt, hinter den Stallungen an der Gräfte zur Oberburg. Dem gegenüber befindet sich das ehemalige Herrenhaus, welches kurze Zeit später entstanden sein muss und das nicht abgerissen wurde, als Anfang des 17. Jahrhunderts die neue Oberburg errichtet wurde. Das alte Herrenhaus liegt direkt an der Gräfte und besitzt zwei runde Ecktürme mit Kegelhauben, welche wie der Rest des Brauhauses aus Backsteinen besteht. Schmale, hochgezogene Schießscharten deuten auf die Wehrhaftigkeit des Schlosses hin. Hier befand sich bis ins vorletzte Jahrhundert die Hauptzufahrt über eine Zugbrücke. Schloss Sandfort ist heute die Deckstation des Westfälischen Landesgestüts Warendorf Die Vorburg darf ausdrücklich kurz betreten werden, die bewohnte Oberburg dagegen nicht. Aber es führen Wege nahezu um das ganze Schloss herum, so dass man die gesamte Anlage gut einsehen kann.

 

Geschichtlicher Ablauf

1290

Erstmalige Erwähnung eines Wasserschlosses, das im Besitz derer von Mecheln war und sich in unmittelbarer Umgebung der nicht mehr erhaltenen Burgen Rauschenberg, Rechede, Füchteln und Olfen befand.

16. Jhd.

Bau des Brauhauses auf der linken Seite der Vorburg, kurze Zeit später wird das alte Herrenhaus erbaut.

17. Jhd.

Anfang des Jahrhunderts endstand der mächtige, viereckige Turm des Herrenhauses, wahrscheinlich durch Melchior van Friedrich, einem holländischen Baumeister.

1695

Umbau des Herrenhauses im barocken Stil. Als Untergrund sich eicherne Pfosten neu in das Sumpfgelände geschlagen worden, da die alten langsam nachgegeben hatten.

1711

Erweiterung der Befestigungsanlagen sowie des Brückenturmes.

1719

Die Familie von Bodelschwingh-Plettenberg erwarb das Schloss.

1834

Umbau der Vorburg und Errichtung der Wirtschaftsgebäude.

1841

Der baufällig gewordene Turm wird restauriert und umgebaut.

1853

Abbau der Zugbrücke und Umgestaltung der Hauptzufahrt. Sie verläuft seitdem über eine Brücke axial auf das Hauptportal zu. Besitzer war zu diesem Zeitpunkt der Graf von Wedel.

1870

Gründung eines Holzpfahlrostes und Bau eines Gewächshauses auf dem Rost.

1912

Nach dem Abriss des Gewächshauses Anbau eines Küchentraktes mit Nebenräumen auf dem sanierten Holzpfahlrost.

1976

Da der Küchenanbau das harmonische Gesamtbild der Oberburg störte, ließ ihn der Graf von Hagen-Plettenberg wieder abreißen und stellte so den ursprünglichen Bauzustand wieder her.

Südlich von Olfen im Dorf Sülsen befindet sich die Ruine Rauschenberg. Von der einstigen stolzen Wasserburg sieht man heute nur noch die Reste der im 19. Jahrhundert verfallenen Wehranlage sowie Teile der Gräfte. Die 1326 erstmals erwähnte Rauschenburg diente der Sicherung der Lippe als Grenzfluss.

Die mächtige Pfarrkirche St.Vitus ist das Wahrzeichen von Olfen. Schon von weitem kann man ihren stolzen Kirchturm erblicken. Das Gotteshaus wurde 1888 an der Stelle einer Vorgängerkirche aus dem 15. Jahrhundert erbaut. Auf dem Kirchplatz befindet sich das Denkmal von Wolfhelm. Dieser war Bischof von Münster im ausgehenden 9. Jahrhundert und besaß umfangreiche Besitztümer in dieser Gegend, die er alle dem Kloster Werden schenkte. Aus dem Namen ‚Wolfhelm’ entwickelte sich der Name der Stadt ‚Olfen’.

Östlich von Olfen in der Siedlung Benthof befindet sich mit der Recheder Mühle ein weiteres historisches Mühlengebäude auf dem Stadtgebiet. Wie die Füchtelner Mühle gehörte auch die Recheder Mühle zu einem Adelssitz, der jedoch nicht mehr erhalten ist. Haus Rechede diente ursprünglich dem Fürstbischof von Münster, die Südgrenze seiner Herrschaft sichern zu lassen. Das Mühlengebäude aus dem 17. Jahrhundert liegt direkt an der Stever, wird aber nur noch als Wohngebäude genutzt.

Haus Füchteln war im Mittelalter Stammsitz der Ritter von Kukelshem. Zu diesem Rittergut gehörte auch eine Mühle, die Anfang des 14. Jahrhunderts an der Stever errichtet wurde. Der heute erhaltene Mühlenbau stammt aus dem Jahre 1665. Im 19. Jahrhundert nutzte man die Mühle auch als Sägemühle, und aus dem benachbarten Gutshof wurde ein Gasthof und daraus ein Restaurant, welches bis heute besteht. Aus den beiden historischen Mühlengebäuden entstand eine Wohnhaus sowie ein Wasserkraftwerk.

Bei der Steveraue Olfen handelt es sich um eine 80 ha große renaturierte Auenlandschaft nördlich von Olfen. Die Stadt hatte einige zusammenhängende Flächen am Südufer der Stever erworben und naturnah zurückgebaut. Vorher waren diese landwirtschaftlich genutzt worden. Weitere Flächen sollen noch dazukommen. Heute ist die Steveraue ein stadtnahes Erholungsgebiet, das zum Spatzieren gehen einlädt. Die regionalen Radwanderwege ‚Steveraue Olfen’ und ‚…rund um Olfen’ führen durch das reizvolle Gebiet. Heckrinder, Wildesel und Koniks weiden hier in aller Ruhe und man kann Storche in ihren Nestern beobachten. Aussichtsplattformen bieten einen erhöhten Blick über die Auenlandschaft und Schautafeln erklären Details zu dem Projekt.

Zwischen Datteln und dem alten Hafenbecken von Olfen befindet sich die ‚Alte Fahrt’ des Dortmund-Ems-Kanals. Nördlich von Olfen wurde dieser teilweise abgetragen, kann aber auf der verbliebenen Seite weiterhin als Fuß- und Radweg genutzt werden. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die Steverauenlandschaft. Vier historische Brücken haben sich noch erhalten: Die 1895 fertig gestellte ‚Kanalbrücke Alte Fahrt’ führt 18 m hoch über die Lippe. Drei Sandsteinbögen tragen auf einer Länge von 70 Metern den alten Kanal über den Fluss. Die ‚Schiefe Brücke’ führt im Stadtgebiet von Olfen die Oststraße unter der Alten Fahrt hindurch. Die 1894 bis 1897 gebaute Brücke bekam ihren Namen durch den flachen Einfahrtswinkel von nur 60° zu dem Kanalverlauf, der heute allerdings kein Wasser mehr führt. Auch im Bereich der ‚Kanalbrücke über die Stever’ befindet sich kein Wasser mehr im alten Brückentrog. Auch diese historische Brücke wurde 1894 aus Ruhrsandstein errichtet. Eine vierte Brücke führt nordöstlich von Datteln über die Pelkumer Strasse.



Radrouten die durch Olfen führen:

100 Schlösser Route – Südkurs
Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Römer-Lippe-Route
Burg- und Schloss-Tour




Lüdinghausen

L
üdinghausen, die Drei-Burgen-Stadt an der Stever, wurde erstmals im Jahre 800 urkundlich erwähnt, als ein gewisser Snelhard seinen Hof an den Missionar Liudger verschenkte, dem späteren ersten Bischof von Münster. Der Geschichte Lüdinghausens wird geprägt durch einen jahrhundertelangen Konflikt zwischen den Raubrittern von Lüdinghausen und Lüdinghausen-Wolff einerseits und dem Bistum von Münster andererseits, das vor den Toren der Stadt mit der Burg Vischering eine Art Polizeistation errichten ließ. Ausgehend von dieser Burg wurden die Raubritterburgen Lüdinghausen und Wolfsberg mehrfach vernichtet. Mit der Burg Vischering besitzt Lüdinghausen heute eine der best erhaltendsten spätmittelalterlichen Ringmantelwasserburgen. Die Außenanlagen dieses verträumten Kleinods sind frei zugänglich, das historische Gebäude beherbergt heute das Münsterlandmuseum. In Fußwegentfernung befindet sich die Burg Lüdinghausen, von der Burg Wolfsberg ist nur noch der Mittelflügel erhalten. Der 1975 eingemeindeten Stadtteil Seppenrade ist als das Rosendorf bekannt geworden. In einer fast 20.000 m² große Parkanlage blühen 24.000 Rosen in etwa 600 Arten. Diese Blütenpracht lockt von Mai bis Oktober tausende von Besuchern an.

Sehenswertes:

Die Burg Vischering gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Wasserburgen. Sie ist besonders gut erhalten und wurde in ihrer Geschichte nur wenig verändert. Die Erbauer plante sie im 13. Jahrhundert als Mantelburg auf ovalem Grundriss. Im 16. Jahrhundert wandelte sie sich nach einem verheerenden brand von einer Wehrburg zu einer Wohnburg. Heute gilt die Ringmantelburg als gutes Beispiel für eine mittelalterliche Wehranlage. Die Wasserburg gleicht architektonisch in ihrem Aufbau einer mittelalterlichen Höhenburg. Die Anlage gliedert sich in Vorwerk, Bollwerk, Vor- und Hauptburg. Die Renaissance-Auslucht, die sich an den Südzwischenflügel anschliesst, will so gar nicht in das trutzige Bild der mittelalterlichen Wasserburg passen. Zwischen 1617 und 1622 errichtet, stellt sie den jüngsten Teil der Kernanlage dar. Die Auslucht entstand zu einer Zeit, wo nicht mehr die Verteidigung, sondern das repräsentative Aussehen wichtig war. Die Baumeister lehnten sich dabei an die Weser-Renaissance an. Burg Vischering war ursprünglich im 13. Jahrhundert als eine Art Polizeistation geplant. Der Münsteraner Bischof, Gerhard von der Mark, ließ sie errichten, weil seine landesherrlichen Rechte durch die Ritter von Lüdinghausen untergraben wurden. Die Burg übertrug er Albert von Wulfheim als vererbliches Lehen. Bis heute blieb sie im Besitz der Familie, die sich heute ‚Droste zu Vischering’ nennt. Seit 1969 wird die Burg Vischering vom Kreis Lüdinghausen (bzw. nach der Gebietsreform Kreis Coesfeld) gepachtet. Nach einer umfangreichen Renovierung wurde in den Räumen das ‚Münsterland-Museum’ eingerichtet. Das Museum zeigt unter anderem Gebrauchsgegenstände aus dem damaligen Leben der Bauern. In der Remise kann man fünf Kutschen besichtigen. Vom Ringwall aus kann der Besucher die gesamte Hauptburg überblicken. Er führt direkt an der Innengräfte entlang.

 

Geschichtlicher Ablauf

1260 Ernennung des Drosten Albert von Wulfheim, des späteren Burgherren von Vischering, zum Ritter
1271 Bischof Gerhard von der Mark errichtet die Drostenburg auf dem Grund einer 50 Jahre vorher entstandenen Fliehburg, einen Holzpalisadenring oder einem simplen Steinbau. Der Baubeginn ist nicht bekannt. Auch das ursprüngliche Aussehen lässt sich heute nur vermuten, da bei dem Brand von 1521 auch das Archiv mit den Plänen vernichtet wurde. Von der neu gebauten Burg aus sollten die Herren von Lüdinghausen, die nur wenige hundert Meter entfernt zwei Burgen besaßen, im Zaume gehalten werden. Diese hatten nämlich ihre Macht ausgebaut und selbstbewusst dem Ort Lüdinghausen widerrechtlich städterechtliche Privilegien verliehen und somit die landesherrlichen Rechte des Bischofs von Münster untergraben. Außerdem war die Errichtung einer Burg ohne Genehmigung des Landesherren verboten. Das urkundlich als ‚castrum in Ludinchusen’ erwähnte gebäude erhielt im Juli 1971 der Dienstmann Ritter Albert III. von Wulfheim, Droste des Münsteraner Fürstbischofs, als vererbliches Lehen. Zur Zeit seiner Belehnung hatte er die Burg schon bewohnt. Die steinerne Ringmauer, von der teile des Westflügels bis heute erhalten sind, entstand zu dieser Zeit. Burg Vischering wurde nun Stützpunkt des Bischofs, der dort drei Burgmänner ständig stationierte. Von hier aus bezwang und vernichtete man erstmals im August 1271 die zweite Burg der Herren von Lüdinghausen, die Burg Wolfsberg, die zuvor widerrechtlich erbaut worden war. Später wurde von hier aus auch zweimal die Burg Lüdinghausen angegriffen, besiegt und vernichtet. Bis heute befindet sich die Burg im Besitz der Familie Droste zu Vischering.
1275 Verschärfung des Konfliktes mit den Herren von Lüdinghausen, die trotzt gegenteiliger Vereinbarungen mit dem Bischof von Münster die Burg und Stadt Lüdinghausen dem Erzbischof von Köln als Lehen übergaben und sogar die ständige Stationierung von dessen Burgmännern duldete.
1289 Erstmals wird auch eine Mühle als Bestandteil der Burganlage erwähnt.
1314 Vorläufiges Ende der Fehde nach einem Streit der Vettern auf Lüdinghausen und Wolfsberg, als Herman sich an den Bischof wendete. Die Wolfsburg wurde daraufhin zum Offenhaus für den Bischof von Münster.
1389 Der Name ‚Vischering’ wird erstmals urkundlich erwähnt.
14. Jhd. Offenhausvertrag mit mehrfacher Verlängerung zwischen dem Drosten und dem Bischof. Zu dieser Zeit wurde spätestens die Vorburg mit dem Bauhaus angelegt und die Wohnburg von den Wirtschaftsgebäuden geteilt. So entstand die Zwei-Insel-Anlage. Die Hauptburg war ein eingeschossiger, geschlossener Mauerring mit Schießscharten und aufgesetztem Wehrgang, aber ohne Fenster. Im Inneren des Mauerrings befanden sich wahrscheinlich zwei Gebäude. Die Räume waren nur schwach erhellt und durch nur wenige Feuerstellen ungenügend beheizt.
1414 Erbteilung der Brüder Heidenreich und Johann Droste. Erbmarschall Gerhard von Morrien auf Nordkirchen erhält einen Teil der Burg als Folge einer Fede. Dabei erstmaliger beleg für die Existenz eines Bauhauses sowie zweier Gebäude auf der Hauptburg.
1455 Die Familie von Wulfheim ändert ihren Namen in Droste zu Vischering.
1473 Ehe der Richmonds von Morrien mit Heidenreich Droste. So kommt die Burg Vischering wieder vollständig in den Familienbesitz. Die Allianzwappen am Westflügel zeugen von diesem Ereignis.
15. Jhd. Endgültiges Ende des Konfliktes mit den Herren zu Lüdinghausen.
1519 Johann Droste zu Vischering lässt gemeinsam mit seiner Gemahlin Elisabeth von Münster das Torhaus erbaut. Es ist heute das älteste noch vollständig erhalten gebliebene Gebäude der Burg.
1521 Ein verheerender Brand zerstört einen erheblichen Teil der Burg sowie das Archiv, wobei der genaue Zerstörungsgrad nicht mehr nachzuvollziehen ist.
1546-49 Verstärkung der äußeren Befestigungsanlagen mit dem Bau des Schlupftores und der Schwungruten-Zugbrücke.
1549 Heidenreich Droste zu Vischering wird mit dem Amt Horstmar und kurze Zeit später auch mit dem in Ahaus belehnt. Als Amtsdroste war er jetzt offizieller Vertreter des Bischofs.
1552-70 Nach dem Brand kommt es zu einem weitgehenden Neubau auf den alten Fundamenten. Dabei kommt es zu einer Umgestaltung und Erweiterung der Anlage von einer Wehrburg zu einer Wohnburg. Große Fenster wurden eingebaut. Trotzdem blieb der grundsätzlich wehrhafte Charakter der Anlage erhalten. Fertigstellung des Süd- und Zwischenflügels mit dem großen Saal, Einbau von Kaminen und Bau des achteckigen Treppenturmes als Wachturm. Aufstockung der gesamten Kernanlage auf zwei Obergeschosse. Im Wesentlichen ist die Burg seit diesen Baumaßnamen in dieser Form erhalten geblieben. Auf diese zeit wird auch das Entstehen der Secco-Malerei im großen Saal datiert, wobei einige Sachverständige meinen, dass sie bereits spätgotischen Ursprungs sind und bereits dem 15. Jahrhundert entstammen. Im Zuge des in der Renaissance geänderten Lebensstils kam es jetzt auch zur Ausstattung der Innenräume mit repräsentativeren Möbeln.
1580 Anbau der Rentei an der Nordseite des Gebäudes. Nach einer Urkunde gibt es folgende Bedienstete auf der Burg: ein Müller, ein Pförtner, ein Fuhrknecht, Mägde, Gärtner, Fischer, Hirten. Wahrscheinlich gab es auch einen Koch.
1584 Ausbau des Bauhauses, welches mindesten zwei Vorgängerbauten hatte und der Wirtschaftsgebäude auf der Vorburg.
1617-22 Bau der Auslucht mit dem Erker im Renaissancestil. Die militärische Bedeutung der Burg Vischering nahm stark ab, vor allem nach Beendigung der Fehde mit den Herren zu Lüdinghausen. So nahmen die repräsentativen Aspekte der Baugestaltung zu. Der Bau der Auslucht war die letzte wesentliche äußerliche bauliche Veränderung an der Hauptburg.
1633 Besetzung der Burg Vischering während des 30jährigen Krieges für einige Jahre durch hessische Truppen, die die Burg als Stützpunkt benutzten. Vermutlich wurde bei der Einnahme kein Widerstand geleistet, denn die Burganlage blieb unbeschadet. Die hessischen Besatzer forderten hohe Abgabeleistungen.
1640 Bau einer Mühle auf altem Fundament sowie von zwei Toren beiderseits des östlichen Wallkopfes.
1649 Belehnung des Heidenreich Droste zu Vischering mit dem Amt in Horstmar und kurz darauf mit dem in Ahaus.
1681 Nachdem die jeweiligen Drosten zu Vischering, bedingt durch ihre Amtsgeschäfte, vorübergehend in Holtwick und in Ahaus residierten, wechselte die Familie ihren Hauptwohnsitz auf das repräsentativere und ortsnähere Schloss Darfeld, bleibt aber im Besitz der Burg Vischering.
1720 Weitere Erweiterung der Wirtschaftsgebäude durch einen Remisenanbau auf der Vorburg durch Christian Heidenreich Erbdroste zu Vischering sowie Errichtung der barocken Torpfeiler. Dieses waren die letzten großen Neubaumaßnahmen auf der gesamten Burganlage.
1732 An der neuen Remise wird eine Sonnenuhr angebracht.
19. Jhd. Erhebung des Drosten in den Grafenstand. Als Symbol dafür wurde die offene Krone an der welschen Haube des achteckigen Wachturms angebracht. Mitte des Jahrhunderts Veränderungen an der Westseite der Hauptburg. Hierbei wurden Fenster versetzt und die Abtritte sowie die Dachgauben entfernt. Das Pförtnerhaus auf dem Vorwerk entsteht.
1893 Die Familie Droste zu Vischering bewohnt für kurze Zeit erneut die Burg Vischering, da es auf Schloss Darfeld größere Umbauarbeiten gab. Vorher gab es auch auf der Burg Vischering bauliche Veränderungen im Innenbereich, wie beispielsweise die Aufteilung des Rittersaales in zwei Wohnräume, die Vertäfelung in der Auslucht und in der Saalkammer sowie der Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Später wurde dann die Burg als Gut verpachtet.
1927-29 Nach den trockenen Sommern 1901 und 1911, bei denen die Gräfte sogar zeitweilig austrocknete, drohte die Burg zu zerbersten, weil das Holzpfahlrost zu lange dem Sauerstoff der Luft und damit der Fäulnis ausgesetzt war. So wurde an die Fundamente der Hauptburg ein Betonring angelegt sowie ein Stahlbeton-Ringanker angebracht, so dass die drohende Zerstörung der Wasserburg abgewendet werden konnte.
1944 Im Zweiten weltkrieg wird die Burg stark beschädigt. Die Kornmühle am Wallkopf wird vollständig zerstört. In den Folgejahren wurden die Kriegsschäden zwar vollständig wieder beseitigt, trotzdem verfiel die Burg zusehens.
1969 Der Kreis Lüdinghausen übernimmt die Pacht für die Burg Vischering, nach der Kreisreform 1975 übernimmt sie an dessen Stelle der kreis Coesfeld.
1970-72 Die Burg wird grundüberholt, der Rittersaal wird restauriert und wieder in den ursprünglichen Zusatnd zurückversetzt.
1972 Die Burg Vischering wird der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Ein Münsterländisches Kulturzentrum entsteht. Seitdem beherbergt die Burg Vischering das Münsterlandmuseum.

Im Norden von Lüdinghausen, inmitten von weiten Feldern unweit des Flusses Stever liegt die Burg Kakesbeck. Erbaut aus Baumberger Sandstein sowie Backstein wirken die einzelnen Gebäude auf dem Gelände etwas verstreut. Zwei Brücken führen über die Gräften der komplexen Anlage, einmal aus Hauptburg und zwei Vorbugen bestand. Andere Quellen sprechen sogar von der Existenz von bis zu fünf Vorburgen auf einem Areal von einem qkm. Kakesbeck stand nicht im unmittelbaren Zusammenhang der erbitterten Fehden im Stadtgebiet von Lüdinghausen. Trotzdem wurde die Burganlage aus verteidigungstechnischen Gründen wehrhaft ausgebaut. Darüber hinaus hatte Burg Kakesbeck durch verschiedene andere Kleinkriege im 15. und 16. Jahrhundert schwer zu leiden und verfiel in dieser Zeit recht stark. So stammt der Großteil der heutigen Bausubstanz aus dem 16. und 17. Jahrhundert, wobei die Gebäude der Vorburg generell älter sind als das 1601 erbaute Herrenhaus. So stammen das Bauhaus und der Speicher, der auch als Wachhaus diente, aus einem Bauabschnitt von 1542. Die Burganlage wird privat bewohnt. Sie ist zwar weithin sichtbar, aber eine Einsicht von außerhalb der Gräfte ist fast nur aus die Gebäude der Vorburg möglich.