Emscher-Weg

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ie Entwicklung des Ruhrgebietes ist eng mit der Emscher verbunden – sehr viel mehr als mit der namensgebenden Ruhr. Kohlebergbau und Montanindustrie wucherten einst entlang der Emscher. Hier qualmten die Schornsteine, hier ratterten die Fördertürme, hier lebten und malochten die Kumpel. Und hier entwickelte sich eine einzigartige Industriekultur, die nie schlief. Und die Emscher war ihr stinkender schwarz-trüber Abwasserkanal – sie war und ist kein schöner Fluss! Aber das Ruhrgebiet ist dabei, sich zu wandeln – und das tut auch die Emscher. Sie symbolisiert somit die Entwicklung einer ganzen Region. Aus der Kloake soll wieder ein lebendiger Fluss werden. Der erste Teil bis Dortmund wurde bereits renaturiert, der übrige Teil muss dagegen landschaftlich als eher unattraktiv umschrieben werden. Dennoch ist der Emscher-Weg eine reizvolle Fahrrad-Strecke. Er folgt dem Flusslauf über 101 Kilometer vom Quellhof in Holzwickede bis zur Mündung in den Rhein bei Dinslaken. Dabei durchfährt der Radwanderer den gesamten Ruhrpott von Ost nach West und erfährt so hautnah den Strukturwandel in dieser Region. Wo einst die graue Schwerindustrie zuhause war, gibt es nun Parks, Seen, begrünte Halden und interessante neue Kulturlandschaften. Die abwechslungsreiche Radtour führt am Phoenixsee in Dortmund, am Nordsternpark in Gelsenkirchen und am Gasometer in Oberhausen vorbei. Für museale Highlights wie das Schiffshebewerk in Henrichenburg, das Umspannwerk in Recklinghausen oder die Kokerei Hansa sollte man sich genügend Zeit nehmen.

Und noch ein weiteres Thema steht auf der Route im Mittelpunkt: die Wassertechnik mit ihren Pumpwerken und Wasseraufbereitungsanlagen. Das moderne Wassermanagement an der Emscher wird an verschieden Stellen auf Schautafeln erläutert – schließlich wurde der Emscher-Weg durch die Emschergenossenschaft eingerichtet. Ein blau-weißes Logo, das den schlängelnden Fluss vor Symbolen des Ruhrgebietes (Förderturm, Tetraeder und Gasometer) zeigt, leitet den Radler auf seinem Weg durch das Emschertal. Übrigens: Bedingt durch Bergsenkungen musste die Mündung des Flusses bereits zweimal verlegt werden!


Charakteristik:

Der meist parallel zur Emscher verlaufende Radweg verläuft ausnahmslos flach. Die Oberfläche ist asphaltiert bzw. überwiegend wassergebunden, so dass der Emscher-Weg auch mit Anhängern gut befahrbar ist. Die Strecke ist größtenteils verkehrsarm und autofrei gewählt und somit sehr familienfreundlich. Der Routenverlauf wechselt ständig zwischen Naturschutzgebieten, dem Wasserlauf der Emscher und interessanten Industrielandschaften.



Ortschaften entlang der Route

Holzwickede / Dortmund-Aplerbeck / Dortmund-Hörde / Dortmund / Dortmund-Huckarde / Dortmund-Mengede / Waltrop / Herne / Recklinghausen / Herne-Wanne / Gelsenkirchen-Mitte / Gelsenkirchen-West / Essen-Altenessen / Gladbeck / Bottrop / Oberhausen-Osterfeld / Oberhausen / Oberhausen-Sterkrade / Dinslaken

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Holzwickede

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olzwickede liegt am östlichen Rand des Ruhrgebietes und besteht aus den Ortsteilen Holzwickede, Opherdecke und Hengsen. Der Höhenzug des Ardeygebirges durchquert die Gemeinde. Am Fuße des Hanges beginnt das weite Ruhrtal. Die Ruhr begrenzt das Gemeindegebiet Holzwickedes im Süden. Nahe der Grenze zu Dortmund befindet sich die Quelle der Emscher, die von hier aus ihren 83 km langen Weg zum Rhein nimmt.
Das Gebiet von Holzwickede wurde schon in der Jungsteinzeit besiedelt, und die Römer errichteten hier einen Stützpunkt. Im Mittelalter gab es hier gleich mehrere wehrhafte Wasserburganlagen. Doch als einziger Adelssitz blieb das Haus Opherdecke, ein barockes Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert, erhalten.

Sehenswertes:

In Holzwickede, nahe der Stadtgrenze zu Dortmund, hat die Emscher, ein Nebenfluss des Rheins, ihre Quelle, bevor sie sich auf ihren 83 km langen Weg quer durch das Ruhrgebiet macht, wo sie dann bei Dinslaken in den Rhein mündet.

Die Quelle der Emscher befindet sich auf einer Höhe von 160 m über dem Meeresspiegel und bildet nahe des so genannten Emscherquellhofes einen kleinen See. Der Quellhof ist eine alte denkmalgeschützte Fachwerkanlage von 1801, die noch Anfang dieses Jahrtausends als privater Reiterhof genutzt wurde. Heute befindet sie sich im öffentlichen Besitz und dient nach einer umfangreichen Renovierung als Tagungs- und Kulturstätte.

 

Hinter der Szenerie: Die geizige Jungfrau

Vor langer, langer Zeit lebte in Holzwickede eine Jungfrau namens Emrizza Ambarkus. Das hübsche Mädchen hatte einen Krämerladen geerbt, den sie, da sie sehr sparsam und gewissenhaft wirtschaftete, schon bald zu einem stattlichen Kaufmannsgeschäft ausgebaut hatte. Sie wurde reicher und reicher, doch ihr Herz wurde dabei kälter und kälter. Die Armen und Kranken, die sie um Almosen anbettelten, wies sie brüsk ab. Niemals gab sie auch nur einen Pfennig von ihrem Vermögen ab. Die Zeit verging und eines Tages, als sie schon alt und grau geworden war, erschien ihr ein Egel, der zu ihr sprach: „Was Du im Leben versäumst hast, wirst Du nach dem Tode gutmachen müssen!“ Da fuhr ihr der Schrecken in alle Glieder und sie vermachte ihren gesamten Besitz der Kirche. Als sie wenig später starb, wurde sie in der Pfarrkirche als Wohltäterin bestattet. Aber seit dieser Zeit steigt jedes Mal, wenn eine verheerende Feuersbrunst bevorstand, aus dem Emscherquellteich eine feenhafte Gestalt aus dem Wasser. Sie trägt die hübschen Gesichtszüge der jungen Emrizza und warnt die Leute vor dem nahenden Unglück. Der Quellteich wurde von jeher als Löschteich genutzt. So verhinderte die geisterhafte Gestalt mehrfach eine Katastrophe, da rechtzeitig genügend Helfer alarmiert wurden und ausreichend Wassereimer bereitstanden.

Auf diese Weise hat die Emrizza Ambarkus ihre Kaltherzigkeit gesühnt und den Menschen nach ihrem Tode doch noch Gutes gebracht…

Das Haus Opherdicke (sprich ‘Op-herdecke’) ist eine ursprünglich mittelalterliche Wasserburganlage auf dem Ardey-Höhenzug. Von hier besitzt man eine gewaltige Fernsicht sowohl nach Süden ins Ruhrtal hinein bis zum Sauerland, als auch nach Norden bis nach Hamm in Richtung Münsterland.

Burg Opherdecke wurde bereits 1182 erstmals urkundlich erwähnt. Die von Wassergräben geschützte Wehrburg wurde im Zuge des gesteigerten Repräsentationsbedürfnisses des Adels im 17. Jahrhundert zum Wasserschloss im barocken Stil umgebaut. Das weiß verputzte dreistöckige Herrenhaus besitzt 5 Achsen und wird von zwei gartenseitig versetzten Vierungstürmen flankiert. Die Wirtschaftsgebäude entstammen dem 18. bzw. 19. Jahrhundert. Das Schloss wird heute für kulturelle Veranstaltungen, insbesondere für Kunstausstellungen genutzt.

Das Kellerkopfdenkmal, auch ‘130ger Denkmal’ genannt, ist ein wuchtiges Monument auf dem Hang des Kellerkopfes oberhalb des Ruhrtales. Es wurde 1929 als Erinnerung an die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des 1. Lothringischen Infantrie-Regimentes Nr. 130 errichtet, zu denen auch viele einheimische Soldaten gehörten.

Im Holzwickeder Ortsteil Hengsen befinden sich in einem Waldgebiet die spärlichen Überreste des Hauses Ruhr, oftmals auch Haus Rura genannt. Die Geschichte des einst mächtigen Adelssitzes geht bis in das Mittelalter zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Haus Ruhr im Jahre 1174, Burgherr war damals ein gewisser Heinrich von der Ruhr. Lange war das Anwesen im Besitz derer von Lappe, wovon sich die ebenfalls überlieferte Bezeichnung ‘Burg Lappenhausen’ ableitete. Im Laufe des 18. Jahrhunderts jedoch verfiel der adlige Gutshof immer mehr und wurde daher Mitte des 18. Jahrhunderts abgetragen. Heute erinnern nur noch die Wassergräben sowie eine alte Bruchsteinmauer an die ehemalige wehrhafte Wasserburg.

Die evangelische Kirche in Opherdicke ist das älteste Gebäude in Holzwickede und entstand als romanische Kleinbasilika in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Turm des ehemaligen katholischen Gotteshauses wird sogar noch über 200 Jahre älter geschätzt.

Die Zeche Caroline ist ein ehemaliges Bergwerk in Holzwickede, in dem zwischen 1856 und 1851 Steinkohle gefördert wurde. Zuvor war bereits seit 1736 über der Caroliner Erbstollen Kohle abgebaut worden. In der Zeche Caroline arbeiteten zeitweilig über 900 Kumpel. Die höchste Jahresförderung wurde Ende der 1920 Jahre mit fast 300.000 Tonnen Steinkohle erzielt.

Heute befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Zeche ein historischer Bergbaurundweg.

Die Zeche Freiberg war ein Steinkohlebergwerk in Sölde, einem heutigen Ortsteil von Holzwickede. Hier wurde von 1861 bis 1912 Kohle gefördert, bis die Zeche wegen Unrentabilität wieder stillgelegt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Zeche Freiburg über 500 Beschäftigte, die eine Jahresförderung von 130.000 Tonnen Steinkohle ermöglichten.

Von der alten Zechenanlage blieb nicht viel erhalten. Die Gebäude wurden abgerissen, die Stollen verfüllt. Heute dient das Areal als Werksgelände.



Radrouten die durch Holzwickede führen:

Emscher-Weg
Kaiser-Route Aachen-Paderborn




Dortmund – Aplerbeck

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er Dortmunder Stadtbezirk Aplerbeck befindet sich im Südosten der Stadt. Er setzt sich aus den Stadtteilen Aplerbeck, Aplerbecker Mark, Berghofen, Schüren, Sölde und Sölderholz zusammen. Ausgrabungen belegen eine vorchristliche Besiedlung schon von ca. 5500 Jahren, erstmals urkundlich erwähnt wurde Aplerbeck im Jahre 899. Die beiden Flüsse Ruhr und Emscher durchqueren den Stadtbezirk und auch das Ardeygebirge ragt in diesen hinein. Von den ehemaligen Zechen sind nur noch spärliche Reste zu sehen, dafür gibt es mit dem Haus Rodenberg und dem Haus Sölde noch gut erhaltene historische Adelssitze.

Sehenswertes:

Im Zentrum des Dortmunder Stadtteiles Aplerbeck befindet sich das Wasserschloss Haus Rodenberg. Die ursprüngliche Burganlage wurde bereits 1290 als Besitz des Ritters Diederich von dem Rodenberg erstmals urkundlich erwähnt. Das Kastell wurde im 15. Jahrhundert zerstört, in der Folge aber wieder aufgebaut. Zwischen 1689 und 1698 erfolgte der Umbau zu einem Wasserschloss, um den gehobenen Repräsentationswunsch Ausdruck zu verleihen. Aber 1755 starb die männliche Linie derer zu Rodenberg aus und das Schloss verfiel in den kommenden Jahrhunderten sehr stark, so dass heute nur noch der barocke Flügel mit den Wirtschaftsgebäuden erhalten geblieben ist. Erst 1985 wurde es von der Stadt Dortmund erworben und bis 1996 umfangreich renoviert. Heute beherbergt Haus Rodenberg ein Restaurant, die Märchenbühne des Puppentheaters sowie Räumlichkeiten für die Volkshochschule und zum Heiraten.

Der Park wird bei schönem Wetter viel zum spazieren gehen genutzt.

Im Dortmunder Stadteil Sölde befindet sich das ehemalige Rittergut Haus Sölde. Es wurde im 13. Jahrhundert erbaut und zunächst von den Herren von Volmarstein als Lehen betrieben. Seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts befand sich Haus Sölde über 400 Jahre lang im Besitz derer von Hövel zu Sölde. Zahlreiche Umbauarbeiten fielen in diese Zeit. Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde das Haus Sölde als landwirtschaftlicher Großbetrieb genutzt, heute werden die Gebäude als Wohnungen vermietet.

Im Dortmunder Stadtteil Berghofen befand sich am nördlichen Hang des Ardeygebirges die Zeche Elisabeth. Sie wurde bereits 1731 gegründet. Erst wurde ein Erbstollen angelegt, später im Jahre 1801 wurde der erste Schacht geteuft. Aber bereits 1836 wurde der Abbau der Steinkohle in der Zeche Elisabeth wieder eingestellt. Erhalten blieb am Niederhofer Kohlenweg noch ein Lochstein, ein oberirdischen Grenzstein zur Markierung der Abbaugrenze.

Das repräsentative Amtshaus wurde in den Jahren 1906 und 07 als Rathaus für das zu dieser Zeit noch selbstständige Aplerbeck gebaut. Auf dem Gelände des Marktplatzes hatte sich zunächst noch ein kleiner See befunden. Als Aplerbeck 1929 nach Dortmund eingemeindet wurde, wurde das Rathaus zum Amtshaus. Seit 1975 befinden sich dort die Verwaltungsräumlichkeiten für den Stadtbezirk Aplerbeck.






Dortmund – Hörde

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örde ist ein Stadtbezirk Dortmunds, der sich südlich von der Innenstadt und dem Westfalenpark bis zur Ruhr und dem Hengsteysee hinzieht. Im Osten grenzt er an den Stadtbezirk von Aplerbeck, im Westen an den Stadtbezirk von Hombruch und dem Rombergpark. Die ehemals freie Stadt Hörde leidet heute stark unter der Deindustrialisierung, obwohl der Strukturwandel zu einem Zentrum für moderne Technologien längst eingeleitet ist. In Hörde entsteht mit dem Phoenix-See und dem Technologiepark Phoenix-West ein ambitioniertes neues Wohn- und Naherholungsgebiet. Im Süden durchzieht das Ardeygebirge den Stadtbezirk. Unten wird die Ruhr zum Hengsteysee gestaut, oben auf dem Hang befindet sich die Ruine der Hohensyburg nebst dem berühmten Spielcasino. Unweit davon vermittelt das Besucherbergwerk Graf Wittekind einen Einblick in längst vergangene Steinkohle-Abbaumethoden.

Sehenswertes:

Im Dortmunder Stadtteil Wellinghofen befinden sich die Überreste des ehemaligen Rittersitzes Niederhofen. Das von den Herren von Niederhofen erbaute Anwesen wurde 1242 erstmals urkundlich erwähnt. Erhalten hat sich jedoch lediglich das barocke Torhaus von 1748 mit seiner geschwungenen Haube.

Der weithin sichtbare Gasometer mit der großen weißen ‘HOESCH’-Aufschrift gehörte zu der ehemaligen Hochofen-Industrieanlage ‘Phoenix-West’ der Firma Hoesch in Dortmund-Hörde. Er diente als Niederdruckgasbehälter zur Sammlung angefallener Gase.

Das riesige Ungetüm besitzt eine Höhe von 76 Metern sowie einen Durchmesser von nahezu 50 Metern. Damit ergibt sich ein Fassungsvermögen von 120.000 m². Nach der Schließung des Hochofens blieb das Gasometer als einziges Relikt der alten Industrieanlage erhalten und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Er gehört zum neu entstehenden PHOENIX-Park, einem Teil des Emscher Landschaftsparkes.

Der Zoo Dortmund befindet sich südlich der Innenstadt im Stadtteil Hörde und ist ein beliebtes Ausflugziel. Hier leben innerhalb einer großen alten Parklandschaft ungefähr 1.500 Tiere, die insgesamt 230 Arten angehören, darunter Orang Utans, Tiger, Nashörner, Ameisenbären, Giraffen und Seelöwen. Für Kinder wurde ein Streichenzoo, mehrere Erlebnis-Stationen und ein Spielplatz eingerichtet.

Die Hörder Burg liegt nahe der Emscher im Stadtteil Dortmund und hat ihren Ursprung als Wasserburg  im 12. Jahrhundert. Der alte Burgturm stammt noch aus dieser ersten Bauphase. Im 13. Jahrhundert wurde der Stammsitz der Familie Hörde wehrhaft ausgebaut. Trotzdem wurde das Anwesen während des Dreißigjährigen Krieges erst von spanischen, später auch von französischen Truppen eingenommen, besetzt und in der Folge teilweise abgebrandt. Seit 1840 befand sich auf dem Burggelände ein Puddel- und Walzwerk, später übernahm die Hoesch AG das Anwesen. Die Vorburg wurde 1920 bis 1922 neu erbaut. Die Räumlichkeiten dienten bis zu der Schließung der Verwaltung des Stahlwerkes. Nach 2008 wurde die Burg umfangreich saniert. Heute befindet sich in der Hörder Burg ein Heimatmuseum, in dem die Geschichte Hördes seit dem Mittelalter interessant aufbearbeitet wird.

Der Hengsteysee ist ein über 4 km langer Stausee der Ruhr. Die Städte Dortmund, Hagen und Herdecke grenzen an das Gewässer, welches nach dem Hagener Ortsteil Hengstey benannt ist. Der Stausee wurde 1929 als natürliche Kläranlage angelegt, da im Osten des Sees die durch Industrieanlagen stark verunreinigte Lenne der Ruhr zufließt. Zwei Wasserkraftwerke, das Koepchenwerk im Norden und das Laufwasserkraftwerk Hengstey am Wehr am westlichen Rand des Hengsteysees, werden hier zur Energieerzeugung betrieben. Ansonsten dient der See der Naherholung. In den Sommermonaten befährt das Fahrgastschiff  ‘Freiherr vom Stein’ den See, der auch viel von Segel-, Ruder- und Tretbooten frequentiert wird. Ein Bootsverleih befindet sich im Norden des Sees. Ein ungefähr 6,5 Kilometer langer Fuss- und Radweg führt einmal um den See herum, über dem hoch oben die Ruine der Hohensyburg thront.

Im Süden von Dortmunds Innenstadt, dort wo noch am Ende des 20. Jahrhunderts die Hochöfen des riesigen Stahlwerkes von Hoesch arbeiteten, entsteht ein großes Wohn- und Naherholungsgebiet mit einem zentralen, künstlich angelegten See, dem Phoenix-See. Der See gehört zu der groß angelegten Renaturalisierung der Emscher und dem neu umgebauten Emschertal. Der Phoenix-Park besteht aus zwei größeren Teilen: im östlichen Teil befindet sich der Phoenix-See, und im zwei Kilometer entfernten westlichen Teil entsteht ein 110 ha großer Technologiepark.

Die Flutung des Phoenixsees begann im Oktober 2010. Seine Ausmaße betragen 1200 Meter Länge und 300 Meter Breite. Bei einer Tiefe von maximal 3 Metern soll das Fassungsvermögen ca. 600.000 m³ Wasser betragen. Mit einer Wasserfläche von 24 ha. ist er größer als die Binnenalster in Hamburg.

Geplant sind eine Uferpromenade, eine Piazza mit Cafés und Restaurants, ein Hafen mit Bootsverleih. Am Ufer entsteht eine Großzahl an neue Wohneinheiten.

Hoch über dem Hengsteysee, einem Stausee der Ruhr, befindet sich am Hang des Ardeygebirges die Ruine der Hohensyburg. Erstmals wurde die damalige sächsische Fliehburg im Jahre 775 erwähnt, als sie von Karl dem Großen eingenommen wurde. Der Bau der ersten Burganlage wird auf das Jahr 700 geschätzt. Heute befinden sich noch die Reste von drei Burgen auf dem Berghang des Syberges, von denen nicht alle aus Stein bestanden haben dürften. Von ihnen sind nur noch die Wallanlagen erkennbar. Der Steinbau wird auf 1150 geschätzt.

Auf dem höchsten Punkt des Syberges wurde 1857 der achteckige Vincketurm erbaut. Er dient als Aussichtsturm und mißt eine Höhe von 26 Metern.

Unweit der Burgruine befindet sich das Spielcasino.

Nahe der Burgruine Hohensyburg am Hang des Ardeygebirges befindet sich das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Das Monument, welches ein Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm darstellt, wurde 1893 bis 1902 geschaffen, 1935/36 jedoch noch einmal vereinfacht umgebaut. Die Nebenstandbilder stellen Otto von Bismarck und Graf von Moltke dar. Zu der ursprünglichen Gruppe gehörten noch Standbilder von Kaiser Friedrich III. sowie vom Prinzen Friedrich Karl, die jedoch bei den Umbauarbeiten entfernt wurden.

Unterhalb der Ruine Hohensyburg befindet sich eine beliebte Freilichtbühne. Direkt in den Hang des Ardeygebirges gebaut, hat der Besucher den Eindruck eines Amphitheaters. Seit 1952 wird die Naturbühne in den Sommermonaten von einem Amateurensemble bespielt. Alljährlich entstehen mehrere neue Produktionen und insbesondere die Kinderstücke erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

Auf dem Areal der Hohensyburg befindet sich mit der Kirche St. Peter zu Syburg auch die älteste Kirche auf dem Dortmunder Stadtgebiet. Das Gotteshaus stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Westturm entstand etwas später im 13. Jahrhundert. Ein erster Kirchenbau geht vermutlich auf die Gründung Karls des Großen zurück. Dieser wurde 799 durch Papst Leo III. geweiht.

Im 13. und 14. Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil erweitert und umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg beschädigte ein Feuer die Kirche schwer. Auch im Zweiten Weltkrieg erlitt das Bauwerk durch eine Fliegerbombe schwere Schäden, die in den Folgejahren jedoch wieder behoben wurden.

Der romanische Taufstein der Kirche stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem die St.-Peter-Kirche umgebenen Friedhof befinden sich noch Grabsteine aus dem 9. Jahrhundert, womit er als die älteste Bestattungsfläche des Ruhrgebietes gilt.

Am nordwestlichen Hang des Sybergs auf dem südlichen Stadtgebiet von Dortmund befanden sich in unmittelbarer Nähe zueinander einst mindestens drei Bergwerke. Von 1582 bis 1663 wurde in der Stollenzeche ‘Beckersches Feld’ die Steinkohle im Tagebau abgebaut, von 1740 bis 1801 in der Stollenzeche ‘Schleifmühle’ und von 1858 bis 1900 im Stollen Wittekind.

Im Jahre 1987 wurde hier nun das Besucherbergwerk Graf Wittekind eingerichtet. Der Bergbauweg verbindet auf etwa 2,5 km die historischen Steinkohlebergwerke bzw. die Relikte dieser Anlagen, wie beispielsweise einige Einsturztrichter, miteinander. Nach vorheriger Absprache können die unterirdische Stollen der letzten Zeche ‘Graf Wittekind’ auf einer Länge von 260 m besichtigt werden.

Im Dortmunder Stadtteil Wellinghofen befindet sich die alte evangelische Kirche. Ein erster Vorgängerbau stammt noch aus dem 9. Jahrhundert. Auf diesen Fundamenten entstand im 12. Jahrhundert der Kern des heutigen romanischen Kirchengebäudes. Im 14. Jahrhundert erfolgte der großzügige Ausbau der Kirche, wobei das alte Langhaus zum Mittelschiff einer neuen Hallenkirche wurde. Bemerkenswert an der Inneneinrichtung ist das gotische Sakramentshaus sowie der ungefähr 1000 Jahre alte Taufstein. Die Orgel wurde im Jahre 1709 gebaut. Die Glocke stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und gilt damit als eine der ältesten im westfälischen Raum.






Dortmund

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ortmund ist die größte Stadt des Ruhrgebietes. Ihre Gründung geht wahrscheinlich noch in die karolingische Zeit zurück. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung hat sich nichts mehr erhalten, nur ein Wehrturm, der Adlerturm wurde rekonstruiert und dient heute als Räumlichkeit für das Stadtmuseum. Bis in das 20. Jahrhundert war Dortmund eine Industriemetropole und wurde geprägt durch Bergbau, Stahl und Bier. Inzwischen hat sich ein Strukturwandel zu einem bedeutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort vollzogen. Der Westfalenpark wurde für die erste Bundesgartenschau 1959 geschaffen und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Weitere zwei mal richtete Dortmund die Bundesgartenschau aus. Die Stadt bietet mit dem Museum Ostwall im Dortmunder U, dem Naturkundemuseum und der Deutschen Arbeiterschutzausstellung eine interessante Museumslandschaft. Darüber hinaus haben sich auf dem Dortmunder Stadtgebiet noch eine Reihe von Wasserschlössern und Herrensitzen erhalten. Einige Industriestandorte, wie die Kokerei Hansa oder die Zeche Zollern, sind als begehbare Skulptur bzw. als Industriemuseum zu besichtigen. Wahrzeichen Dortmunds sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U, der Florianturm und die Westfalenhalle.

Sehenswertes:

Der Westfalenpark ist ein großer kostenpflichtiger Stadtpark, der 1959 anlässlich der ersten Bundesgartenschau in Dortmund angelegt wurde. Davor hatte sich hier unter anderem eine alte Steinkohlenzeche, eine Mülldeponie sowie der alte Kaiser-Wilhelm-Hain befunden. Der 70 ha große Park ist heute ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet.

Ein Sessellift führt einmal quer und hoch über das Parkgelände. Wer es etwas bodenständiger mag, nimmt die Kleinbahn. Auf mehreren Bühnen werden Konzert- und Theateraufführungen veranstaltet. Besonders reizvoll für Kinder sind das Nostalgische Puppentheater mit seinen hübschen Marionetten und Handpuppen sowie die Polizei-Puppenbühne mit seinen Lehrstücken rund um den Straßenverkehr. Die Seebühne verfügt über eine Kapazität von 2.500 Sitzplätzen. Auf ihr werden vor allem klassische Konzerte dargeboten. Viele Veranstaltungen finden auch unter dem markanten Sonnensegel in der Mitte des Parkes statt.

Das Kindermuseum mondo mio! vermittelt interessante Entdeckungsreisen und wechselnde spannende Ausstellungen für die Kleinen, das Deutsche Kochbuchmuseum widmet sich dem Werk und dem Leben der Kochbuchautorin Henriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. In der Galerie Torfhaus werden Ausstellungen bekannter Künstler gezeigt.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Rosarium, ein Rosengarten mit mehr als 3000 Rosenarten sowie der Buschmühlenteich, der auch einen Bootsverleih besitzt.

Weitere Freizeitmöglichkeiten sind der große Abenteuerspielplatz und eine Trampolinanlage für Kinder, eine Minigolfanlage, ein Kneipp-Wassertretbecken, ein Bouleplatz und ein Freiluftschachbrett sowie die Sternwarte, bei der während der Dunkelheit Blicke durch ein Teleskop möglich sind.

Die Westfalenhallen sind die großen Messe- und Verantstaltungshallen Dortmunds. Hier finden die besonderen Events, wie Konzerte und Sportveranstaltungen statt. Besonders hervorzuheben ist das 6-Tage-Rennen, welches regelmäßig in der letzten Oktoberwoche stattfindet.

Gleich neben der Westfalenhalle befindet sich das Fußballstadion von Brorussia Dortmund. Bis 2005 hieß es Westfalenstadion, inzwischen wird es aus Werbegründen Signal-Iduna-Park genannt. Das Stadion faßt über 80.000 Zuschauer und gilt mit seiner spezifischen gelben Dachkonstruktion als Wahrzeichen der Stadt. Im nordöstlichen Teil des Stadions befindet sich das Borusseum. Dabei handelt es sich um ein Museum, das alte Relikte aus der Geschichte des Fußballvereins bewahrt und präsentiert.

Der weithin sichtbare Florianturm entstand anlässlich der 1959 erstmals in Dortmund stattfindenden Bundesgartenschau. Mit seiner Höhe von 220 Metern war der im Volksmund nur ‘Florian’ genannte Turm vorübergehend das höchste Gebäude Deutschlands. Heute ist er eines der Wahrzeichen Dortmunds. Auf ungefähr 140 Metern Höhe befindet sich ein Turmrestaurant, welches sich um die Hochachse des Turmes dreht. Über dem Restaurant befindet sich eine Aussichtsplattform, von der man bei klarem Wetter einen eindrucksvollen Ausblick über das Ruhrgebiet bis ins Sauerland hinein haben kann.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Gegründet wurde es 1947 und das vornehmliche Bestreben des Museums war es zunächst, die Werke wiederzuerlangen, die zuvor im Dritten Reich aus den deutschen Sammlungen als entartetete Kunst  entfernten worden waren. So besitzt das Museum heute eine umfangreiche Sammlung der ‘Brücke-Künstler’ und der Künstler des ‘Blauen Reiters’, aber auch von Picasso, Dalí, Paul Klee und Joseph Beuys. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich ‘Informelle Kunst’.

Die ursprünglichen Räumlichkeiten am Ostwall wurden 2009 aufgegeben, seit 2010 befindet sich das Museum im Dortmunder U.

In einem Art-Déco-Bau von 1924, der einst als Städtische Sparkasse errichtet wurde, befindet sich heute das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. In den Ausstellungsräumen wird die Kulturgeschichte der Stadt Dortmund anhand von Gemälden, Skulpturen, Mobiliar und kunsthandwerklichen Gegenständen verdeutlicht. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich dabei von der Antike bis zur Gegenwart. Im Museum finden auch regelmäßig Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen statt.

Der Adlerturm ist die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Turmes, der einst zur Stadtbefestigung gehörte. Er wurde 1992 über den alten Fundamenten eines ehemaligen Wehrturmes aus dem 14. Jahrhunderts neu errichtetet und misst eine Höhe von 30 Metern. Von der ursprünglichen Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert hat sich ansonsten nichts mehr erhalten. Im Adlerturm befindet sich heute ein Museum mit einer stadtgeschichtlichen Sammlung. Auf sechs Etagen finden sich Ausgrabungsfunde, Gebrauchsgegenstände und alte Waffen. Anhand von Modellen wird das mittelalterliche Aussehen der Stadt Dortmund anschaulich verdeutlicht.

Der Alte Markt ist der zentrale Platz des historischen Dortmund. Im Mittelalter gruppierten sich die Gilde- und Kaufmannshäuser um diesen Platz. Und heute noch befindet sich hier das Stammhaus der Privatbrauerei Dortmunder Kronen und die alte Adler Apotheke. Ansonsten haben die Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg den historischen Platz hinsichtlich seiner Charakteristik stark verändert. Das alte Rathaus, bis zum Krieg das älteste Rathaus Deutschland, wurde nach den Bombentreffern des Krieges nicht wieder aufgebaut. Heute wird der Alte Markt von Cafés und Restaurants geprägt, die bei schönen Wetter den Platz in einen riesigen Biergarten verwandelt.

Verbunden ist der Alte Markt durch eine kleine Gasse mit dem Hansaplatz. Dort befindet sich in der Vorweihnachtszeit, zusammengebaut aus vielen einzelnen Tannenbäumen, der riesige Dortmunder Weihnachtsbaum. Zeitweilig galt dieses Gebilde als der größte Weihnachtsbaum der Welt.

Der Friedensplatz ist der zentrale Veranstaltungsort der Stadt Dortmund. Hier feiert Borussia Dortmund, wenn sie wieder einmal die Deutsche Fußballmeisterschaft gewonnen haben. In der Mitte befindet sich die Friedenssäule und um den Platz gruppieren sich das Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus, die städtische Dortmund-Agentur sowie die Berswordt-Halle.

Die St.-Reinoldi-Kirche ist eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika in der Innenstadt von Dortmund. Das heutige evangelische Gotteshaus bildet den Mittelpunkt der Stadt und gilt als die älteste noch erhaltene Kirche der Innenstadt. Vor der Reformation war die Reinoldikirche die katholische Hauptpfarrkirche. Das gotische Chor stammt noch aus dem 13. Jahrhundert.

Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung DASA versteht sich als Erlebnisausstellung zum Sehen, Hören und Anfassen. Ihr Motto lautet ‘Mensch/Arbeit/Technik’. Auf einer Ausstellungsfläche von über 13.000 m² erwartet den Besucher ein Ausflug in verschiedene Arbeitswelten der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des Arbeitsschutzes gelegt wird.



Radrouten die durch Dortmund führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg




Dortmund – Huckarde

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uckarde ist ein Stadtbezirk im Nordwesten von Dortmund. Im zunächst eher landwirtschaftlich geprägten Stadtteil vollzog sich im 19. Jahrhundert ein Strukturwandel zum Bergbau, doch inzwischen sind alle Zechen wieder geschlossen. Die Kokerei Hansa ist als begehbare Industrieskulptur eine höchst interessante Sehenswürdigkeit, als Naherholungsgebiet bietet der Revierpark Wischlingen allen Einwohnern Abwechslung und Entspannung vor der eigenen Haustür. In Huckarde beginnt der Dortmund-Ems-Kanal seine Reise Richtung Nordsee und die Emscher durchquert den Stadtbezirk auf ihrem Weg zum Rhein.

Sehenswertes:

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden im Ruhrgebiet insgesamt 17 Kokereien. Dieses waren technische Anlagen, um Kohle unter vollkommenen Luftabschluss und hoher Hitze zu zersetzen. Doch lediglich die Kokerei Hansa ist heute noch erhalten. Sie war zwischen 1928 und 1992 in Betrieb und wird heute als begehbare Großskulptur von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur betreut und erhalten.

Ein Erlebnispfad führt heute durch die düsteren Industrieanlagen und Hallen. Der interessierte Besucher sieht hier die monströsen Maschinen und die riesige Kompressorhalle und vom Kohlenturm hat man einen weiten Ausblick über das Ruhrgebiet.

An der Lindberghstraße gibt es eine Emscherbrücke mit bewegter Vergangenheit. Die durch den Bergbau bedingten ständigen Bergsenkungen führten dazu, dass der Fluss an dieser Stelle einen immer höheren Wasserspiegel bekam. Die Brückenhöhe reichte immer wieder nicht mehr aus und so wurden zwischen 1920 und 1981 an dieser Position insgesamt fünf Brücken gebaut, um die Landschaftsänderung auszugleichen.

Das ehemaligen Emscherpumpwerk in Dortmund-Huckarde war 1926 und 1980 in Betrieb und sorgte für die Entwässerung des gesamten Ortsteils. Heute befinden sich in den Räumlichkeiten  Künstlerateliers.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden im Ruhrgebiet eine Reihe von Naherholungsgebieten für die hier arbeitende Bevölkerung. Sie wurden Revierparks genannt und sollten verschiedene Erholungsmöglichkeiten bieten. Der 39 ha große Revierpark Wischlingen liegt mit seinem kleinen Natursee im Stadtteil Huckarde. Das Rittergut Haus Wischlingen wurde in den Revierpark integriert, in dem sich auch eine Minigolfanlage, Tennisplätze und ein Waldseilgarten befindet. Darüber hinaus wurde hier ein Solebad mit einer ausgedehnten Saunalandschaft erbaut.

Das 72 ha große Naturschutzgebiet Hallerei liegt nordwestlich der Dortmunder Innenstadt und grenzt an den Revierpark Wischlingen. Der See entstand durch Bergsenkungen, die sich mit Grundwasser füllten. So wurde das Areal zu einem bedeutenden Refugium für zahlreiche Wasservögel, Amphibien und für verschiedene Schmetterlingsarten. Hier befindet sich auch eine große Lachmöwenkolonie.

Haus Wischlingen war einmal ein Rittersitz, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückgehen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits 1284. Leider blieb nur die Fachwerkkapelle von 1783 erhalten. 1972 kaufte die Stadt Dortmund das Anwesen und integrierte es in den neu entstehenden Revierpark Wischlingen. In der Kapelle werden noch heute Trauungen durchgeführt.

Die Zeche Hansa ist ein Steinkohlebergwerk in Dortmund-Huckade. Es wurde 1855 eröffnet und bildete seit 1928 mit der benachbarten Kokerei Hansa einen Verbund. In den Jahren 1940 und 1944 kam es zu zwei verheerenden Schlagwetterexplosionen, bei denen 52 bzw. 95 Kumpel ihr Leben verloren. Die vorgesehene Schließung verzögerte sich immer wieder, doch 1980 wurde die Zeche endgültig stillgelegt. Die über Tage liegenden Anlagen wurden weitgehend abgerissen. Zwei Schächte blieben erhalten, sie dienen der zentralen Wasserhaltung der RAG. Das Fördergerüst über Schacht 3 stammt noch aus dem Jahre 1930, ein Fördermaschinenhaus stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein altes Werkstattgebäude, Alte Schmiede’ genannt, stammt noch von 1905 und dient heute als Veranstaltungsort.

Das 22 ha große Gelände der ehemaligen Zeche Hardenberg befindet sich direkt neben dem Hardenberghafen. Dieser ermöglichte damals einen direkten Anschluß an den Dortmund-Ems-Kanal.

Die Zeche wurde 1875 gegründet und 1876 wurde mit der Förderung von Steinkohle begonnen. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts brachte man es auf eine jährliche Förderung von 1,5T. Fast 3000 Mitarbeiter waren zu dieser Zeit auf der Zeche beschäftigt. Damals gehörte die Zeche zum Bergwerk Vereinigte Stein und Hardenberg. Mit einer Gesamtfördermenge von 3,7T war es damals das größte Steinkohlebergwerk im Ruhrgebiet.

Der klobige Malakow-Turm, der Schachtturm des ersten getäuften Schachtes, entstand im Jahre 1874 und blieb als einziges sichtbares Relikt der ehemaligen Zeche bis heute erhalten. Der Betrieb der Zeche wurde 1960 eingestellt, das Gelände diente noch lange Zeit als Zentralwerkstatt der Ruhrkohle AG.

Der Fredenbaumpark ist mit 63 ha eine große Parkanlage im Dortmunder Norden und gilt als die  ‘grüne Lunge’ der Revierstadt. Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit der Gestaltung der Parklandschaft. Das Naherholungsgebiet bietet mit einer Minigolfanlage, einem Rosengarten, einem Bootsverleih, Plätzen für Beachvolleyball, Tischtennis, Boule und zum Grillen verschiedene Freizeitmöglichkeiten. Für Kinder gibt es einen Abenteuer- und Bauspielplatz sowie der Erlebniswelt Fredenbaum mit dem Big Tipi, dem größten Indianerzelt der Welt.

Der Hardenberghafen befindet sich im Stadtteil Lindenhorst, östlich des hier beginnenden Dortmund-Ems-Kanals. Er ist heute Dortmunds Hauptumschlagort für Massengüter. Früher wurde der 1898 gebaute Hafen als Erzhafen genutzt, als die Zeche Fürst Hardenberg über den Hafen Anschluß an den Dortmund-Ems-Kanal erhielt. 1913/14 wurde der Hafen um ein weiteres Becken, den Industriehafen, erweitert.

Das Museum für Naturkunde im Dortmunder Norden gibt Einblicke in die faszinierende Entwicklung und Vielfalt der Natur. Hier wird die Menschheitsgeschichte beschrieben und eine Antwort auf die Frage gegeben, wann und warum die Dinosaurier ausgestorben sind. Modelle veranschaulichen die ungeheure Größe der Saurier. In einem Schaubergwerk kann man die unter der Erde vorkommenden Mineralien und Kristalle bestaunen. Ein weiterer Themenkomplex behandelt die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Als Europas größter Kanalhafen hat der Dortmunder Hafen sich seit Mitte der 20er Jahre im Aufbau kaum mehr geändert. Ursprünglich wurde hauptsächlich Eisenerz für die Dortmunder Stahlwerke importiert sowie Kohle aus den umliegenden Bergwerken exportiert. Heute hat sich der Hafen zu einem Massenumschlagplatz gewandelt und nach der Schließung fast aller Zechen wird Kohle inzwischen fast ausschließlich importiert.

Der Dortmunder Hafen bildet den Endpunkt des Dortmund-Ems-Kanals. Er wurde 1899 nach vierjähriger Bauzeit durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht und besaß zunächst fünf Hafenbecken. In den folgenden Jahren kamen, inklusive des vorgelagerten Hardenberghafens, noch drei Becken hinzu. Dortmund sollte nicht nur einen direkten Wasserweg zur Nordsee erhalten, sondern auch Teil eines größeren Kanalnetzes werden. Bei der Planung des DEK sollte die größte Stadt des Ruhrgebietes mit dem Rhein, der Weser und der Elbe verbunden werden.

Gleich am damaligen Anfang des Hafens steht das Hafenamt. Das stolze Gebäude wurde 1899 in Anlehnung an die niederländische Architektur des 17. Jahrhunderts errichtet und sollte den Schiffen schon von weitem die Einfahrt in den Hafen signalisieren. Noch bis 1962 diente der Backsteinbau mit dem fünfstöckigen Mittelturm der Hafenverwaltung. Heute beherbergt es die Wasserschutzpolizei und besitzt mit dem original eingerichteten Kaiserzimmer auch ein offizielles Trauzimmer. Darüber hinaus wird hier die ‚Ständige Ausstellung zu Schifffahrt und Hafen‘ präsentiert.



Radrouten die durch Dortmund-Huckarde führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Emscher Park Radweg




Dortmund – Mengede

M
engede ist ein Stadtbezirk Dortmunds im äußersten Nordwesten. Erste Besiedlungen werden auf die Zeit der Kelten um 500 – 200 v. Chr geschätzt. Der Bezirk wurde stark vom Bergbau geprägt, aber mittlerweile sind alle Zechen geschlossen. Als Denkmäler der Industriekultur erinnern sie an eine bewegte Vergangenheit. Mit dem Schloss Bodelschwingh und dem Schloss Westhusen gibt es hier noch zwei gut erhaltene Wasserschlösser, die allerdings von Innen nicht zu besichtigen sind.

Sehenswertes:

Der Volksgarten Mengede wurde ursprünglich um 1912 als Wildpark angelegt. Im Stile eines englischen Landschaftsparks wurde in den folgenden Jahren Spiel- und Sportflächen angelegt. Bis heute hat sich dieser Charakter weitgehend erhalten. Direkt am Park liegt das traditionsreiche Restaurant Volksgarten Mengede.

Die Zeche Adolf von Hansemann ist eine ehemaliges Steinkohlebergwerk im Dortmunder Stadtteil Mengede und war von 1896 bis 1963 in Betrieb. Die Kohleförderung wurde im Verbund mit der Zeche Hansa noch bis 1967 weiter betrieben. Einige der Tagesanlagen der Zeche, wie die Kaue, die Maschinenhäuser von Schacht 1 und 2, das Magazin und das Torhaus blieben erhalten und sind heute von außen frei zugänglich. Die Zechengebäude sind heute alle denkmalgeschützt. Insbesondere die Kaue ist architektonisch interessant. Der wuchtige Komplex wurde im Stile des Historismus mit rotem Backstein errichtet und soll im Aussehen an eine Burg mit Zinnen und Türmchen erinnern.

Die ehemalige Zeche Westhausen in Dortmund-Bodelschwingh wurde 1872 in Betrieb genommen. Im Verhältnis zu den Nachbarzechen war die Zeche Westhausen ein kleines Bergwerk. Bis heute blieb der Malakowturm von 1873 über dem Schacht 1 erhalten, die Lohnhalle brannte 1992 nieder und wurde daraufhin abgebrochen.

Haus Bodelschwingh im gleichnamigen Dortmunder Stadtteil ist ein imposantes Wasserschloss, dessen Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurück gehen. Erbaut wurde es durch die Familie von Bodelschwingh, und bis heute verblieb das Anwesen im Familienbesitz. Schloss Bodelschwingh ist eine typische Anlage des Zwei-Insel-Typs. Das Herrenhaus liegt eingebettet in einem großen See. Die viel größere Vorburg mit ihren Wirtschaftsgebäuden liegt auf einer separaten Insel dem Herrenhaus vorgelagert und ist mit der Hauptinsel über eine Brücke verbunden.

Das Schloss Westhusen ist ein hübsches Wasserschloss im Dortmunder Stadtteil Westerfilde. Es wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch die Familie von Bodelschwingh erbaut, wechselte im Laufe der Jahrhunderte aber häufig den Besitzer. Das heutige Erscheinungsbild erhielt das Anwesen durch einen größeren Umbau im 19. Jahrhundert. Dem zweigeschossigen Herrenhaus mit dem markanten Stufengiebel steht ein achteckiger Turm vor. Vorgelagert befinden sich zwei lang gestreckte ehemalige Wirtschaftsgebäude. Schloss Westhusen dient heute als Seniorenresidenz.

Vom ehemaligen mächtigen Rittersitz Haus Mengede blieb nicht mehr viel erhalten. Lediglich einige Reste der Grundmauern sind heute noch in einem kleinen Park zu besichtigen.

Im 13. Jahrhundert war Haus Mengede als Wasserburg des Zwei-Insel-Typs mit Vor- und Hauptburg  entstanden. 1723 wurde die Anlage geschleift, im 20. Jahrhundert schließlich wurden zunächst die Gräften zugeschüttet und später die restlichen Mauern der Ruine abgebrochen. Die noch verbliebenen Grundmauern sind heute als Bodendenkmal geschützt.



Radrouten die durch Dortmund-Mengede führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Emscher Park Radweg




Waltrop

A
m nördliche Rand des Ruhrgebietes liegt die Stadt Waltrop. Germanische Stämme haben hier bereits im 8. Jahrhundert v. Chr gesiedelt, die Bauernschaft ‘Elmenhorst’ wurde hier durch Karl den Großen gegründet. Der Name Waltrop entwickelte sich erst später aus ‘Walthorpe’, dem Dorf im Walde. 1939 wurden Waltrop die Stadtrechte verliehen. Die ‘Wohnstadt im Grünen’, wie sie sich gerne selber nennt, wird durchzogen von Lippe und Emscher sowie dem Dortmund-Ems-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Rhein-Herne-Kanal. Der Schleusenpark Waltrop mit dem historischen Schiffshebewerk Henrichenburg ist die interessanteste und sehenswerteste Attraktion des Ortes.

Sehenswertes:

Ein Düker ist ein Bauwerk, bei dem ein Bach- oder Flusslauf mittels einer unter Druck stehenden Rohrleitung einen anderen Fluss, Kanal oder auch Gebäude unterfließt. In Henrichenburg befindet sich ein gutes Beispiel für ein solches Bauwerk, der Emscher-Düker. Hier wird die noch recht kleine Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal hergeleitet und kreuzt diesen damit. Der Düker wurde 1910 erbaut und ist das größte Bauwerk dieser Art an diesem Flusslauf.

Der Schleusenpark Waltrop mit dem alten Schiffshebewerk Henrichenburg ist eine technische Meisterleistung seiner Zeit und eine besondere Attraktion der Wasserstraßen Nordrhein-Westfalens. Das Schiffshebewerk befindet sich an der Kanalgabelung von Dortmund-Ems-Kanal und Rhein-Herne-Kanal und wurde 1899 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Bis 1969 blieb es in Betrieb. Mittels fünf großer zylindrischer Schwimmer wurde der damals in der Größe genormte Dortmund-Ems-Kanal-Kahn um 14 m gehoben bzw. gesenkt. Heute kann die alte Eisenfachwerkkonstruktion mit seinen Betriebsanlagen als Museum besichtigt werden. Im oberen Kanalteil liegen noch eine stattliche Anzahl von historischen Schiffen, von Polizei-Feuerlöschboot über Schlepper bis zum motorlosen Lastenkahn. Sehenswert ist auch die historische Hubbrücke von 1897. Im Unterwasser kann man das Motorgüterschiff ‘Franz-Christian’ besichtigen. Im Laderaum des 1929 gebauten Kahnes wird eine Ausstellung über das Arbeitsleben auf dem Schiff und seine Fahrten gezeigt.

Zum Schleusenpark Waltrop gehört auch das neue Schiffshebewerk. Dieses war von 1962 bis 2005 in Betrieb. Die alte Schachtschleuse von 1914 liegt heute trocken und kann der Länge nach durchquert werden. Die neue Schleuse ist seit 1989 in Betrieb und wickelt mittlerweile den gesamten Schiffsverkehr an dieser Stelle ab.

Die Zeche Waltrop war ein Steinkohlebergwerk nahe der Stadt Waltrop. Die Kohleförderung begann 1905, 1979 wurde das Bergwerk wieder stillgelegt. Zwischenzeitlich arbeiteten im Jahre 1957 hier über 2800 Mitarbeier, die höchste Jahresförderung wurde 1974 mit 1,13 Mio T erreicht.

Neun der ursprünglich elf Backsteingebäude der Tagesanlagen blieben erhalten und stehen heute unter Denkmalsschutz. Die im Stile des Historismus gestalteten Gebäude bilden nach der Zeche Zollverein in Essen den größten zusammenhängenden Hallenkomplex im Ruhrgebiet. Die Zeche wurde nach der Sanierung zum Gewerbepark umfunktioniert. Im Fördermaschinenhaus befinden sich heute Ausstellungsräume, die Kaue beherbergt das Warenhaus Manufactum.

Der Riphaushof ist eine jahrhunderte alte Hofanlage und war lange Zeit im Besitz der Familie Riphaus. Der heutige Gutshof stammt aus dem Jahre 1904 und seit 1996 ist das Haus als Heimatmuseum eingerichtet. Schwerpunkte der geschichtlichen Präsentation sind Landwirtschaft, Handwerk und Bergbau.

Mitten im historischen Ortskern der Stadt Waltrop befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Peter. Der ursprünglich romanische Bau wird auf das 9./10. Jahrhundert geschätzt, eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im 11. Jahrhundert. Um das Jahr 1500 wurde die Pfarrkirche zu einer großen dreischiffigen Hallenkirche im gotischen Stil umgebaut. Der heutige Kirchturm misst eine Höhe von ungefähr 40 m. Der romanische Taufstein aus dem 12. Jahrhundert ist der älteste im Vest Recklinghausen.

Um die alte Kirche herum hat sich ein Ensemble alter Fachwerkhäuschen erhalten. Das älteste ist der so genannte ‘Tempel von Waltrop’, ein spätgotisches Gebäude, das auf 1499 datiert wird und damit das älteste profane Haus in Waltrop ist.

Das einstige Schloss, das auch Haus Wilbring genannt wird, geht auf eine Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert zurück. Die heutige Anlage besteht aus einer bewohnten Vorburg und einer verfallenen Hauptburg. Beide Schlossteile stehen auf getrennten Inseln, die durch eine Brücke verbunden sind. Das Haupthaus entstand 1609 und wurde 1718 sowie 1866 umgebaut, blieb aber zuletzt unbewohnt. Der begonnene Abriss wurde 1918 eingestellt. Seitdem verfällt das Gebäude. Die Vorburg entstammt im Kern dem 18. Jahrhundert und wird heute landwirtschaftlich und als Reiterhof genutzt.



Radrouten die durch Waltrop führen:

Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal
Emscher-Weg
Römer-Lippe-Route
Rundkurs Ruhrgebiet
Emscher Park Radweg




Herne

H
erne liegt im nördlichen Ruhrgebiet am südlichen Talhang der Emscherniederung und war einmal eine bedeutende Bergbaustadt. Die Zechen hießen ‘Friedrich der Große’, ‘Mont Cernis’, ‘Shamrock’ und ‘Constantin’. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt als ‘Haranni’ im Jahre 880. Nach der Gebietsreform und der Eingemeindung von Wanne-Eickel besteht Herne aus den Stadtbezirken Herne-Mitte, Wanne, Eickel und Sodingen. Das Wahrzeichen der Stadt ist das inmitten eines schönen Parks gelegene Wasserschloss Strünkede. Besonders sehenswert ist das LWL-Museum für Archäologie und das dezentrale Emschertalmuseum, bestehend aus dem Schloss Strünkede, die Städtische Galerie im Schlosspark und das Heimat- und Naturkunde Museum Wanne Eickel.

Sehenswertes:

Das Schloss Strünkede ist das Wahrzeichen der Stadt Herne. Das Wasserschloss liegt inmitten eines großen Stadtparks. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung der damaligen Burg findet sich im Jahre 1243. Die Herren von Strünkede, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Eigentümer des Anwesens, sind als Adelsgeschlecht bereits rund 100 Jahre zuvor urkundlich erwähnt worden. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Burg mehrfach belagert, 1397 sowie 1487 auch erobert, doch die Familie derer von Strünkede erhielt den Stammsitz jeweils wieder zurück. Ende des 16. Jahrhunderts begann der Umbau der Burg zu einem repräsentativen, in sich geschlossenen Wasserschloss, der aber erst 1644 nach mehreren Bauphasen abgeschlossen wurde. So erklären sich auch die  unterschiedlichen Baustile: die einzelnen Flügel sind von der Renaissance bzw. dem Frühbarock geprägt. Der älteste Gebäudeteil ist der Pavillonturm, der sich vermutlich noch aus dem 14. Jahrhundert erhalten hat.

Das Haus wird heute als Teil des dezentralen Emschertal-Museums genutzt. Eine ständige Ausstellung behandelt die Geschichte des Schlosses Strünkede.

Im Schlossgarten des Wasserschlosses Strünkede befindet sich die gotische Schlosskapelle. Der Backsteinbau wurde 1272 errichtet und ist damit das älteste Gebäude Hernes. Zunächst diente das Gotteshaus lediglich der Familie des Schlossbesitzers, aber bereits 1395 wurde sie Pfarrkirche mit öffentlichen Gottesdiensten. Sie blieb aber Grablage für die Herren von Strünkede.

Im Schlosspark Strünkede befindet sich gleich neben der alten Schlosskapelle eine Jugendstilvilla aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie wurde durch die Familie Forell, die das Schloss als letzte besaß, errichtet. Heute befindet sich in der Villa die Städtische Galerie, ein Teil des dezentralen Emschertalmuseums. In Wechselausstellungen werden Teile der mittlerweile 3.500 Blätter umfassenden Kunstsammlung gezeigt. Sie umfasst zeitgenössische Kunst von 1945 bis heute, darunter auch Werke von Pablo Picasso und Marc Chagall.

Auf 3000 m² unterirdischer Ausstellungsfläche zeigt das LWL-Museum für Archäologie die 250.000jährige Geschichte Westfalens auf den Spuren der Archäologen. Dabei reichen die Exponate von der letzten Eiszeit bis zu Funden aus dem Bombentrümmern des Zweiten Weltkrieges. Chronologisch geordnet, vermitteln sie einen interessanten Überblick über die Menschheitsgeschichte in dieser Region. Die ständige Ausstellung wird ergänzt durch wechselnde  Sonder- und Kunstausstellungen.

Die von 1986 bis 1992 modernisierte Schleuse Herne-Ost ist die letzte Schleuse des Rhein-Herne-Kanals vor seiner Mündung in den Dortmund-Ems-Kanal. Ihre Schleusenkammer wurde bei ihrem Umbau auf eine Länge von 190 m vergrößert. Die 1914 bei Kanalkilometer 37 in Betrieb genommene Schleuse überwindet einen Höhenunterschied von fast 13 Metern.

Die Schleuse Herne-West war eine Schleusenanlage im Rhein-Herne-Kanal auf der Höhe vom Kanalkilometer 35. Bergsenkungen machten aber diese Staustufe überflüssig und so wurde die Schleuse 1991 im Zuge des Kanalumbaus mit der Schleuse Herne-Ost zurückgebaut. Heute erinnern nur noch die alten Außenmauern der beiden Schleusenkammern an die stillgelegte Anlage.

Der Bahnhof Herne wurde bereits 1847 von der Köln-Mindener Eisenbahn eröffnet. Das damalige Bahnhofsgebäude musste aber dem heutigen Bau weichen, der 1914 fertig gestellt wurde. Beachtenswert sind die Glasfenster des Künstlers Jupp Gesing. Die Fenster zeigen Motive der ehemaligen Zeche ‘Friedrich der Große’. Der Bahnhof steht heute unter Denkmalschutz.

Im Stadtteil Baukau befindet sich direkt am Rhein-Herne-Kanal das Heizkraftwerk Herne. Das Steinkohlekraftwerk gehörte vormals zur STEAG, heute zu Evonik Industries. Die Industrieanlage nahm 1962 ihren Besitz auf. Das Bild des Kraftwerks wird geprägt durch den 1984 entstandenen 130 m hohen Kühlturm sowie den 300 m hohen Schornstein.

Das Rathaus von Herne ist ein repräsentativer Prachtbau aus dem Jahre 1912. Im Stile des Neobarock entstand ein modernes Verwaltungsgebäude mit einem fünfachsigem Mittelrisaliten und einem zentral angeordneten Uhrentürmchen. Das Rathaus ist heute Sitz des Oberbürgermeisters und beherbergt neben der Stadtverwaltung die Sitzungsräume des Stadtrates sowie der Bezirksvertretung Herne-Mitte.

Das private Opel-Museum von Hilmar Born zeigt Exponate aus allen Bereichen der langen Konzerngeschichte der Adam Opel AG. Die Basis der Sammlung bilden natürlich in erster Linie die verschiedenen Autos. 40 historische Opel-Automobile sind hier ausgestellt. Zu sehen gibt es aber auch Nähmaschinen, mit derer Produktion Adam Opel in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts begann, Fahrräder, Motorräder und Kühlschränke.






Recklinghausen

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ecklinghausen, im nördlichen Ruhrgebiet gelegen, wurde lange durch den Steinkohle-Bergbau geprägt. Teile der Tagesanlagen der Zeche Recklinghausen I und II blieben erhalten und sind teilweise auch zu besichtigen. Die Halden Hoppenbruch und Hoheward bilden die größte zusammenhängende Haldenlandschaft im Ruhrgebiet, die Halde Hoheward ist mit 152 m auch die höchste. Heute gehören sie zum La