Rhön-Radweg

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m Grenzgebiet von Thüringen, Hessen und Bayern liegt die Rhön mit ihren charakteristischen abgeflachten Bergkuppen. Das Mittelgebirge ist vulkanischen Ursprungs und ihr höchster Berg, die Wasserkuppe, besitzt eine Höhe von 950 m NN. Die Kulturlandschaft der Rhön wurde durch den Menschen geprägt und besteht aus Wiesen und Weiden, Äckern und Wäldern. Das rund 1850 km² große UNESCO-Biosphärenreservat versucht das Zusammenspiel zwischen der landschaftlichen Vielfalt, dem großen Artenreichtum von Fauna und Flora und die Bedürfnissen des Menschen  im Gleichgewicht zu halten. Schutz und Pflege der Natur werden hier modellhaft praktiziert. Auf dem Rhön-Radweg lässt sich dieses ‚Land der offenen Fernen‘ vortrefflich und intensiv entdecken. Die 181 km lange Route verläuft entlang der Flusstäler von Werra, Ulster und Fränkischer Saale. Sie startet im Thüringischen Bad Salzungen und endet im unterfränkischen Hammelburg – kann aber natürlich auch in umgekehrter Richtung befahren werden. Zwischenzeitlich geht es auch einmal hoch hinauf, denn zwischen Wüstensachsen im Ulstertal und Oberelsbach im Elstal muss die Hohe Rhön überwunden werden. Die Anstrengungen werden aber mit grandiosen Ausblicken belohnt! Der Rhön-Radweg führt durch bedeutende Kurstädte, wie Bad Kissingen, Bad Neustadt oder Bad Bocklet sowie historisch gewachsene Kleinodien, wie Bischofsheim, Vacha oder Tann.

 
Bei einem Abstecher zum Point Alpha kann der Radwanderer noch die Anlagen der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze sehen, eine andere Alternativroute führt zum berühmten Kloster in Münnerstadt. Der richtige Weg wird durch das grüne Logo mit einem stilisierten Radler auf welligen Untergrund und dem Schriftzug „Der Rhön-Radweg“ mit gelben „ö“, das die Sonne symbolisieren soll, angezeigt. Die Beschilderung ist vorbildlich und in beiden Richtungen angebracht.


Charakteristik:

Obwohl der Rhön-Radweg weitestgehend entlang  von Flusstälern führt, ist streckenweise dennoch eine relativ gute Kondition erforderlich. Die Route führt über die Hochrhön und der Scheitelpunkt liegt auf einer Höhe von 830 m. Der Aufstieg beginnt in Wüstensachsen und ist mit einer durchschnittlichen Steigung von 5% schon recht anspruchsvoll. Auf sechs Kilometern, die auch noch auf unbefestigten Wegen verlaufen, sind 250 Höhenmeter zu überwinden.  Dennoch ist die Route auch von sportlich nur mittelmäßig ambitionierten Radlern durchaus zu meistern. Mountainbiker haben dagegen hier richtig viel Spaß!  Sie können die Schwierigkeit mit einer sportlichen Variante nach Niederlauer oder einem Abstecher zum Point Alpha noch erhöhen. Ansonsten verläuft die Route aber überwiegend auf asphaltierten Rad- und gering befahrenen Wirtschaftswegen.


Ortschaften entlang der Route

Bad Salzungen / Tiefenort / Krayenberggemeinde / Vacha / Unterbreizbach / Buttlar / Geisa / Schleid / Tann (Rhön) / Hilders / Ehrenberg (Rhön) / Oberelsbach / Bischofsheim an der Rhön / Schönau a. d. Brend / Bad Neustadt a. d. Saale / Bad Bocklet / Bad Kissingen / Euerdorf / Aura a. d. Saale / Elfershausen / Hammelburg

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Bad Salzungen

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ie Kreisstadt des Wartburgkreises liegt landschaftlich reizvoll an der Werra genau zwischen den Südwesthängen des Thüringer Waldes und den nördlichen Ausläufern der Rhön. Seit 2009 ist die Kurstadt ein staatlich anerkanntes Sole-Heilbad, aber das Salz spielt für den Ort – Nomen est Omen – bereits seit Jahrhunderten eine wesentlicher Rolle. Schon im Mittelalter wurde hier Salz gewonnen, was der Stadt einen gewissen Wohlstand bescherte und bereits im 16. Jahrhundert nutzte man die salzigen Quellen auch als Heilmittel. Im Jahr 1821 entstand ein erstes Badehaus, aus dem sich in der Folgezeit der Kurbetrieb entwickelte. Sehenswert ist das hübsche Jugendstil-Gradierwerk mit seinen beiden Salinen. Gleich daneben schließt sich das erste deutsche Keltenbad mit seinen drei Rundbauten an. Das Museum am Gradierwerk dokumentiert die Entwicklung Bad Salzungens als Kurstadt, schildert die Heilmethoden und beschreibt die Verfahren zur Soleförderung und zur Salzgewinnung. In einem der ältesten Gebäude der Stadt ist das Museum im ‚Türmchen‘ untergebracht. Das schmucke Fachwerkhäuschen war 1499 ursprünglich als Kapelle erbaut worden. Im Jahre 1611 wurde ihm das Türmchen aufgesetzt. Die Museumssammlung zeigt Gegenstände aus der Geschichte der Informationsübermittlung von der historischen Buchdruckmaschine bis zu heute bereits altertümlich erscheinenden Rundfunkempfängern.
Mitten in der Stadt liegt der 10 ha große Burgsee, der eine Tiefe von bis zu 25 m besitzt und an den sich im Norden die kleine Fußgängerzone anschließt. Das Rathaus wurde 1790 auf den Kellergewölben eines zuvor niedergebrannten Vorgängerbaus errichtet. Bei dem Großfeuer wurde auch die 1112 erbaute St.-Simplicius-Kirche vernichtet. An ihrer Stelle entstand die heutige evangelische Stadtkirche. Die mittelalterliche Schnepfenburg gehörte einst zur Stadtbefestigung am Südrand der Altstadt. Die Stadtburg wurde bereits 1166 schriftlich bezeugt und diente in ihrer Geschichte als Bollwerk, Amtshaus, Gerichtsstätte und Kerker. Zeitweilig war die Schnepfenburg im Besitz der Herren von Frankenstein, deren Stammburg sich auf der anderen Werraseite bei Allendorf an einem Berghang befand. Von der einstigen Spornburg aus dem 12. Jahrhundert sind nur noch Reste erhalten. 100 Meter weiter östlich entstand auf dem Gipfel des Berges um 1890 eine Kunstruine mit Aussichtsturm. Nicht weit von der ehemaligen Burganlage steht die gotische Wendelskirche, die Ende des 15. Jahrhunderts gestiftet wurde und lange als Hospitalkapelle der Stadt diente.

Sehenswertes:

Museum am Gradierwerk
Stadtmuseum ‚Türmchen‘
Ruine und Kunstruine Frankenstein
Schnepfenburg
Rathaus
Evangelische Stadtkirche
Wendelskirche
Ruine der Husenkirche





Tiefenort

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omen est Omen: die Gemeinde Tiefenort liegt im Werratal zwischen dem Thüringer Wald und den nördlichen Ausläufern der Rhön. Das Gebiet, so belegen es Gräberfunde, war schon in der Steinzeit besiedelt. Kaiser Karl der Große hatte im 8. Jahrhundert die wald- und sumpfreiche Gegend dem Kloster Hersfeld geschenkt. In der Folge entstand auf dem Krayerberg eine erste befestigte Burganlage. Schon vorher hatte hier vermutlich ein vorgeschichtliches Bergheiligtum gestanden. Die weitere Entwicklung Tiefenorts hängt eng mit der Krayenburg, die eine der ältesten Steinburgen im Werratal ist, zusammen. Im frühen 15. Jahrhundert übernahmen Thüringer Grafen den Besitz, der im 16. Jahrhundert schließlich an das Herzogtum Sachsen-Weimar fiel. Im 30jährigen Krieg wurde die Höhenburg jedoch geplündert und verfiel danach zur Ruine. Heute sind noch die Kellergewölbe und eine Wand des einstigen Palas erhalten. Prominenten Besuch erhielt die Burganlage im Jahr 1782, als Johann Wolfgang von Goethe den Krayenberg erklomm und die Ruine zeichnete. In den 1920er Jahren wurde neben den Burgresten eine Klause erbaut, die in der Zeit der DDR als Parteischule und Jugendunterkunft diente. Heute beherbergt die Hütte ein Restaurant.

Sehenswertes:
 

Ruine Krayenburg
Museum im alten Amtshaus
Heimatstube Frauensee
Peterskirche zu Tiefenort
Zeppelinstein
Naturwanderweg





Krayenberggemeinde

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ie im Jahre 2014 durch die Fusion der Gemeinden Merkers-Kieselbach und Dorndorf entstandener Gemeinde benennt sich zwar nach dem Krayenberg, einem 428 m hohen, kegelförmiger Berg, doch liegt dieser eigentlich zum überwiegenden Teil auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Tiefenort. Die Krayenberggemeinde, die ihren Verwaltungssitz in Dorndorf hat, ist die einzige Ortschaft Deutschlands, die den Begriff ‚Gemeinde‘ im Namen trägt.
In der ursprünglich ländlich geprägten Region begann im ausgehenden 19. Jahrhundert die Industrialisierung mit der Entstehung mehrerer Kalibergwerke, die zum so genannten Kalirevier Werra gehörten. Zum ehemaligen Salzbergwerk Merkers gehören die Schächte Kaiseroda I, II und III, die 1895 bzw. 1911 abgeteuft wurden. Doch 1993 wurde die Förderung in Merkers eingestellt. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Erlebnisbergwerk. Die Besucher können auf einer rund 20 km langen Rundfahrt durch das Bergwerk interessante Einzelheiten über den Kaliabbau erfahren. Dabei geht es vorbei am größten untertägigen Schaufelradbagger, durch die Kristallhöhle mit ihren riesigen Salzkristallen und durch den Großbunker, in dem heute wegen seiner außergewöhnlichen Akustik häufig Konzerte stattfinden.
In Meckers wurde Andreas Fack (1863 – 1931) geboren, der Dichter und Komponist des bekannten Rhönliedes ‚Zur Rhön hinauf‘. Fack hatte seine Kindheit und Jugend in Meckers verbracht, ehe er als Lehrer nach Kaltennordheim zog. Beigesetzt wurde er aber in seinem Geburtsort. Sein Geburtshaus ist heute als Museum eingerichtet.
Das Schloss Feldeck im Ortsteil Dietlas geht auf eine mächtige mittelalterliche Wasserburganlage zurück. Mehrfach wurde das Anwesen umgebaut und erweitert, ehe es im 19. Jahrhundert schließlich durch die Herren von Buttlar zum Wohnschloss ausgebaut wurde. Das Schloss blieb im Familienbesitz, bis es 1945 enteignet wurde. In der DDR-Zeit wurde das Anwesen als Kindersanatorium genutzt. Viele Teile der Burganlage wurden willkürlich abgerissen, darunter die Wirtschaftsgebäude, der Bergfried und das Tor mit der Zugbrücke. Inzwischen hat die Familie das Schloss wieder übernommen und bietet einige Räume als Ferienwohnung an.

Sehenswertes:

Erlebnisbergwerk Merkers
Schloss Feldeck
Kieselbacher Kirche
Andreas-Fack-Haus





Vacha

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as ‚Tor zur Rhön‘, wie Vacha auch genannt wird, liegt im hübschen Werratal. Neben der Rhön liegt auch der Thüringer Wald in sichtbarer Entfernung. Vacha ist die älteste Stadtsiedlung Westthüringens. Die historische Bausubstanz blieb noch fast vollständig erhalten, da Vacha im Grenzsperrgebiet der DDR lag und deshalb die Plattenbauten der Nachkriegszeit vollständig fehlen. Die ältesten Fachwerkbauten stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Vacha geht auf eine keltische Siedlung zurück. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt von 817 aus karolingischer Zeit. Das Stadtrecht bekam Vacha 1186 verliehen. Der Ort lag einst an einer wichtigen Handelsstraße und an einer Werrafurt, die man befestigt zu schützen suchte. Die Burg Wendelstein wurde als nordöstliches Bollwerk in die Stadtbefestigung integriert, doch spätestens im 17. Jahrhundert nahm ihre strategische und militärische Bedeutung zunehmend ab. Zu dieser Zeit diente sie schon nur noch als Amtssitz. Im 19. Jahrhundert wurde sie sogar nur noch als Räumlichkeit einer Spinnerei-Manufaktur genutzt. Heute beherbergt die historische Wehranlage ein Stadtmuseum. Bemerkenswert ist die mit 1.500 Exemplaren umfangreiche Puppensammlung. Der Burgturm bietet einen weiten Blick über die Stadt, die Kaliberge und das Werratal.
Sehenswert ist der historische, langgestreckte Marktplatz, der mit seiner Bebauung auf die Johanniskirche ausgerichtet ist. Die Kirche geht auf einen Vorgängerbau aus dem frühen 14. Jahrhundert zurück. Der Neubau der evangelischen Kirche wurde schließlich 1824 geweiht. Um den Marktplatz gruppieren sich das repräsentative Haus Widmarckt von 1613, in dem sich heute Rathaus und Ratskeller befinden, die Alte Münze, die in Teilen wohl noch aus dem 12. Jahrhundert stammt und das dreigeschossige ‚Knusperhäschen‘ mit seinen geschnitzten Eckständen. Vor der mittelalterlichen Stadtmauer stand die Klosterkirche, von der aber nur der Chor und eine Seitenkappe erhalten geblieben sind. Die gotische Kirche des Severitenklosters wurde um 1400 fertig gestellt. Nachdem aber Philipp von Hessen im Jahre 1527 alle Klöster in seinem Herrschaftsgebiet auflösen ließ, riss man die Konventsgebäude wieder ab. Im Bereich des Klosterhofes wurde der Städtische Friedhof angelegt. Das Gotteshaus wurde dann noch als evangelische Kirche genutzt, bevor auch sie wegen Baufälligkeit zum größten Teil niedergelegt wurde. Die Reste dienen heute als Friedhofkapelle.
Eine 225 m lange Steinbogenbrücke, die noch aus dem Mittelalter stammt, führt über die Werra genau auf die Altstadt zu. Da das andere Ende der Brücke im hessischen Philippsthal liegt, wird sie heute ‚Brücke der deutschen Einheit‘ genannt. Hier steht mit dem Haus Hoßfeld noch eine Kuriosität der deutsch-deutschen Vergangenheit, denn das 1890 errichtete Gebäude, ein Wohnhaus mit angegliederter Druckerei, stand genau auf der hessisch-thüringischen Landesgrenze und so verlief die Staatsgrenze und damit der Eiserne Vorhang exakt durch das Haus. In den 1950er Jahren brachten die Eigentümer die Druckereimaschinen in den hessischen Gebäudeteil, um der Gefahr einer Enteignung zu entgehen. Die DDR untersagte darauf dem Besitzer, den Thüringer Hausteil zu betreten. Erst 1976 wurde der Konflikt beigelegt und die Thüringer Häuserhälfte offiziell zu hessischem Gebiet erklärt.

Sehenswertes:
 

Historischer Marktplatz mit Haus Widmarckt, Alter Münze, Knusperhäuschen und Vitusbrunnen
Burg Wendelstein mit Heimatmuseum
Johanniskirche (Stadtkirche)
Haus Hoßfeld
Brücke der Einheit / Werrabrücke
Ruine der Wallfahrtskapelle St. Annen
Ehemalige Klosterkirche





Unterbreizbach

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ie Einheitsgemeinde mit seinen Ortsteilen Unterbreizbach, Sünna und Pferdsdorf liegt im unteren Ulstertal, umgeben vom Lohberg, dem Ulsterberg und einer riesigen Kalihalde. Der Kalibergbau prägt diese Region. Das Werk Unterbreizbach mit seinem Schacht II gehört heute zum Verbundwerk Werra im Werrakalirevier. Der Ortsteil Sünna mit seinem historischen Ortskern wird von der im späten 18. Jahrhundert erbauten evangelischen Kirche am Hirtenplatz dominiert. Daneben haben sich noch einige regionaltypische Fachwerkhäuser erhalten, von denen sich das älteste an der Querstraße befindet. Auch der Ortsteil Pferdsdorf besitzt einen historischen Ortskern mit einer evangelischen Kirche und einem alten Pfarrhaus.
Auf dem Öchsenberg hatte es bereits in vorchristlicher Zeit eine größere keltische Siedlung gegeben. Von hier aus wurden die Handelswege im Tal überwacht und die Grenze gesichert. Zwar gibt es aus dieser Zeit keinerlei schriftliche Überlieferungen, da die Kelten nicht schreiben konnten, aber die archäologischen Funde lassen auf eine herausragend wichtige Siedlungsanlage schließen. Das Keltendorf in Sünna zeigt eine rekonstruierte Siedlung, bei der man das Alltagsleben der Kelten plastisch nachvollziehen kann, so wie es sich wohl vor 2.500 Jahren abgespielt hat. Ergänzt wird die Einrichtung vom Premium-Wanderweg ‚Keltenpfad‘, der von Sünna aus über rund 17 Kilometer durch die umliegenden Gemeinden führt.

Sehenswertes:
 

Keltendorf Sünna mit Keltenpfad
Evangelische Kirche Sünna
Evangelische Kirche Pferdsdorf





Buttlar

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as fuldische Dorf Buttlar liegt im Ulstertal und in der Thüringischen Rhön, eingerahmt vom Standorfsberg und dem Michelsberg, auf dem eine 1714 erbaute hübsche Wallfahrtskapelle steht. Die alte Dorfkirche war im 19. Jahrhundert abgebrannt und wurde deshalb von einem Neubau im neuromanischen Stil ersetztet. Das Geschlecht derer von Buttlar war bereits 1170 in einem alten Schriftstück erwähnt worden. Der Stammsitz der Familie war das gleichnamige Schloss, das auf eine Wasserburg aus dem späten 16. Jahrhundert zurückgeht. Heute befindet sich das sanierte Anwesen wieder im Privatbesitz. Einige Räume können als Ferienwohnung gemietet werden.



Sehenswertes:

Schloss Buttlar
Kirche Mariä Geburt
Alte Dorfschule
Michaelskapelle





Geisa

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eisa ist eine hübsche Landstadt in der wunderschönen Thüringer Rhön an der Grenze zu Hessen. Die geschlossene Altstadt, die als Denkmalensemble ausgewiesen ist, liegt erhöht auf einem Bergkamm über der Ulster und ist im Wesentlichen in ihrer historischen Bausubstanz erhalten. Umschlossen wird sie von einer 1265 errichteten Stadtmauer, die man 1594 noch einmal verstärkt hat. Die beiden Stadttore wurden im 19. Jahrhundert abgerissen. Dennoch blieben vier Türme, darunter der Diebsturm am Schloss, von der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten. Das Schloss auf dem Gongolfiberg wurde im frühen 19. Jahrhundert als Jagdschloss und Sommerresidenz für den fuldischen Fürstbischof errichtet. Nach der Säkularisierung diente es als Amtshaus und als Schule. Das bestimmende Gebäude am Schlossplatz ist jedoch das 1540 erbaute Amtsgericht, das fälschlicherweise häufig für das Schloss gehalten wird. Zunächst hatte es lange als Kellerei und Kornspeicher gedient, ehe es im 18. Jahrhundert zum Gerichtsgebäude umgebaut wurde. 1815 fiel Geisa an das protestantische Sachsen-Weimar-Eisenach. Da es bis dahin in der Stadt kein evangelisches Gotteshaus gab, baute man den Marstall des Schlosses zu einer lutherischen Kirche um. Bei dem verheerenden Stadtbrand von 1858 wurde die Kirche jedoch, genauso wie das Rathaus, ein Opfer der Flammen. Der Wiederaufbau der evangelischen Kirche erfolgte kurze Zeit darauf im spätklassizistischen Stil, der des Rathauses in neugotischem Stil. Die katholische Stadtpfarrkirche hatte den Stadtbrand überstanden. Sie war zwischen 1489 und 1504 erbaut worden, wurde aber bereits kurz nach ihrer Fertigstellung gotisch umgestaltet. Der 38 m hohe Kirchturm besitzt einen markanten achteckigen Kuppelaufbau, in dem noch im späten 19. Jahrhundert der Türmer gewohnt hatte. Die ältesten Einrichtungsgegenstände sind der spätgotische Flügelaltar von 1491 sowie der steinerne Opferstock und der Taufstein aus dem frühen 16. Jahrhundert.
An der Thüringer Grenze zu Hessen befindet sich auf einem 411 m hohen Bergzug eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte, die an die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnert. Point Alpha war einer der vier US-Beobachtungsstützpunkte an der hessischen Grenze. Er gehörte zur NATO-Verteidigungslinie ‚Fulda-Gap‘, an der die westliche Allianz in der Zeit des Kalten Krieges den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes erwartete. Hier waren ständig zwischen 40 und 200 amerikanische Soldaten stationiert. Nach dem Zusammenbruch des Kommunistischen Systems und der darauf folgenden deutschen Wiedervereinigung wurde der US-Stützpunkt 1991 geschlossen und 1995 schließlich unter Denkmalsschutz gestellt. Neben der amerikanischen Beobachtungsstation auf hessischer Seite wurde ein Grenzstreifen mit originalen Grenzsicherungsanlagen der DDR auf Thüringer Seite bewahrt. Ein Stück vom Eisernen Vorhang – gefahrlos zum Anfassen!

Sehenswertes:

Point Alpha, ehemalige US-Beobachtungsstation
Fürstliches Schloss Gaisa
Amtsgericht mit Heimatmuseum
Evangelische Kirche
Katholische Stadtpfarrkirche
Rathaus und Marktplatz mit Stadtbrunnen
Stadtbefestigung mit Diebsturm
Ulsterbrücke




Schleid

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ie Gemeinde Schleid liegt im oberen Ulstertal und in der vorderen Rhön, umgeben vom Roßberg, dem Spielberg, dem Zinkberg, dem Arnberg und dem 529 Meter hohen Rockenstuhl, auf dem bereits im 8. Jahrhundert eine sagenumwobene fränkische Höhenburg stand, die als Amtssitz den fuldischen Bischöfen diente. Doch nachdem sie ihre strategische Bedeutung verloren hatte, wurde die Wehranlage im ausgehenden 17. Jahrhundert fast vollständig abgetragen und der Amtssitz in das benachbarte Geisa verlegt. Heute erinnern nur noch wenige Reste an die einstige mächtige Schutzburg. Ein historischer Wanderlehrpfad führt an der Ruine vorbei und informiert über Wissenswertes aus der Geschichte dieser Region.
Als das hübscheste Bauwerk der Gemeinde gilt die barocke Pfarrkirche Maria Schnee, die 1746 nach den Plänen des italienischen Hofarchitekten Andrea Gallasini erbaut worden war.

Sehenswertes:
 

Pfarrkirche Maria Schnee
Burgruine und Kapelle auf dem Rockenstuhl





Tann (Rhön)

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n Tann behauptet man stolz, dass man zu den beliebtesten Orten in Deutschland gehört – und das kann man auch begründen: 1999 wurde die Stadt durch den Hessischen Rundfunk zum beliebtesten Ferienort in Hessen gekürt und bei dem 2006 vom ZDF ausgelobten Wettbewerb um die ‚Besten Lieblingsorte in Deutschland‘ belegte man den 14. Platz unter 1000 Teilnehmern.
Tann liegt oberhalb des reizvollen Ulstertals in der Hessischen Rhön. Schon bei ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1197 wurde der Ort als ‚Stadt‘ bezeichnet. Tann lag in der Vergangenheit meist an irgendeiner Staatsgrenze und wurde als Stadt mehrfach zum Spielball der Geschichte. Im Laufe der letzten 250 Jahre war Tann fuldisch, bayrisch, preußisch und seit 1945 hessisch. Bis 1990 wurde das Stadtgebiet halbinselartig von der Zonengrenze zur DDR umgeben. Heute befindet sich der staatlich anerkannte Luftkurort in der Mitte Deutschlands – weit entfernt von der nächsten Staatsgrenze.
Wenn man sich vom Ulstertal der Stadt nähert, sieht man zunächst das Schloss, das erhöht am Berghang steht. Der Adelssitz geht auf eine Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück. Die heutige Schlossanlage, die sich am Rande der Stadt befindet, besteht aus drei Flügeln, die sich um einen quadratischen Innenhof gruppieren. Die Schlossteile sind farblich benannt und repräsentieren jeweils eine Linie der Familie von der Tann, deren Stammhaus das Schloss ist. Das dreistöckige Rote Schloss auf der Stadtseite wurde 1558 im Stil der Renaissance erbaut, aber im späten 17. Jahrhundert barock umgestaltet. Auffällig ist der polygonale Turm, dessen oberer Teil im Fachwerkbau ausgeführt ist. Auch das zwischen 1680 und 1716 errichtete Blaue Schloss besitzt einen polygonalen, vierstöckigen Turm mit einem oberen Fachwerkausbau, der den Gebäudeflügel im Aussehen prägt. Das vierstöckige Gelbe Schloss, das an der Hangseite über dem Ulstertal thront, entstand zwischen 1699 und 1714.
In der historischen Innenstadt sind das wehrhafte Stadttor von 1557 mit seiner als Museum ausgebauten Wachstube, das hübsche Elf-Apostelhaus (um 1500) und die St. Nikolauskirche von 1742 besonders sehenswert. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch im Museumsdorf, das in der Sendung ‚Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hessens‘ (2007, hr-Fernsehen) den dritten Platz belegte sowie das Tanner Grenzmuseum mit einer Ausstellung über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. In den ehemaligen Kellerräumen der Schlossbrauerei präsentiert eine außergewöhnliche Ausstellung eingefärbte Holzspanbilder, die sich thematisch auf alte Tanner Sagen beziehen. Gleich daneben befindet sich die Fossilienausstellung SteinReich.

Sehenswertes:
 

Schloss Tann
Stadttor
Elf-Apostelhaus
Evangelische Stadtkirche
St.-Nikolauskirche
Naturmuseum Rhön
Freilichtmuseum ‚Rhöner Museumsdorf‘
Tanner Grenzmuseum
SteinReich & Sagenkeller
Kirche Habel
Kirche Neuswärts





Hilders

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ie hessische Marktgemeinde befindet sich auf 460 bis 800 m Höhe im reizvollen Ulstertal und im Naturpark Hessische Rhön. Nicht weit entfernt erhebt sich der höchste Berg des Mittelgebirges. Die 915 m hohe Wasserkuppe wurde auch als ‚Berg der Segelflieger‘ berühmt und ist über Wanderwege von Hilders aus gut zu erreichen.
Aus einem einst eher landwirtschaftlich und handwerklich strukturierten Ort hat sich Hilders heute zu einem modernen Mittelzentrum und einem staatlich anerkannten Erholungsort entwickelt. Auch die Ortsteile Batten-Findlos und Simmershausen besitzen den Status eines anerkannten Erholungsortes.
Einst thronten hier zwei mächtige Höhenburgen über den Tälern der Gemeinde. Beide sind inzwischen allerdings weitgehend verfallen. Die Ruine Auersburg auf dem Auersberg über Hilders geht wohl noch auf das 10. Jahrhundert zurück, wurde aber seit 1585 nicht mehr bewohnt. Die begehbaren Reste der ehemaligen Ritterburg besitzen eine Aussichtsplattform, von der man einen weiten Blick über die Rhönlandschaft genießen kann. Auf dem Gipfel des Tannenfels bei Brand stehen die Überreste der Burg Eberstein, einst Stammburg der Raubritter von Eberstein. Auf Anordnung des Bischofs von Würzburg und des Fürstabts von Fulda wurde die Burg bereits 1282 zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.

Sehenswertes:

Ruine Auersburg
Ruine Eberstein
Pfarrkirche St. Bartholomäus




Ehrenberg (Rhön)

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m Fuße der Wasserpuppe, dem höchsten Berg der Rhön und Geburtsort der deutschen Segelfliegerei, liegt die kleine Gemeinde Ehrenberg. Sie besteht aus den früher selbstständigen Dörfern Seiferts, Reulbach, Thaiden, Melperts und Wüstensachsen. Die meisten Ortsteile liegen an der Ulster, die nicht weit entfernt in der Hohen Rhön entspringt. Die Gemeinde liegt mitten im Naturpark Hessische Rhön und im Biosphärenreservat Rhön. Auch die Naturschutzgebiete Kesselrain, Steinkopf (888 m) und Schafstein (832 m) mit dem größten Basaltblockmeer der Rhön gehören zum Gemarkung. Bei so viel Natur verwundert es auch nicht, dass die Silberdiestel als typische Pflanze der Region als beherrschendes Motiv auf dem Wappen abgebildet ist.
Wüstensachsen ist der größte Ort der Gemeinde Ehrenberg und auch deren Verwaltungssitz. Seit 1983 ist er staatlich anerkannter Luftkurort. In Seiferts schildert ein firmeneigenes Museum im Kundenzentrum der Franz Carl Nüdling Basaltwerke die Geschichte des Basaltabbaus, der Rhön-Eisenbahn und der ehemaligen Zonengrenze. Die Ausstellung besitzt auch eine umfangreiche geologische Sammlung von Gesteinen, Mineralien und Fossilien aus der Rhön, darunter auch Saurierspuren, die sich im Sandstein und Muschelkalk erhalten haben.

Sehenswertes:

Museum der FCN Basaltwerke





Oberelsbach

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nmitten urtümlicher und naturbelassener Landschaft und im Zentrum der Rhön liegt die unterfränkische Marktgemeinde Oberelsbach. Der anerkannte Erholungsraum gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Im Haus der Langen Rhön klärt ein Informationszentrum über den Schutz und die Pflege des Lebensraumes Rhön und die Ziele des Reservates auf.
Die Vielfältigkeit der Rhöner Pfeifenherstellung wird im ersten Deutschen Tabakpfeifenmuseum dokumentiert. Die Ausstellung, die in einem in einem ehemaligen Schul- und Pfarrhaus von 1611 untergebracht ist, zeigt Tonpfeifen, Holzpfeifen, Meerschaumpfeifen und Porzellanpfeifen, zum Teil kunstvoll geschnitzt und phantasievoll verziert. Eine der Tabakpfeifen gehörte einst dem preußischem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I (1688-1740).
In Oberelsbach stehen noch mehrere denkmalgeschützte römisch-katholische Kirchengebäude. Die Kirche St. Kilian der Ältere wurde 1760 – 84 erbaut. Der Hochaltar konnte aus der zuvor abgebrannten Vorgängerkirche gerettet und übernommen werden. Im Ortsteil Gilolf steht das älteste Gotteshaus der Marktgemeinde. Die Kirche St. Ottilia entstand 1605. Der Hochaltar, die beiden Seitenaltäre, die Kanzel und das Taufbecken entstammen dem 18. Jahrhundert. In Unterelsbach steht die Kirche St. Simon und Judas, deren Langhaus 1810 fertig gestellt wurde. Der Kirchturm von 1617 war vom Vorgängerbau übernommen worden.


Sehenswertes:

Haus der Langen Rhön
Deutsches Tabakpfeifenmuseum
Kirche St. Kilian der Ältere
Kirche St. Ottilia in Ginolfs
Kirche St. Simon und Judas in Unterelsbach





Bischofsheim an der Rhön

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itten in der von kahlen Basaltkuppen und weiten Hochflächen geprägten Rhön, eingebettet zwischen dem Kreuzberg und dem Himmeldunk, liegt mit der Stadt Bischofsheim ein wahres Kleinod mit historischem Flair. Innerhalb der noch gut erhaltenen Stadtmauer wurden in der Altstadt rund 20 Holzskulpturen aufgestellt, die den besonderen Bezug der Stadt zur Tradition der Holzschnitzkunst dokumentieren, die hier seit vielen Generationen gepflegt wird. Der ‚Altstadtrundgang und Holzskulpturenweg‘ führt an diesen Figuren und an allen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei.
Das Wahrzeichen von Bischofsheim ist der 26 m hohe Zehntturm, von dem man einen herrlichen Überblick über die Stadt hat. Ursprünglich als Wehrturm einer spätromanischen Kirche im 13. Jahrhundert erbaut, diente er später als Wohnung für den Turmwächter. In dem davor stehenden alten Messmerhaus befindet sich heute die Touristeninformation, das daneben liegende Rentamt beherbergte einst den Amtssitz der fürstbischöflichen Amtmänner und später das Amtsgericht. Die nachgotische Stadtpfarrkirche St. Georg wurde 1607 als dreischiffige Basilika erbaut. Der Würzburger Fürstbischof Julius Echter, einer der glühendsten Verfechter der Gegenreformation, hatte persönlich den Grundstein für die neue Kirche gelegt. Der Markt bildet den Mittelpunkt der Altstadt. Die beiden Brunnen wurden im späten 16. Jahrhundert in der ehemaligen Bischofsheimer Eisengießerei gefertigt, der Nerbelstein am oberen Markt diente als Eichmaß für Getreide, aber auch als Pranger. Ein auffälliges Gebäude ist die rot getünchte Prokopiuskirche mit seinen goldenen bzw. blau-goldenen geschwungenen Turmaufsätzen. Die Orthodoxe Kirche war 1981 von griechischen Gastarbeitern gegründet worden.
Am Mühlenbach, der von der vor der Stadtmauer vorbeifließenden Brend abzweigt, stehen noch zwei alte Wassermühlen. In der Braunsmühle wurde noch in den 1970er Jahren Getreide gemahlen. Das Mühlenrad der Degetsmühle ist auch heute noch funktionstüchtig. Vor den Toren der Stadt befand sich einst an der Brend noch eine weitere Wassermühle, die jedoch im letzten Jahrhundert zum Wasserkraftwerk umgebaut wurde. Auf dem Gelände befindet sich heute ein Klanggarten mit verschiedenen Spiel- und Musikgeräten. Interessant ist auch ein Besuch in der kleinen Schaubrennerei, in der verschiedene alte Schnapsbrenn-Utensilien ausgestellt sind. Gerade außerhalb der Stadtmauer steht die im klassizistischen Stil erbaute evangelische Christuskirche und die 1727 gestiftete Josefskapelle, die zwischenzeitlich den Tuchmachern als Trockenhalle diente.
Als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Rhön gilt der Kreuzberg im Süden der Stadt. Der ‚heilige Berg der Franken‘ mit seinem Franziskanerkloster aus dem 17. Jahrhundert, der Wallfahrtskirche, dem Bruder Franz Haus mit der Ausstellung zum Thema Franz von Assisi und Gottes Schöpfung‘ und der Klosterbrauerei, in der das berühmte Kreuzbergbier gebraut wird, zieht nicht nur Wallfahrer, Urlauber und Ausflügler, sondern auch Gleitschirmflieger und im Winter Skifahrer an. Der mühsame Aufstieg zu den drei Kreuzen wird mit einem herrlichen Panoramablick belohnt!
Aber auch die anderen Stadtteile Bischofheims bieten reizvolle Sehenswürdigkeiten, wie die 1817 erbaute Kirche zur Katherina in Unterweißenbrunn mit ihrem mittelalterlichen Turmunterbau, die Kirche St. Peter und Paul in Wegfurt mit ihren alten Wandfresken und einem spätgotischen Sakramentshäuschen sowie die hoch über Bischofsheim gelegene Ruine der hochmittelalterlichen Osterburg. Die romanische Wehranlage war wohl noch bis in das 17. Jahrhundert als Amtssitz bewohnt, verfiel danach aber und geriet sogar vollständig in Vergessenheit, ehe sie Ende des 19. Jahrhunderts von Waldarbeitern eher zufällig wiedergefunden wurde.


Sehenswertes:

Zehntturm und altes Messmerhaus
Rentamt
Stadtpfarrkirche St. Georg
Markt mit Marktbrunnen und Nerbelstein
Holzskulpturen in der Innenstadt
Orthodoxe Kirche
Braunsmühle und Degetsmühle
Klanggarten
Josefskapelle
Schaubrennerei
Ruine Osterburg
Kreuzberg mit Franziskanerkloster
Kirche zur St. Katherina in Unterweißenbrunn
Kirche St. Peter und Paul in Wegfurt





Schönau a. d. Brend

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n malerischer und waldreicher Umgebung liegt im Tal der Brend inmitten der Rhön das Örtchen Schönau. Es wurde 1979 aus den zuvor selbständigen Gemeinden Schönau a. d. Brend und Burgwallbach gebildet. Beide Dörfer besitzen seit 1984 die Auszeichnung ‚Staatlich anerkannter Erholungsort‘. Der höchste Berg der Gemarkung ist mit 928 m der Kreuzberg. Schönau a. d. Brend zeichnet sich durch ein gesundes Mittelgebirgsklima und ein ausgedehntes Wanderwegenetz aus.
Im Jahre 1925 erfand Otto Feick (1890 – 1959) gemeinsam mit Gustav Janz in Schönau an der Brend das Rhönrad, das heute  als Turn- und Sportgerät weltweit bekannt und beliebt ist. Ein Denkmal am Fuße des Kirchbergs erinnert an den bekannten Sohn der Gemeinde. Hoch auf dem Berg thront die Julius-Echter-Kirche, benannt nach dem Fürstbischof von Würzburg. Das 1608 erbaute nachgotische Gotteshaus wurde dem hl Laurentius geweiht und ist mit Altären aus dem ehemaligen Kloster Bildhausen ausgestattet. Die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Burgwallbach wurde im Kern sogar noch etwas früher im Jahre 1571 errichtet. Das Langhaus der Chorturmkirche wurde später noch einmal barock überarbeitet.

Sehenswertes:
 

Rhönraddenkmal
Julius-Echter-Kirche
Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit in Burgwallbach





Bad Neustadt a. d. Saale

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m Zusammenfluss von Brend und Fränkischer Saale liegt die Kur- und Kreisstadt Bad Neustadt. Kaiser Karl der Große errichtete hier die Kaiserpfalz Salce (Salz), in der er damals den byzantinischen Kaiser Nikephoros I. empfing. Die genaue Lage der Pfalz ist heute allerdings nicht mehr bekannt, möglicherweise entspricht sie der Position der Salzburg. Der Legende nach soll Kaiser Karl seiner Gattin Fastrada versprochen haben, als Zeichen seiner Liebe im Tal eine Stadt in Herzform errichten zu lassen, als er auf dem Berg der Salzburg stand. Noch heute ist der herzförmige Grundriss Bad Neustadts erkennbar. Die mittelalterliche Stadtmauer, die die Altstadt umschließt, ist mit drei Rundtürmen und dem vorgelagerten Graben noch vollständig erhalten. Das 1578 erbaute Hohntor ist das Wahrzeichen der Stadt und leitet den Besucher direkt auf den langgestreckten viereckigen Marktplatz. Mit seinen beiden Brunnen ist er die gute Stube Bad Neustadts. Der historische Innenstadtbereich wird bestimmt durch Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhunderts sowie einigen noch älteren Giebelhäusern. Wesentliche Bauwerke der ehemaligen Ackerbürgerstadt sind die 1836 fertig gestellte Stadtpfarrkirche mit ihrem klassizistischen Turm und das ehemalige Karmelitenkloster, das wegen seiner barocken Innenausstattung als das städtische Schatzkästchen gilt.
Die hoch über der Stadt liegende Salzburg entstand im 11. Jahrhundert, um die wichtigen hier vorbeiführenden Handelswege zu überwachen. Die riesige Burganlage beherbergte einst sieben eigenständige Kleinburgen und war mit einer langen, hohen Mauer umfasst. Die Bedeutung der Mehrfamilienburg nahm erst im 18. Jahrhundert ab und Teile der Spornburg verkamen zur Ruine, andere wurden landwirtschaftlich genutzt. Auch heute noch wird die Burg teilweise privat bewohnt und ist daher nicht überall frei zugänglich.
Im Jahre 1232 taucht zum ersten Male der lateinische Name ‚nova civitas‘ (dt: neue Stadt) auf. Zuvor war die Siedlung ‚Obersalz‘ genannt worden. Den Zusatz ‚Bad‘ trägt die Stadt seit der Eingemeindung des Kurortes Neuhaus im Jahre 1934. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden im Kurviertel am Fuße des Salzberges das dreiflügelige Schloss Neuhaus, in dem heute ein Hotel untergebracht ist und die hübsch eingerichtete Schlosskapelle. 1853 wurde das erste Badehaus errichtet, um die bitter- und glaubersalzhaltigen Heilquellen zu nutzen und aus dem ehemaligen Schlosspark wurde der weitläufige Kurpark.
Im Stadtteil Brendlorenzen steht die romanische Kirche St. Johannes Baptista. Sie wurde auf den Grundmauern einer karolingischen Basilika errichtet, die bereits im Jahre 742 bestanden hat. Die Pfarrkirche gilt damit als eine der ältesten Kirchenbauten Deutschlands.


Sehenswertes:

Historische Altstadt mit Stadtmauer und Rundtürmen
Hohntor
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Karmelitenkloster
Salzburg
Ehemaliges Schloss Neuhaus mit Kurpark und Badehaus
Schlosskapelle Heiliges Kreuz in Neuhaus
Schloss Löwenhain
farrkirche St. Johannes Baptista in Brendlorenzen
Kirche St. Nikolaus in Herschfeld
Kuratiekirche Mariä Geburt in Lebenhan
Kirche St. Jakobus in Löhrieth





Bad Bocklet

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achdem hier im Jahre 1724 Deutschlands stärkste Eisenquelle entdeckt wurde, entwickelte sich der Markt Bocklet schnell zum beliebten Kurbad, das insbesondere auch die Fürstbischöfe von Würzburg zu schätzen wussten. Seit 1937 führt Bockelt den offiziellen Zusatz ‚Bad‘ im Ortsnamen. Die Quelle, auch Stahlquelle oder Balthasar-Neumann-Quelle genannt, besitzt neben ihrem außerordentlich hohen Eisenanteil viele Mineralstoffe sowie ungewöhnlich viel gelöste Kohlensäure, die eine belebende und stärkende Wirkung entfaltet. Ab 1760 entstanden die ersten fürstbischöflichen Kurbauten, darunter der Brunnentempel und der Kurgarten.
Bad Bocklet liegt in einer weiten Schleife der Fränkischen Saale. Auch das ehemals selbstständige Steinach, der größte Ortsteil Bad Bocklets, liegt in diesem wunderschönen Flusstal. Über dem ehemaligen Gemeindeteil Roth ruhen die Reste der mittelalterlichen Burg Steineck. Sie entstand um das Jahr 1200 und brannte nach einer Überlieferung im 15. Jahrhundert ab, ohne danach wieder aufgebaut zu werden. Auch im Ort befinden sich die Überreste einer alten Burg. Die einstige Talburg war im 13. Jahrhundert durch den Grafen zu Henneberg errichtet worden und wird heute auch ‚Altes Schloss‘ genannt. Unter Verwendung des alten Mauerwerkes entstand im 19. Jahrhundert der Neubau eines Wohnstallhauses. Das ‚Neue Schloss‘ wurde 1707 erbaut und diente als Sitz für den fürstbischöflichen Forstmeister. Die Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Katharina Steineck besitzt einen typischen romanischen Julius-Echter-Turm, der sich durch seinen hohen und spitzen Turmhelm auszeichnet. Zur Einrichtung gehört ein Kruzifix, das vom berühmten Holzschnitzer Tilman Riemenschneider gefertigt wurde.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Schloss Aschach mit seinen drei Museen. Das Anwesen steht über der Fränkischen Saale und ist schon von weitem über die Felder zu sehen. Schloss Aschau wurde ab 1165 durch die Grafen von Henneburg erbaut und diente lange als Residenz der Würburger Fürstbischöfe. Nachdem es während des Bauernaufstandes 1525 schweren Schaden nahm, wurde es nach dem Wiederaufbau als Verwaltungssitz und fürstbischöfliches Jagdschloss genutzt. 1874 erwarb es der Graf Friedrich von Luxburg (1829-1905) als Sommerschloss. Gemeinsam mit seinem Sohn und Nachfolger Graf Karl von Luxburg (1872-1956) richtete er das Anwesen neu ein. Die Ausstattung ist heute als Museum zu besichtigen und umfasst Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk, Silber, Porzellan, Möbel und ostasiatische Kunst. Das Volkskundemuseum im Neubau beschreibt das ländliche Leben in der Zeit zwischen 1850 und 1950 und das Schulmuseum im Gärtnerhaus von 1774 präsentiert die Einrichtung einer unterfränkischen Landschule im frühen letzten Jahrhundert.

Sehenswertes:

Fürstbischöfliche Kurbauten mit Brunnentempel und Kurgarten
Ruine Steineck
Altes und Neues Schloss Steinach
Kirche St. Nikolaus und St. Katharina Steinach
Schloss Aschach mit Graf-Luxburg-Museum, Schulmuseum und Volkskundemuseum



Bad Kissingen

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chon 1544 wurde Kissingen erstmals als ‚Bad‘ bezeichnet, doch erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zur eleganten,  vornehmen und weltberühmten Kurstadt.  Neben den Bayrischen Königen zählten unter anderen auch Otto von Bismarck, Zar Alexander II., Theodor Fontane, Leo Tolstoi, Karl Friedrich Schinkel, Alfred Nobel und die als ‚Sissi‘ bekannt gewordene Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn zu den  illustren Gästen. Die sieben Salzquellen, auf denen sich der Kurbetrieb gründete, waren schon im 9. Jahrhundert bekannt und die Salzgewinnung sicherte den Würzburger Fürstbischöfen über mehrere Jahrhunderte einen einträglichen Gewinn. Heute ist das bayrische Staatsbad der älteste Gradierstandort Europas und  nach einer EMNID-Umfrage der bekannteste Kurort Deutschlands. Zu den Kuranlagen gehören die blühenden Kurpark- und Gartenanlagen, mehrere Salinen, ein Kurtheater und Europas größte Wandelhalle. Das Wahrzeichen Bad Kissingens ist der Regentenbau. Prinzregent Luitpold von Bayern ließ das prachtvolle Gebäude 1913 errichten. Nach ihm wurden auch das Luipoldbad (1871) und der 1909 durch Tiefenbohrungen erschlossene Luipoldssprudel im Norden der Kurstadt benannt. Zu Ehren Otto von Bismarck richtete man in der Oberen Saline ein Museum ein, das sein Leben und Wirken als Reichskanzler nachzeichnet und die Geschichte der Kurstadt Bad Kissingen dokumentiert. In der Innenstadt stehen eine Reihe sehenswerter historischer Bauwerke, wie das Alte Rathaus, ein Renaissancebau von 1577, das Neue Rathaus, das inzwischen auch schon über 300 Jahre alt ist, die St.-Jakobus-Kirche aus dem 18. Jahrhundert und die Marienkapelle mit einer Pietà aus dem 14. Jahrhundert. Von der um 1350 errichteten Stadtmauer sind noch der Feuerturm und die Mauer am Eisenstädter Platz erhalten.
Hoch über der Stadt thront die Ruine Botenlauben. Die Höhenburg war um 1180 erbaut worden, brannte aber im Bauernkrieg 1525 aus und verfiel danach zusehends.  Heute ist der Burgrest das älteste Wahrzeichen der Großen Kreisstadt an der Fränkischen Saale, die im Jahre 2012 die Auszeichnung ‚Rosenstadt‘ verliehen bekam.

Sehenswertes:
 

Regentenbau
Luipoldbad und Casino
Wandelhalle
Kurtheater
Altes Rathaus
Neues Rathaus
Rosengarten
Luipoldsprudel
Wildpark Klaushof
Herz Jesu Stadtpfarrkirche
St. Jakobuskirche
Russisch-orthodoxe Kirche des Sergius von Radonesch
Marienkapelle
Feuerturm
Obere Saline mit Bismarck-Museum und Spielzeugwelt
Saline Kissingen
Kardinal-Döpfner-Museum in Hausen
Jüdisches Gemeindehaus mit der Dauerausstellung ‚Jüdisches Leben‘
Ruine Bodenlaube
Ludwigsturm auf dem Staffelberg
Wittelsbacher Jubiläumsturm
Bismarckturm Sinnberg





Euerdorf

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er Markt Euerdorf liegt im engen Tal der Fränkischen Saale. Teile der Gemarkung gehören zum Naturpark Bayrische Rhön. Euerdorf wurde schon 716 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und erhielt 1430 das Marktrecht. Teile der um 1600 entstandenen Stadtbefestigung sind zum Teil noch erhalten, darunter das obere Torhaus und ein alter Wehrturm.
Das alte Forsthaus wurde 1598 als Jagdschloss für die Fürstäbte von Fulda erbaut. Das Gebäude beherbergt heute das Museum Terra Triassica mit einer geologischen Ausstellung, die die Entwicklung der mainfränkischen Flora und Fauna nachvollziehen lässt.
Zu der historisch erhaltenen Bebauung des Marktes gehören das ehemalige Zehnthaus, die alte Saalebrücke aus dem 16. Jahrhundert und der bereits 1595 urkundlich erwähnte Gasthof ‚Zum Lamm‘.
Zwei besondere Ausflugsziele sind die Geologischen Erlebnispunkte. Die Saurierfährten gehören zu den spannendsten und reizvollsten Geotopen Bayerns. Die vor 250 Mio. Jahren entstandenen Fußabdrücke stammen von Archosauriern und sind in ihrer Großflächigkeit im Freistaat einmalig. Auch die sagenumwobenen Wichtelhöhlen gehören zu den geologischen Besonderheiten Euerdorfs. In den bis zu 10 m hohen Buntsteinblöcken haben sich durch Auswaschungen der Fränkischen Saale mehrere Hohlräume gebildet. An der so genannten Kanzel, einer markanten Felsformation, halten die Wichtel noch heute ihre Konvente ab, so die Legende…

Sehenswertes:

Museum Terra Triassica mit altem Forsthaus
Stadtbefestigung mit oberem Torhaus und Wehrturm
Zehnthaus
Gasthof ‚Zum Lamm‘
Alte Saalebrücke
Geotop Saurierfährten
Geotop Wichtelhöhlen
Kirche St. Johannes der Täufer Wirmsthal




Aura a. d. Saale

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ie kleinste selbstständige Gemeinde in Landkreis Bad Kissingen liegt idyllisch eingebettet in dem wunderschönen Saaletal am Fuße der Rhön und besitzt eine lange Tradition. Vor über 900 Jahren wurde das Benediktinerkloster ‚Uraugia‘ durch Bischof Otto von Bamberg gegründet. Obwohl das Kloster 1564 aufgelöst wurde, ist die ehemalige Klosterkirche St. Laurentius  auf dem Kirchberg auch heute noch das Wahrzeichen des hübschen Ortes. Die Kirchenruine und die Klostermauerreste stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert. Nachdem die Anlage im Bauernkrieg geplündert und angezündet wurde, erlitt sie im Markgräflerkrieg erneut schwerste Beschädigungen und wurde daraufhin nicht wieder aufgebaut.  Nur rund 500 Meter vom ehemaligen Kloster steht eine weitere Kirchenruine auf einer kleinen Anhöhe. Der Kirchenneubau wurde 1618 durch den Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen in Auftrag gegeben, aber aufgrund des beginnenden Dreißigjährigen Krieges nie vollendet.

Sehenswertes:
 

Ehemalige Klosterkirche St. Laurentius
Ruine Aura





Elfershausen

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as unterfränkische Elfershausen ist ein Markt im Landkreis Bad Kissingen. Der Ort an der Fränkischen Saale wurde bereits um das Jahr 800 als ‚Adalfrideshusen‘ erstmals schriftlich genannt.
Schon von weitem sieht man auf dem Pfaffenberg über dem Ortsteil Trimberg die Ruinen der alten Trimburg. Sie war bereits im 12. Jahrhundert durch die Herren von Trimberg erbaut worden. Die heutige Ruine besteht allerdings nur noch aus dem Rest des jüngsten Baus. Die älteren Teile der Höhenburg sind schon lange vollständig abgetragen. Im Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg war die Burganlage zweimal fast vollständig zerstört worden. Danach war die einstige Festung als repräsentatives Schloss ohne wehrhaften Charakter wieder aufgebaut worden. Über Jahrhunderte hatte die Trimburg zum Hochstift Würzburg gehört. Im Zuge der Säkularisierung wurde sie schließlich im frühen 19. Jahrhundert aufgegeben.
Die u-förmige Anlage des Schlosses Elfershausen beherbergt heute die Gemeindeverwaltung. Das Anwesen entstand 1562 und wurde 1600 noch einmal erheblich erweitert. Im frühen 18. Jahrhundert wurde das Schloss in barocker Form umgestaltet und erhielt so sein heutiges Aussehen.
Eine erste Kirche hatte es im Ortsteil Langendorf bereits nachweislich im Jahre 1025 gegeben. Die St.-Vitus-Kirche mit ihrem markanten Zwiebelturmhelm ist die Mutterpfarrei der umliegenden Dörfer. Das heutige Gebäude wurde allerdings erst 1830 im klassizistischen Stil fertig gestellt. Nur der gotische Chor aus dem 14. Jahrhundert war vom Vorgängerbau übernommen worden. Auch in den anderen Ortsteilen von Elfershausen gibt es noch eine Reihe von sehenswerten Gotteshäusern, die überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Sehenswertes:

Trimburg
Schloss Elfershausen
Saalebrücke
Kirche St. Maria
Kirche St. Vitus in Langendorf
Kirche St. Valentin in Engenthal
Kirche St. Elisabeth in Trimberg
Kirche St. Jakobus d. Ältere in Machtilshausen
Heilig Kreuz Kapelle in Machtilshausen
Schreinersch-Haus in Machtilshausen





Hammelburg

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aiser Karl der Große bestätigte im Jahr 777 mit einer Urkunde die Erlaubnis zum Weinanbau in Hammelburg. Damit gilt die Kleinstadt im Tal der Fränkischen Saale als der Geburtsort des fränkischen Weines. Auch heute noch ist Hammelburg bekannt für seine Weine, aber auch für seinen Garnisonsortsteil Lager Hammelburg mit seinem Truppenübungsplatz sowie für die Bayrische Musikakademie am Schlossberg, die 1980 direkt neben dem Franziskanerkloster Altstadt entstand. Das 1698 errichtete Konvent gilt mit der Klosterkirche als eines der schönsten Beispiele für den fuldischen Barock. Oberhalb der Klostergebäude und der Stadt thront das Schloss Saaleck, deren ältesten Bauteile noch aus dem 12. Jahrhundert stammen. An der ehemaligen fuldischen Amtsburg wurde einst der erste Weinberg bewirtschaftet. Die Weinfässer wurden dann in den großen Burgkellern gelagert. Ein Weinlehrpfad führt heute durch den alten Schlossweinberg.
Um 1250 war die mittelalterliche Stadtbefestigung entstanden. Von den einst 11 Wehrtürmen haben sich nur drei erhalten, darunter der Mönchsturm. Die anderen Turmbauten waren dem verheerenden Stadtbrand von 1854 zum Opfer gefallen. Auch das gotische Rathaus wurde beim dem Großfeuer fast vollständig zerstört. Erhalten blieb nur das mächtige Kellergewölbe sowie der östliche Treppenturm. Das heutige Rathaus wurde danach im neugotischen Stil wiederaufgebaut. Gemeinsam mit dem Marktbrunnen ist es das Wahrzeichen der unterfränkischen Kleinstadt und ein oft genommenes Fotomotiv. Das vierflügelige Kellereischloss, auch ‚Rotes Schloss‘ genannt, hatte dagegen den Stadtbrand überstanden. Es wurde 1726 bis 1731 als barocke Sommerresidenz für Fürstabt Adolph von Dalberg erbaut. Südlich vom Schloss steht die St. Johannes der Täufer-Kirche, die zwischen 1389 und 1461 entstand und in der noch Grabsteine aus dem 14. Jahrhundert liegen. Die Herrenmühle hat ihre Ursprünge bereits im Mittelalter. Die heutige barocke Fassade erhielt sie aber erst um 1700. Das Mühlengebäude beherbergt heute auf drei Etagen das Stadtmuseum mit einer umfangreichen Ausstellung über die Geschichte der Stadt und die des Weinanbaus in Hammelburg.

Sehenswertes:

Kellereischloss
Marktplatz mit Rathaus und Marktbrunnen
Stadtmuseum Herrenmühle
Kirche St. Johannes der Täufer
Stadtmauer mit Mönchsturm und Kunstgarten
Kloster Altstadt
Schloss Saaleck
Wehrkirche in Diebach
Dorfkirche St. Leonhard in Pfaffenhausen