Bad Laer




Bad Laer

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m Übergang zwischen Osnabrücker Land im Norden, Münsterland im Süden und Ostwestfalen im Osten liegt das Sole-Heilbad Bad Laer am Südwesthang des 208 m hohen Blombergs, einem Ausläufer des Teutoburger Waldes. Das Wahrzeichen, der ‚Griese Torn’ überragt die gemütliche Innenstadt. Der um 1050 erbaute romanische Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien ist der einzige mittelalterliche Turm im Osnabrücker Land, der ein Satteldach mit Treppengiebel besitzt. Die Kirche ist von einer Kirchhofsburg umgeben. Ein Ring von Häusern umgibt das Gotteshaus. Ursprünglich standen diese so dicht, dass sie einen geschlossenen Wall nach außen bildeten. Wie es sich für einen modernen Kurort gehört, bietet Bad Laer vielfältige Möglichkeiten zum Radwandern, Wandern, Reiten und für Nordic Walking. Die natürliche Sole wurde bis 1973 aus der alten Martinsquelle versorgt. Heute wird sie aus 160m Tiefe gefördert.

Sehenswertes:

placeholder2Das Heimatmuseum von Bad Laer zeigt verschiedene Exponate aus der Geschichte des Ortes. So wird im ‘Leinenraum’ ein Webstuhl aus dem 18. Jahrhundert gezeigt. Eine Besonderheit aber ist die sogenannte ‘Geschiebesammlung’, eine Kollektion von Findlingen, die ursprünglich aus dem skandinavischen Raum und dem Ostseegebiet stammen. In der Eiszeit wurden sie von Gletschern soweit nach Süden verschoben, bis sie hier in Bad Laer im Bereich der Heideseen und des Kalvarienberges zum Liegen kamen.

placeholder2Seit dem Beginn des 12. Jahrhunderts wurden viele Kirchhofsburgen errichtet, so wie es eine auch in Bad Laer gibt. Sie wurden damals auch Spiekerburgen genannt. Um sich gegen Feuer und Überfälle zu schützen, baute man um die Kirche herum einen Kreis von Häusern, die so dicht beieinander standen, dass sie ein Bollwerk nach außen bildeten. Die Kirchhofsburg am Thieplatz ist noch recht gut erhalten.

placeholder2Der 208 Meter hohe Blomberg bietet als Erholungsgebiet eine ganze Anzahl von Spatzier- und Wanderwegen mit verschiedenem Schwierigkeitsgrad. Blomberg bedeutet auf Niederdeutsch Blumenberg. Das hat seine Ursprung darin, dass hier in der Kreidezeit mehrere Kalkablagerungsschichten entstanden, die sehr nährstoffreich sind. So siedelten sich hier neben Buchenwäldern und zahlreichen Sträuchern auch eine Vielzahl verschiedener Blumen an, wie Bingelkraut, Aronstab, Perlgras, Waldmeister, Wurmfarn, Veilchen, Goldnessel, Bärlauch und sogar Orchideen.

placeholder2Mitten im Niemandsland, zwischen den Ortschaften Bad Laer, Versmold und Füchtorf liegt das Dreiländereck. Nichts deutet mehr darauf hin, dass hier einmal eine Staatsgrenze existierte, an der sich Kulturen, Religionen und Wirtschaftsräume schieden. Hier trieben bewaffnete Schmugglerbanden ihr Unwesen, Räuberbanden benutzten diese Gegend als Unterschlupf, um Handelsreisende zu überfallen. Hier am Dreiländereck trafen bereits im 13. Jahrhundert die Grenzen des Bistums Münster, des Hochstifts Osnabrück und die Grafschaft Ravensberg aufeinander. Über die Jahrhunderte war die Gegend ständigen regionalen Konflikten ausgesetzt. Im Jahre 1609 schließlich fiel die Grafschaft Ravensberg an das Kurfürstentum Brandenburg, aus dem 1701 das Königreich Preußen wurde. Später, im Jahre 1815, wurde auch Münster preußisch, Osnabrück folgte 1866. So wurde die Staatsgrenze am Dreiländereck aufgehoben. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde Preußen aufgelöst. Bei der Neuordnung der Länder im Jahre 1946 wurden die alten Grenzlinien wieder aufgenommen, um neue Länder und Landkreise zu markieren. So trafen fortan an dieser Stelle die Kreise Warendorf, Halle und Osnabrück aufeinander, außerdem trennt hier die Grenze die neu geschaffenen Länder Nordrhein-Westfalen (Warendorf und Halle) von Niedersachsen (Osnabrück). Bei der Gebietsreform 1972 ging Halle im Kreis Gütersloh auf. Auf einem alten Grenzstein findet man noch die Buchstaben ‘P’ für Preußen und ‘H’ für Hannover.

placeholder2Der höchste Punkt auf der Straße nach Glandorf markiert den Kalvarienberg. Auf der linken Seite entdeckt man eine uralte, verkrüppelte Linde. Sie verdankt ihre merkwürdige Wuchsform der Ursache, dass man einst ihre Krone kappte, um an dieser Stelle eine Kanzel anbringen zu können. Der Baum wird daher auch ‘Prediger-Linde’ genannt. Vor dem Baum steht das ‘Buschkotten Krüß’. Dieses Kreuz wurde vom Bauern Buschkotte im Jahre 1829 errichtet, nachdem sein Sohn an dieser Stelle von einer Gesichtsrose geheilt wurde. Gegenüber schließt sich ein Kreuzweg an, der vom Schulvikar Sommer Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Bereits im 13. Jahrhundert hatten hier die Gemeinden Laer und Glandorf gemeinsame Gottesdienste abgehalten. Sommer errichtete den 275 Meter langen Kreuzweg gemeinsam mit seinen Schulkindern. Das Land hatten einige Bauern zur Verfügung gestellt, entscheidende finanzielle Hilfe erhielt er von einigen nach Amerika ausgewanderten Bürgern. Aus diesem Grund wird die neugotische Kapelle auch ‘Auswandererkapelle’ genannt. Sie wurde 1861 errichtet. Im gleichen Jahr tauschte man die 14 ursprüngliche hölzernen Stationsbilder aus dem Jahre 1857 gegen wetterfeste Steinplastiken aus. Alten Überlieferungen zufolge befand sich hier auf dem Kalvarienberg bereits früher eine germanische Fluchtburg sowie in späteren Jahren eine Gerichts- und Kultstätte.

placeholder2Auf einer Waldlichtung des Blomberges befindet sich in einem Fachwerkhaus seit 2000 einen Lehrbienenstand. Er bietet eine liebevoll zusammengetragene Ausstellung mit imkerlichen Utensilien. In einem Schaukasten kann man ein Minivolk und Großvölker mit je 50 bis 70.000 Immen bestaunen.

placeholder2Der große Thieplatz mit seinen kleinen Grünanlagen und seinen Wasserspielen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Er gehört im gesamten niedersächsischen und westfälischen Siedlungsgebiet zu den wenigen Orten, wo noch der historisch ursprüngliche Kern erkennbar ist. An ihm sind noch einige kulturhistorisch wichtige Bauten erhalten, wie  das Fachwerkhaus Beutelmann, das Wohn- und Wirtschaftsgebäude Richard sowie das Hotel Storck. Die ältesten aus Stein gebauten Häuser des Thieplatzes sind das Haus Blase und das Haus Heimsath.

Schon vor Jahrtausenden sollen hier kultische Spiele betrieben worden sein. Am ersten Ostertag fanden auf dem Thie bis in die frühere Vergangenheit Schlagballspiele statt. Hier war das Dorfzentrum, hier fanden unter freiem Himmel die Versammlungen statt, hier wurde Gericht gehalten. Im Mittelalter diente der Thie auch als Übungsplatz für die Bauernwehr. Im 18. Jahrhundert, zur Zeit der aufstrebenden Leinenweberei fand in Laer auf dem Thie ein großes Wettspinnen mit anschließendem Volksfest statt.

Der Thieplatz umfasste im Mittelalter auch den heutigen Paulbrink, wo der Schandpfahl stand. Daher leitet sich der Name ab: ‘Pauol’ ist niederdeutsch und bedeutet ‘Pfahl’.

placeholder2Der Kurort Bad Laer besitzt mit der Martinsquelle eine natürliche und heilende Sole. Von 1938 bis 1973 nahm man das Wasser aus der ‘Alten Martinsquelle’, danach wurde es aus 160 Meter Tiefe aus der ‘Neuen Martinsquelle’ gefördert. Die aus der Martinsquelle austretende Solewasser speist sowohl das unterhalb liegende Wassertretbecken als auch den Glockensee.

placeholder2Im 17. und 18. Jahrhundert war das Spinnen und Weben eine vorrangige Erwerbsquelle für die Bevölkerung der Region. Das Leinen aus dem Ort Laer hatte einen hervorragenden Ruf. So entwickelte sich Laer zum wichtigen Leinenzentrum im Osnabrücker Land. An das Leinengewerbe erinnert heute auf dem Paulbrink die Statue eines Leinenwebers.

placeholder2Der Griese Torn, der romanische Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien ist das Wahrzeichen von Bad Laer. Er besitzt anstatt einer Kirchturmspitze ein Satteldach mit Treppengiebel, was einzigartig im Osnabrücker Raum ist.

Geschichtlicher Ablauf

1010 – 50

Bau des Griese Torn. Die Quader aus Laerschen Sinterkalk geben eine Mauerdicke von 2 Metern. Das zeugt von dem Umstand, dass der Turm nicht nur kirchlichen Zwecken, sondern auch dem Schutz der Bürger diente. In der unteren Hälfte des Turmes sind sogar Schießscharten zu erkennen, was den wehrhaften Charakter des Turmes noch einmal betont. Das ursprüngliche Kirchenschiff existiert nicht mehr.

1871-73

Bau der Hallenkirche. Sie besteht aus drei Längsschiffen und vier hohen Jochen im Langhaus. Eingeweiht wurde sie 1874.

1924

Einbau der Buntfenster aus Kevelaer

1939

Neuerrichtung der Portale

1949

Guss der Bronzeglocken. Das Gewicht der größten Glocke beträgt 2110 kg.

placeholder2Nach dem großen Brand von 1767 wurde in Laer der Notbrunnen gebaut. Dieser war ein großes, offenes Wasserbecken mit einer Steintreppe. So konnten die Bürger beim Ausbruch eines Brandes sofort mit dem Löschen beginnen. Am Südrand des Paulbrinks erinnert noch eine Holzverschalung an diese Besonderheit.

placeholder2Der Sage nach ließen Laerer Bürger eine Glocke für ihren Kirchturm gießen. Der Guss gelang zwar, aber man hatte vergessen, die Glocke weihen zu lassen. Beim ersten Glockengeläut erschien der Teufel unter tosendem Brausen und riß die Glocke aus dem Turm, um kurz darauf mit der Glocke in der Tiefe der Salzquelle zu verschwinden. Lange Zeit sollen die Schäden am Turm, die der Teufel hinterließ, noch zu sehen gewesen sein. Und lange Zeit blieb der Kirchturm verwaist und es läuteten keine Glocken. Aber an hohen Feiertagen tönte die im See versenkte Glocke leise aus dem Untergrund als Mahnung, Gott niemals zu vergessen! Das soll sie angeblich noch heute noch tun, aber nur, wenn ebenfalls die inzwischen wieder installierte und diesmal auch geweihte Glocke vom Turm der Marienkirche erklingt.

placeholder2Einer Sage aus dem 12. Jahrhundert nach lebte im Norden von Laer, in Westerwiede, ein Bauer, der insbesondere bei schlechtem Wetter über den langen und beschwerlichen Weg zur Kirche fluchte. An einem Weihnachtsmorgen, als es stürmte und schneite, und der Bauer wieder schimpfend auf seinem Wege zur Kirche war, trat der Teufel an ihn heran und bot ihm im Austausch für seine Seele an, eine Kirche ganz nah an seinem Hofe zu bauen. Er solle nur die Frist bestimmen. Der Bauer entgegenete: ‘Sobald der erste Hahnenschrei am Morgen ertönt, soll die Kirche fertig sein’. Mit Hilfe aller bösen Geister fing der Teufel an, Quader und Steine für den Bau der heranzutragen. Die Kirche gewann rasch an Gestallt, und der Bauer bekam es mit der Angst zu tun. Schließlich fehlte nur noch der Schlußstein. Da schickte der Bauer ein Stoßgebet zum Himmel und rief: ‘Gott, hilf mir!’. Und Gott sendete ihm den rettenden Gedanken – er rief laut ‘Kikeriki!’ Der Teufel, der gerade mit dem Schlußstein angeflogen kam, schleuderte diesen voller Wut gegen die unvollendete Kirche, so dass diese in sich zusammenfiel. Die Trümmer blieben bis heute liegen und wurden fortan die Teufelssteine genannt. Einer anderen Sage nach hat der Teufel in einem im heutigen Kurpark liegenden Findling seinen Handdruck hinterlassen.

placeholder2Der Kurpark von Bad Laer bildet einen besonderen Anziehungspunkt des Ortes. Er gilt als besonders schön und wurde als Erlebnis-Kurpark ausgebaut.

Zwei Seen befinden sich im Park. Im Springmeyers Kolk entspringt eine Solequelle, die das Wasser außergewöhnlich färbt. Es fließt weiter durch den Salzbach in den Glockensee – so genannt, weil der Teufel hier einmal eine Kirchenglocke versenkt haben soll. Hier befindet sich auch das historische Restaurant „zur Mühle“ mit seiner gehobenen, mediterran geprägten Küche. Am Glockensee hat sich bereits nachweislich im 16. Jahrhundert eine Mühle befunden, ein Mühlenrad wird noch bis heute durch das fließende Gewässer angetrieben.

Eine Besonderheit des Kurparkes ist der Gradier-Pavillon. Hier rieselt hochprozentige Sole direkt aus der Martinsquelle durch vier Meter hohe Reisigwände. Die Salze zerstäuben dabei zu feinstem Nebel und bilden so ein wohltuendes, meerähnliches Klima. Das stimuliert die Durchblutung der Lunge und den Sauerstofftransport ins Blut auf natürliche Weise. Auf diese Weise werden Atemwegserkrankungen, Pollenallergien und Erkältungskrankheiten gelindert.

Der Eiskeller, ein ehemaliger Salzbergstollen unweit des Kolks, wurde bereits im 19. Jahrhundert im Sommer als Kühlraum für Getränke genutzt.

Fühlen Sie im Barfußpark mit Ihren Sinnen und Ihren Füßen den besonderen Reiz von Holz, Steinen, Rindenmulch, Gras, Lehm und Wasser. Spüren und unterscheiden Sie kalt und warm, trocken und feucht. Daneben haben Sie die Möglichkeit, im Wassertretbecken etwas für Ihre Gesundheit zu tun und nach kneippschen Grundsätzen Ihre Vitalität zu stärken.

Das umfangreiche Angebot des Erlebnis-Kurparks umfasst darüber hinaus einen Bewegungsparcours, der zum Trimmen, Turnen und Joggen einläd, einen Irrgarten, den Garten der Sinne, einen Spielplatz für die Kleinen, eine Kapelle und eine Bühne für Kurparkkonzerte.

placeholder2Im Zentrum des Ortes an der Remseder Straße, direkt neben dem Kurpark gelegen, befindet sich der Daliengarten. In einem 8000 m2 großen, weitläufigen Park blühen farbenfroh die herrlichsten Dahlien. Ihre Blütezeit beginnt Mitte Juli und endet beim ersten Nachtfrost. Die Sortenvielfalt dieser prächtigen Blumenart ist schier unüberblickbar, einige Stauden werden bis zu drei Meter hoch. Die atemberaubende Blütenpracht des Gartens lockt im Sommer viele Besucher an.



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