Werse Rad WegWerse-Radweg-Logo

D

Die Werse ist ein kleiner Fluss, der in den Beckumer Bergen aus drei Quellbächen entsteht und nach 67 Kilometern nahe Münster in die Ems mündet. Nach diesem Fluss ist ein 2007 eröffneter Radfernweg benannt, der sich den Radwanderer durch drei verschiedene Landschaftsformen führt:: durch eine hügelige Region im Osten, eine Parklandschaft mit Wiesen und Wäldern im mittleren Abschnitt und durch saftige Auewiesen nahe der Mündung. Ein blaugrünes W auf gelbem Grund zeigt den Verlauf des Weges an, der die Ems-, Werse- und Lippe-Regionen miteinander verbindet. 34 Info-Tafeln weisen auf Besonderheiten am Wegesrand hin, auf Obstplantagen, auf Steinbrüche oder die alte Zeche „Westfalen“. Der 125 Kilometer lange Werse-Rad-Weg führt durch eine liebliche Landschaft mit sehenswerten Haltepunkten. Auf dem Damm einer ehemaligen Zechenbahn verläuft ein Abstecher über 16 Kilometer zwischen Ahlen und Hamm. Er verbindet als Zubringer die Großstadt am Rande des Ruhrgebietes mit der ursprünglichen Route des Werse-Rad-Weges.


Charakteristik:

Der Schwierigkeitsgrad des Werse Rad Weges ist leicht. Er ist überwiegend flach und daher auch für Familien mit Kindern gut geeignet. Nur in den Beckumer Bergen ist mit einigen moderaten Steigungen zu rechnen, wobei der längste  und anspruchsvollste  Aufstieg der nac h Stromberg ist. Meist führt die Wegstrecke über wenig befahrene Nebenstraßen und gut ausgebaute Feldwege, den für das Münsterland typischen ‚Pättkes‘.  Zwischen Beckum und Ahlen wurde die Werse in den letzten Jahren renaturiert. Über weite Strecken, die der Radweg direkt am neuen Flussbett verläuft, ist der unbefestigte Radweg mit wasserabweisenden Schotter versehen und gut befahrbar.


Ortschaften entlang der Route

Rheda / Wiedenbrück / Oelde / Beckum  / Ahlen / Hamm / Drensteinfurt / Sendenhorst / Münster

DOWNLOADS:
Alle Download Optionen Gesamtpaket (gpx)

 


 

 

 




Rheda

R
heda-Wiedenbrück ist eine Doppelstadt im östlichen Westfalen, die im Jahre 1970 durch die Zusammenlegung der vormals selbstständigen Städte Rheda und Wiedenbrück entstand. Die Ems verbindet beide Stadtteile. In der Emsaue zwischen Rheda und Osnabrück fand 1988 die Landesgartenschau statt. Heute wird der frei zugängliche Landschaftspark ‚Flora-Westfalica-Park’ genannt. Der Stadtteil Rheda wird geprägt durch sein prächtiges Wasserschloss. Der älteste Teil des auf einem großen Erdhügel errichteten fürstlichen Anwesens ist der wuchtige romanische Torturm, der noch aus der Stauferzeit stammt. Danach haben mehrere Epochen, wie Renaissance und Barock, ihre baulichen Spuren hinterlassen. Leider sind im Zuge der baulichen Neugestaltung der des Zentrums Anfang der 1970er Jahre einige historische Bauten unwiederbringlich verloren gegangen. Dennoch blieben einige schmale Gässchen abseits des Verkaufstreibens mit Fachwerkhäuschen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert im ursprünglichen Zustand erhalten.

Sehenswertes:

Die fürstliche Residenz Schloss Rheda gehört zu den schönsten Wasserschlössern Westfalens. Das Anwesen wurde auf einem riesigen aufgeschütteten Erdhügel, einer Motte, errichtet. Die Bausubstanz entstammt verschiedenen Epochen. Der wuchtige ehemalige Torturm beherbergt eine Doppelkapelle und stammt noch aus der Stauferzeit. Nach 1400 wurde der ‚lange Turm’ im Osten der Anlage errichtet. Der südliche Flügel mit der zum Innenhof offenen Galerie wurde im Renaissancestil erbaut. Die daneben liegende Torhalle entstammt dem 18. Jahrhundert, wie auch der repräsentative Haupttrakt in seinen zurückhaltenden barocken Formen. Das Schloss wird noch heute von der Fürstenfamilie zu Bentheim-Tecklenburg bewohnt, ist aber im Zuge von Gruppenführungen zu besichtigen. Dabei werden auch der Weiße Saal und die Tapetenzimmer im Barocktrakt sowie das Spielzeug- und Kutschenmuseum gezeigt. Die Orangerie im Schlosspark steht für standesamtliche Trauungen zur Verfügung und kann, ebenso wie die Schlossmühle, für Veranstaltungen angemietet werden. In der Schlossmühle befindet sich heute ein Café.

  

Geschichtlicher Ablauf

11.Jhd.

Auf einer riesigen Motte wird eine Burg zur Sicherung des Emsüberganges errichtet.

12./13. Jhd.

Das Anwesen kam an den Edelherren Bernhard II. zur Lippe. Dessen Sohn Hermann II. zur Lippe baut die Burg zur Familienresidenz aus. Der romanische Torturm mit seiner Doppelkapelle stammt noch aus dieser Zeit.

1365

Durch Heirat fällt die Burg dem Haus Tecklenburg zu. Rheda wurde nur als Nebensitz genutzt.

Nach 1400

Bau des Wohnturmes, auch ‚langer Turm’ genannt, im Osten der Anlage.

16. Jhd.

Graf Konrad von Tecklenburg führt die protestantische Lehre in Rheda ein.

1557

Die Grafen von Bentheim erben die Herrschaft Rheda.

17. Jhd.

Ausbau des Schlosses zur gräflichen und später fürstlichen Residenz durch die Familie Bentheim-Tecklenburg. Der südliche Renaissanceflügel entsteht mit der offenen Galerie zum Innenhof und dem doppelgeschossigen Erker.

1719

Bau der Torhalle zwischen Stauferkapelle und dem Renaissanceflügel. Dieses Tor löste den vorherigen Haupteingang unterhalb der Kapelle ab, der daraufhin zugemauert wurde.

1745-56

Bau des repräsentativen Barocktraktes mit Mittelrisalit und Freitreppe.

1780

Das Hoftheater entsteht.

1808

Die Herrschaft Rheda wird dem Großherzogtum Berg zugeschlagen.

1817

Graf Emil Friedrich zu Bentheim-Tecklenburg wird von König Friedrich Wilhelm III. in den erblichen preußischen Fürstenstand erhoben.

In einem 1734 erbauten Vierständerbau befindet sich heute das Leineweber- und Trachtenmuseum. Es zeigt eine private Sammlung von alten Geräten des Leineweberhandwerks sowie eine stattliche Anzahl historischer Trachten und Hauben. Ein funktionstüchtiger Webstuhl veranschaulicht die Arbeit der damaligen Zeit.

Die Stadtkirche gilt als eine der frühesten protestantischen Kirchenbauten Westfalens. Nachdem in Rheda 1527 die Reformation eingeführt wurde, erweiterte man ab 1611 eine Vorgängerkapelle zu einer dreischiffigen Hallenkirche mit gotischen Elementen. Der Westturm wurde 1654 fertig gestellt. Bemerkenswert an der Inneneinrichtung sind ein achteckiges Taufbecken von 1567, zwei Epitaphien, sowie Teile eines Chorgestühls aus dem anfänglichen 17. Jahrhundert.

Die katholische Kirche St. Johannes Baptist ist ein moderner Kirchenbau aus roten Backsteinen mit einem schmalen Betonturm. Das Gotteshaus entstand zwischen 1964 und 66 als Vikarie nach Plänen von Gottfried Böhm und vertritt eine neuzeitliche Architektur, die sich von der Sakralbauten der Vergangenheit selbstbewusst abhebt. Im Jahre 1974 wurde die Kirche zur eigenständigen Pfarrgemeinde erhoben.

Die katholische Pfarrkirche St. Clemens wurde 1910 im neuromanischen Stil fertig gestellt. Auffällig sind ihre mächtigen Doppeltürme mit ihren leicht gewölbten Spitzhauben. Bemerkenswert ist die Orgel des Gotteshauses. Sie wurde zwar erst 1984 hergestellt, aber in das Hauptgehäuse der alten barocken Orgel aus dem 17. Jahrhundert eingepasst, so dass ein modernes Musikinstrument in einer historischen Verschalung entstand.

Unweit des fürstlichen Wasserschlosses Rheda befindet sich, von Bäumen umringt, ein fast 300 Jahre altes kleines Fachwerkgebäude, das Bleichhäuschen. Wo früher Wäsche gebleicht wurde, entstand 1990 ein offenes Atelier in Form einer Künstlerwerkstatt. Hier kann man Künstlern bei der Arbeit zusehen, und es finden Kunstkurse, Projekte und Ausstellungen statt.

Die Landesgartenschau fand im Jahre 1988 in den Emsauen von Rheda-Wiedenbrück statt. Das weitläufige Parkgelände, welches sich zwischen den beiden Stadtkernen Rheda und Wiedenbrück befindet, umfasst eine Größe von 60 ha und wird heute ‚Flora Westfalica’ genannt. Zu dem Landschaftspark gehört auch ein Abschnitt des Schlossgartens Rheda. Die Parkanlagen sind allesamt frei zugänglich. Besonderer Anziehungspunkt für Kinder ist der Wasserspielgarten, in dem man in großen Bottichen über einen See schippern und in einem Tiergehege Ziegen, Heidschnucken und Schweine beobachten kann.



Radrouten die durch Rheda führen:

Werse Rad Weg
EmsRadweg
LandesGartenSchauRoute




Wiedenbrück

R
heda-Wiedenbrück ist eine Doppelstadt im östlichen Westfalen, die im Jahre 1970 durch die Zusammenlegung der vormals selbstständigen Städte Rheda und Wiedenbrück entstand. Die Ems verbindet beide Stadtteile. In der Emsaue zwischen Rheda und Wiedenbrück fand 1988 die Landesgartenschau statt. Heute wird der frei zugängliche Landschaftspark ‚Flora-Westfalica-Park’ genannt. Wiedenbrück wurde erstmals 785 urkundlich erwähnt. Im Jahre 952 erhielt es durch Kaiser Otto das Markt-, Münz- und Zollrecht. Möglicherweise hat es hier einen Königshof gegeben. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung blieb jedoch nur die Ruine des so genannten Pulverturms erhalten. Dafür bewahrte man einen wesentlichen Teil der historisch gewachsenen Innenstadt mit seinen reich verzierten Fachwerk- und Dielenhäusern. Die sehenswerte Altstadt gruppiert sich um das Alte Rathaus von 1619 und den Marktplatz herum. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Wiedenbrück zu einer Künstlerstadt. Zeitweilig wurden in 30 Werkstätten und Ateliers Ausstattungsgegenstände und sakrale Kunstwerke für die neu errichteten Kirchen im weiteren Umkreis geschaffen. Für diese kunsthandwerklichen Arbeiten wurde der Begriff ‚Wiedenbrücker Schule’ geprägt.

Sehenswertes:

Die St.-Aegidius-Kirche in Wiedenbrück besitzt eine lange Geschichte. Wiedenbrück gehörte zu den Urpfarren des Bistums Osnabrücks und war Zentrum der christlichen Missionierung des Emslandes. Um 785 wurde bereits eine erste Kapelle gebaut, mehrere Kirchenneu- und Umbauten folgten. Die heutige Pfarrkirche ist im unteren Teil noch romanisch gestaltet und schließt im oberen Teil mit gotischen Elementen ab. Der 54 m hohe Turm entstand erst Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem der alte wegen Baufälligkeit abgebrochen worden war. Er dominiert das äußere Erscheinungsbild des Gotteshauses und wird von einer neobarocken Haube bekrönt.

Die katholische Pfarrkirche befindet sich im Ortskern von Wiedenbrück. Sie wurde den Heiligen Ursula und Maria geweiht und wird von den Mönchen des angrenzenden Franziskanerklosters betreut, daher sind für das Gotteshaus auch die Namen Franziskanerkirche, Paterskirche und St-Ursula-Kirche gebräuchlich. Die heutige Marienkirche besaß einen romanischen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert, auf dessen Resten sie 1470 errichtet wurde. Noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde sie vom Jesuitenorden genutzt, ehe sie 1644 mit der Gründung des Klosters den Franziskanern übertragen wurde. Kurz darauf entstand der über die Strasse führende markante Verbindungsbogen, der Klostergebäude und Kirche miteinander verbindet. Trotz des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, der zur Auflösung der meisten Klöster führte, blieb das Franziskanerkloster in seiner Funktion erhalten und wurde Ende des 19. Jahrhunderts sogar noch ausgebaut. Heute beherbergt das Franziskanerkloster Wiedenbrück ein bundesweites Noviziat. Junge Männer, die dem Franziskanerorden beitreten, verbringen hier ihre ersten Jahre.

Das historische Rathaus von Wiedenbrück befindet sich direkt am Marktplatz. Der zweistöckige Fachwerkbau mit seinem Krüppelwalmdach entstand 1619 und wurde im Jahre 1790 noch einmal umgebaut. Dabei erhielt es seine marktseitige Fassade, über dessen Portal sich das Wappen des Fürstbischofs von Osnabrück befindet. Noch heute dient das Rathaus der Stadtverwaltung und für standesamtliche Trauungen. Um das Alte Rathaus und den Marktplatz herum gruppiert sich die sehenswerte Altstadt mit ihren vielen reich verzierten Fachwerkhäuschen. Charakteristisch für Wiedenbrück sind die so genannten Dielenhäuser. Ihre wuchtigen, der Straße zugewandten Tore erstrecken sich über zwei Stockwerke und bilden den Zugang in den hohen Dielenraum.

Das einzige Relikt der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer von Wiedenbrück ist der so genannte Pulverturm. Aber auch von ihm ist nur noch eine Ruine erhalten. Einige Schießscharten zeugen noch von seiner ehemaligen Wehrhaftigkeit. Aus Backsteinen errichtet, war der Turm einst doppelt so hoch und nach oben hin geschlossen. Der Pulverturm liegt direkt an der Ems und am Mühlenwall und stammt aus dem 15. oder frühen 16. Jahrhundert. Ein genaueres Datum seiner Erbauung ist nicht bekannt. Entgegen seinem Namen wurde er aber wohl nie als Lagerstätte für Schießpulver genutzt.

Nach 1850 kam es, bedingt durch die stark steigende Bevölkerungszahl, zu einem vermehrten Bau von Kirchen. Kleine Gotteshäuser wurden vergrößert, neue Pfarren wurden zusätzlich geschaffen, um alle Gemeindeglieder aufnehmen zu können. Aber die neuen Kirchen brauchten auch eine neue Ausstattung: Altäre und Altarbilder, Kanzeln, Chorgestühl und Beichtstühle, aber auch Kreuzwegbilder. So bildete sich ab 1864 in Wiedenbrück eine Ansammlung von Werkstätten und Ateliers, die dieser Nachfrage nachkamen und sich auf die Inneneinrichtung von Kirchen und auf sakrale Kunst spezialisierten. Zeitweilig firmierten in der Stadt 30 Werkstätten. Für diese kunsthandwerklichen Arbeiten bildete sich der Begriff ‚Wiedenbrücker Schule’. Sie machte Wiedenbrück weithin als Künstlerstadt berühmt und hatte seine Hochzeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Einer der bekanntesten und bedeutendsten Künstler der Wiedenbrücker Schule war Bernhard Hoetger. Er leitete zwei Jahre lang eine Werkstatt und machte sich dann später als Worpsweder Künstler und als Erbauer der Bremer Böttcherstrasse einen Namen. Beispiele für die Wiedenbrücker Schule finden sich auch in der St-Aegidius-Kirche und der St.-Marienkirche in Wiedenbrück sowie der St. Clemenskirche in Rheda. Das Wiedenbrücker Schule Museum geht auf diese kunsthandwerkliche Stilrichtung ein. Es beschreibt ihre Entwicklung, widmet sich den Künstlern und zeigt eine Vielzahl von Exponaten. Darüber hinaus hat auch der Bestand des ehemaligen Heimatmuseums Wiedenbrück mit seiner umfangreichen Ausstellung zur Stadtgeschichte in diesem Museum neue Präsentationsräume gefunden.

Ein Verstärkeramt hatte in der Anfangszeit der Telefontechnik die Aufgabe, die Lautstärke der eingehenden akustischen Signale zu erhöhen. Anfangs arbeitete man noch mit Röhrenverstärkern, später übernahmen andere Technologien und Gerätschaften diese Arbeit. Im Jahre 1995 wurde die Anlage abgeschaltet.

Heute erinnert in den alten Räumlichkeiten das Radio- und Telefonmuseum an diese alten Vermittlungstechniken und Übertragungsarten. In Wohnzimmern und Küchen, die im Stile der 30er und 50ger Jahre eingerichtet sind, finden sich alte Radios, Fernseher, Telefone und Tonbandgeräte.

Dem Museum ist ein Café angegliedert.

Der Gräftenhof Haus Aussel besteht schon seit dem 12. Jahrhundert. Damals diente er den Herren von Oldesloe als Burgmannshof. Sie waren im Dienst des Grafen von Rietberg. 1580 entstand das imposante Herrenhaus im Stil eines Adelspalais. Der aus rotem Backstein bestehende Fachwerkbau wurde mit überkragenden Geschossen errichtet. An den Hausecken lassen vier symmetrisch errichtete Ausluchten das Gebäude noch mächtiger und damit auch standesgemäßer erscheinen. Die Hofanlage besitzt noch zwei weitere Fachwerksbauten, die als Wirtschaftsgebäude genutzt wurden: das Bauhaus sowie das Brauhaus. Haus Aussel kann nur von außerhalb der Gräfte eingesehen werden.

  

Geschichtlicher Ablauf

1197

Haus Aussel wird als Burgmannshof der Herren von Odesloe, die im Dienst des Grafen von Rietberg stehen, erwähnt.

15. Jhd.

Durch Erbschaft kommt der Besitz an die Herren von Hachmester.

16. Jhd.

Anfang des Jahrhunderts erwirbt Moritz I. von Amelunxen das Anwesen.

1580

Bau des heute noch bestehenden Herrenhauses im Stile eines Adelspalais.

17. Jhd.

Durch Erbgang gelangt das Rittergut in den Besitz der Familie von Hanxthausen.

18. Jhd.

Die Familie Rübell von Biberach übernimmt Haus Aussel.

1830

Verkauf an Conrad Schäfer, der es an die Familie Henckelmann vererbt. Lange Zeit wird das Gut landwirtschaftlich genutzt.


Radrouten die durch Wiedenbrück führen:

Werse Rad Weg
EmsRadweg
LandesGartenSchauRoute




Oelde

O
elde ist ein kleines Städtchen mit einer netten Innenstadt. Die im 12. Jahrhundert erstmals erwähnte Ortschaft erhielt 1804 das Stadtrecht. Im Jahr 2001 fand hier die Landesgartenschau statt. Das Gelände wird heute als Vier-Jahreszeiten-Park genutzt. Im Ortsteil Stromberg befindet sich die Ruine einer alten Höhenburg. Auf dem Gelände des im 18. Jahrhundert abgetragenen burggräflichen Schlosses befindet sich auch die 1344 geweihte Kreuzkirche, eine im gotischen stil errichtete turmlose Wallfahrtskirche und das Malinckrodthaus, ein gut erhaltenes Burgmannshaus aus dem 15. Jahrhundert. Nordöstlich von Stromberg befindet sich das Rittergut Haus Nottbeck, in dem das Museum für Westfälische Literatur untergebracht ist.

Sehenswertes:

In einer waldreichen Umgebung liegt das Haus Geist. Vom ehemaligen prachtvollen Renaissanceschloss blieben leider nur noch einzelne Gebäude erhalten. Das Anwesen war auf zwei Inseln mit Haupt- und Vorburg errichtet worden. Von der ursprünglichen Bausubstanz des Schlosses aus dem 16. Jahrhunderts bestehen nur noch ein Torbogen sowie die Fundamente aus Bruchstein. Das Herrenhaus ist ein schlichter roter Backsteinbau mit Fensterrahmung aus hellem Sandstein. Der wuchtige Bau ragt direkt aus an der teichartig verbreiterten Gräfte. Auf der Vorburg fällt ein reich mit Sandsteinornamenten verziertes zweistöckiges Wirtschaftsgebäude auf, das noch aus dem 16. Jahrhundert stammt. Zu bestimmten Zeiten ist eine Teilbesichtigung möglich.

  

Geschichtlicher Ablauf

1560 -68

Bau der Wasserburg von Haus Geist durch Laurenz von Brachum für Franz von Loe.

1593

Durch Heirat kommt das Anwesen an die Edelherren von Büren.

1640

Haus Geist wird an den Jesuitenorden vererbt. Dieser richtet in der Burg ein Koster ein.

1750-55

Neubau des Nordflügels durch den Jesuiten Franz Pfisterer nach Plänen von Franz Christoph Nagel.

1773

Auflösung des Klosters durch Papst Clemens XIV. Der Fürstbischof von Münster nimmt Haus Geist in Besitz und richtet auf dem Anwesen einen landwirtschaftlichen Betrieb ein.

1803

Das Fürstbistum Münster wird aufgelöst und Haus Geist fällt an den Staat.

1806-09

Abbruch des vierflügeligen Schlossbaus.

1884

Nach einer umfangreichen Renovierung wird Haus Geist privat verpachtet.

Haus Nottbeck ist ein alter Landsitz aus dem 14. Jahrhundert. Es befindet sich nordöstlich vom Oelder Ortsteil Stromberg inmitten einer dazugehörigen idyllischen Parklandschaft. Durch ein Fachwerktorhaus gelangt man auf den jederzeit geöffneten Innenhof. Auf der linken Seite befinden sich die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, geradeaus befindet sich das zweistöckige klassizistische Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, welches das 2001 eröffnete Museum für Westfälische Literatur beherbergt. Im Erdgeschoß wird die westfälische Literatur bis 1900 vorgestellt. Das Obergeschoß präsentiert regionale Schriftsteller der Gegenwart und der Keller gibt der Kinder- und Jugendliteratur einen Platz. Ziel für die Betreiber ist es, im Haus Nottbeck ein lebendiges Museum zu präsentieren. So finden in den Räumlichkeiten des Kulturgutes auch Lesungen, Konzerte und Ausstellungen statt. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden befindet sich heute eine Musik- und Theaterwerkstatt, an den Wochenenden hat auch das Kulturcafé geöffnet.

  

Geschichtlicher Ablauf

14.Jhd.

Ursprung des Rittergutes Haus Nottbeck.

1805

Neubau des Herrenhauses und der Nebengebäude im klassizistischem Stil.

1987

Die letzte Besitzerin, Luise Eissen, vererbte Haus Nottbeck dem Kreis Warendorf mit der Auflage, das Anwesen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2001

Eröffnung des Museums für Westfälische Literatur.

Am Rande der Beckumer Berger erhob sich einst die mächtige Burg Stromberg über die Weite der Stromberger Schweiz. Sie war eine der wenigen Höhenburgen im Münsterland. Leider ist von der ehemaligen trutzigen Wehranlage nicht mehr viel erhalten, denn Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Burg, die sich auf einem 154 Meter hohen Kalkberg befand, zum größten Teil abgetragen. Einige Mauerreste mit einem Tordurchgang erinnern noch an die alte Festung. Daneben sind das Malinckrodthaus und der Paulusturm aus dem 15. Jahrhundert noch sehr gut erhalten. Durch den Turm schreitet der Besucher, um auf den Burgplatz zu kommen. Ihn ziert ein Wappenstein von 1564. Das wichtigste Bauwerk der Anlage ist jedoch die 1344 geweihte Kreuzkirche. Die im gotischen stil errichtete turmlose Wallfahrtskirche birgt das so genannte ‚Wunderbringende Kreuz’, welches inzwischen seit mehr als 800 Jahren verehrt wird. Es ist romanischen Ursprungs und zählt zu den ältesten Christusdarstellungen Westfalens. Jährlich werden rund 40.000 Pilger gezählt, die nach Stromberg kommen. Vor der steilen Treppe der Kirche befindet sich eine Freilichtbühne, auf der in den Sommermonaten Theateraufführungen für Kinder gegeben werden.

  

Geschichtlicher Ablauf

966

Erstmalige urkundliche Erwähnung des Burggrafen von Stromberg.

1177

Stromberg wird zur Landesburg der Bischöfe von Münster. Sie wurde dem Burgrafen Othalrich von Stromberg und seiner Frau Gisla als Lehen gegeben.

13. Jhd.

Nach dem Aussterben der Burggrafen von Stromberg fiel die Festung an die Herren von Rudenberg, die sich ihrerseits auch überwiegend Burggrafen von Stromberg nannten.

1344

Bau der heute noch erhaltenen Wallfahrtskirche im Stil der Gotik. In ihr befindet sich das romanische ‚Wunderbringende Kreuz’ aus dem 12. Jahrhundert.

1425

Nach dem Aussterben der männlichen Erbfolgelinie der burggräflichen Familie fiel Burg Stromberg dem Stift Münster zu. Bischof Heinrich ließ die Anlage wehrhafter ausbauen.

1450

Eroberung durch Graf Johann von Hoja

1456

Bau des Malinckrodthauses, des ältesten noch erhaltenen Burgmannshauses in Westfalen.

1460

Erste Schleifung der Anlage durch Bischof Johann II. von Bayern.

1780

Die Burgmauern des bis zum Dache noch stehenden burggräflichen Schlosses werden bis auf wenige Reste abgebrochen. Neben der Mauerruine blieben nur noch die Kirche, der Paulusturm sowie das Malingrodthaus erhalten.

1960

Hinter der Kirche wurde ein durch Heinrich Lückenkötter gestalteter Kreuzweg errichtet.

Auf dem Burghof der im 18. Jahrhundert abgetragenen Burgruine Stromberg befindet sich etwas abgelegen am westlichen Rande des Burgplatzes das Malinckrodthaus. Das Burgmannshaus aus dem Jahre 1456 ist das älteste Bauwerk seiner Art in Westfalen und noch weitgehend im Ursprung erhalten. Die Burgmänner von Stromberg waren seinerzeit mitverantwortlich für die Landesverteidigung.

Im Jahr 2001 fand in Oelde die viel beachtete Landesgartenschau statt. Der Vier-Jahreszeiten-Park ist aus dem Gelände hervorgegangen. Man ist bemüht, den Park zu jeder Jahreszeit attraktiv zu gestalten. Neben der umfangreichen Gartenlandschaft existieren mehrere Spielplätze und mit der Waldbühne einen viel genutzte Open-Air-Veranstaltungsort. Im Wald ist ein Entdeckungspfad mit Hängebrücke und Baumhäuser eingerichtet. Im Kindermuseum KLIPP KLAPP sollen die Kleinen spielerisch alle Gegenstände selber erproben und erforschen. Eine Wasserlandschaft und eine alte Wassermühle bilden die Highlights in diesem ungewöhnlichen Museum.

Die Pfarrkirche Johannes der Täufer war ursprünglich eine im 14. Jahrhundert errichtete Hallenkirche, die aber im Jahre 1457 einem verheerenden Feuer zum Opfer fiel und dabei stark beschädigt wurde. Der Ostteil blieb bis heute erhalten, der Rest wurde wiederaufgebaut und in späterer Zeit mehrfach umgebaut. 1864 wurde das Kirchenhaus verlängert und bekam im Westen einen Turm. Bei der Ausstattung fallen besonders der spätgotische Taufstein und das Sakramenthäuschen von 1491 auf.

Die evangelische Stadtkirche wurde 1880 im neugotischen Stil erbaut. Die Saalkirche besitzt im Westen einen vierstöckigen Turm. Die Inneneinrichtung stammt weitgehend noch immer aus der Erstausstattung.

Auf dem Firmengelände der GEA Westfalia Seperator GmbH wurde das Deutsche Zentrifugenmuseum eingerichtet. Hier werden zahlreiche Maschinen ausgestellt, die mit Zentrifugaltechnik ausgerüstet sind. Zu bestaunen gibt es beispielsweise den allerersten Milchentrahmungs-Separator.

Die Brauerei Pott’s betreibt in Oelde eine Naturparkbrauerei. Man legt bei Pott’s Wert darauf, dem eigenen Bier keine haltbarmachende Zusätze hinzuzufügen. Dieses kann auch jedermann kontrollieren, denn die Brauerei ist als einzige in Europa frei zugänglich und man kann dort den Braumeistern bei ihrer Arbeit zuschauen. Zur Naturparkbrauerei gehört auch das Bier-Museum. Hier erfährt man alles über die westfälische Biertradition. Der Bierbrauer Georg Lechner hat innerhalb von 40 Jahren die mit 220.000 Exemplaren größte Kollektion westdeutscher Bier-Etiketten zusammengetragen. Zu den weiteren Exponaten gehören mehr als 1300 historische Bierkrüge und über 300 Bierflaschen.



Radrouten die durch Oelde führen:

Werse Rad Weg
100 Schlösser Route – Ostkurs
LandesGartenSchauRoute




Beckum

D
ie Stadt Beckum ist geprägt durch die Zementwirtschaft. Früher wurde hier in zwölf Gruben Zement abgebaut, doch die meisten sind inzwischen stillgelegt. Stattdessen entstanden Naherholungsgebiete wie der Freizeitpark Phoenix, der Badesee Tuttenbrock und das renaturierte ‚Biotop’ in den ehemaligen Steinbrüchen. Die ehemalige Kreisstadt liegt heute im südlichen Teil des Kreises Warendorf. Im Jahre 1224 wird Beckum erstmals als Stadt bezeichnet, im Mittelalter war die Stadt von einem wehrhaften Wall mit einer hohen Mauer umgeben. Auch das landwirtschaftlich genutzte Umland, die Feldmark, wurde durch Wallanlagen und Turmwarten geschützt. Von der Soestwarte, dem letztem Relikt dieser Landwehr und heutigem Aussichtsturm auf dem Höxberg, hat man einen weiten Blick in das südliche Umland. Hier in den Beckumer Bergen, einem sanfter Höhenzug im ansonsten recht flachen Münsterland, entspringen der Lippbach, der Kollenbach und der Siechenbach, die drei Quellflüsse der Werse. Im Stadtgebiet von Beckum vereinen sich die drei Bäche schließlich zur Werse, die 67 Kilometer später bei Münster-Gelmer in die Ems mündet. Die Innenstadt mit dem Alten Rathaus und dem Kreisständehaus besitzt noch einige historische Gebäude, doch leider ging in Folge dreier verheerender Stadtbrände in den Jahren 1655, 1657 und 1734 viel alte Bausubstanz unwiderruflich verloren. Sehenswert ist Beckums ‚schöne Tochter’, der nordöstlich gelegene Ortsteil Vellern.

Sehenswertes:

Das Alte Rathaus steht direkt am Marktplatz vom Beckum. Der zweistöckige Bau mit dem neugotischen Stufengiebel und dem fünfbögigen Arkadengang stammt im Kern noch aus dem 15. Jahrhundert. Sein äußeres Erscheinungsbild hat sich im Laufe der Zeit aber verändert. So erhielt das Gebäude erst 1879 sein zweiter Stockwerk und den markanten Giebel. Dieser wurde 1937 noch einmal stark vereinfacht. Neben dem mittleren Arkadenbogen befinden sich die Patrone von Stadt und Kirche, Sebastian und St. Stephanus. Seit 1986 beherbergt das Alte Rathaus nun das Stadtmuseum. Die Bogenhalle im Erdgeschoss zeugt noch von repräsentativen Empfängen. Daneben befinden sich hier ein Tante-Emma-Laden aus der Zeit von 1908 und das großzügige Arbeitszimmer eines Zementdirektors. Im ersten Stockwerk befindet sich der alte Sitzungssaal, der heute für Wechselausstellungen genutzt wird und im Obergeschoss wird ein Rundgang mit Exponaten aus der städtischen Vergangenheit Beckums präsentiert, darunter steinzeitliche Funde von 4000 v. Chr. und Grabbeilagen vom ‚Sachsenfürsten von Beckum’, die auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert werden. In einem Raum befindet sich das Karnevalsmuseum, welches die besondere und umfangreiche Geschichte des heimischen Karnevalltreibens dokumentiert.

Der viereckige Buddenturm ist der letzte verbliebene Wachturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Von den ehemals vier Stadttoren und der Wehrmauer blieb ansonsten nichts erhalten. Der unweit des Westenfeuermarktes gelegene Buddenturm war erstmals 1455 urkundlich erwähnt worden. Er wurde in seiner Geschichte mehrfach umgebaut und war Mitte des 20. Jahrhundert in einem recht desolaten Zustand. 1962 bis 1964 wurde er vom Heimatverein Beckum grundlegend renoviert und dient heute als kleines Heimatmuseum. Im Erdgeschoss wird die heimatkundliche Sammlung des Vereins gezeigt, das Obergeschoss beherbergt eine Waffensammlung. Das mittlere Stockwerk dient verschiedenen Anlässen, wie zum Beispiel standesamtlichen Trauungen.

Die St.-Stephanus-Kirche ist eine katholische Pfarr- und Probsteikirche im gotischen Stil. Der wuchtige Turm mit der markanten geschwungenen Haube stammt im unteren Teil bereits aus dem 12.Jahrhundert. Es hatte bereits drei Vorgängerbauten gegeben. 785 wurde die erste, im 10./11. Jahrhundert eine zweite Saalkirche errichtet. Die zweite Kirche brannte im 12. Jahrhundert nieder und wurde zum dritten Male wieder aufgebaut. Die Pfarrkirche wurde 1267 zur Stiftskirche des Kollegiatstiftes erhoben, der erst im Zuge der Säkularisierung wieder aufgehoben wurde. Seitdem war St. Stephanus wieder nur Pfarrkirche, ehe sie 1967 durch den Bischof von Münster, Joseph Höffner, zur Propsteikirche erhoben wurde. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Goldschrein der heiligen Prudentia im Inneren des Gotteshauses. Er wurde 1230 erschaffen und gilt als der bedeutendste romanische Reliquienschrein Westfalens.

Das Kloster Blumenthal war ein 1446 gegründetes Augustinerinnenkloster, bewohnt von überwiegend bürgerlichen Damen. Bei dem Stadtbrand von 1657 wurden die Klostergebäude ein Opfer der Flammen, sie wurden aber in der Folgezeit wieder aufgebaut. Im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster im Jahre 1814 schließlich aufgehoben.

Die Beckumer Berge sind eine sanfte Hügellandschaft im Süden von Beckum. Sie gehören zu den Höhenzügen im ansonsten flachen Münsterland. Die höchsten Erhebungen sind der westlich von Sünninghausen liegende Mackenberg mit 174 m über N.N. und der Höxberg mit 161 m über N.N., auf dem sich die Soestwarte befindet. In den Beckumer Bergen entspringen die drei Quellflüsse der Werse, Lippbach, Kollenbach und Siechenbach. Im Stadtgebiet von Beckum vereinigen sie sich zur Werse, die bei Münster-Gelmer in die Ems mündet. Nahe dem Hermannsberg befinden sich ein Germanenlager sowie einige Germanengräber. Diese Relikte aus frühmittelalterlicher Zeit sind als Kulturdenkmal geschützt.

Die Soestwarte ist ein Aussichtsturm auf dem Höxberg im Süden der Stadt Beckum. Im Mittelalter wurde nicht nur die Stadt mit einer Mauer und Wachtürmen gesichert. Es gab auch einen doppelten Sicherungswall, der die Feldmark, das landwirtschaftlich genutzte Umland der Stadt, vor unliebsamen Besuchern schützen sollte. Dieser Schutzwall wurde Landwehr genannt. Insgesamt 22 Wachtürme umgaben einst die Stadt Beckum. Von denen blieb nur der Buddenturm als Wehrturm der Stadtmauer sowie die Soestwarte vom äußeren Sicherheitswall erhalten. Von hier aus hat man bei klarem Wetter einen wunderschönen Blick in das weite südliche Umland. Nicht weit entfernt von der Soestwarte befindet sich eine alte weiß verputzte Windmühle vom Typ Holländer.

Der Freizeitpark Phoenix ist ein Naherholungsgebiet in einem ehemaligen renaturierten Steinbruch im Osten der Stadt Beckum. Ein knapp 40.000 m² großer See mit Badestrand und Wasserspielzone bildet das Zentrum des Parks. Verschiedene Spielplätze für Kinder, Sportplätze für Beach-Volleyball und Badminton, eine Skateboardanlage, ein Minigolfparcour sowie ein Klettergelände des deutschen Alpenvereins werden für die Freizeitgestaltung angeboten. Eine Kalkstein-Steilwand wurde erhalten. Die hier sichtbaren und für die Region typischen Schichtungen geben einen Einblick in die erdgeschichtliche und geologische Struktur der Gegend.

Das Kreisständehaus in Beckum ist ein imposanter und repräsentativer Bau im Stil des Historismus. Er befindet sich in einer weitläufigen Parkanlage, der Westenfeuermark, durch die auch die noch junge Werse fließt. Das Gebäude wurde 1887 fertig gestellt als Sitz der Kreisverwaltung. Der Kreis Beckum hatte von 1803 bis 1809 und dann von1816 bis 1975 bestanden. Im Zuge der kommunalen Neuordnung wurde die Stadt Beckum schließlich dem Kreis Warendorf zugeordnet. Auch ist der Begriff ‚Ständehaus’ im eigentlichen Sinne irreführend, denn ein Ständeparlament hat hier nie getagt, wohl aber der Kreistag. Der zweistöckige Verwaltungsbau mit den neugotischen Stilelementen, in welchem auch der Landrat seinen Wohnsitz hatte, besitzt zwei im rechten Winkel zueinander liegende Flügel. Ein kleiner Rundturm schmückt die Nordseite und an der Parkseite zur Werse befindet sich ein Eckturm mit einer patinabelegten Pyramidenhaube. Heute dient das schlossartige Gebäude als städtisches Sozial- und Jugendamt und wird darüber hinaus auch als Ratssaal sowie für repräsentative Empfänge genutzt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Beckum hängt unmittelbar mit dem Abbau des Zementes in den umliegenden Steinbrüchen zusammen. Zeitweilig wurde der Rohstoff in zehn Gruben gleichzeitig abgebaut. In der denkmalsgeschützten Köttings Mühle am Werseteich wurde 2010 ein kleines Zementmuseum eröffnet, welches auf die Geschichte des Baustoffes eingeht. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein Zementlabor für die Bestimmung der Zementqualität.

Nachdem die Zementfabriken einen wesentlichen Teil der Umgebung von Beckum ausgeschlachtet hatten, wurde nach Möglichkeiten gesucht, die entstandenen Halden möglicht sinnvoll zu nutzen. So entstand in unmittelbarerer Stadtnähe im Westen von Beckum sowie der Werse im Süden das so genannte Biotop. Durch Rekultivierung bzw. selbstständiger Renaturierung entstanden hier Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Grundwassereinbrüche ließen Wasserflächen entstehen und da es keine anderen Gewässer in der weiteren Umgebung gab, wurde das Gebiet ein Refugium für Brutvögel und durchziehende Wasservögel. Schilfflächen lockten Insekten und Amphibienarten, insbesondere Libellen an, so dass mit dem Biotop ein naturschutzwürdiges und landschaftlich besonders reizvolles Areal entstand.

Der Ortsteil Vellern wird als die ‚schöne Tochter Beckums’ bezeichnet. Er liegt im Nordosten der ‚Mutter’ und breitete sich um die katholische Pfarrkirche St. Pankratius und seinem malerischen Kirchplatz aus. St. Pankratius war Eigenkirche des Stiftes Freckenhorst, wurde im 12. Jahrhundert gegründet und später gotisch erweitert. Der idyllische ländliche Dorfkern von Vellern ist historisch gewachsen und liegt direkt am Werse Rad Weg.

Im Zentrum von Beckum, unweit des Marktplatzes, befindet sich die Museumsschmiede Galen. Diese war 1894 vom Schmiedemeister Johann Galen errichtet worden und blieb bis zum Jahre 1983 in Betrieb. 2003 wurde an dieser historischen Stätte die Museumsschmiede eröffnet. Die Schmiedekunst, die zu den ältesten Handwerken der Menschheit gehört und bei der Metalle durch ständiges Hämmern oder Pressen geformt werden, wird hier in seiner ursprünglichen Form vorgeführt. Daneben kann auch eine stattliche Auswahl an historischen Schmiedewerkzeugen bewundert werden. In der Museumsschmiede kann man auch den Bund für das Leben schmieden. In den historischen Räumlichkeiten können auch standesamtliche Trauungen abgehalten werden.

Das Brauhaus Stiefel-Jürgens ist die älteste Brauerei Westfalens. Gegründet wurde sie 1680 und bis zum heutigen Tage braut man hier in der neunten Generation sehr unterschiedliche Bierspezialitäten: das traditionelle ‚Stiefel-Bier’, das dunkle ‚Stiefel-Ur-Alt’, das Pils ‚Staphanus-Bräu’ sowie saisonbedingt das ‚Stiefel’s Hefe Weizen’ und ‚Stiefel’s Winterbräu’. Den Namen ‚Stiefel-Jürgens’ erhielt die Schänke, weil sich hier die Zunft der Schumacher zum Tagen traf. Da es aber zu dieser Zeit mehrere Gaststätten mit dem Namen Jürgens gab, hängte man ein paar Stiefel als Erkennungsmerkmal vor die Pforte, um eine Verwechslung zu vermeiden. So wurden die Stiefel dann in den Gaststättennamen übernommen. Noch immer ist das Brauhaus Stiefel-Jürgens in der Hühlstrasse eine beliebte Gausthausbrauerei, in der man bei einem Besuch natürlich unbedingt eine der selbstgebrauten Bierspezialitäten probieren sollte.



Radrouten die durch Beckum führen:

Werse Rad Weg
100 Schlösser Route – Ostkurs
LandesGartenSchauRoute




Ahlen

D
ie ehemalige Hansestadt Ahlen ist die größte und wirtschaftlich bedeutendste Stadt im Kreis Warendorf. Erstmals um 850 erwähnt, erhielt sie im 13. Jahrhundert zum Schutz eine Stadtmauer mit fünf Stadttoren. Die letzten Spuren der Stadtbefestigung wurden allerdings im letzten Jahrhundert entfernt. Die Stadt an der Werse besitzt einen historisch gewachsenen Stadtkern, welcher von den beiden katholischen Pfarrkirchen St. Bartholomäus und St. Marien überragt wird. Mit der Stadt-Galerie. Dem Kunstmuseum und dem Fritz-Winter-Haus gibt es für Kunstinteressierte gleich drei Anlaufpunkte, weitere Sehenswürd igkeiten sind die verschiedenen Mühlen der Stadt, das Museum im Goldschmiedehaus und die Wasserburg Haus Vorhelm, wo ein Besuch zur Baumblüte besonders empfehlenswert ist. Die Nähe zum Ruhrgebiet wird durch die ehemalige Zeche Westfahlen spürbar. Wo früher Kohle gefördert wurde, entstehen heute in denkmalsgeschützten Anlagen neue Nutzungsräume für verschiedene Projekte und Firmen.


Sehenswertes:

Haus Vorhelm, nördlich von Ahlen im gleichnamigen Ortsteil gelegen, ist eine typische Zwei-Insel-Anlage mit Vor- und Hauptburg. Vor der der Vorburg befindet sich eine ehemalige Wassermühle, die auch privat bewohnt wird. Der Hellbach, aus dessen Wasser die Gräften von Haus Vorhelm gespeist werden, wird an dieser Stelle zwar noch gestaut, aber ein Mühlenrad existiert nicht mehr. Das ausgeprägte Gräftensystem besitzt hinter der Hauptburg noch mehrere lang gestreckte Inseln. An der Gräfte ermöglicht ein kleiner angelegter Weg einen guten Blickkontakt zum Schloss, die Anlage selber darf nicht betreten werden, da sie privat bewohnt wird. So kann man den barocken Garten auf der Vorburg mit den dafür typischen Steinskulpturen nur von außerhalb des Grabens betrachten. Besonders reizvoll wirkt Haus Vorhelm im Frühjahr, wenn die rosafarbenen Baumblüten ein prächtiges Farbenspiel liefern.



  

Geschichtlicher Ablauf

um 1600 Entstehung des Seitenflügels mit dem Dreistaffelgiebel.

17. Jhd.

Bau des Hauptflügels mit dem Herrenhauses.

1874

Neubau der Mühle
Das Haus Vorhelm ist heute im Besitz des Grafen Droste zu Vischering.

Nachdem Karl der Große die Sachsen besiegt hatte, entstand um 800 in Ahlen die St.-Bartholomäus-Kirche als eine der ersten Urpfarren in Westfalen. Zwischen 1139 und 1803 gehörte St. Bartholomäus zum Prämonstratenserkloster Cappenberg. Die heutige Kirche wurde wahrscheinlich im 15. und 16. Jahrhundert in mehreren Bauabschnitten im gotischen Stil errichtet. Der Westturm entstand erst später und musste zweimal, nach 1744 und von 1815 bis 1819, wieder aufgebaut werden, da er zuvor in Folge eines Blitzschlages bzw. wegen Baufälligkeit eingestürzt war. Die Inneneinrichtung zeichnet sich durch das spätgotische Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert sowie durch das Sakramentshaus aus Baumberger Sandstein (1512) aus.

Die katholische Pfarrkirche St. Marien wurde zwar bereits um 1285 gegründet, der heutige stolze Bau wurde allerdings erst als Nachfolgebau zwischen 1902 und 1904 errichtet. Bei dem neugotischen Hallenbau wurde an der Südseite ein frühgotisches Portal des Vorgängerbaus wieder verwendet. Aus dieser wurden auch der Taufstein und die Strahlenmadonna aus dem 16. Jahrhundert übernommen.

In der Stadt-Galerie finden wechselnde Ausstellungen des KunstVereins statt. Sie behandeln überwiegend zeitgenössische Themen. Der KunstVerein betreibt hier auch sein Büro.

Das durch private Initiative des 2005 verstorbenen Ahlener Unternehmers Theodor F. Leifeld entstandene Kunstmuseum befindet sich am Ort des ehemaligen Westtores in einer gründerzeitlichen Villa. Das denkmalgeschützte Kleinod wurde gründlich renoviert und restauriert und im Jahre 1993 als Museum eröffnet. Jährlich werden fünf Wechselausstellungen gezeigt, die sich Themen der Klassischen Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst widmen.

Fritz Winter gehört zu den bedeutendsten deutschen Malern der Nachkriegszeit. Er wurde 1905 in Altenbögge bei Unna geboren und wuchs in Ahlen auf. Zunächst arbeitete Fritz Winter, wie schon sein Vater auch, im Bergbau, doch 1924 wandte er sich der Malerei zu. Winter war von 1927 bis 1930 Schüler am Bauhaus in Dessau, seine Lehrer waren dort unter anderem Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Seine abstrakten, linearen Bildkompositionen trafen bei den Nationalsozialisten auf wenig Gegenliebe. Sie beschlagnahmten seine Werke und belegten ihn 1937 mit Malverbot. Nach dem Krieg war er Mitbegründer der Künstlergruppe ‚ZEN 49’ in München. Sein Haus wird zu einem Treffpunkt der aktuellen Kunstszene. Fritz Winter ließ in seinen Werken die Flächen, Linien und Farben so miteinander in den Dialog treten, dass seine Kompositionen und Gestaltungsformen beim Betrachter erstaunlich tiefe Räume erzeugen. In seinem Elternhaus wurde 1975 das ‚Fritz-Winter-Haus’ als Museum und Galerie für moderne Kunst eröffnet. Winter, der 1976 in Herrsching am Ammersee starb, hatte selbst noch diese Einrichtung ins Leben gerufen. Das Haus widmet sich seit dem der ungegenständlichen Kunst, dem Informel und der gestischen Malerei. Neben den Werken Fritz Winters werden in Wechselausstellungen auch Arbeiten anderer Künstler gezeigt, die die abstrakte Malweise in diesem Sinne verfolgten.

Das Ahlener Heimatmuseum befindet sich im Peter’schen Hof, einem typischen münsterländischen Ackerbürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert. Der Besucher erfährt nicht nur viel über den Alltag und die Arbeit der Bürger in der damaligen Zeit, er kann mittels Spinnrad auch einen eigenen Faden aus Flachs herstellen. Die Stadtentwicklung Ahlens von der Frühgeschichte bis zur modernen Mittelstadt ist ein weiterer Themenschwerpunkt des Museums, wobei insbesondere auf den Bergbau eingegangen wird, der die Stadt lange Zeit als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor geprägt hat.

Die ehemals zum Rittergut Haus Seppenhagen gehörende Verings Mühle wurde im späten 17. Jahrhundert errichtet. Die Korn- und Ölmühle nutzte das Wasser der Werse als Antrieb. Der urige Fachwerkbau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts noch einmal vergrößert und mit einer Turbine effizienter gestaltet, aber in den 60er Jahren wurde der Betrieb der Wassermühle dann doch eingestellt, Wasserrad und Turbine sind nicht mehr vorhanden.

Von der ehemaligen Windmühle Münstermann ist nur noch der ungefähr 20 m hohe Rumpf erhalten. Die Mühle vom Typ Galerieholländer wurde 1848 errichtet. Im Jahre 1910 erhielt die Anlage einen Sauggasmotor, um auch bei schwachwindigen Wetterlagen produzieren zu können. Während die Windflügel inzwischen lange abmontiert wurden, erhielt das Gebäude mehrfach neue Anbauten und dient auch heute noch dem Mahlen von Getreide.

Im Ortsteil Vorhelm, nordöstlich der Stadt Ahlen gelegen, befindet sich noch ein Windmühlenturm vom Typ eines Holländers. Der wuchtige Stumpf wurde 1830 erbaut, brannte aber im Jahre 1907 aus. Danach erhielt die Mühle einen Sauggasmotor für die Erzeugung von Strom, die Windmühlenflügel wurden nicht mehr erneuert. Der Betrieb wurde 1935 eingestellt. Heute dient der Windmühlenturm als Sitz des Heimatvereins Vorhelm und ist nach Voranmeldung auch zu besichtigen.

Das Museum im Goldschmiedehaus geht auf eine Sammlung des Goldschmiedemeisters Werner Fischer zurück. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen betreibt seit 1984 das Museum und präsentiert hier in vier Bereichen eine Sammlung sakraler Goldschmiedekunst aus dem Mittelalter bis zur Neuzeit, die Geschichte der Zeitmesstechnik von 1585 bis heute, die Ausstellung ‚Jüdisches Kultgerät – Jüdisches Leben’ mit diversen Leihgaben Jüdischer Museen sowie ‚Schätze des Buddhismus’ mit Skulpturen, Andachts- und Ritualgegenständen aus dem fernöstlichen Leben.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Ahlen auf der Zeche Westfalen Steinkohle gefördert, in den Jahren 1918 bis 1924 entstand die angrenzende Zechensiedlung. Bis zu 5.500 Arbeiter fanden hier eine Anstellung, damit war die Zeche Westfalen der größte Arbeitgeber der Stadt. Nach fast 100 Jahren jedoch wurde der Betrieb im Jahre 2000 endgültig eingestellt. Seit 2006 wurde in den ehemaligen Zechengebäuden das Gewerbegebiet Zeche Westfalen in Betrieb genommen. Seitdem hat sich auf dem Zechengelände ein buntes Sammelsurium von Nutzungsträgern zusammengefunden. Heute befinden sich hier zwischen alten Förderbändern und Hallen Fachschulen, Softwarefirmenbüros, eine Indoor-Kletterwand und ein Auto-Tuner. Es werden Konzerte und Messen veranstaltet und so bekommt das alte Zechengelände ein ganz neues Flair, zumal es heute frei betreten bzw. befahren werden kann. Die alten Fördertürme Schacht I und Schacht II sind die Wahrzeichen des neuen Gewerbegebietes. Während einige Hallen der Zeche zurückgebaut wurden, kümmert sich der ‚Förderverein Fördertürme’ um den Erhalt der Türme als Denkmal.



Radrouten die durch Ahlen führen:

Werse Radweg
100 Schlösser Route – Ostkurs
Römer-Lippe-Route




Hamm

D
ie heutige Großstadt Hamm am nordöstlichen Rand des Ruhrgebietes wurde 1226 als Planstadt vom Grafen von der Mark gegründet und mit Stadtrechten versehen. Die Pauluskirche im Zentrum der Stadt ist Hamms ältestes Wahrzeichen. Von 1882 bis 1955 war Hamm Badekurort und durfte sich bis 1955 ‚Bad Hamm’ nennen. Der Kurpark mit seinem historischen Kurhaus zeugt noch von dieser Zeit. Der Park mit seinem alten Baumbestand und seinen bezaubernden Seen wird als Naherholungsgebiet von den Hammer Bürgern viel genutzt und erhielt im Jahre 2009 ein neues Gradierwerk. Hamm liegt an der Lippe und dem parallel dazu verlaufenden Datteln-Hamm-Kanal, der vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt und im Stadtteil Uentrop endet. Der am Kanal liegende Stadthafen ist der zweitgrößte öffentliche Kanalhafen Deutschlands. Am ehemaligen Grenzfluss Lippe befinden sich noch eine Reihe alter und sehenswerter Wasserschlösser. Der Kern des neugotisch umgebauten Schloss Heesen stammt aus noch dem 16. Jahrhundert, das im 17. Jahrhundert von Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg erbaute Schloss Oberwerries dient heute der Stadt Hamm für repräsentative Empfänge. Der aufgeschüttete Erdhügel der nur noch als Bodendenkmal erhaltenen Wasserburg Mark ist die größte und besterhaltende Motte Westfalens. Geprägt wurde die Wirtschaft Hamms lange Zeit durch den Bergbau. Das ehemalige Bergwerk Heinrich Robert, zuletzt Teil des Bergwerk Ost, schloss als letzte Zeche am 30. September 2010 und beendete damit eine Ära. Von seiner Abräumhalde, der Kissinger Höhe, hat man bei klarem Wetter einen wunderbaren Blick über die Stadt und die weitere Umgebung. Bereits vorher hatten die Zechen Radbod mit seinen drei charakteristischen Fördertürmen, Sachsen und Maximilian geschlossen. Im Jahre 1984 fand im Hamm auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian die Landesgartenschau statt. Der Mittelpunkt des Landschaftsparks ist der begehbare 40 Meter hohe ‘Gläserner Elefant’ von Horst Röllecke. Die ‚Maxi’ genannte Skulptur wurde zum Maskottchen der Stadt Hamm. Überall im Stadtgebiet finden sich heute Elefanten in verschiedenen Formen, Farben und Größen. Sehenswert sind darüber hinaus der hinduistische Sri Kamadchi Ampal Tempel in Uentrop sowie der neugotische Hauptbahnhof, der als einer der Schönsten in Deutschland gilt.

Sehenswertes:

Die evangelische Pauluskirche ist das bedeutendste Gotteshaus und Wahrzeichen der Stadt Hamm. Wann genau der gotische Bau errichtet wurde, ist nicht bekannt. Ihre Ursprünge liegen vermutlich im 12. Jahrhundert. Wesentliche Anbauten, wie das Querhaus und der Chor, entstammen dem 13. Jahrhundert, der Turm und das Langhaus dem 14. Jahrhundert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau erhielt der knapp 80 m hohe Turm seine pyramidenförmige Haube. Die Pauluskirche war zunächst eine katholische Pfarrkirche und ursprünglich den Heiligen Georg und Laurentius geweiht. Im 16. Jahrhundert fiel das Gotteshaus an die Protestanten, die den Kircheninnenraum von jeglichem Schmuck befreiten. Den Namen des Apostels Paulus erhielt die Kirche erst 1912.

Die barocke Martin-Luther-Kirche wurde zwischen 1734 und 1739 erbaut. Man nannte die ehemalige preußische Garnisonskirche lange Zeit auch ‘Kleine Evangelische Kirche’, bis im Jahre 1912 der jetzige Name eingeführt wurde. Ein ganzer Stadtteil in der Innenstadt wurde nach der Kirche benannt.

Die Kirche St. Agnes ist das einzige katholische Gotteshaus in der Hammer Innenstadt. Ursprünglich wurde sie als Klosterkirche des Franiskaner-Observaten-Ordens in den Jahren 1507 bis 1515 als Nachfolgebau für deine Vorgängerkirche aus dem 15. Jahrhundert errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die St.-Agnes-Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen, so dass nur die östlichen Außenmauern vom ursprünglichen Zustand erhalten sind.

In der Dorfschaft Mark steht die älteste Kirche Hamms. Sie wurde im 11. Jahrhundert wohl im romanischen Stil errichtet und war lange Zeit die Hauptkirche der Stadt. Der Sandsteinbau ist heute weiß verputzt. Das niedrige Langhaus wird vom Querschiff und dem Chor überragt. Der zweistöckige Turm wurde 1735 um ein Glockengeschoss erhöht. Vielen gilt die evangelische Kirche als das schönste Gotteshaus der Stadt.

Anfang des letzten Jahrhunderts fand man im Bereich des Chores Fresken, die aus dem 14. Jahrhundert stammen und in dieser Form einzigartig in ganz Westfalen sind. Beachtenswert ist der im 13. Jahrhundert entstanden Taufstein aus Baumberger Sandstein.

Das Eisenbahnmuseum ist als Freilichtmuseum ein Teil des Maximilianparks. Die hier aufgebaute Gleisanlage entspricht der Darstellung eines Personen- und Güterverkehrsbahnhof der 50er Jahre. Im Lokschuppen sind die verschiedenen Lokomotiven, Güterwaggons und Personenwagen zu bestaunen. Zum Eisenbahnmuseum gehört auch eine funktionsfähige Eisenbahnstrecke. Auf der Route von Welver-Ramesohl nach Lippborg-Heintrop kann man die Museumseisenbahn für Ausflugsfahrten mieten. Zwei Dampf- und drei Dieselloks, allesamt über fünfzig Jahre alt, ziehen die historischen Waggons.

Im Jahre 1984 fand im Hamm auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian die Landesgartenschau statt. Auf dem weiträumigen 14.000m² großen Haldengelände entstand eine reizvolle Parklandschaft mit Blumenrabatten und -beeten. Origineller Mittelpunkt ist der 40m hoch ‘Gläserner Elefant’. Ihr Schöpfer Horst Röllecke hat seine Skulptur als begehbaren Erlebnisraum gestaltet. Besonders beeindruckend ist die bunte Vielfalt von Schmetterlingen und Faltern, die der Besucher im größten tropischen Schmetterlingshaus Nordrhein-Westfalens entdecken kann. Von einer 35m hohen Aussichtsplattform kann sich der Gast einen weiten Überblick über die vielfältig gestaltete Anlage verschaffen. Auf der Freilichtbühne finden in den Sommermonaten die unterschiedlichsten kulturellen Darbietungen statt, von Konzerten über Theateraufführungen bis hin zu Kleinkunstveranstaltungen.

Nördlich von Hamm nahm im Jahre 1905 die Zeche Radbod ihren Betrieb auf. Die Schächte reichen in eine Teufe von ungefähr 850m. 1989 wurde mit über 1,3 Mio Tonnen Steinkohle die höchste Jahresmenge gefördert. Ein Jahr später war Schicht im Schacht und die Zeche wurde geschlossen. Zu einem folgenschweren Zwischenfall kam es gleich zu Beginn im Jahre 1908, als bei einer Schlagwetterexplosion 348 Kumpel ums Leben kamen. Heute erinnern nur noch drei hintereinander hoch aufragende Fördertürme an die alte Zechenzeit. Sie sind zu Wahrzeichen des Stadtteils Bockum-Hövel geworden.

1912 eröffnet, hatte die Zeche Sachsen eine wechselvolle Geschichte, in deren Verlauf viele Bergleute ihr Leben unter Tage verloren. Der Name ‘Sachsen’ geht auf die Bergbaugewerkschaft zurück, die damals ihre Zentrale im sächsischen Eisleben hatte. Die Schächte, in denen die begehrte ‚Fettkohle’ gefördert wurde, reichten über 1000m tief. Noch im Jahre 1962 wurden über 1,2 Mio Tonnen Steinkohle zu Tage gefördert. Zu diesem Zeitpunkt waren über 3200 Kumpel beschäftigt. Die Zeche gab 1976 ihren Betrieb auf, heute erinnert noch das klassizistische Maschinenhaus von 1912 an die Förderzeit. Der opulente Bau erhielt den Namen ‘Alfred-Fischer-Halle’ und dient heute als Veranstaltungszentrum. Nordwestlich der ehemaligen Zeche liegt die Kolonie Vogelsang. Sie gilt als eine typische geschlossene Bergarbeitersiedlung der 20er Jahre.