Vennbahn Radweg

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er Vennbahn Radweg ist ein grenzüberschreitender Radfernweg, der von Aachen über das belgische Sankt Vith bis in das luxemburgische Troisvierges führt. Das Besondere an dieser fast 130 Kilometer langen Radroute ist, dass sie fast vollständig auf oder neben einer alten Bahntrasse verläuft. Damit gehört die Vennbahn zu den längsten Bahntrassenradwegen Europas. Fünf Mal wird die deutsch-belgische Grenze überfahren. Teilweise führt der ehemalige Bahndamm durch Deutschland, gehört aber dennoch zum belgischen Hoheitsgebiet. Diese etwas diffuse territoriale Zuordnung liegt begründet in der Grenzänderung nach dem Ersten Weltkrieg. Heute steht der 2013 fertiggestellte Vennbahn-Radweg für ein erfolgreiches europäisches Projekt und für eine gut funktionierende  Zusammenarbeit dreier Staaten.

Ursprünglich wurde die Bahntrasse in preußischer Zeit erbaut, um Kohle und Eisenerz zwischen den im Norden befindlichen Kohlerevieren und den Verhüttungen im Süden zu befördern. Später kam auch der Personenverkehr dazu. In den 1980er Jahren wurde der Schienenverkehr jedoch nach mehr als einem Jahrhundert wieder eingestellt. Nur noch wenige stumme Zeugen, wie vereinzelnd abgestellte Waggons, alte Signalanlagen oder die ehemaligen Bahnhöfen von Raeren, Walheim und Sourbrodt erinnern noch an die einstige pulsierende Betriebsamkeit auf der Strecke. An einigen ehemaligen Bahnhöfen erzählen Ausstellungen von der Vergangenheit. Geschichten und Anekdoten lassen die Vennbahn in der Phantasie wieder auferstehen. Doch heute rollen hier statt alter Dampfrosse und Kohlenlohren nur noch Fahrräder durch die grüne, leicht hüglige Landschaft. Ihren grenzüberschreitenden Verbindungscharakter hat die Vennbahn somit bis heute nicht verloren.


Nach der Zuführung vom Aachener Hauptbahnhof beginnt die Radlertrasse am Bahnhof ‚Rote Erde‘ und führt dann durch den Naturpark Hohes Venn/Eifel mit seinem einmaligen Hochmoor, das wunderschöne Ourtal und Teile der Ardennen bis in das nördliche Luxembourg nach Ulflingen. Sehenswerte Städte entlang der Tour, die auf jeden Fall einen Abstecher lohnen, sind Roetger, Monschau und Waimes. In Belgien wurde der Radweg als Linie 47 bzw. 48 in das Radfahrnetz ‚RAVeL‘ eingegliedert.

Der Bahntrassenweg besitzt als Premiumradweg eine wesentliche Bedeutung für die Infrastruktur in der deutsch-belgisch-luxemburgischen Grenzregion und hat sich schon gleich nach seiner Eröffnung als sehr beliebter Radweg etabliert. Das routenbegleitende Logo zeigt schwarz auf gelb zwei Radler auf einer Strecke, von der sich nach links oben einige Querbalken lösen, die die abgenommenen Bahnschwellen symbolisieren sollen. Das Piktogramm wird oben blau-weiß ergänzt durch den Schriftzug ‚Vennbahn‘. Der Radweg wird betreut durch die ‚EWIV Eifel-Ardennen-Marketing‘ im belgischen St. Vith und wurde durch den ADFC als Qualitätsroute mit vier Sternen ausgezeichnet.


Charakteristik:

Da der Vennbahn-Radweg fast ausschließlich auf einem Bahndamm verläuft, ist er dementsprechend auch autofrei. Die Streckenführung ist überwiegend asphaltiert und wird daher auch gerne von Inlineskatern genutzt. Nur ungefähr 10% der Gesamtstrecke bestehen aus einem wasserabweisenden Schotterbelag, der aber gut befahrbar ist. An der belgisch-luxemburgischen Grenze wurde der 790m lange Wilerdingen-Tunnel aus Umweltschutzgründen gesperrt. Die Ausweichstrecke besitzt allerdings eine Steigung von 12% – die einzige nennenswerte Erhebung auf der gesamten Strecke. Der als leicht einzuordnende Radweg kann auch für Familien mit Kindern und für Ungeübte empfohlen werden.

 

Ortschaften entlang der Route

Aachen / Raeren / Roetgen / Simmerath-Lammersdorf / Monschau / Bütgenbach / Waimes/Weismes / Amel  / St. Vith / Burg Reuland  / Troisvierges/Ulflingen

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