Radfernweg Berlin-Usedom

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on der Hauptstadt auf Deutschlands zweitgrößte Insel. Der Fernradweg Berlin-Usedom nimmt uns mit auf eine Reise durch das Barnimer Land und die Uckermark über das Oderhaff bis zur Ostsee. Wir beginnen die Route ist auf dem Schlossplatz zwischen dem Berliner Schloss und dem Berliner Dom. Vorbei an der Alten Nationalgalerie und dem Pergamonmuseum geht es über Gesundbrunnen und Pankow nach Niederschönhausen. Bald schon hat man der Trubel der Dreieinhalb-Millionen-Metropole hinter sich gelassen. Bei Bernau erreicht man das Barnimer Land. Die Stadt erlebte im frühen 18. Jahrhundert ihre Blüte. Bauwerke aus dieser Zeit sowie große Teile der mittelalterlichen Stadtmauer sind auch heute noch erhalten. Über Joachimsthal und vorbei an Angermünde geht es nach Prenzlau, dem Hauptort der Uckermark. Direkt am Unteruckersee gelegen, sind auch hier noch viele historische Gebäude erhalten. Die Uckermark ist eine Jungmoränenlandschaft, in der es eine Vielzahl von kleineren und größeren Seen gibt. Bei Ueckermünde erreichen wir schließlich das Stettiner Haff, auch Oderhaff genannt. Hier besteht die Möglichkeit, mit dem Schiff nach Usedom überzusetzen, denn der Weg um das Haff ist noch weit. Man würde allerdings den Anklamer Stadtbruch verpassen, eine großflächige Moorlandschaft, die bereits seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Naturschutz steht und für seine besondere Artenvielfalt von Schmetterlingen bekannt ist. Anklam ist der Geburtsort des Flugpioniers Otto Lilienthals. Ein Museum widmet sich seinem Leben sowie seinen wissenschaftlichen Experimenten und fliegerischen Versuchen. Über die Peenebrücke bei Zecherin geht es nun auf die Insel Usedom. Bei Karnim sieht man das riesige Gerüst der ehemaligen Eisenbahnhubbrücke. Die 1933 fertiggestellte Brücke wurde bereits 1945 in Teilen wieder zerstört. Die weithin sichtbare Stahlruine ist heute als Baudenkmal geschützt. Zwischen Karmin und Kamp verkehrt in den Sommermonaten auch eine Fahrradfähre, die den Fernradweg um 35 km verkürzt. Bald kommen wir in die Stadt Usedom, die der Insel ihren Namen gab.


Ihr Wahrzeichen ist das Anklamer Tor am Eingang der Altstadt. Bei Ahlbeck erreichen wir schließlich die Ostsee. Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sind die drei Kaiserbäder Usedoms, die für ihre Bäderarchitektur, ihren langen zusammenhängenden Sandstrand, die längste Strandpromenade Europas und ihre Seebrücken berühmt sind. Sie gelten als die ‚Badewanne der Berliner‘, weil hier so viele Beriner Urlaub machen. Unsere Radreise endet schließlich in Peenemünde, jenem skurrilen Ort am Ende der Insel, der lange militärisches Sperrgebiet war. Hier wurde bereits in den 1930er Jahren Raketen, wie zum Beispiel der Marschflugkörper V1 gebaut und getestet. Nach dem Krieg übernahm die Nationale Volksarmee der DDR das Gelände. Der Flugplatz wurde zum bedeutenden Luftwaffenstandort. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde der Truppenstandort schließlich 1993 aufgelöst. Heute gleicht das Areal einer Trümmerlandschaft mit gesprengten Bunkern und ruinösen Fabrik- und Kasernenanlagen. Inzwischen gibt es hier aber auch sehr interessanten Museen, wie des Historisch-Technische Museum, die Phänomenta oder das Museums-U-Boot U-461 im Peenemünder Hafen.

Der Fernradweg Berlin-Usedom ist 336 Kilometer lang und wurde im Jahr 2007 eröffnet. Die Fortsetzung führt grenzüberschreitend über das polnische Świnoujście (Swinemünde) und die Insel Wollin nach Stettin. Ein grünes Schild mit weißem Brandeburger Tor, einer gleitenden Möwe und einem Radfahrer kennzeichnet die Route.

Hier gehts zum Blog: Nach 9 Jahren: Radweg Berlin – Usedom endlich fertig!


Charakteristik:

Der Radfernweg Berlin-Usedom ist ein einfacher und familientauglicher Radweg. Gleich nach dem Verlassen der trubeligen Hauptstadt wird es ruhig und gemütlich. Man radelt fast durchgehend auf separaten Radwegen, Fahrradstraßen oder ruhigen Nebenstraßen. Etwas schwergängig ist lediglich ein unbefestigtes sandiges Teilstück im Naturschutzgebiet Anklamer Stadtbruch. Es gibt kaum nennenswerte Steigungen. Ausnahmen bilden auf Usedom die Abschnitte zwischen Korswandt und Ahlbeck sowie Bansin und Uckeritz. Der Radfernweg ist durchgehend in beiden Richtungen ausgeschildert, wobei sich die ersten Schilder in Berlin erst hinter dem Dom finden lassen.

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Ortschaften entlang der Route

Berlin Mitte / Berlin Pankow / Bernau bei Berlin / Biesenthal / Marienwerder (Barnim) / Schorfheide (Gemeinde) / Joachimsthal / Friedrichswalde / Angermünde / Flieth-Stegelitz / Oberuckersee / Prenzlau / Uckerland / Pasewalk / Torgelow / Eggesin / Ueckermünde / Am Stettiner Haff (Amt) / Anklam-Land (Amt) / Anklam / Usedom (Stadt) / Ostseebad Heringsdorf / Peenemünde

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