Radfernweg Hamburg-Bremen

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er Radfernweg verbindet die beiden bekanntesten norddeutschen Hansestädte miteinander und führt durch das von Heide, Moor und Geest geprägte Elbe-Weser-Dreieck. Wegen der vorherrschenden Windrichtung ist es ratsam, von Bremen nach Hamburg zu radeln, denn auf dem flachen Gelände kann der Gegenwind schon recht unangenehm werden. Dennoch ist die 151 km lange Route in beiden Richtungen gut ausgeschildert. Das rot-weiße Logo mit den Abkürzungen ‚HH‘ und ‚HB‘, die für Hansestadt Hamburg bzw. Hansestadt Bremen stehen, leitet den Radwanderer sowohl auf der Hauptroute als auch auf den Alternativstrecken – dort wird das Logo mit der Aufschrift ‚Alternativ-Route‘ ergänzt.

Der Radfernweg Hamburg-Bremen ist Bestandteil des deutschen und des europäischen Radfernwegenetzes und verläuft auf der gleichen Routenführung  wie die D7-Route von Aachen über Köln, Düsseldorf, Münster, Bremen und Hamburg nach Flensburg sowie die EuroVeloRoute 3, die als Jakobsweg für Radfahrer vom norwegischen Trondheim bis ins spanische Santiago de Compostella führt. Abseits der beiden norddeutschen Metropolen ist die Strecke eher ländlich geprägt. Highlights sind das Künstlerdorf Fischerhude, die Stadt Zeven mit ihrem zeitgenössischen Skulpturenpark, das Tister Bauernmoor, das 1000jährige Heeslingen sowie der Staatsforst Rosengarten in den Harburger Bergen mit dem Freilichtmuseum am Kiekeberg und dem Wildpark Schwarze Berge. Daneben sollte man sich natürlich für Bremen und Hamburg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten genügend Zeit nehmen!


Daneben sollte man sich natürlich für Bremen und Hamburg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten genügend Zeit nehmen! Der Radweg wurde 2005 eröffnet. Gepflegt wird er durch die Arbeitsgemeinschaft Radfernweg Hamburg-Bremen innerhalb des Tourismusverbandes Landkreis Rotenburg zwischen Heide und Nordsee e.V..


Charakteristik:

Der Fernradwanderweg besitzt einen überwiegend ebenen bzw. flachwelligen Streckenverlauf, wobei die Harburger Berge/Schwarze Berge die Ausnahme bilden: hier gibt es doch einige erhebliche Steigungen, die einem Flachlandtiroler schon fast alpin erscheinen. Die höchste Erhebung reicht hier bis 150m über NN. Die Strecke verläuft meist auf asphaltierten und verkehrsarmen Straßen und Wirtschaftswegen bzw. straßenbegleitenden Radwegen. Aber es gibt auch einige sandige Abschnitte und Straßen mit Kopfsteinpflaster, so dass das Befahren der Route mit Rennrädern nicht empfohlen wird. Außerhalb der beiden Hansestadtmetropolen ist nur mir wenig Verkehr zu rechnen. Ausnahmen bilden hier der Abschnitt um Zeven sowie die Region Rosengarten.

Die Bahnverbindungen zwischen Bremen und Hamburg verläuft parallel mit etwas Abstand zum Radfernweg und wird regelmäßig bedient. So bietet sich auch eine Unterteilung der Strecke in einzelne Etappen an.



Ortschaften entlang der Route

Bremen  /  Bremen-Borgfeld   /  Fischerhude   /  Ottersberg   /   Wilstedt  /  Vorwerk   /  Gyhum  /  Zeven  /  Heeslingen  /  Klein Meckelsen  / Sittensen  / Tiste  /  Heidenau (Nordheide)  /  Hollenstedt  /  Appel  /  Rosengarten (Landkreis Harburg)  /  Hamburg-Harburg  /  Hamburg

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Hamburg

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it seinen 1,8 Mio. Einwohnern ist Hamburg nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Die pulsierende Großstadt ist sowohl eine geschäftige Wirtschaftsmetropole und ein modernes Medienzentrum als auch Kulturschauplatz und Anziehungsort für täglich über 100.000 Touristen. Das ‚Tor zur Welt‘ liegt am Beginn der Unterelbe, die sich hier noch in eine Norder- und eine Süderelbe aufteilt. Die Hafen- und Werftanlagen bestimmen die Kulisse auf der gegenüberliegenden Seite der Innenstadt. Hamburg besitzt den zweitgrößten Containerumschlagplatz Europas und die um 1900 im Stil der Neugotik erbaute Speicherstadt ist der weltweit größte historische Lagerhauskomplex. Die Lagerhallen werden allerdings inzwischen sehr vielfältig genutzt. Mehrere Museen haben hier einen idealen Platz gefunden, darunter das Hamburg Dungeon, die Blindenausstellung Dialog im Dunklen, das Deutsches Zollmuseum, das Speicherstadtmuseum als Außenstelle des Museum der Arbeit, das Spicy’s Gewürzmuseum und das Miniatur Wunderland, die größte Modelleisenbahn der Welt. Am Rande der Altstadt an der Norderelbe liegen die Museumsschiffe ‚Windjammer Rickmer Rickmers‘, ‚Cap San Diego‘ und das Feuerschiff ‚LV13‘. Und damit sind die wichtigsten Museen Hamburgs noch gar nicht genannt, denn diese befinden sich nahe dem Hauptbahnhof auf der Museumsmeile. Dazu gehören die Deichtorhallen mit wechselnden Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, das Museum für Kunst und Gewerbe und die Hamburger Kunsthalle.
Hamburg war zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert tragendes Mitglied des Städtebundes der Hanse. Diese wirtschaftlichen Handelsverflechtungen haben die Stadt reich gemacht und die Traditionen werden auch heute noch gepflegt. Das prachtvolle Rathaus, die Börse, die vielen historischen Kontorhäuser oder das Deichstraße-Viertel  zeugen von der geschäftlich erfolgreichen Vergangenheit.
Hamburg, das wegen seiner vielen Wasserläufe auch häufig ‚Venedig des Nordens‘ genannt wird, besitzt übrigens mehr Brücken als die italienische Lagunenstadt. Die Alster, ein 56 km langer Nebenfluss der Elbe, ist einer dieser Wasserläufe. Sie mündet am südlichen Rand der Altstadt in die Elbe. Zuvor bildet sie mitten in der Stadt den Alstersee, der sich in die Binnen- und Außenalster aufteilt.  Die Binnenalster wird umrahmt von stolzen, weißen Geschäftshäusern aus der Gründerzeit, darunter der Firmensitz der Hapag-Lloyd AG, das Hotel  Vier Jahreszeiten, das berühmte Alsterkaufhaus und der Alsterpavillon. Am Jungfernstieg, dem Südwestufer der Binnenalster, ist die Anlegestelle der Weißen Flotte. Von hier aus starten die Ausflugsdampfer zu ihren Rundfahrten auf der Alster und durch die Kanäle.
Die 164 ha große Außenalster bildet den größeren Teil des Sees. Er ist bis zu 4,5 m tief und wird bei schönem Wetter viel von Seglern, Ruderern und Tretbootfahrern genutzt. Rund um das Ufer ziehen sich der Alsterpark und ein 7,4 km langer Rundweg, der zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren einlädt. Der Park geht in den Grünstreifen der einstigen Wallanlagen sowie in den Park ‚Planten un Bloomen‘ (niederdeutsch für: Pflanzen und Blumen) über. Die frei zugängliche Parkanlage wurde einst als Zoologischer Garten genutzt, aus dem in den 1930ger Jahren ein Volks-, Vogel- und Vergnügungspark wurde. Anlässlich der Niederdeutschen Gartenschau im Jahre 1935 erhielt er seinen heutigen Namen. 1953, 1963 und 1973 fand auf dem Gelände die Internationale Gartenbau-Ausstellung statt. Planten und Blomen ist mit seinen verschiedenen Schwerpunkten (u.a. Botanischer Garten, Japanischer Garten, Rosengarten, Apothekergarten) und seinen vielen Kunstwerken ein beliebter Ausflugsort für die Hansestädter.
Das Wahrzeichen der Freien- und Hansestadt ist die evangelische Hauptkirche St. Michaeliskirche, im Volksmund kurz ‚Michel‘ genannt. Das Gotteshaus besitzt die größte Kirchturmuhr Deutschlands – und das gleich vierfach, da der Turm vier Seiten besitzt. Der Durchmesser jeder Uhr beträgt 8 Meter, der große Zeiger besitzt eine Länge von fast fünf Metern! Ein Aufstieg auf den 132 m hohen Turm der Barockkirche gehört zum Hamburger Pflichtprogramm, denn von hier aus ergibt sich ein aufregender Blick über die gesamte Millionenstadt, über die Elbe und den Hafen. Dabei besitzt der Michel gar nicht die höchste Kirchturmspitze Hamburgs. Der Turm der Petrikirche ist ebenfalls 132 m hoch und die nur noch als Ruine erhaltene St.-Nikolai-Kirche, die heute als Mahnmal an die Opfer des Krieges erinnert, besitzt sogar einen 147 m hohen Turm.
Das moderne Wahrzeichen Hamburgs ist wegen ihrer markanten Bauweise die Kohlbrandbrücke. Sie wurde 1974 dem Verkehr freigegeben und verbindet die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Bundesautobahn A7 bei Waltershof. Als Schrägseilbrücke besitzt sie eine stattliche Länge von 3600 Metern. Täglich passieren rund 30.000 Fahrzeuge den Köhlbrand über diese gigantische Brückenkonstruktion.

Sehenswertes:
 

St. Michaeliskirche (Michel) und Krameramtsstuben
Speicherstadt mit Museen (Hamburg Dungeon, Blindenausstellung Dialog im Dunklen, Deutsches Zollmuseum…..)
Elbe mit Hafen
Elbphilharmonie
HafenCity
Museumsmeile mit Deichtorhallen, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburger Kunsthalle
Planten un Blomen
Köhlbrandbrücke
Kattwykbrücke
Binnenalster mit Jungfernstieg, Rathaus und Börse
Außenalster
Ohnsorg-Theater und Deutsches Schauspielhaus
Museum für Hamburgische Geschichte (hamburgmuseum)
Museumsschiffe ‚Windjammer Rickmer Rickmers‘, ‚Cap San Diego‘ und das Feuerschiff ‚LV13‘
Kirche St. Katharinen
Kirche St. Jacobi
Mahnmal St. Nicolai
Laeiszhalle
Johannes-Brahms-Museum


Radrouten die durch Hamburg führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
ElbeRadWeg: Abschnitt Mitte
Radfernweg Hamburg-Bremen




Hamburg-Harburg

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er Hamburger Bezirk liegt im Südwesten der Hansestadt an der Süderelbe. Noch in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die beiden selbstständigen Städte Harburg an der Elbe und Wilhelmsburg zu einer Großstadt zusammengefügt. Der Staat Preußen wollte damals einen wirtschaftlichen Gegenpol zum mächtigen Hamburg schaffen. Doch 1937/38 wurde Harburg-Wilhelmsburg im Zuge des ‚Groß-Hamburg-Gesetzes‘ in die Hansestadt eingegliedert. Während Harburg einen eigenen Bezirk bildete, ging Wilhelmsburg im Bezirk Mitte auf. Doch Harburg besitzt auch heute noch seinen eigenen Stolz. Obwohl das Harburger Wappen keinen offiziellen Charakter besitzt, ziert es doch auch heute noch die Post der Bezirksversammlung. Das Bezirksamt hat seinen Sitz im alten Harburger Rathaus. Das 1889 im Stil der Neorenaissance errichtete Backsteingebäude zeugt vom Selbstverständnis der einstigen Stadt Harburg. Das älteste Bauwerk des Bezirkes ist das Harburger Schloss, von dem allerdings nur noch ein baulich stark veränderter Seitenflügel erhalten blieb, der so gar nicht mehr einer geschichtlichen Romantik entsprechen will. Dennoch geht das Kellergewölbe und Teile des Außenmauerwerkes noch auf das 14. Jahrhundert zurück. Hier, im Bereich des heutigen Binnenhafens, war der Entstehungskern Harburgs und hier haben sich auch noch einige alte Speichergebäude (z.B. der Palmspeicher), der Portalkran von 1972 (heute technisches Denkmal) und mehrere historische Brückenanlagen, wie die alte Klappbrücke und die Alte Harburger Elbbrücke, erhalten. Die 417 m lange Harburger Elbbrücke war 1899 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet worden. Sie war als erste Süderelbbrücke für den Fahrzeugverkehr zugelassen, dient heute aber nur noch Radfahrern und Fußgängern. Das Bauwerk besteht aus mehreren Stahlbögen und zwei Sandsteinportalen, die an die alten Stadttore von Harburg und Wilhelmsburg erinnern sollen. Über den Torbögen prangen die alten Stadtwappen.
Mit der Sammlung Falckenberg besitzt Harburg eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Sie ist in einer alten Fabrikhalle untergebracht, wo neben der ständigen Sammlung des Kunstmäzens Harald Falckenberg auch Wechselausstellungen anderer großer Sammlungen präsentiert werden. Daneben zeigt auch der ‚Kunstverein Harburger Bahnhof‘ im Kulturbahnhof wechselnde Kunstausstellungen.
Eine weitere bedeutende Ausstellung präsentierte das Archäologische Museum Hamburg (Helms Museum). Neben seiner umfangreichen archäologischen Sammlung, die sich thematisch auf die norddeutsche Ur- und Frühgeschichte konzentriert, zeigt das Museum in seinem Haupthaus eine ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte der Freien- und Hansestadt Hamburg.

Sehenswertes:
 

Harburger Binnenhafen
PhoenixArt mit Sammlung Falckenberg
Archäologisches Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg (Helms-Museum)
Kulturbahnhof im Bahnhof Hamburg-Harburg / Kunstverein
Rathaus Harburg
Alte Harburger Elbbrücke
Klappbrücke
Channel Tower
Harburger Schloss
Electrum – Das Museum der Elekrizität


Radrouten die durch Hamburg-Harburg führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
Radfernweg Hamburg-Bremen




Bremen

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remen, die Hafen- und Handelsmetropole an der Weser, besitzt ein gemütliches und maritimes, aber auch historisches Flair. Heute ist Bremen Hauptstadt des Zwei-Städte-Staates Bremen, zu dem auch noch Bremerhaven gehört. Das Streben nach Freiheit und Selbstständigkeit war schon immer ein herausragendes Attribut der Freien Hansestadt, deren Leitspruch ‚Buten un binnen – wagen und winnen’ (Draußen und drinnen – wagen und gewinnen) über dem Portal des Schüttings, dem ehemaligen Gildehaus der Bremer Kaufmannschaft prangt. Der mittelalterliche Marktplatz, zu dem auch der Schütting gehört, gilt als einer der Schönsten in Deutschland. Neben dem St. Petri-Dom ist das historische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert mit seiner prächtigen Weserrenaissancefassade eine herausragende Sehenswürdigkeit. Zusammen mit der davor stehenden Rolandstatue wurde das Rathaus in den Kanon des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Der Roland ist nicht nur ein Wahrzeichen Bremens, er symbolisiert auch Recht und Freiheit für die Stadt. Das andere Wahrzeichen der Stadt, die bronzene Statue der Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks, steht in unmittelbarer Nähe neben dem Rathaus. Ein Rundgang durch Bremen wäre allerdings unvollständig ohne einen Bummel durch das verwinkelte und verträumte Schnoorviertel mit seinen Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, sowie die Böttcherstraße mit seiner expressionistischen Backsteinarchitektur. Auch ein Spatziergang auf der Schlachte, ehemals Stadthafen und heutige Weserpromenade und Flaniermeile, gehört zu einem Besuch. Darüber hinaus bietet Bremen auch einige musealische Höhepunkte. Die Kunsthalle Bremen besitzt eine der bedeutendsten Gemälde- und Skulpturensammlungen in Deutschland, das Neue Museum Weserburg gilt als herausragende Präsentationsstätte für zeitgenössische Kunst und auch das Paula-Modersohn-Becker Museum und das Gerhard-Marcks-Haus lohnen eine Besichtigung. Mit dem Übersee-Museum besitzt Bremen eines der bedeutendsten Völkerkundemuseen und das Focke-Musum präsentiert interessante Bremensien.

Sehenswertes:

Das Bremer Rathaus wurde in den Jahren 1405 bis 1410 mit einer zunächst schlichten gotischen Fassade errichtet. Sein prächtiges heutiges Erscheinungsbild erhielt das Ratsgebäude erst in den Jahren 1608 bis 1612. Die Marktplatzfassade gilt als Höhenpunkt des Baustils der Weserrenaissance. Das Ratshaus ist bis heute Sitz des Bürgermeisters und besitzt mehrere Säle und repräsentative Zimmer für Empfänge und andere Anlässe. In der Oberen Rathaushalle findet seit 1545 alljährlich im Februar das ‚Schaffermahl’ statt, wo sich bedeutende Bremer Kaufleute, Reeder, Kapitäne und Repräsentanten zum Erfahrungsaustausch treffen. Die Güldenkammer wurde vom Worpsweder Maler Heinrich Vogler im Jugendstil neu gestaltet. Im Senatssaal trifft sich der Senat einmal in der Woche zu einer Sitzung. Auf dem Balkon des Rathauses wird die Mannschaft von Werder Bremen gefeiert, wenn sie wieder einmal einen Titel geholt hat. Im Jahre 2004 wurde das Rathaus zum UNESCO Welterbe erklärt. In den Gewölben des Rathauses befindet sich mit dem ‚Bremer Ratkeller’ eine der traditionsreichsten Gaststätten Deutschlands. Er besteht seit über 600 Jahren und verfügt mit über 600 Sorten und Lagen über die größte Weinkarte in Deutschland. An der linken Seitenfront des Rathauses befindet sich seit 1953 eine zwei Meter große Skulptur der Bremer Stadtmusikanten vom Bildhauer Gerhard Marcks. In Bremen sagt man, es brächte Glück, die beiden Vorderläufe des Esels zu umfassen.

St. Petri Dom mit Bleikeller, Dommuseum und Bibelgarten

Bremen-Marktplatz Senat DomAuf dem höchsten Punkt des Dünenzuges, auf dem die Stadt Bremen entstand, wurde der St. Petri Dom errichtet. Bereits im Jahre 789 hatte Priester Willehad hier einen ersten, noch aus Holz bestehenden Dom geweiht, der nach 805 durch ein erstes steinernes Kirchenhaus ersetzt wurde. Eine dreischiffige Sandsteinbasilika aus dem 11. Jahrhundert mit zwei Krypten und doppeltem Chor gab den Grundriss für den heutigen Bau vor. Im 13. Jahrhundert erfolgten wesentliche Kapellenanbauten, und die markante Doppelturmsfassade entstand. Eine Turmbesteigung des heute evangelischen Domes ermöglicht einen weiten Blick über Bremen und sein Umland. In einem kleinen Nebengebäude des Domes befindet sich der Bleikeller, in dem sechs mumifizierte Leichen in ihren offenen Särgen zu bestaunen sind. Früher befanden sich die Leichen in der Ostkrypta, wo man auch das Blei lagerte. So stammt der Begriff ‚Bleikeller’ nicht, wie vielfach angenommen, von bleihaltiger Luft, die zur Mumifizierung führte. Das Dom-Museum ist ein ökumenisches Museum für Bremer Kirchengeschichte. Gezeigt werden Grabbeilagen aus mittelalterlichen Bischofsgräbern, Textilien aus dem 11. – 15. Jahrhundert, kirchliche Kunstgegenstände, wie Gemälde, Plastiken und Altargeräte sowie Leihgaben der bremischen katholischen Kirche. Der Bremer Bibelgarten wurde im Jahr 1998 im ehemaligen Kreuzgang an der Südseite des Domes angelegt. Über 60 verschiedene Pflanzenarten gruppieren sich um eine Jakobuspilgerstatue, die sich in der Mitte des Gartens befindet. Der Garten bietet eine Stätte der Ruhe und der Besinnung inmitten des geschäftigen Treibens eines Großstadtzentrums.

Roland

Bremen-Marktplatz RolandDer Roland ist das Wahrzeichen von Bremen. Die steinerne Statue misst mit Sockel und Baldachin eine Gesamthöhe von über 10 Metern, und ist gegen den Dom ausgerichtet. Damit ist sie die größte freistehende Plastik des Mittelalters in Deutschland. Roland war ein großer Heerführer und Neffe Karls des Großen. Als Repräsentant des Kaisers soll er die Stadtrechte und die Reichsfreiheiten Bremen verkündet haben. In Bremen sagt man, dass die Stadt so lange frei bliebe, so solange der Roland über die Stadt wacht. Die Statue aus Sandstein wurde 1404 als Ersatz für eine hölzerne Figur aufgestellt. Der Abstand zwischen den Spitzen der Knie beschrieb die Größe einer ‚Bremer Elle’ und galt lange als offizielle Maßeinheit. Jedes Jahr zur Freimarktzeit erhält der Roland ein Schild mit der Aufschrift ‚Ischa Freimark!’ umgehängt, damit auch er bei der ‘fünften Jahreszeit’ der Bremer mitfeiern kann.

Schütting

Bremen-Marktplatz SchüttingDer Schütting wurde im Stile der Renaissance Flanderns mit hellem Sandstein in den Jahren 1537 und 1538 am Marktplatz erbaut und war zunächst Gildehaus der Bremer Kaufmannschaft. Diese hatten ihr repräsentatives Gebäude sehr bewusst genau gegenüber dem Rathaus bauen lassen, um ihre Macht innerhalb der Stadt Bremen zu demonstrieren. Das Prunkportal des Schüttings besitzt eine Inschrift, die sich heute zu Bremens Leitspruch entwickelt hat: ‚Buten un binnen – wagen und winnen’ (Draußen und drinnen – wagen und gewinnen) Seit 1849 ist der auch wegen seiner prächtigen Innenräume berühmte Schütting Sitz der Bremer Handelskammer.

Haus am Markt

Bremen-Deutsches HausAuf der Nordwestseite des Marktplatzes stehen heute eine Reihe hoher Giebelhäuser, die die Marktplatzbebauung abschließen, darunter das Haus am Markt, 1594 im Renaissancestil errichtet und 1830 durch Biedermeierfassade ersetzt, und das Deutsche Haus von 1909. Auf seiner Eckfassade steht die Mahnung: ‚Gedenke der Brüder, die das Schicksal unserer Trennung tragen’. Diese auf die deutsche Teilung abzielende Innschrift wurde nach der Wiedervereinigung an seiner Stelle belassen.

Haus der Bürgerschaft

Bremen-Marktplatz Senat DomDort, wo vor dem zweiten Weltkrieg noch die ‚Alte Börse’ stand, befindet sich heute das Haus der Bürgerschaft. Das Gebäude der Alten Börse war in den Kriegstagen so schwer durch Bomben getroffen worden, dass es nicht wieder aufgebaut wurde. Mit der Bürgerschaft entstand das einzige moderne Gebäude des Marktplatzensembles, entworfen vom Berliner Architekten Wassili Luckhardt. Dieser war stilprägend für die Moderne im Nachkriegsdeutschland gewesen. Sein Bau stieß aber zunächst auf wenig Gegenliebe bei den ansonsten eher konservativen Bremern. Doch inzwischen haben sie sich mit diesem Gebäude angefreundet, zumal es inzwischen auch unter Denkmalschutz steht. Das Haus der Bürgerschaft ist ein Stahlbetonbau mit vorgehängter Glasfassade. Luckhardt verband in fast allen seinen Arbeiten die Architektur mit der Kunst. Hier integrierte er Aluminiumreliefs des Künstlers Bernhard Heiliger in die Außenfassade. Der Plenarsaal im Inneren der Bürgerschaft ist in den Bremer Farben rot und weiß gehalten. Neben den Abgeordneten finden hier auch 225 Zuschauer sowie 30 Pressevertreter Platz.

Die Böttcherstrasse ist eine zwischen 1922 und 1931 erbaute Gasse zwischen Marktplatz und Weser. Errichtet wurde sie als modernes Gesamtkunstwerk in rotem Backstein von Ludwig Roselius, Bremer Kaufmann und Erfinder des koffeinfreien Kaffees. Sie gilt heute als die heimliche Hauptstrasse Bremens und als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Roselius hatte hier im Jahre 1902 ein 600 Jahre altes Speicherhaus erworben, und das später Roselius-Haus getaufte Gebäude sanieren lassen. Daraufhin ließ er mit Hilfe des berühmten Worpsweder Skulpteur und Architekten Bernhard Hoetger die gesamte Strasse expressionistisch neu gestalten. Dies diente ihm als zum einen als Umsetzung seiner Weltanschauung und natürlich auch als Werbung für seinen Kaffee HAG. In der Böttcherstrasse finden sich heute einige interessante Fachgeschäfte, exquisite Restaurants, das Bremer Spielcasino sowie zwei Museen.

Man betritt die ehemalige Gasse der Fassmacher (= Böttcher) unter einem großen Blattgoldrelief von Hoetger, das den Erzengel Michael im Kampf mit dem Drachen zeigt. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Glockenspiel der Böttcherstrasse. Dabei erklingt eine Melodie, gespielt auf 30 weißen Meißner Porzellanglocken, und parallel dazu rotieren an einem Türmchen auf zehn farbigen von Hoetger geschaffenen Holztafeln berühmte Ozeanbezwinger.

Das Roselius-Haus ist ein Museum, das die Privatsammlung Ludwig Roselius zeigt sowie auf niederdeutsche Wohnkultur und Kunst vom Mittelalter bis zur Barockzeit eingeht. Zu sehen sind unter anderem Bilder von Lucas Cranach und Ludger tom Ring sowie ein Beweinungsaltar von Tilman Riemenschneider. Das Paula Modersohn-Becker-Museum ist das erste Museum weltweit, welches einer weiblichen Künstlerin gewidmet ist. Paula Modersohn-Becker gilt als die bedeutendste Worpsweder Künstlerin, da sie sehr viel mehr als die anderen den Aufbruch in die Moderne mitgestaltete. Sie gehörte zu der ersten Generation der Künstlerkolonie und war mit deren Gründer Otto Modersohn verheiratet. Das Museum zeigt neben ihren Werken auch Sonderausstellungen zu Themen der klassischen Moderne. Darüber hinaus präsentiert das Museum eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen Bernhard Hoetgers. Roselius selber gab dem Gebäude dem Namen ‚Paula Becker-Modersohn-Haus’ und stellte damit den Namen der Künstlerin als Hommage an sie um. Im Handwerkerhof kann man Kunsthandwerkern, wie Goldschmieden und Glasbläsern bei der Arbeit zusehen.

Die Liebfrauenkirche steht gleich links neben dem Rathaus und ist nach dem Dom die älteste Kirche Bremens. Eine erster Holzbau wurde bereits im Jahre 1020 errichtet. Vom ersten Steinbau Mitte des 12. Jahrhunderts ist noch der romanische Südturm erhalten. Ab 1229 wurde dann die heute noch erhaltene fühgotische Hallenkirche erbaut. Den ursprünglich drei Schiffen wurde um 1300 noch ein viertes angefügt. Bis zum Bau des Rathauses diente die Liebfrauenkirche auch als Versammlungsstätte für den Rat der Stadt Bremen. Bemerkenswert sind auch die in der Krypta wieder freigelegten Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Von 1964 bis 1979 wurde neue abstrakte und farbige Glasmosaike in die mittelalterlichen Fenster eingesetzt. Sie stammen vom französischen Maler Alfred Manessier und verleihen dem Kircheninneren durch das je nach Wetter und Tageszeit wechselnde einfallende Licht eine immer wieder veränderte Athmosphäre.

Der Schnoor ist Bremens ältester erhaltener Stadtteil. Um die St.-Johannis-Kirche herum entstand seit dem 13. Jahrhundert dieses mittelalterliche Altstadtquartier mit engen Gässchen und verträumten Winkeln. Die meisten erhaltenen Häuser des Schnoors entstanden um 1500, das älteste wurde allerdings bereits 1404 errichtet. Es dient heute als Galerie. Der niederdeutsche Begriff ‚Schnoor’ bedeutet Schnur und leitet sich von den wie an einer Schur aufgereihten Häusern ab. Damals war das Viertel Wohnort für Fischer und Handwerker. Heute befinden sich hier zahlreiche Lädchen, Restaurants und Cafés, die zum Bummeln und Verweilen einladen. Die Probsteikirche St. Johannis wurde im 14. Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik ursprünglich als Klosterkirche eines nicht mehr erhaltenen Franziskanerklosters erbaut. Sie ist die einzig erhaltene ehemalige Klosterkirche Bremens. Das St. Jacobus-Packhaus ist das einzig erhaltene Packhaus der Hafenstadt Bremen, von denen es einst um die hundert gab. Ursprünglich diente das wohl aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude als Wohn- und Lagerhaus. Im 18. Jahrhundert nutzte es die Jacobus-Bruderschaft als Witwenwohnheim und um 1890 erhielt es nach einem Umbau sein heutiges Erscheinungsbild. Heute ist hier ein besonderes Museum untergebracht: das Bremer Geschichtenhaus. Hier soll man hören, sehen, schmecken und mitmachen. In allen Räumen trifft man auf Bremer Berühmtheiten, gespielt von ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die Stadtgeschichten zur Bremer Stadtgeschichte zwischen 1600 und 1960 lebendig erzählen.

Die Schlachte ist heute ein Uferweg an der Weser, bestehend aus einer ‚Oberen -‘ und einer ‚Unteren Schlachte’. Hier kann man spazieren gehen, alte Schiffe bewundern und Kaffee trinken gehen. Erstmals wurde die ‚Slait’, aus dem sich der Begriff ‚Schlachte’ ableitet, bereits im Jahr 1250 urkundlich erwähnt. Damals wurde das Weserufer mit Pfahlbauten verstärkt, um es einerseits zu schützen, andererseits aber auch als Hafengelände nutzbar zu machen. Bremen wurde zu dieser Zeit bereits mit Handelskoggen angefahren. Später folgten eine hölzerne Kaianlage und schließlich eine steinerne Kaimauer. Als im 19. Jahrhundert weitere Häfen nördlich des Zentrums sowie in Bremerhaven entstanden, nahm die Bedeutung des Uferhafens stark ab. Die Anlagen verfielen, bis die Schlachte 1899 zu einer Grünanlage umgestaltet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Innenstadt nahezu vollständig zerstört wurde, sorgten die Trümmerteile für eine erneute Befestigung der Schlachte. Im Jahr 1999 wurde die Schlachte noch einmal vollständig umgestaltet und erhielt so ihr heutiges Gesicht, das geprägt ist von zahlreichen Terrassen und Biergärten, vor allem aber vom maritimen Flair. Zahlreiche teils historische Schiffe bieten abwechslungsreiche Unterhaltung. Das Theaterschiff bietet auf zwei Bühnen Komödien und Musicals sowie montags ‚Jazz on Board’ an, auf der Fregatte ‚Admiral Nelson’ hat sich ein Pannekoeken-Restaurant etabliert, auf mehrere weiteren Schiffen wurden Gastronomiebetriebe eingerichtet. Flussdampfer, Barkassen und Segelschiffe bieten Besichtigungs- und Fahrtmöglichkeiten an.

Die Bremer Kunsthalle gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen in Deutschland und besitzt eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken des 14. Jahrhunderts bis zur Neuzeit. Dabei ist es das einzige deutsche Kunstmuseum dieser Größenordnung, welches mit dem gemeinnützigen Kunstverein eine private Trägerschaft besitzt. Der Kunstverein in Bremen wurde bereits 1823 gegründet und zählt heute rund 7000 Mitglieder. Die 1849 eröffnete Kunsthalle am Ostertor in den Wallanlagen war seinerzeit das erste eigenfinanzierte Kunstmuseum Deutschlands. Die Kunsthalle vereint Werke der alten Meister, des Impressionismus, der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst. Sie besitzt eine umfangreiche Skulpturensammlung sowie ein Kupferstichkabinett, das mit 200.000 Handzeichnungen und druckgraphischen Blättern eines der bedeutendsten seiner Art ist. Mit einigen sehr erfolgreichen Sonderausstellungen hat sich die Einrichtung in den letzten Jahren ein stetig wachsendes Ansehen erworben.

Mit der Weserburg besitzt Bremen eines der umfangreichsten Museen für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Seit 1991 werden in vier ehemaligen Speichergebäuden auf dem Teerhof auf 6000 m² Schaufläche die Werke der einflussreichsten Künstler der Gegenwart gezeigt. Dabei hat man in der Weserburg ein neues Konzept umgesetzt: das Sammlermuseum. Exponate aus mehreren großen Privatsammlungen werden thematisch in einen neuen Kontext gegliedert, kunsthistorisch vorgestellt und bewertet. So werden jährlich mehrere neue Ausstellungen kuratiert und später teilweise auch an andere Museen weitergegeben.

Das Gerhard-Marcks-Haus zählt zu den renommiertesten Bildhauermuseen Europas. In Wechselausstellungen werden sowohl Werke der modernen und zeitgenössischen Bildhauerei präsentiert als auch Stücke der eigenen Sammlung. Gerhard Marcks selber hatte große Teile seines Werkes in eine 1969 in Bremen gegründete Stiftung übergeben, die sein Lebenswerk bewahren sollte. Der Bestand beläuft sich auf ungefähr 430 Plastiken, 14.000 Handzeichnungen und 1.200 druckgraphische Blätter. Gerhard Marcks gehörte zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhundert. Er prägte die klassische moderne Bildhauerei wesentlich mit. 1889 in Berlin geboren, lehrte eine Zeit lang bei Walter Gropius am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Im Dritten Reich wurde er mit einem Ausstellungsverbot belegt. Seine Hochphase erlangte er dann in den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Im Jahre 1981 starb er 92jährig. Marcks, der nie in Bremen gelebt hatte, besaß dennoch einen Bezug zu der Stadt. Die berühmte Bronzestatue der Bremer Stadtmusikanten neben dem Rathaus stammt von ihm. Somit schuf er eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der Stiftungszweck wurde inzwischen erweitert und umfasst heute die Erforschung und Präsentation der gesamten Bildhauerkunst in Deutschland vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Das in unmittelbarer zum Hauptbahnhof befindliche Überseemuseum gilt als eines der bedeutendsten völkerkundlichen Museen Europas. Das bereits 1896 unter dem Namen ‚Städtisches Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde’ eröffnete Haus besitzt umfangreiche Sammlungen aus den Regionen Ozeanien, Asien, Afrika und Amerika und gehört zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Im Jahre 2007 wurde im benachbarten Gebäude eines Kinos das Übermaxx eröffnet, ein Schaumagazin mit 30.000 Exponaten. Auf fünf Etagen und einer Fläche von 2000m² werden die Sammlungsgegenstände der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die auf den eigentlichen Schauflächen keinen Platz mehr finden. Das Überseemuseum ist durch eine Brücke mit der Übermaxx verbunden.

Das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, kurz ‚Focke-Museum’ genannt, liegt im Ortsteil Riensberg. Es wurde als Museumsanlage in einem 4,5 ha großen Park konzipiert und umfasst neben einem modernen Hauptgebäude vier historische Hofgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Dr. Johann Focke, Bremer Senator und Vater des Luftfahrtpioniers Heinrich Focke, hatte allerlei historische Bremer Relikte gesammelt, mit denen er das ‚Historische Museum’ eröffnete. Später wurde die Einrichtung in ‚Focke-Museum für bremische Altertümer’ umbenannt. Auf der Grundlage von Dr. Fockes Sammlung wurde im Jahre 1953 schließlich das Museum auf dem heutigen Gelände neu eingerichtet. 1964 erhielt es sein neues Hauptgebäude im Stil der klassischen Moderne. Präsentiert werden sowohl Grabungsfunde aus dem Mittelalter als auch originale Borgward-Autos und Schiffsmodelle aus dem 20. Jahrhundert. Als besonderes Exponat wird im Focke-Museum der originale Rolandkopf aufbewahrt.

Das Theater am Goetheplatz gehört zum Theater Bremen und ist dessen größte Bühne. Das Gebäude am Rande der Wallanlagen wurde 1913 eröffnet und ist heute die Hauptspielstätte der Bremer Oper. Daneben werden aber auch Schauspielstücke und Musicals sowie zur Adventszeit die traditionelle Weihnachtsaufführung für Kinder aufgeführt.

Eine innovative Sehenswürdigkeit Bremens in das futuristisch anmutende Universum. Hier wurde im Jahre 2000 ein interaktives Wissenschaftscenter mit Erlebnischarakter eröffnet. Von außen mutet der Bau wie eine Riesenmuschel an, die aus einem künslich angelegten See ragt. Das Gebäude wurde mit rund 40.000 Edelstahlschindeln verkleidet. Im Science Center befindet sich auf 4.000 m² eine Dauerausstellung zu den Themen Mensch, Erde und Kosmos, bei der der Besucher bei rund 250 Exponaten selber mitmachen und ausprobieren soll. Im Außenbereich wurde der EntdeckerPark mit Mitmachexperimenten zum Thema ‚Bewegung’ geschaffen. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der 27 m hohe ‚Turm der Lüfte’, von dem man nicht nur eine weite Aussicht über Bremen genießen kann, sondern auch Experimente zum Themenkomplex Wind und Wetter durchführen kann. In der SchauBox finden wechselnde Sonderausstellungen statt.

Ursprünglich gab es innerhalb der Wallanlagen des inneren Stadtgebietes von Bremen acht Windmühlen. Sie stammten alle aus dem 17./18. Jahrhundert, aber nur eine hat die Zeiten überdauert. Allerdings ist die Mühle am Wall in den Jahren 1832 bzw. 1898 zweimal abgebrannt. Danach wurde jeweils wieder aufgebaut. 1891 hatte die Stadt Bremen die Mühle erworben und sie weiter verpachtet. Bis 1950 wurde in ihr noch Mehl gemahlen. Seit 1997 befindet sich nun in der Mühle ein Café-Restaurant. Heute wird hier Kaffee statt Mehl gemahlen und als ‚Kaffeemühlenmischung’ verkauft.

Die Sögestraße ist die Haupteinkaufsstrasse Bremens. Sie führt von den Wallanlagen bis zur Obernstraße und ist heute Teil der Bremer Fußgängerzone. Am Beginn der Sögestraße steht die bekannte Schweinebronze des Bildhauers Peter Lehmann, eine kleine Schweineherde mit ihrem Hirten und seinem Hund. Das Werk nimmt Bezug auf den Namen und die Historie der Straße. Bereits im Jahre 1306 wurde sie als ‚Soghestate’ urkundlich erwähnt. Das niederdeutsche Wort ‚sögen’ bedeuten ‚sauen’ und bezieht sich auf die vermehrte Schweinetierhaltung in der Straße.

Der Bürgerpark ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Bremer. Als grüne Lunge der Innenstadt schließt er sich nordöstlich an die Altstadt an. Das zusammen mit dem Stadtwald über 200 ha. große Parkgelände wurde Mitte der 60ger Jahren des 19. Jahrhunderts angelegt und bietet heute vielfältige Erholungsmöglichkeiten an. Auf dem Emmasee kann man von April bis Oktober Ruderboote mieten, es gibt ein Tiergehege, eine Minigolfanlage, eine Naturlehr- und Erlebnispfad sowie eine Boule-Bahn. Die 1,7 km lange und bis 23:00 Uhr beleuchtete Finnbahn bietet Joggern die Möglichkeit, auf besonders gelenkschonenden Untergrund zu laufen. Mehrere Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Während der Sommermonate werden häufig Freiluftkonzerte gegeben und in der Waldbühne werden ganzjährig Jazzkonzerte dargeboten. Erwähnenswert sind auch die Theateraufführungen der Shakespeare Company im August auf der Freilichtbühne an der Melchersbrücke.

Der Rhododendronpark ist ein 46 ha. großes Parkgelände. Die ersten Rhododendren wurden 1936 gepflanzt. Heute wachsen hier 2.500 verschiedene Rhododendron- und Azaleenarten, die in der Blütezeit im Mai und Juni das Gelände in ein prächtiges vielfarbiges Blütenmeer verwandeln. Der Park besitzt seit 1950 einen Botanischen Garten und wurde in der Folgezeit durch einen Rosengarten mit 230 verschiedenen Rosensorten, einen Bonsaigarten sowie einen Japanischen Garten mit Teich und exotischen Koi erweitert. Als interaktives Entdeckerzentrum wurde die ‚botanika – das grüne Science Center’ erschaffen. Hier soll man die exotischen Gefilde des asiatischen Kontinentes sinnlich wahrnehmen. Verschiedene Themenbereiche behandeln die Gebirgslandschaft des Himalajas, die Djungelwelt von Borneo oder einen Japanischen Garten. Der Besucher nimmt die verschiedenen Düfte, Geräusche und Temperaturen mit seinen Sinnen auf und erforscht auf diese Weise den Kreislauf der Natur hautnah.



Radrouten die durch Bremen führen:

Weites Land
Brückenradweg Osnabrück ↔ Bremen
Weser-Radweg
Radfernweg Hamburg-Bremen
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer

 



Fischerhude

F
ischerhude ist ein idyllisches Dorf im Flecken Ottersberg, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Das urkundlich erstmals im Jahre 1124 als Widagheshude an der Wemmo erwähnte Dorf vor den Toren Bremens liegt zwischen Feuchtwiesen und Heidedünen, umgeben von den vielen Armen der Wümme. Alte reetgedeckte Niedersachsenhäuser mit den typischen Pferdekopfverzierungen an der Giebelspitze prägen das Ortsbild. Und natürlich Galerien. Denn in Fischerhude entwickelte sich nach Worpswede die zweite bedeutende Künstlerkolonie der Region. Im Jahre 1908 hatten sich zunächst die Maler Heinrich Breling und Wilhelm Heinrich Rohmeyer in Fischerhude niedergelassen, es folgten Otto Modersohn, Hans Buch, Clara Rilke-Westhoff sowie ihr Bruder, Helmuth Westhoff, der Komponist Karl Gerstberger und der Schriftsteller Diedrich Speckmann. 1921 wurde die erste Galerie eröffnet, heute lohnt sich für den Kunstinteressierten der Besuch im Otto-Modersohn-Museum oder im Buthmanns Hof.

Sehenswertes:

Otto Modersohn, der berühmte Mitbegründer der Worpsweder Künstlerkolonie, zog ein Jahr nach dem schmerzlichen Tode seiner Frau Paula im Jahre 1908 nach Fischerhude und beendete damit die Zeit der ‚Alten Worpsweder’. In Fischerhude gründete sich nun eine neue Künstlerkolonie. Für Modersohn war dieser Umzug ein Aufbruch in eine neue Zeit. Sein Stil änderte sich und er heiratete auch bald wieder, die Opernsängerin Louise Breling, die ihm mit Ulrich und Christian zwei Söhne gebar. Modersohn blieb bis zu seinem Lebensende 1943 in Fischerhude, auch wenn er sich zwischenzeitlich längere Zeit im Allgäu aufhielt. Modersohns Sohn Christian, der ebenfalls Maler wurde und in Fischerhude sein Atelier betrieb, zeigte sich für die Errichtung des Otto-Modersohn-Museums entscheidend verantwortlich. Im Jahre 1974 wurde eine Scheune renoviert, um den Nachlaß aus dem Besitz der Familie zu zeigen. Aus der eigentlich als Gedenkstätte geplanten Einrichtung entwickelte sich durch einen großflächigen Anbau ein Museum, das nun auch in der Lage ist, neben einer stattlichen Auswahl von Modersohn-Werken auch Bilder von Ottos zweiter Frau Paula Modersohn-Becker präsentieren zu können. Die Sammlung der gezeigten Werke ist Eigentum der Otto-Modersohn-Stiftung. Im Museum befindet sich auch das Otto-Modersohn-Archiv.

Im Ortskern von Ritterhude befindet der Tietjenhof. Die 1764 errichtete Hofanlage gehört zu den ältesten Bauernhöfen in Fischerhude. Der Schuldirektor Heinrich Schloen erwarb das Zweiständerhaus, baute es um und errichtete 1934 in den Räumlichkeiten das Museum und Heimathaus, das er nach seiner früh verstorbenen Tochter Irmintrat benannte. Das Heimatmuseum zeigt typische historische Einrichtungsgegenstände des bäuerlichen Lebens und vermittelt einen guten Überblick über die Lebensumstände der damaligen Zeit. Die Außenanlagen zeigen darüber hinaus einen Kornspeicher, ein Backhaus und einen Bootsschuppen.

Im Buthmanns Hof, einem alten Gehöft im Zentrum von Fischerhude, wurde im Jahr 1921 von Heinrich Rohmeyer die erste Galerie des Künstlerortes eröffnet. Die hier ansässigen Maler und Bildhauer sollten die Gelegenheit bekommen, ihre Werke vorort verkaufen zu können. Der Kunstverein Fischerhude bewohnt seit 2001 die erste und zweite Etage des Anwesens. Der Verein präsentiert in Wechelausstellungen überwiegend Gemälde von Künstlern aus der Region. Die Künstlerkolonie Fischerhude, die nunmehr seit über hundert Jahren besteht, soll auf diese Weise erfahrbar gemacht werden und die Künstler ihrerseits sollen vorgestellt und gewürdigt werden.

Die Fischerhuder Wümmewiesen sind ein 750 ha großes Naturschutzgebiet südwestlich von Fischerhude, zwischen Nord- und Südarm der Wümme gelegen. Südlich des Wümme-Südarms schließen sich direkt die Borgfelder Wümmewiesen an. Einzigartig in Niedersachsen ist das nach der Eiszeit hier entstandene Flussbinnendelta, welches durch die Verästelung der Wümme in mehrere Arme gekennzeichnet ist. In der kalten Jahreszeit werden die Wiesen regelmäßig überschwemmt. Während der vergangenen Jahre wurden zahlreiche Maßnahmen zur Renaturierung durchgeführt, um den ursprünglichen Charakter der Feuchtwiesen wieder zu erreichen. So wurden beispielsweise Deiche wieder entfernt und Gewässer naturnah gestaltet. Einige Bereiche sollen ungenutzt bleiben und sich zu unberührten Röhricht- und Auwaldbereichen entwickeln. So bilden heute die Wümmewiesen einen natürlichen Rückzugsraum für Fischotter, Neunaugen, Wachtelkönige, Brachvögel, Kiebitze und Bekassine.



Radrouten die durch Fischerhude führen:

Weites Land
Wümme-Radweg
Radfernweg Hamburg-Bremen




Bremen-Borgfeld

B
orgfeld ist ein kleiner Stadtteil Bremens am nordöstlichen Stadtrand. Der erstmals im Jahre 1235 erwähnte Ort ‚Borchfelde’ deutet auf eine nicht mehr existierende Burganlage an der Wümme hin. Borgfelde hat sich seinen dörflichen Charakter immer bewahrt. Geprägt wird die Landschaft durch die Wümmewiesen, die sich im Nordosten an die Siedlung anschließen. Diese artenreichen Feuchtwiesen stellen das größte Naturschutzgebiet Bremens dar und bieten einen Rückzugsraum für zahlreiche Vogelarten.

Sehenswertes:

Die Borgfelder Wümmewiesen sind mit 677 ha das größte Naturschutzgebiet im Land Bremen. Es schließt sich südwestlich direkt an die Fischerhuder Wümmewiesen an. Getrennt werden die beiden Gebiete durch den Wümme-Südarm. Die Landschaft wird geprägt durch Feuchtgrünland auf Niedermoor. Baum- und Strauchbestände gibt es wegen der hohen Bodenfeuchtigkeit kaum. Im Winter wird diese Auenlandschaft regelmäßig überschwemmt. Seit 1990 wird das Naturschutzgebiet verstärkt renaturalisiert. Für zahlreiche geschützte Pflanzen- und Tierarten bilden die Wümmewiesen eine ideale Heimat. Seltene Wiesenvögel finden hier ungestörte Brutstätten und Tausende von Zugvögeln erholsame Rastmöglichkeiten.



Radrouten die durch Bremen-Borgfeld führen:

Weites Land
Radfernweg Hamburg-Bremen
Wümme-Radweg
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer



Wilstedt

A
nsgar, der erste Erzbischof Bremens, verfasste im Jahre 860 ein Buch mit einer Sammlung von Wunderheilungsgeschichten. In diesem Werk mit dem Titel ‚Miracula‘ wurde auch erstmals der Ort Wilstedt als ‚Wilianstede‘ genannt. Tatsächlich ist der Siedlungsort bereits erheblich älter, denn menschliche Spuren sind hier bereits aus der älteren Steinzeit (15.000 – 3.000 v. Chr.) belegt. Auch die Reste mehrerer Hünengräber sind erhalten. Die Großsteingräber dienten in der jüngeren Bronzezeit als Grabstätte für größere Familien oder Sippen. Der Sage nach fand im Jahre 787 zwischen Wilstedt und Vorwerk der sogenannte Schlusskampf zwischen Karl dem Großen und dem Sachsenherzog Widukind statt, in dem der spätere Kaiser Karl die aufständigen Sachsen endgültig besiegte.
Das älteste Gebäude der Gemeinde in der Geest, die heute zur Samtgemeinde Tarmstedt gehört, ist die 1723 erbaute St. Petri-Kirche, wobei der Kirchturm noch vom Vorgängerbau stammt und rund 500 Jahre älter ist.

Sehenswertes:
 

St. Petri-Kirche





Vorwerk

V
orwerk ist ein gemütliches Dorf im Elbe-Weser-Dreieck und gehört zur Samtgemeinde Tarmstedt. Sehenswert ist der gigantische Findling neben dem Glockenstuhl in der Mitte der Gemeinde. Er besitzt ein Gewicht von rund 33 Tonnen. Im Ortsteil Buchholz  befindet sich ein großer Ilexhain mit ungefähr 30 Bäumen, die einst zu einem natürlichen Schutzgürtel eines nicht mehr erhaltenen Gutshofs gehörten. Nicht weit entfernt stehen die berühmten Kratteichen, die auf ein Alter von rund 1000 Jahren geschätzt werden. Das Land, auf dem die skurril verwachsenen Bäume stehen, diente einst als allgemein genutzte Weide. Das Vieh tat sich gütlich an den frischen Eichentrieben und verhinderte so ein normales Wachstum. Auf diese Weise entstanden die bizarren und absonderlich wirkenden Baumstrukturen.

Sehenswertes:
 

Vorwerker Findling und Glockenstuhl
Kratteichen
Ilexhain Buchholz





Gyhum

A
m Fuße eines Hügels, der mit einer Höhe von 50 Metern im ansonsten platten Umland schon richtig auffällt, liegt die Gemeinde Gyhum. Im niederdeutschen heißt der Ort heute ‚Jeem‘ und im Laufe seiner Geschichte tauchen auch die Bezeichnungen ‚Geihem‘ und ‚Gygoem‘ auf. Sehenswert ist die alte St. Margarethenkirche, die vor rund 1000 Jahren aus Feldsteinen errichtet wurde.
Im Ortsteil Nartum lebte einst der berühmte Schriftsteller Walter Kempowski (1929-2007), der vor allem durch seine stark autobiografisch geprägten Romane der Deutschen Chronik bekannt wurde. Zu seinen Lebzeiten veranstaltete er in seinem Haus Kreienhoop, das nach er nach eigenen Plänen in mehreren Bauabschnitten errichten ließ, vielbeachtete Literaturnachmittage mit Lesungen und Diskussionen. Diese Tradition hat sich auch nach seinem Tode bis heute erhalten.
Die Nartumer Motormühle gehörte einst zum Hof Eckhof und wurde 1900 erbaut. 2005 wurde sie an ihre heutige Stelle umgesetzt. Die Mühle ist auch heute noch voll funktionsfähig. Als ‚Hünenkeller‘ bezeichnet man ein Großsteingrab am Rande von Nartum. Die vorgeschichtliche Anlage entstammt der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur (3500 – 2800 v. Chr.)

Sehenswertes:
 

St. Margarethenkirche
Haus Kreienhoop
Nartumer Motormühle
Großsteingrab Hünenkeller





Zeven

D
ie ‚Stadt am Walde‘ liegt im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks, genau zwischen Bremen und Hamburg. Sie wird umgeben von weitläufigen Laub- und Nadelwäldern, von denen das größte die Ahe ist. Bei schönem Wetter finden sich hier zahlreiche Naherholungssuchende zum Spazierengehen ein. Zeven wird erstmals 981 urkundlich erwähnt. Eine Besiedelung hat es aber bereits in der Stein- und Bronzezeit gegeben. Mehr als 30 Hügelgräber aus vorgeschichtlicher Zeit sind noch erhalten. Als das Kloster Heeslingen 1141 nach Zeven verlegt wurde und mit dem Bau der Klosteranlagen und der Kirche St. Vitus begonnen wurde, gewann der Ort immer mehr an Bedeutung. Nach der Auflösung des Benediktinerklosters im Jahre 1650 verfiel jedoch die gesamte Anlage bis auf die Klosterkirche und ein Gebäude, in dem sich heute das Museum Kloster Zeven befindet. Noch immer bildet die St. Vitikirche den Mittelpunkt der Stadt. Gleich daneben liegt der malerische Stadtpark – eine Oase der Ruhe. Im historischen Königin-Chistinen-Haus präsentiert die Städtische Galerie wechselnde Kunstausstellungen. Hinter dem Haus befindet sich ein barocker Garten mit zeitgenössischen Skulpturen, die 1993 in einer Kunst-Werkschau entstanden. Das Königin-Chistinen-Haus wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Angeblich war einst in dem repräsentativen Gebäude die damalige Landesherrin, die schwedische Königin Christine (1626-1689) zu Gast. Gemeinsam mit seinem Garten ist das Haus ein wahres Kleinod inmitten der Stadt Zeven. Zwei weitere kleine Museen sind das Feuerwehrmuseum und das Spielzeugmuseum.
Etwas außerhalb der Stadt stehen noch zwei alte Mühlen. Die Wassermühle Bademühlen nördlich des gleichnamigen Ortsteils ist noch voll funktionsfähig und besitzt heute ein unterschlächtiges Wasserrad aus Metall. Die Motormühle in Oldendorf wurde 1913 erbaut und beherbergt heute ein Café, in dem diverse hauseigene Spezialitäten gereicht werden.

Sehenswertes:
 

Ehemalige Klosterkirche St. Vitus
Museum Kloster Zeven
Königin-Chistinen-Haus mit Skulpturengarten
Feuerwehrmuseum
Spielzeugmuseum
Wassermühle Bademühlen
Motormühle Oldendorf





Heeslingen

I
nmitten einer durch das Ostetal geprägten idyllischen Landschaft liegt die Gemeinde Heeslingen. Stolz blickt man hier auf seine über 1000-jährige Geschichte zurück, denn schon im Jahre 961 wurde in Heeslingen ein Frauenkloster gegründet. Zur gleichen Zeit entstand die  frühromanische Feldsteinkirche St. Viti. Mit ihrem wuchtigen Wehrturm ist sie die älteste erhaltene Kirche ihrer Art im Elbe-Weser-Raum.  Dank des Klosters und der besonderen Zuwendung der Stader Grafen, strebte Heeslingen im frühen Mittelalter zum bedeutenden Ort auf und bekam im Jahre 1038 das Marktrecht verliehen. Doch als das Stift 100 Jahre später in das benachbarte Zeven verlegt wurde, verlor Heeslingen rasch an Bedeutung. Von der einstigen Klosteranlage blieb nur die Kirche erhalten.
Heute ist Heeslingen mit der Oste ein Paradies für Kanufahrer, aber die Landschaft lädt auch zum Radfahren und Wandern ein. In einem historischen niedersächsischen Bauernhaus ist das Bördenheimathaus untergebracht, das mehr als 800 Exponate aus der bäuerlichen Kultur und dem ländlichen Handwerk zeigt.

Sehenswertes:
 

Feldsteinkirche St. Viti
Bördenheimathaus Heeslingen





Klein Meckelsen

K
lein Meckelsen ist ein typisches Gestlanddorf und gehört zur Samtgemeinde Sittensen. Schon 1388 wurde es als ‚Lütken Meckelstede‘ erstmals schriftlich erwähnt. Beim Wettbewerb ‚Unser Dorf soll schöner werden‘ konnte sich Klein Meckelsen 1971 und 2001 den Titel des Bundessiegers sichern.
Südöstlich des Haufendorfes liegt mitten im Wald ein idyllischer Mühlenteich mit alter Wassermühle und mehreren gut erhaltenen Wirtschafts- und Wohngebäuden. Die Kuhmühle wurde vor über 750 Jahren als Klostermühle des Klosters Zeven erbaut. Lange stand hier auch die Wasserburg der Schulten von der Lühe, die jedoch im 19. Jahrhundert wieder abgebrochen wurde. Die Mühle wurde mit einer Turbine ausgerüstet und konnte damit die gesamte Ortschaft Kuhmühlen mit Elektrizität versorgen. Noch bis in die späten 1960er Jahre war sie in Betrieb. Heute werden in den einstigen Mühlengebäuden ein Restaurant und ein Hotel betrieben.

Sehenswertes:
 

Feldsteinkirche St. Viti





Sittensen

D
er historische Ortskern der Gemeinde Sittensen befindet sich im Süden des heutigen Zentrums. Im Laufe der Zeit hatte sich der Ortsmittelpunkt vom alten Marktplatz wegentwickelt. Dort steht noch die alte St. Dionysius-Kirche, das Wahrzeichen von Sittensen. Der 1909 erneuerte Kirchturm bestimmt auch die rechte Hälfte des Gemeindewappens. Unweit der Kirche liegt in einem kleinen Park der von der Oste gespeiste Mühlenteich. Die alte Wassermühle stammt noch aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt heute ein Handwerkermuseum mit einer Schmiede, einer Stellmacherei und anderen originalgetreuen Werkstätten.  Zum historischen Zentrum gehört auch das Heimathaus mit seinem Backhaus, einem Speicher und einem Schafstall. Das Heimathaus wird auch für Ausstellungen und verschiedene andere Veranstaltungen genutzt.

Sehenswertes:
 

Wassermühle mit Handwerkermuseum
St. Dionysiuskirche
Heimathaus





Tiste

D
as 570 ha große Tister Bauernmoor wurde erst vor einigen Jahren wieder vernässt. Heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Naherholungssuchende, aber auch ein viel genutzter Rastplatz für manche Zugvögel, wie Kraniche und Wildgänse. Die Moorbahn schaukelt die Ausflügler vom Haus der Natur zu einem Aussichtsturm, von dem man einen großartigen Blick über das Hochmoor erleben kann. Die alte Schmalspurbahn diente von 1931 bis 1999 noch als Torfbahn. So lange wurde hier noch Torf abgestochen. Erst seit 2002 steht das Tister Bauernmoor unter Naturschutz.
Das Klostergut im Ortsteil Burgsittensen wurde im 19. Jahrhundert als Jagdschloss im neoklassizistischen Stil neu errichtet. Im Norden von Tiste befindet sich mit dem Thörenwald ein weiteres beliebtes Naherholungsgebiet, das bei schönem Wetter viele Spaziergänger anlockt.
Das im Jahre 1024 erstmals erwähnte Dorf Tilste hat sich seinen ausgesprochen dörflichen und ländlichen Charakter bewahrt. Der Ort liegt in der Geestniederung und wird von der noch jungen Oste durchflossen. Diese entspringt nicht weit von hier und besitzt daher nur die Größe eines kleinen Baches. Im Ortskern gibt es noch einen Bestand von einigen uralten Eichen. Doch nicht immer hatte Tilste an dieser Position bestanden. Ursprünglich lag das Dorf rund einen Kilometer weiter nördlich. Nach der Pestepidemie im Mittelalter siedelten sich die Überlebenden an diesem Ort neu an.

Sehenswertes:
 

Tister Bauernmoor mit Haus der Natur und Moorbahn Burgsittensen
Klostergut Burgsittensen
Thörenwald





Heidenau (Nordheide)

I
m Westen die Moore, im Osten die Wälder: Das Örtchen Heidenau hat sich aus einem ehemals rein landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem Wohnort in reizvoller Umgebung entwickelt. Dennoch blieb die Landwirtschaft ein bestimmender Faktor für die Gemeinde. Hier finden sich hier noch immer zahlreiche Bauernhöfe, von denen aus die weiten Flächen der Umgebung bestellt werden. Auffallend sind die vielen denkmalsgeschützten Feldsteinmauern, mit denen etliche Gehöfte umgeben sind. Weitere interessante Anlaufpunkte sind das Alte Backhaus und der Heidenauer Riese. Der Findling wurde durch die Gletscherwanderung während der Eiszeit vom heutigen Schweden bis nach Heidenau verschoben.
Bekannt ist der Ort Heidenau für sein Ferienzentrum: zum Angebot der gepflegten 35 ha. großen Anlage zählen Wandern, Reiten, Schwimmen, Schießen, Tennis und Minigolf spielen.
Nördlich des Dorfes steht am Rande der Stellheide in idyllischer Umgebung das Jagdhaus Kröhnke. Hier ist das Quellgebiet des Perlbaches. Seinen Namen trägt er zu Recht, denn auch heute noch kann man hier die Flussperlmuschel finden.

Sehenswertes:
 

Denkmalsgeschützte Feldsteinmauern im Ortszentrum
Heidenauer Riese
Altes Backhaus
Ferienzentrum Heidenau
Jagdhaus Kröhnke





Hollenstedt

W
estlich der Harburger Berge und am Rande der Stader Geest liegt die Gemeinde Hollenstedt. Sehenswert ist die alte St. Andreaskirche mit ihrem hölzernen Glockenturm. Schon Kaiser Karl der Große hatte hier im Jahre 804 sein Lager aufgeschlagen. Die ehemalige Burganlage in Hollenstedt wird heute noch teilweise ‚Karlsburg‘ genannt, aber vermutlich entstand die Wehranlage erst im späten 9. Jahrhundert und ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Mit Karl dem Großen hatte sie demnach nichts zu tun. Heute ist von der einstigen Burg nur noch ein rekonstruierter Ringwall zu sehen. 1968 waren die originalen Wallreste eingeebnet worden – der Denkmalsschutz wurde damals noch nicht so groß geschrieben. Die Wallburg besaß einen Innendurchmesser von 80 Metern und wurde durch einen Holzpalisadenring und einen vorgelagerten Graben geschützt. Die Burg hatte aber nur wenige Jahrzehnte bestanden.

Sehenswertes:
 

St. Andreas-Kirche
Burgwall Hollenstedt (Karlsburg)





Appel

Z
wischen der Este und den Harburger Bergen liegt die kleine Gemeinde Appel, die bekannt für seine lange Fischteichkette ist. Die Heideforelle ist die kulinarische Spezialität der Region. Das Dorf liegt malerisch eingebettet in reizvoller Landschaft und wird von alten reetgedeckten Fachwerkbauten geprägt.

Sehenswertes:
 

Appeler Teiche





Rosengarten (Landkreis Harburg)

I
m Zentrum der Harburger Berge, direkt an der südlichen Grenze zu Hamburg, liegt die Gemeinde Rosengarten. Bis 1973 hatte die Ortschaft im Landkreis Harburg noch ‚Nenndorf‘ geheißen. Die hüglige und waldreiche Landschaft lockt viele Naherholungssuchende und Kurzurlauber an. Die bis zu 155m hohen Harburger Berge gehören zum Naturraum Schwarze Berge, einer durch die Saaleeiszeit entstandene Endmoräne. Im Jahre 2008 wurde mit dem Regionalpark Rosengarten ein länderübergreifender Park geschaffen, bei dem man sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung der Region rund um die Schwarzen Berge vielfältig zu fördern sowie Bewahrenswertes zu erhalten. Der Regionalpark umfasst Teile des südlichen Hamburgs sowie mehrere angrenzende Gemeinden in Niedersachsen.
Eingebettet in die reizvolle Landschaft und weit über die Grenzen Rosengartens hinaus bekannt sind das Freilichtmuseum am Kiekeberg und der Wildpark Schwarze Berge. Im Freilichtmuseum werden auf einem 12 ha großen Gebiet über 30 historische Gebäude des 17. bis 20. Jahrhunderts gezeigt, die die Kulturgeschichte der nördlichen Lüneburger Heide und der angrenzenden Elbmarschen beschreiben. Auf dem Areal werden auch verschiedene alte Haustierrassen gehalten. Bei regelmäßigen Vorführungen werden Einblicke in traditionelle Handwerkskunst vermittelt.  Nicht weit entfernt im Ortsteil Vahrendorf liegt der Hochwild-Schutzpark Schwarze Berge. Auf dem 50 ha großen Areal  tummeln sich in weitläufigen und naturnahmen Gehegen rund 1000 Tiere aus 100 Arten, darunter Wisente, Braunbären, Elche, Wölfe und Luchse. Vielen Besucher bleiben besonders die frei umherlaufenden Hängebauchschweine in Erinnerung. Mitten im Park steht der hölzerne Elbblickturm, von dem man bei guter Sicht bis zur Elbe und bis nach Blankenese über den gesamten Hamburger Hafen sehen kann.

Sehenswertes:
 

Freilichtmuseum am Kiekeberg
Wildpark Schwarze Berge
Regionalpark Rosengarten mit Harburger Berge / Schwarze Berge
Findlingslehrpfad ‚Groß-Modder-Eiche‘
Hünengrab im Kleckerwald





Ottersberg

D
er Flecken Ottersberg, liegt östlich von Bremen auf langgezogenen Endmorenen der Zevener Geest, im durch zahlreiche Wasserarme durchzogenen Niederungsgebiet der Wümmeniederung und auch im fast gänzlich abgetorften Moorgebiet des Hellweger Moores. Im Laufe der letzten Jahrhunderte war Ottersberg oft Spielball der Geschichte und gehörte zweimal zu Schweden, aber auch zu Dänemark, zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, zu den Königreichen Westfalen und Hannover und zu Preußen. Der Amtshof, dessen Hauptgebäude in seiner heutigen Form 1585 erbaut wurde, stammt noch aus der schwedischen Zeit. Die Wasserburg mit seinem noch teilweise erhaltenen Wall- und Burggraben war Sitz eines Amtmannes, der für die Verwaltung der damaligen Bistümer Bremen und Verden verantwortlich war. In dem historischen Baudenkmal ist seit 1946 die Freie-Rudolf-Steiner-Schule untergebracht. Die evangelisch-lutherische Christopherus-Kirche im Kernort Ottersberg wurde während des Dreißigjährigen Krieges durch die Schweden erbaut. Daher ist bis heute auch der Beiname ‚Schwedenkapelle‘ gebräuchlich.
Im vom ehemaligen Hochmoor geprägten Ortsteil Posthausen präsentiert das Heimathaus in einer typischen landwirtschaftlichen Hofstelle alte bäuerliche Geräte des damaligen täglichen Lebens. Die Gegend war im späten 18. Jahrhunderts durch den berühmten Moorkolonisator Jürgen Christian Findorff kultiviert worden.
Das Künstlerdorf Fischerhude ist ein viel besuchtes Ausflugziel. Hier wirkten so bekannte Künstler wie Otto Modersohn, Clara Rilke-Westhoff und Fritz Cobet. Zahlreiche Galerien und Museen stützen die künstlerische Tradition des Ortes.

Sehenswertes:

Amtshof
Christopherus-Kirche Ottersberg
Heimathaus Posthausen
Windmühle Quelkhorn
Künstlerdorf Fischerhude


Radrouten die durch Ottersberg führen:

Wümme-Radweg
Radfernweg Hamburg-Bremen