ElbeRadWeg – Abschnitt Südelberadweglogo150x150

D

er rund 350 km lange südliche Abschnitt des ElbeRadweges folgt der Mittel- und der Oberelbe zwischen Magdeburg und Bad Schandau – oder umgekehrt. Der Radweg wird einerseits von reizvollen Naturlandschaften, wie der Elbtalaue, dem sächsischen Elbsandsteingebirge und der Dresdner Weinberglandschaft geprägt, andererseits aber auch von mittelalterlichen und geschichtsträchtigen Orten und Städten. Magdeburg war einst die Hauptstadt des Ottonischen Kaiserreiches. Die Grablege Ottos des Großen befindet sich im dortigen Dom. Dessau war einst eines der Zentren der deutschen Aufklärung. Vom Bauhaus gingen weltweit wesentliche Impulse in den Bereichen Kunst, Architektur, Technik und Design aus und Dessau ist die Heimatstadt der legendären Junkers Ju 52-3m, im Volksmund ‚Tante Ju‘ genannt. Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehört mit seinen nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks zu den bedeutende Kulturlandschaften Europas und die Lutherstadt Wittenberg war einst das Zentrum der Reformation. Die Residenzstadt Torgau besitzt eine in sich geschlossene Renaissancebebauung, die in dieser Form in Deutschland einmalig ist.

Die Porzellanstadt Meißen ist die Wiege Sachsens. In ihrer mittelalterlichen Grundform ist sie bis heute unverändert erhalten. Dresden, die Hauptstadt Sachsens, besticht mit seiner Vielzahl von barocken Bauwerken, die zum großen Teil auf Kurfürst August den Starken zurückgehen. Das Elbflorenz besitzt eine Vielzahl von überregional bedeutenden Museen und Kunstschätzen. Und ein großartiges landschaftliches Highlight tut sich dann hinter Pirna auf: die einzigartige Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges.


Ortschaften entlang der Route

Magdeburg  /  Schönebeck (Elbe)  /  Gommern   /  Zerbst (Anhalt)  /  Aken  /  Dessau-Roßlau   /   Oranienbaum-Wörlitz  /  Coswig (Anhalt)  /   Lutherstadt Wittenberg   /   Zahna-Elster  /  Jessen (Elster)   /  Kemberg  /  Bad Schmiedeberg  /  Dommizsch  /   Elsnig  /  Torgau   /  Belgern-Schildau  /  Cavertitz  /  Strehla  /  Riesa  /  Hirschstein  /  Diera-Zehren  /   Meißen  /  Mühlberg (Elbe)   /  Zeithain  /  Nünchritz  /  Coswig (Sachsen)  /  Radebeul   /  Dresden  /  Dresden-Neustadt  /  Heidenau (Sachsen)  /  Pirna  /  Struppen  /  Königstein (Sächsische Schweiz)  /  Rathmannsdorf  /  Bad Schandau  /  Reinhardtsdorf-Schöna

DOWNLOADS:
Alle Download Optionen Gesamtpaket (gpx)

 


 

 

 




Magdeburg

D
ie Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt wurde schon im Jahre 805 als karolinger Handelsplatz schriftlich erwähnt. An einer wichtigen Elbfurth gelegen, wurde Magdeburg im Mittelalter neben Hamburg zum wichtigsten Handelsplatz an der Elbe. Unter Kaiser Otto dem Großen (912 – 973), dessen Grablege sich im Magdeburger Dom befindet, wurde Magdeburg zur Hauptstadt des Deutsch-Römischen Reiches. Nach Rom und Konstantinopel wurde es sogar als das ‚dritte Rom‘ bezeichnet. Im späten 13. Jahrhundert trat die spätere Rolandstadt der Hanse bei. Doch im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg nahezu vollständig vernichtet. Das gleiche Schicksal erlitt die Stadt durch Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges. 90% der Innenstadt wurden dabei zerstört. Zahlreiche historische Bauwerke konnten danach zwar wieder aufgebaut werden, dennoch dominieren die DDR-typischen Plattenbauten das Stadtbild. Die Elbe spielt für Magdeburg seit jeher eine große wirtschaftliche Rolle. Südlich des Schnittpunktes von Mittellandkanal/Elbe-Havel-Kanal und der Elbe gelegen, besitzt Magdeburg auch heute noch einen der bedeutendsten Binnenhäfen im Osten Deutschlands. Seit dem 12. Jahrhundert war Magdeburg von einer Stadtbefestigung umgeben. Obwohl die Festung im 17. Jahrhundert zerstört wurde, haben sich insbesondere oberhalb der Elbe noch einige Reste der Stadtumwehrung erhalten, darunter ein Gebäude der Zitadelle, der Wehrturm ‚Kiek in de Köken‘ die Bastion Celle, die Lukasklause und die Kaserne Mark, die heute als Kultur- und Tagungszentrum genutzt wird.
Nach dem Tode Kaiser Ottos dem Großen hatte lange der Klerus über Magdeburg geherrscht. Auffällig sind auch heute nach die vielen stattlichen Kirchen. Hoch über der Elbe thronen, von Norden kommend, in unmittelbarer Nähe zueinander gleich drei Kirchen: Die gotische Wallonerkirche, die zum 1285 gegründeten Augustinerkloster gehörte, die Petrikirche mit ihrem wehrhaften romanischen Westturm sowie die gotische Magdalenenkapelle, die 1315 als Frohnleichnamskapelle erbaut wurde. Sie gehört zu den offenen Radfahrerkirchen am ElbeRadWeg. Nahe dem Rathaus steht die romanische Johanniskirche. Das 1131 erbaute Gotteshaus ist die älteste Kirche der Stadt. Die St. Sebastianskirche geht auf eine Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert zurück und ist heute Bischofskirche. Im 14./15. Jahrhundert war sie zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut worden. Auch sie zählt, ebenso wie der Dom, zu den offenen Radfahrerkirchen. Der evangelische Dom St. Katharina und St. Mauritius stellt natürlich das überragende Kirchengebäude der Stadt dar. Nachdem der ottonische Dom im Jahre 1207 abgebrannt war, entstand an gleicher Stelle der erste gotische Dom auf deutschem Boden. Er beherbergt Kunstschätze aus acht. Jahrhunderten und ist das Wahrzeichen Magdeburgs. Nicht weit entfernt befindet sich mit dem Kloster Unser Lieben Frauen das älteste Gebäude der Stadt und ein herausragendes Beispiel romanischer Architektur. In den alten Klostermauern ist heute ein bedeutendes Museum für Gegenwartskunst untergebracht. Gleich neben dem Kloster stehen der sachsen-anhaltinische Landtag und die Grüne Zitadelle. Das Gebäude mit den skurrilen bunten Formen ist das letzte Architekturprojekt, an dem der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) gearbeitet hatte. Das nicht ganz unumstrittene Bauwerk sollte laut Hundertwasser eine ‚Oase für Menschlichkeit und für die Natur‘ darstellen.
Ein Zentrum Magdeburgs ist der Markt mit seinen beiden Rathäusern, dem Roland, dem Magdeburger Reiter und dem Otto-von Guericke-Denkmal. Das Alte Rathaus Magdeburg mit dem Ratskeller wurde 1691–1698 im Stil italienisch-niederländischer Renaissance erbaut, das Neue Rathaus entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während des Zweiten Weltkrieges wurden beide Ratsgebäude zerstört, danach aber zumindest an der Marktseite originalgetreu wiederaufgebaut. Der Magdeburger Reiter wurde 1240 als erstes lebensgroßes freistehendes Reiterdenkmal Deutschlands errichtet, während das Otto-von-Guericke-Denkmal erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts aufgestellt wurde. Otto von Guericke (1602-1686) war Naturforscher, Physiker, Erfinder, Baumeister, Jurist, Politiker und Diplomat. Bekannt wurde er vor allem für seine Experimente zur Begründung der Vakuumtechnik. Magdeburg widmet seinem bedeutenden Sohn in der Lukasklause ein eigenes Museum. Weitere interessante Museen sind das Kulturhistorisches Museum mit dem Museum für Naturkunde, das Technikmuseum und das Museumsschiff ‚MS Württemberg‘. Der 1909 erbaute Seitenraddampfer steht heute auf dem Trockenen im Stadtpark Rotehorn und beherbergt eine Ausstellung zur Elbeschifffahrt. Der weiträumige Rotehornpark liegt auf der Elbinsel Werder. Das grüne Herz der Stadt zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen. In der im Bauhausstil errichteten Stadthalle finden häufig interessante Ausstellungen statt und vom 60 Meter hohen Aussichtsturm, der anlässlich der Deutschen Theaterausstellung im Jahre 1927 errichtet wurde, hat man einen wunderschönen Blick über die Stadt und die Umgebung. Im Elbauenpark fällt einem der ebenfalls 60 Meter hohe Jahrtausendturm ins Auge. Er ist der höchste Holzleimbindebau der Welt und das größte Holzgebäude Deutschlands. Das 1999 für die Bundesgartenschau geschaffene schiefe, sechs-etagige Bauwerk beherbergt eine Ausstellung über die 6000jährige Geschichte der Wissenschaft und Technik der Menschheit.

Sehenswertes:
 

Kulturhistorisches Museum und Museum für Naturkunde
Literaturhaus
Lukasklause mit Otto-von Guericke-Museum
Schiffsmuseun
Museumsschiff ‚MS Württemberg‘
Technikmuseum
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Dom St. Katharina und St. Mauritius
Johanniskirche
Stiftskirche St.-Sebastian
St.-Petri-Kirche
Wallonerkirche
Maria-Magdalenenkapelle
Schiffsmühle
Altes und Neues Rathaus mit Roland, Magdeburger Reiter und Otto-von-Guericke-Denkmal
Opernhaus
Schauspielhaus
Wehrturm Kiek in de Köken und Reste der alten Stadtbefestigung
Puppentheater mit Figurenspielsammlung Mitteldeutschland
Die Grüne Zitadelle von Magdeburg (Hundertwasserhaus)
Landtag von Sachsen-Anhalt
Festungsanlage/Stadtmauer
Zoologischer Garten
Elbauenpark mit Jahrtausendturm
Stadtpark Rotehorn
Grusen-Gewächshäuser
Cracauer Wasserfall
DDR-Museumswohnung
Circusmuseum
Freilichtmuseum Steinzeithaus Randau
Magdeburger Friseurmuseum


Radrouten die durch Magdeburg führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Mitte
ElbeRadWeg: Abschnitt Süd




Schönebeck (Elbe)

Ü
ber Jahrhunderte hinweg hat das Salz die Geschichte Schönebecks geprägt, sowohl als bedeutender und lukrativer Wirtschaftszweig als auch als Grundlage für das hiesige Kurwesen. Im historischen Stadtteil Bad Salzelmen befindet sich das älteste Soleheilbad Deutschlands. In den engen und krummen Gassen des Ortes standen einst die Häuser der Salzsieder. Das ‚Königliche Solbad zu Elmen‘ wurde 1802 im damaligen Groß Salze gegründet. Der Kurpark mit seinen klassizistischen Bauwerken zeugt noch heute vom vornehmen Kurbetrieb des frühen letzten Jahrhunderts. Das Gradierwerk wurde bereits Mitte des 18. Jahrhunderts durch den Preußischen Staat erbaut. Es stellte damals eine technische Meisterleistung dar. Zwischenzeitlich besaß die Saline eine Gesamtlänge von 1837 Metern und war damit das größte jemals gebaute Gradierwerk. Heute sind noch ungefähr 300 Meter erhalten. Eine Holländerwindmühle, die sich gleich neben dem Gradierwerk befand, sorgte für die Förderung der Sole. Die Mühle wurde 1776 erbaut, doch bereits 1792 wurde die Förderung auf eine Dampfmaschine umgestellt. Der 32m hohe, sich konisch nach oben verjüngende Mühlenturm besitzt schon lange keine Flügel mehr und wird heute Soleturm genannt. Er gehört zum musealen Kunsthof Bad Salzelmen.
Der durch das Salz entstandene Reichtum zeigt sich noch immer im stolzen ehemaligen Rathaus von Groß Salze, in dem heute das Salzlandmuseum untergebracht ist, dem Getrudenfriedhof mit den imposanten Begräbnisstätten der Pfänner oder der beindruckenden Johanniskirche. Sowohl das spätgotische Rathaus als auch die weithin sichtbare Johanniskirche entstammen dem frühen 15. Jahrhundert. Zur wertvollen Inneneinrichtung der Kirche gehören der Hochaltar von 1665, die Kanzel von 1678 sowie ein Kruzifix von 1550. Von der 1319 fertig gestellten Burg Schadeleben existieren heute nur noch das Torhauses, zwei Burggebäude und Teile der Umfassungsmauer. Im neuen Schlossgebäude befindet sich heute ein Pflegeheim.
Bad Salzelmen (das alte Groß Salze) und Schönebeck gehen heute ineinander über. Die historische Stadt Schönebeck liegt weiter nördlich an der Elbe. Das Zentrum bildet der Markt mit dem 1893 erbauten Rathaus. Der quadratische Salzturm mit seinem barocken Helm gehörte einst zu der mittelalterlichen Stadtbefestigung, wurde aber erst 1613 anstelle eines Vorgängerbaus an gleicher Stelle errichtet. Auch von der mittelalterlichen Stadtbefestigung Groß Salzes ist noch ein Wehrturm, der Pfännerturm, erhalten. Die älteste Kirche Schönebecks ist die St. Jakobikirche Die dreischiffige Basilika entstand im frühen 13. Jahrhundert, wobei die barocken Hauben des Doppelkirchturmes erst später aufgesetzt wurden.
Einige Dörfer auf der rechten Elbeseite gehören inzwischen auch zu Schönebeck. In jedem der kleinen Dörfer findet sich noch eine alte Kirche. Eine besondere Bedeutung besitzt das Pretziener Wehr am Ende des Elbe-Umflutkanals, einem Teil des alten Elbarmes. Das Stauwehr dient auch heute noch dem Hochwasserschutz. Als es zwischen 1871 und 1875 erbaut wurde, galt es als Meisterwerk der Baukunst. Mit Unterbau besitzt es eine Länge von 163 Metern und ist damit das größte Schützentafelwehr Europas. Noch in jüngerer Vergangenheit hatte das Öffnen des Wehres eine verheerendere Überflutung Magdeburgs und Schönebecks verhindert.

Sehenswertes:
 

Markt mit Rathaus, Marktbrunnen und Salzturm
St. Jakobikirche
Schalomhaus
Salzlandmuseum (ehemaliges Rathaus von Groß Salze)
St. Johanniskirche Bad Salzelmen
Kurpark Bad Salzelmen mit Lindenbad
Gradierwerk, Soleturm und Kunsthof Bad Salzelmen
Pfännerturm
Burg Schadeleben
Gertraudenfriedhof
St.-Thomas-Kirche Pretzien
Pretziener Wehr
Heimatstube Plötzky
Rolandstatue Plötzky
St.-Pancratii-Kirche Elbenau
Martin-Luther-Kirche Felgeleben
St. Laurentius-Kirche Frohse





Gommern

D
ie Kleinstadt Gommern liegt im Südwesten des Jerichower Landes, reizvoll eingebettet zwischen Elbtalaue und den Ausläufern des Fläming. Die Landschaft wird geprägt von zahlreichen Steinbruchseen, wie beispielsweise dem Kulk. Der Quarzitabbau war hier bereits 1915 eingestellt worden. Trotz seiner eigentlich kleinen Größe bildet er heute ein beliebtes Ausflugsziel. Direkt am Ufer befindet sich die 20m hohe Wanderdüne Fuchsberg und ein Gesteinsgarten.
Das Stadtbild wird durch die bis auf das Mittelalter zurückgehende Wasserburg sowie die romanische Kirche St Trinitatis bestimmt. Die Burg zu Gommern geht auf eine slawische Wallburg des 10. Jahrhunderts zurück. Im 16. Jahrhundert entstand ein Neubau als Jagdschloss für die sächsischen Kurfürsten und Herzöge. Zwischen 1853 und 1953 diente das Anwesen, das mit seinem doppelten Wassergraben immer den Charakter einer Burg behielt, als Gefängnis. Inzwischen wurde die Anlage privatisiert, saniert und umgestaltet. Sie beherbergt heute eine Gaststätte mit Hausbrauerei sowie ein Hotel.
Das Schloss Dornburg zählt zu den bedeutendsten Barockbauten Sachsen-Anhalts. Das dreigeschossige Anwesen entstand 1758 und befindet sich heute im Landesbesitz. Auch die Dornburger Kirche entstammt der Barockzeit. Beim Bau der Orgel von 1756 wurden auch Teile der ehemaligen Schlosskapellenorgel von 1719 genutzt.
In den umliegenden Ortsteilen Gommerns haben sich noch zahlreiche alte Kirchen erhalten, die zum großen Teil im romanischen Stil erbaut wurden oder zumindest romanischen Ursprungs sind. Die Pfarrkirche St. Peter in Leitzkau ist eine Station an der Straße der Romanik.
In Pöthen steht die Ruine der ehemaligen Gutskapelle. Das 1695 erbaute Gebäude mit der Familiengrabstätte des ehemaligen Gutsbesitzers Leidloff verfiel während der DDR-Zeit, ist nach einer umfangreichen Sanierung aber wieder begehbar.
Das Liebfrauenkloster in Leizkau, dessen Geschichte bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht, wurde im 16. Jahrhundert in eine Schlossanlage im Stil der Weserrenaissance umgebaut. Später wurde das Anwesen in die beiden selbständige Güter Althaus und Neuhaus aufgeteilt. 1945 folgte die Enteignung der Familie. Heute besteht Schloss Leitzkau aus der Schlosskirche, dem Neuhaus und dem Hobeckschloss.
Südwestlich vom Ortsteil Wahlitz befindet sich abseits größerer Straßen die mittelalterliche Klusbrücke, die über das Flüsschen Ehle führt. Die Doppelbogenbrücke aus Bruchsteinen ist 41 m lang und  das einzige erhaltene Brückenbauwerk des sogenannten Klusdammes. Der aufgeschüttete Steindamm, der Teil der bedeutenden Heerstraße zwischen Magdeburg und  Brandenburg war, bot den einzigen hochwassersicheren Übergang über die Elbe-Ehle-Niederung.

Sehenswertes:
 

Kirche St. Trinitas
Wasserburg Gommern
Kulk mit Wanderdüne
Schloss Dornburg
Dornburger Kirche
Ehemalige Gutskapelle Pöthen
Klus und Klusbrücke
Schloss Leitzkau und Schloss Hobeck
St.-Jakobi-Kirche Dannigkow
Ladeburger Kirche
Kirche St. Paulus Menz
Kirche St. Peter Leitzkau
Kirche Prödel
Kirche St. Stephanus Vehlitz
Kirche St. Dorothea Wahlitz





Zerbst (Anhalt)

D
ie Stadt Zerbst zählte im 14. und 15. Jahrhundert zu den bedeutendsten Städten Mitteldeutschlands. Aus einer Burgsiedlung hatte sich eine florierende Handelsstadt entwickelt, geschützt von einer noch immer erhaltenen Stadtmauer, von Wehrtürmen und Toren. Zu Beginn des 17. Jahrhundert wurde Zerbst sogar Residenz eines kleinen Fürstentums, doch der Dreißigjährige Krieg sorgte für die fast vollständige Zerstörung des Ortes. Man baute die Stadt wieder auf und vor dem Zweiten Weltkrieg bot die Zerbster Altstadt mit seinen schmucken Fachwerk- und Renaissancebauten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert ein geschlossenes historisches Stadtbild.  Doch am 16. April 1945 wurde die Stadt durch Fliegerbomben fast komplett dem Boden gleich gemacht. Auch das Zerbster Schloss wurde dabei weitgehend zerstört und später bis auf den Ostflügel abgetragen. Erst nach der Jahrtausendwende begann man, den zur Ruine verkommenen Schlossteil wieder zu sanieren. Inzwischen wird er wieder für Ausstellungen genutzt. Auch heute noch ist dieser Schlossflügel das bestimmende Bauwerk des Schlossparkes. Daneben dient die ehemalige hochfürstliche, barocke Reithalle heute als Stadthalle. Davor steht ein Denkmal für die Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst (1729-1796), die knapp zwei Jahre hier lebte, ehe sie den russischen Zaren Peter III. heiratete. Doch der Zar regierte unglücklich und so setzte sie ihn mit mehreren Gefolgsleuten ab, ließ sich selber als Zarin Katharina II. von Russland krönen und ging als Katharina die Große in die Weltgeschichte ein.
Auf dem Platz der Schlossfreiheit stehen die ehemalige Schlosswache und beiden wiederaufgebauten Kavaliershäuser, die um 1707 im barocken Stil erbaut worden waren. Im Haus Nr. 12 befindet sich das Rathaus mit einer Ausstellung zu Katharina der Großen. Die St. Bartholomäikirche stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und diente lange als Stifts- und Hofkirche. In ihr wurden Mitglieder der fürstlichen Familie beigesetzt, aus der auch Katharina stammte. Bemerkenswert sind ein Tafelgemälde von Lukas Cranach d.J. sowie die wertvollen Wandfresken.
Am Markt stehen die beiden alten Wahrzeichen der Stadt: Der Roland als Symbol städtischer Freiheit und Gerichtsbarkeit sowie die Goldene Butterjungfer als Zeichen für das Marktrecht. Die 1385 aufgestellte hölzerne Rolandsfigur wurde 1445 durch eine Sandsteinplastik ersetzt. Von den stolzen Bürgerhäusern wurden die meisten im Krieg zerstört und auch die Stadtkirche St. Nicolai, einst die größte Hallenkirche Anhalts, verkam zur Ruine Ihr gegenüber steht die 1696 geweihte lutherische St.-Trinitatis-Kirche.
Die Stadtmauer steht noch auf einer Länge von vier Kilometern und von den ehemals fünf Stadttoren sind existieren heute noch drei. Zu den bedeutenden historischen Bauten der Stadt gehört auch das Francisceum. Das ehemalige Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert ist mit seinem Kreuzgang und seinen mittelalterlichen Gewölben noch gut erhalten. Seit 1526 dient das Gebäude als Schule, seit 1582 als Gymnasium. Damit gilt das Francisceum als die älteste weiterführende Schule Sachsen-Anhalts. Es beherbergt darüber hinaus das Museum der Stadt Zerbst und die Bibliothek.
Neben der Kernstadt besitzt Zerbst insgesamt 56 Ortsteile. Viele der hübschen und verträumten Dörfer besitzen alte Kirchen, die zum Teil als Feldsteinkirchen noch romanischen Ursprungs sind und aus dem 12. bis 14. Jahrhundert stammen. Die Nicolaikirche in Steckby war die erste Radfahrerkirche in Anhalt und die Polenzkoer Kirche ist mit ihren überdimensionierten hölzernen Krippenfiguren als ganzjährige Weihnachtskirche eingerichtet. Unüblich für die Region ist die Dorfkirche von Nedlitz, die 1717 als Fachwerkkirche erbaut wurde und noch einen barocken Kanzelaltar besitzt.
Inmitten eines hübschen Landschaftparkes steht das Schloss Bärenthoren. Es wurde 1572 als Rittergut erbaut und dient heute als DRK-Betreuungszentrum. Oberhalb des Flüsschen Nuthe steht die Burg Lindau. Die Wehranlage wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Ihr mächtiger Burgturm wurde aber erst 1863 wieder aufgebaut. Von der mittelalterlichen Burg Walternienburg sind nur noch der Bergfried aus dem 14. Jahrhundert und Teile der Ringmauer erhalten. Die bereits 973 schriftlich genannte Burg war im 19. Jahrhundert baulich stark verändert worden, doch inzwischen wurden diese Gebäude wieder abgetragen. Der einstige Wallgraben ist auch heute noch gut zu erkennen.

Sehenswertes:
 

Markt mit Roland und Butterjungfer, Ruine der Nikolaikirche und Trinitatiskirche
Schlossfreiheit mit Schlosswache, Kavaliershäusern, Rathaus mit Ausstellung zu Katharina der Großen, Kirche St. Bartholomäi
Schlossgarten mit Stadthalle
Stadtmauer mit drei Stadttoren
Francisceum mit Museum der Stadt Zerbst
Schloss Bärenthoren
Burg Lindau
Burg Walternienburg
Kirche Trüben
Kirche Gehrden
Kirche Lindau
Kirche St. Katharinen Flötz
St.-Benedikt-Kirche Güterglück
Weihnachtskirche Polenzko
Nicolaikirche Steckby
St. Nicolauskirche Nedlitz
Gehrdener Großsteingrab





Aken

I
m ausgedehnten Tieflandgebiet des Bioshärenreservates Mittelelbe liegt am Südufer der Elbe die Schifferstadt Aken. Sie wurde wohl durch Albrecht den Bären, einem der mächtigsten Fürsten seiner Zeit, im 12. Jahrhundert neu gegründet, nachdem eine vorherige Siedlung bei einem Großbrand vernichtet worden war. Die Straßen sind auch heute noch, wie man es bei geplanten Städten häufig sehen kann, schachbrettartig zueinander angeordnet. Die mittelalterliche Stadtbefestigung mit der noch zum großen Teil erhaltenen Stadtmauer und den drei Tortürmen, die beiden alten Stadtkirchen, die typischen kleinen Schifferhäusern und die vielen alten Fachwerkhäuser prägen das Gesicht der Altstadt Akens. Der mächtigste der drei Stadttürme ist der Dessauer Torturm. Er wurde erst 1608 erbaut und besitzt auf seinem Dach ein Storchenhorst, das jedes Jahr von einem Storchenpaar zur Aufzucht ihrer Jungen genutzt wird. Der Köthener Torturm wurde bereits 1288 erbaut und 1551 noch einmal im oberen Teil im Renaissancestil erweitert. Auch der Burgtorturm stammt aus dem Jahr 1288 und wurde später noch einmal umgebaut.
Das Zentrum der Stadt wird durch den Marktplatz mit dem Marktbrunnen und dem Rathaus gebildet. Der zweigeschossige Putzbau des Ratsgebäudes wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. Mit der Nikolaikirche und der Marienkirche besitzt Aken zwei sehr alte romanische Stadtkirchen, deren Ursprung im 11. bzw. 12. Jahrhundert liegt. Die Nikolaikirche wurde im 14. Jahrhundert noch einmal stark erweitert, nachdem sie bei einem Hochwasser stark beschädigt worden war. Dagegen war die Marienkirche im 15. Jahrhundert bei einem Großfeuer zum großen Teil abgebrannt. Danach wurde sie nach dem Vorbild der Nikolaikirche wieder aufgebaut. So kam es, dass sich die beiden Akener Stadtkirchen  mit ihrer Doppelkirchturmspitze relativ ähnlich sehen. Das älteste Fachwerkhaus Akens ist das Niemannsche Haus in der Köthener Straße, das der Innschrift auf dem Türportal zufolge bereits im Jahre 1584 erbaut wurde.
Der Hafen Aken besteht schon seit über 120 Jahren und besitzt als Umschlagplatz eine große Bedeutung im mitteldeutschen Wirtschaftsraum. Östlich der Hafeneinfahrt ändert sich der Flussverlauf der Elbe maßgeblich von ihrem Ost-West-Verlauf in Richtung Nordwesten. Über die Schifffahrts- und Hafengeschichte informiert ausführlich das Heimatmuseum. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind die Ur- und Frühgeschichte, die Stadtgeschichte sowie die Tierwelt des Auenwaldes.

Sehenswertes:
 

Rathaus und Marktbrunnen
Nicolaikirche
Marienkirche
Stadtmauer mit Dessauer Torturm, Köthener Torturm und  Burgtorturm
Niemannsches Haus (Köthener Straße 41)
Heimatmuseum





Dessau-Roßlau

D
essau war im 18. Jahrhundert eines der Zentren der deutschen Aufklärung. Zwischen 1926 und 1932 gingen vom Dessauer Bauhaus wesentliche Impulse in den Bereichen Kunst, Architektur, Technik und Design aus und Dessau ist die Heimatstadt der Ju-52, der legendären ‚Tante Ju‘, denn hier befanden die Flugzeugwerke des revolutionären Luftfahrtpioniers Hugo Junkers.
Im Jahre 2007 schlossen sich die beiden Städte Dessau und Roßlau zusammen. Beide Städte trennt die Elbe: Roßlau liegt nördlich, Dessau südlich des Stromes. Die bedeutendere Stadt aber war Dessau. Der Ort wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als Marktsiedlung auf einem zuvor von den Slawen eroberten Gebiet gegründet. 1471 wurde sie zur festen Residenz der Anhaltiner, die Dessau von 1863 bis 1918 zur Hauptstadt des gesamten Herzogtums Anhalt machten.
Das 142 km² große Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehört zu den bedeutende Kulturlandschaften Europas. Es besteht aus mehreren nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks und den dazugehörigen Bauten. Seit 2000 gehören die Gärten zum UNESCO-Welterbe. Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817), auch Fürst Franz genannt, schuf nach und nach das Gartenreich, das später fast sein gesamtes Fürstentum umfassen sollte. Auf dem Stadtgebiet von Dessau befinden sich gleich vier Schlösser und Gärten, die in das Gartenreich integriert sind. Schloss Mosigkau entstand als Rokoko-Schloss zwischen 1752 und 1757 und als Sommersitz für die anhaltische Prinzessin Anna Wilhelmine. Es zählt zu den letzten vollständig erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands und beherbergt ein Museum, das die adlige Wohnkultur während des Rokoko zeigt. Neben 17 noch original eingerichteten Räumen zeigt das Museum eine umfangreiche Sammlung von Bildnissen anhaltinischer Fürsten. Schloss Großkühnau wurde 1780 für den Prinzen Albert Friedrich von Anhalt-Dessau (1750–1811) erbaut. Heute befindet sich im Schloss die Hauptverwaltung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Der Georgengarten wurde von Prinz Johann Georg, dem jüngeren Bruder von Fürst Franz, angelegt. Dazu ließ er ein kleines klassizistisches Landhaus erbauen. Auch der Georgengarten besitzt zahlreiche Parkbauten, Skulpturen und Denkmale, die ihn neben dem Wörlitzer Garten zum kunstgeschichtlich bedeutendsten Landschaftspark des Gartenreiches machen. Im Schloss Georgium befindet sich die Anhaltinische Gemäldegalerie mit alten Werken deutscher und niederländischer Meister sowie Originalgrafiken von Albrecht Dürer und Lucas Cranach d.Ä. Schloss Luisium wurde 1774 durch Fürst Franz für seine Gemahlin Luise errichtet. Das klassizistische Landhaus wurde im englischen Stil verwirklicht und wirkt sowohl schlicht als auch vornehm. Der Fürst verstarb hier im Jahre 1817, einige Tage nach einem schweren Reitunfall. Der Kuppelbau des Mausoleums entstand 1894 – 98 im Stil der Neorenaissance als Grablege der Herzöge von Anhalt. In der DDR-Zeit wurden die Särge aus dem Mausoleum entfernt und in einem Massengrab verschüttet. Im Mausoleumspark befindet sich heute der Tierpark Dessau, der rund 500 Tiere aus 120 Arten hält.
Das Dessauer Residenzschloss wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Erhalten blieb nur der Westflügel aus dem 16. Jahrhundert. Im Johannesbau genannten ehemaligen Schlossflügel befindet sich heute das Museum für Stadtgeschichte.
Der Gebäudekomplex des Bauhauses Dessau wurde 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius gebaut. Hier lehrten und arbeiteten neben Gropius so berühmte Künstler und Architekten wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Laszlo Moholy-Nagy und Mies van der Rohe. Das Bauhaus nahm weltweit entscheidenden Einfluss auf die moderne Entwicklung in Architektur, Kunst und Design. 1932 erzwangen die Nationalsozialisten jedoch die Schließung des Bauhauses, das rückblickend als die Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne angesehen wird. Im historischen Bauhausgebäude in Dessau sind heute überwiegend Büros und Appartements untergebracht.
Der Erfinder, Konstrukteur und Flugzeugbaupionier Hugo Junkers (1859-1935) gründete 1919 in Dessau die Junkers Flugzeugwerk AG. Bereits 1915 hatte er mit der Junkers J 1 das erste Ganzmetallflugzeug entwickelt. Mit der Junkers F 13 entstand in Dessau das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt. Die von ihm konstruierten Flugzeuge bewährten sich aufgrund ihrer Robustheit und so wurde eine eigene Fluggesellschaft, die Junkers Luftverkehr AG gegründet, die 1926 gemeinsam mit dem Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft Hansa fusionierte. Das erfolgreichste Flugzeug wurde das Passagier- und Transportflugzeug Junkers Ju 52/3m, von dem zwischen 1932 und 1952 fast 5.000 Stück hergestellt wurden. Außerdem machte sich Junkers mit Flugmotoren einen Namen. Auf dem alten Flugplatz von Dessau sind noch immer die Reste des einstigen Windkanals zu sehen. Das Technikmuseum ‚Hugo Junkers‘, das sich ebenfalls auf dem alten Flugplatzgelände in Kleinkühnau befindet, beschäftigt sich mit dem Leben und dem Werk von Hugo Junkers. Zentrales Ausstellungsstück ist eine originale ‚Tante Ju‘, die einst vor Norwegen notwassern musste und lange unter Wasser lag.
Aufgrund des Rüstungsbetriebes der Junkers-Werke war Dessau während des Zweiten Weltkrieges vermehrt Ziel von alliierten Bombenabwürfen, so dass ein Großteil der historischen Bausubstanz in der Innenstadt unwiderruflich verloren ging. Die romanische Marienkirche im Zentrum der Stadt verkam lange als Ruine, ehe sie zwischen 1989 und 1998 wieder aufgebaut wurde und heute als Veranstaltungszentrum dient. Die 1702 geweihte Johanniskirche wurde bereits 1955 wiederhergestellt. Zur Inneneinrichtung gehören heute drei Cranach-Gemälde, die ursprünglich aus der Marienkirche stammten.
Auch Roßlau besitzt nur wenig historische Bausubstanz, da die Stadt immer wieder von verheerenden Stadtbränden heimgesucht wurde. Das älteste Gebäude ist die Wasserburg, deren älteste Teile wohl aus dem 12. Jahrhundert stammen. Allerdings hatte an gleicher Stelle bereits zuvor eine slawische Siedlungsburg gestanden. Neben der mittelalterlichen Rundburg entstand 1740 ein Jagdschloss, das über eine Brücke mit der Burg verbunden war. Zuletzt waren beide Gebäude ungenutzt.
Die Elbe hat die Wirtschaft Roßlaus über viele Jahrhunderte geprägt. Schon 1439 ist hier ein Umschlagplatz für die Schifffahrt belegt. Über die lange Beziehung der Stadt mit der Elbe berichtet das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum.

Sehenswertes:
 

Schloss und Park Mosigkau mit Museum
Schloss Großkühnau und Kühnauer Park
Schloss Georgium mit Anhaltinischer Gemäldegalerie, Georgengarten und Wallwitzburg
Schloss und Park Luisium
Mausoleumspark mit Mausoleum und Tierpark Dessau
Rathaus Dessau
Johannesbau (ehemaliger Westflügel des Residenzschlosses) mit das Museum für Stadtgeschichte
Bauhaus Dessau und Meisterhäuser
Kurt-Weill-Zentrum im Meisterhaus Feininger
Technikmuseum ‚Hugo Junkers‘
Museum für Naturkunde und Vorgeschichte
Marienkirche
Johanniskirche
Georgenkirche
Burg Roßlau und Jagdschloss
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Roßlau
Strommuseum – Historisches zum Thema Strom
St. Bartholomäi Pötnitz
Kirche St. Peter Törten
Kirche Rodleben
Johanneskirche Natho





Oranienbaum-Wörlitz

D
as 142 km² große Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehört zu den bedeutende Kulturlandschaften Europas. Es besteht aus mehreren nach englischem Vorbild angelegten Landschaftsparks und den dazugehörigen Bauten. Es zieht sich entlang südlich der Elbe innerhalb des Biosphärenreservates Mittelelbe und gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Johann Wolfgang von Goethe schrieb einst, als er zu Gast in Wörlitz war: ‚Die Götter haben dem Fürsten erlaubt, einen Traum um sich herum zu schaffen‘. Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) übernahm in seinem 18. Lebensjahr die Herrschaft über das Fürstentum zu Dessau-Wörlitz. In seiner 59jährigen Regentschaft schuf er nach und nach das Gartenreich, das später fast sein gesamtes Fürstentum umfassen sollte. Wörlitz wählte er zum Ausgangspunkt seiner Landschaftsgärten, da die Flussauen von Elbe und Mulde ideale Voraussetzungen für die Gestaltung boten. Noch heute begeistern insbesondere die Gärten und Schlösser in Wörlitz und Oranienbaum die vielen Besucher. Die Wörlitzer Anlagen gelten als der künstlerische Höhepunkt des Gartenreiches. Sie zählen zu den frühesten deutschen Landschaftsgärten im englischen Stil. Parallel zum Park entstand zwischen 1769 bis 1773 auch das Wörlitzer Schloss nach Vorbild eines englischen Landhauses. Das schmucke Anwesen gilt als Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Die kostbare Innenausstattung, die den Geschmack und die Vorlieben des Fürsten wiederspiegelt und zu denen Gemälde, Plastiken und Keramiken gehören, ist bis heute vollständig erhalten.
Nach Beendigung der Bauarbeiten am Wörlitzer Schloss ließ Fürst Franz, wie der Regent auch genannt wurde, das Gotische Haus errichten. Auch hier bewahrte der Kunstsammler wertvolle Gemälde altdeutscher und altniederländischer Meister auf, die durch Schweizer Glasgemälde und allerlei kunsthandwerkliche Gegenstände ergänzt werden. Schloss und Gotisches Haus sind als Museum zugänglich. Weitere Blickfänge der Wörlitzer Anlagen sind das Pantheon, die Felseninsel Stein mit der Villa Hamilton, die Luisenklippe und der Venustempel
Die Synagoge am östlichen Rand des Gartens entstand 1789/90. Während der Pogromnacht wurde der Innenraum  mitsamt der Ausstattung vollkommen verwüstet. Heute beherbergt das Gotteshaus eine Ausstellung zur Geschichte der Juden in Anhalt. Die St. Petri-Kirche wurde im ausgehenden 12. Jahrhundert in romanischen Stil erbaut. Fürst Franz ließ sie zwischen 1804 und 1809 im neugotischen Stil umbauen. Der Turm der Kirche wird im Volksmund Bibelturm genannt, da in ihm Ausstellungen zu biblischen Themen stattfinden.
Während das Schloss Wörlitz in das Gartenreich hineingebaut wurde, legte man den Garten um das bereits bestehende Schloss Oranienbaum herum an. Die weitläufige Barockanlage entstand für Henriette Catharina (1637–1708), Gemahlin des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1627–1693) als Sommersitz. Die im 19. Jahrhundert erbaute Orangerie gehört zu den längsten ihrer Art in Europa und wird auch heute noch zur Überwinterung exotischer Pflanzen genutzt. Fürst Franz gestaltete den einstigen barocken Inselgarten zum Chinesischen Garten um, der mit seiner Pagode, dem Chinesische Haus und mehreren Bogenbrücken auch heute noch erhalten ist.
An den Schlosspark schließt sich die historische Innenstadt mit der barocken Stadtkirche an. Der schmiedeeiserne Orangenbaum auf dem Marktplatz ist das Wahrzeichen der einst selbstständigen Stadt. Im Jahre 2011 war im Zuge der Gebietsreform aus den Mitgliedsgemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft ‚Wörlitzer Winkel‘ die Stadt Oranienburg-Wörlitz gebildet worden.

Sehenswertes:
 

Wörlitzer Park mit Schloss, Pantheon, Felseninsel Stein und Venustempel
Gotisches Haus
St. Petri-Kirche mit Bibelturm
Synagoge
Rathaus Wörlitz
Schloss und Park Oranienbaum mit Orangerie und Chinesischem Garten
Stadtkirche Oranienbaum
Historischer Marktplatz mit vier Quartieren und schmiedeeisernem Orangenbaum
Dorfkirche Vockerode





Coswig (Anhalt)

D
as anhaltinische Coswig, das sich auch gerne das  ‚Tor zum Fläming‘ nennt, liegt reizvoll am erhöhten Nordufer der Elbe und am Fuße des Fläming. Über der Elbe thront das Schloss. Gemeinsam mit der evangelischen St.-Nicolai-Kirche und dem Rathaus prägen die Gebäude mit ihren drei markanten Türmen die Silhouette und das Stadtbild Coswigs.
Schon 1187 ist an der heutigen Stelle eine Burg ‚Cossewiz‘ nachgewiesen. Das heutige Schloss wurde zwischen 1667 und 1677  erbaut. Der Hauptflügel weist noch Elemente der Renaissance auf, während die Gesamtanlage bereits durch das aufkommende Barock bestimmt wird. Lange diente das Schloss als adliger Witwensitz. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude dann vorübergehend zum Gefängnis umgebaut. Das älteste Gebäude der Stadt ist aber die St.-Nicolai-Kirche, deren Ursprünge im 12. Jahrhundert liegen. Die damalige romanische Hallenkirche diente zwischen 1272 und 1572 als Stiftskirche eines Nonnenklosters. Als sich dieses im Zuge der Reformation auflöste, wurde St. Nicolai evangelische Stadtkirche. Während des Schmalkaldischen Krieges und im Dreißigjährigen Krieg wird die Kirche jeweils schwer zerstört, danach aber jeweils wieder aufgebaut. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie nach dem letzten Wiederaufbau zwischen 1685 und 1702. Auch das Rathaus wurde während der Schmalkaldischen Krieges im Jahre 1547 zerstört. Der heutige Renaissancebau von 1560 entstand daraufhin auf den Kellergewölben des Vorgängerbaus. Zwei weitere Anbauten veränderten das Ratsgebäude in den Jahren 1887 und 1912 noch einmal erheblich.
Weitere Sehenswürdigkeiten Coswigs sind das Amtshaus, der Klosterhof und das Haus Simonetti. Das Amtshaus entstand 1703. Das herrschaftliche Palais diente als Verwaltungs- und Wohnsitz des Amtshauptmannes. Mit seiner Größe und seiner zentralen Lage zwischen Kirche und Rathaus symbolisierte es die Macht des Fürstenhauses. Der Klosterhof gehörte einst zum 1272 gegründeten Augustiner-Nonnenkloster und wurde nach dessen Auflösung der fürstlichen Domäne zugeordnet. Im 19. Jahrhundert diente das Gebäude als Schule, heute ist hier das Museum Coswig mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte untergebracht. Das Simonetti-Haus ist ein 1699 errichtetes Fachwerkgebäude mit Walmdach, das als Adelssitz zeitweilig dem Coswiger Amtmann diente.
Ein außergewöhnliches technisches Denkmal ist im Ortsteil Thießen zu sehen. Der ‚Kupferhammer‘ gehörte einst zu einer Kupferschmiede und befindet sich in einer Vierseitenhofanlage. Die Kupferschmiede bestand nachweislich schon im frühen 17. Jahrhundert. Den Antrieb lieferte ein Wasserrad, das über eine hölzerne Welle einen Takt von bis zu 120 Hammerschlägen pro Minute ermöglichte. Der Kupferhammer war noch bis 1974 in Betrieb und bietet als technische Schauanlage einen interessanten Einblick in das historische Schmiedehandwerk.
Auf dem Stadtgebiet von Coswig gibt es über 20 Kirchen. Die meisten gehören zur evangelischen Landeskirche. Mehrere Dörfer besitzen noch uralte Feldsteinkirchen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert (Düben, Möllensdorf, Ragösen, Senst, Stackelitz, Zieko). Die barocke Fachwerkkirche in Klieken stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ihr Turm wurde 1784 ergänzt. Bemerkenswert sind der gotische Altar aus der Werkstatt Lucas Cranachs sowie die Orgel, die von der berühmten Orgelbauerfamilie Zuberbier gebaut wurde. Die 1830 geweihte St. Jakobus-Kirche in Serno besitzt ein ungewöhliches Stabgeläut. Das heutige Baudenkmal entstand als kostengünstigere Alternative zu den ansonsten sehr viel teureren Glocken.

Sehenswertes:
 

Schloss Coswig
Kirche St. Nicolai
Rathaus
Amtshaus
Klosterhof mit Museum Coswig
Simonetti-Haus
Kupferhammer Thießen
St. Jakobuskirche Serno mit Stabgeläut
Bismarckturm Wörpen
Feldsteinkirche Möllensdorf
Feldsteinkirche Ragösen
Feldsteinkirche St. Petri Senst
Feldsteinkirche Stackelitz
Feldsteinkirche Zieko
Fachwerkkirche Klieken
Kirche St. Bonifatius Handeluft
Wassermühle Handeluft





Lutherstadt Wittenberg

A
m 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg und läutete damit die Reformation ein. In der Folge wurde Wittenberg zu einem der wichtigsten kulturgeschichtlichen Zentren Deutschlands. Die Reformationsstätten in der Altstadt sind weltberühmt. Die Stadtkirche St. Marien, die Schlosskirche Allerheiligen, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus gehören heute zum UNESCO-Welterbe.
Martin Luther (1483-1546) erhielt 1511 seine Berufung ins Augustinereremitenkloster Wittenberg. Das heute ‚Lutherhaus‘ genannten Gebäude wurde 1504 als ‚Schwarzes Kloster‘ erbaut. Seit 1525 lebte Luther hier mit seiner Familie bis zu seinem Lebensende. Das Lutherhaus beherbergt heute gemeinsam mit dem Augusteum das reformationsgeschichtliche Museum. 1512 promovierte Luther zum Doktor der Theologie und übernahm eine Professur an der Wittenberger Universität, der heutigen Leucorea. Die Schlosskirche, an die Luther seine 95 Thesen geschlagen hatte, war 1503 geweiht worden. Im Zuge der Reformation wurde auch diese Kirche evangelisch, denn zwischenzeitlich gab es in Wittenberg überhaupt keine Katholiken mehr. Zwischen 1885 und 1892 wurde die Schlosskirche noch einmal erheblich umgestaltet. Heute befinden sich in ihr die Grablegen Martin Luthers und Philipp Melanchthons. Das Schloss hatte der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise 1490-96 als Residenzschloss bauen lassen. Die Stadtkirche gilt als die ‚Mutterkirche der Reformation‘. In ihr predigte Martin Luther und in ihr wurde die erste Heilige Messe in deutscher Sprache gefeiert. Gleich neben der Kirche steht das Bugenhagenhaus. Es ist das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt. Als erster Pfarrer lebte hier Johannes Bugenhagen (1485-1558), ein bedeutender deutscher Reformator und enger Weggefährte Luthers. Knapp außerhalb der Altstadt steht die Luthereiche. Der ursprüngliche Baum wurde zwar 1813 gefällt, bald darauf aber wieder neu gepflanzt. An dieser Stelle hatte Luther am 10. Dezember 1520 die päpstlichen ‚Canonischen Rechte‘ und die Bannandrohungsbulle ‚Exsurge Domine‘ des Papstes Leo X. verbrannt und damit äußerlich die Trennung von der römisch-katholischen Kirche vollzogen.
Ein weiterer enger Weggefährte Luthers war Philipp Melanchthon (1497-1560). Als Theologe und Philosoph gilt er neben Luther als die treibende Kraft der Reformation und wurde daher auch ‚Praeceptor Germaniae‘ (Lehrer Deutschlands) genannt. Er lebte in einem der schönsten Bürgerhäusern Wittenbergs. Das Renaissancegebäude mit seinen spätgotischen Fenstern zeigt heute als Museum das Studier- und Sterbezimmer Melanchtons und beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken des Reformators.
Das Zentrum Wittenberges wird vom großzügigen Marktplatz gebildet. Hier stehen die Denkmäler Martin Luthers und Philipp Melanchthons sowie der große Marktbrunnen. Umlaufend stehen alte und stolze Bürgerhäuser sowie das Renaissance-Rathaus, das zwischen 1521 und 1541 als Symbol der aufstrebenden  Stadt entstand.
Im Jahre 1505 hatte Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525) den Maler Lucas aus Kronach (um 1472-1553), später Lucas Cranach d.Ä. genannt, als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Hier lebte er 40 Jahre und erwarb in dieser Zeit zwei Wohnhäuser (Markt 3 und 4 sowie Schlossstraße 1), die heutigen Cranach-Höfe. Im Gebäude am Markt baute er die erfolgreichste Malwerkstatt seiner Zeit auf, die sein Sohn Lucas Cranach d.J. (1515-1586), der in diesem Hause auch geboren sein soll, erfolgreich weiterführte. Cranach hatte hier in seiner berühmten Druckerei die 95 Thesen Luthers, aber auch den erste Teil der Lutherbibel, Luthers Reden sowie zahlreiche Holz- und Linoldrucke vervielfältigt. Cranach gilt als einer der bedeutendsten Maler der Renaissance. Er fertigte die heute noch berühmten und allgegenwärtigen Portraits von Martin Luther und Philipp Melanchthon an. In den Cranachhöfen werden heute wechselnde Ausstellungen präsentiert.
Am Arsenalplatz stehen die Reste der mittelalterlichen Klosterkirche der Franziskaner, die im 16. Jahrhundert zum Kornspeicher umgebaut wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz durch die Rote Armee genutzt und war deshalb nicht öffentlich zugänglich. Heute wird das Gebäude als Stadthaus genutzt. Das danebenliegende Zeughaus beherbergt inzwischen das Museum für Stadtgeschichte.
Mit dem Schwerpunkt ‚Geschichte der DDR‘ beschäftigt sich das Haus der Geschichte in der Schlossstraße.

Sehenswertes:
 

Stadtkirche St. Marien und Bugenhagenhaus
Schloss und Schlosskirche Allerheiligen
Augusteum und Lutherhaus mit reformationsgeschichtlichem Museum
Melanchtonhaus
Universität Leucorea
Marktplatz mit Luther- und Melanchthon-Denkmälern und Rathaus mit Stiftung Christliche Kunst
Cranachhöfe
Luthereiche
Stadthaus
Zeughaus mit Museum für Stadtgeschichte
Haus der Geschichte
Hundertwasserschule
Christuskirche


Radrouten die durch Lutherstadt Wittenberg führen:

Radweg Berlin-Leipzig
ElbeRadWeg: Abschnitt Süd




Zahna-Elster

D
ie Stadt Zahna-Elster besteht seit der Gemeindereform im Jahre 2011 aus 20 Ortsteilen, die in neun zuvor eigenständigen Ortschaften gegliedert sind. Zahna hatte als größte der Gemeinden das Stadtrecht mit in die neue Einheitsgemeinde eingebracht – Zahna zählt gerade einmal 3.900 Einwohner!
1336 hatte Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg den Stift zum Heiligen Geist gegründet. Die ältesten Klostergebäude stammen vom 1754, nachdem sie zwei Mal zuvor niedergebrannt waren. Die heutige Stiftskapelle entstand 1878. Die romanische Feldsteinkirche Zahnas ist dagegen bedeutend älter: sie wurde im späten 12. Jahrhundert errichtet. Die Kreuzkirche besitzt einen auffällig massigen Turm und ein sorgfältig gesetztes Quadermauerwerk. Die romanischen Kirchen im Fläming zählen zu den ältesten steinernen Zeugnissen  jener Epoche. Weitere Feldsteinkirchen befinden sich in Gadegast und Zallmsdorf.
In Elster befindet sich unweit der Elbe eine alte Bockwindmühle, die als technisches Denkmal ausgewiesen ist, nebst einer alten, ausrangierten Autofähre, die den Ort einst mit Wartenburg auf der anderen Elbeseite verband. Die Ortsteile Zahna und Elster besitzen jeweils ein Museum mit einer heimatkundlichen Ausstellung.

Sehenswertes:
 

Stift zum Heiligen Geist
Feldsteinkirche Zahna
Bauernmuseum
Bockwindmühle Elster
Kirche Dietrichsdorf
Heimat-, Karnevals- und Schiffermuseum Elster
Feldsteinkirche Gadegast
Feldsteinkirche Zallmsdorf


Radrouten die durch Zahna-Elster führen:

Radweg Berlin-Leipzig
ElbeRadWeg: Abschnitt Süd




Jessen (Elster)

D
ie Stadt Jessen liegt an der Schwarzen Elster. Sie ist der Fläche nach die elftgrößte Gemeinde der Bundesrepublik und besitzt insgesamt 44 Ortsteile. Das Jessener Land ist ein sanftes Hügelland, das von weitläufigen Waldgebieten einerseits und von landwirtschaftlich genutzten Flächen anderseits geprägt wird. Begünstigt durch seine klimatische Lage wird die Region als Obst- und Weinanbaugebiet genutzt. Das Jessener Land gehört zu den nördlichsten Weinregionen Deutschlands. Schon für das 13. Jahrhundert ist der Weinanbau in Jessen belegt. Hier findet man traditionelle, historisch gewachsene Dörfer, die sich noch viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt haben. Zahlreiche romanische Feldsteinkirchen erzählen von der Zeit der Christianisierung. Eindrucksvolle Burg- und Schlossanlagen sowie alte Amtshäuser laden als historische Zeitzeugen zu Entdeckungstouren ein. Liebevoll eingerichtete Heimatstuben versuchen, vom dörflichen Leben in der Vergangenheit zu erzählen. Die typische Mühlenart der Region ist die Bockwindmühle. In Gentha, Groß Naundorf, Elster und Lebien findet man noch rekonstruierte Bauwerke dieses Typs.
Jessen besitzt einen hübschen historischen Marktplatz, der von der Pfarrkirche St. Nicolai dominiert wird. Die Kirche geht in ihren Ursprüngen auf das 11. Jahrhundert zurück, doch nach einem Brand im Jahr 1646 wurden große Teile der Kirche zerstört. Der heutige Turm wurde erst 1823 ergänzt, nachdem die Vorgängertürme baufällig geworden oder sogar eingestürzt waren. Sehenswert ist der aus Kiefer und Linde geschnitzte barocke Kanzelaltar von 1696.  Das Jessener Schloss diente in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Tuchfabrik. Heute ist hier die Stadtverwaltung untergebracht. Das Wasserschloss Hemsendorf geht auf ein Rittergut aus dem 14. Jahrhundert zurück. Die heutige Vierflügelanlage wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts im barocken Stil erbaut. An der Südostecke des Schlosses steht ein markanter achteckiger Turm mit geschweifter Haube, der von weitem sichtbar, die gesamte Anlage überragt. Burg Jessen gehört zu den ältesten Burgstellen Deutschlands. Als Nachfolgebau einer slawischen Wehranlage entstand in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts eine zumindest in Teilen aus Stein errichtete Burg. Mehrfach wurde das ehemalige kursächsische Kammergut durch das Hochwasser der Elbe zerstört. Um 1566 schließlich entstand der heute hoch erhaltene Renaissanceflügel. Später wurde der Nordflügel als barocker Anbau ergänzt. Burg Jessen ist die letzte noch erhaltene und frei zugängliche Burg an der mittleren Elbe. Auch das Hexenmuseum in den Kellergewölben, das mit seinen Folterinstrumenten und Bildern die Besucher zum Erschauern bringt, ist zwischen April und Oktober kostenlos zu besichtigen. 1747 war auf Burg Klöden die letzte Hexe Mitteldeutschlands eingekerkert und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden.

Sehenswertes:
 

Marktplatz Jessen und Kirche St. Nicolai
Schloss Jessen
Burg Klöden mit Hexenmuseum
Wasserschloss Hemsendorf
Amtshaus Seyda
Amtshaus Schweinitz
Amtshaus Annaburg mit Museum
Kirche St. Marien Schweinitz
Feldsteinkirchen in Gerbisbach, Gorsdorf, Kleindröben, Klöden, Klossa
Fachwerkkirchen Gentha, Kremitz
Baockkirchen Schützberg und Schweinitz
Bockwindmühlen in Gentha, Groß Naundorf, Elster und Lebien
Heidemuseum Arnsdorf





Kemberg

D
ie Kleinstadt Kemberg ist eine ehemalige Ackerbürgerstadt in der Elbaue und der Dübener Heide. Sie bietet ein historisch geschlossenes Stadtbild, das von der gotischen Marienkirche und ihrem 86m hohen Kirchturm dominiert wird. Das Gottesshaus entstand zwischen 1290 und 1340 und wurde um 1500 noch einmal erweitert. Der 1856-59 nach Entwürfen von Friedrich August Ritter errichtete monumentale Westturm gilt als Hauptwerk der Neugotik in Sachsen-Anhalt. Kemberg hatte sich schon sehr früh der Reformation zugewandt. Von Martin Luther, der sich oftmals im Kemberg aufhielt, ist belegt, dass er auch mehrfach in der Kirche predigte. Nach seinem Tode wurde er in der Marienkirche einen Tag lang aufgebahrt. Zur Inneneinrichtung gehörte bis 1994 ein von Lucas Cranach d.Ä. geschaffene Altar, der leider einem Feuer zum Opfer fiel. Erhalten haben sich dagegen ein Sakramentshaus aus Sandstein und ein Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert.
Das Rathaus wurde ursprünglich im gotischen Stil errichtet, besitzt allerdings Anbauten, die bereits der Renaissance zuzuordnen sind. Im Stadtzentrum sind noch vereinzelnde  Bürgerhäuser aus der Zeit der Renaissance (Schulstraße 2), dem Barock (Markt 8, Altes Brauhaus) und dem Klassizismus erhalten. Die noch in weiten Teilen erhaltene mittelalterliche Stadtmauer entstammt dem 14. Jahrhundert.
Neben mehreren alten Dorfkirchen, die teilweise ihren Ursprung noch im 13. Jahrhundert haben, sind noch zwei alte Adelssitze erhalten. Schloss Wartenburg geht auf ein altes Rittergut zurück. Das heutige Schloss entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und war lange im Besitz der Herren von Hohenthal, bis es 1945 verstaatlicht wurde. Seit den 1950er Jahren beherbergt das Anwesen ein Kinderheim. Wartburg wurde durch die ‚Schlacht von Wartburg‘ bekannt, bei der im Jahre 1813 Feldma