ElbeRadWeg – Abschnitt Nordelberadweglogo150x150

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er nördliche Abschnitt des Radfernweges besteht eigentlich aus zwei verschiedenen Routen, denn Start- bzw. Zielort des ElbeRadweges sind sowohl Cuxhaven als auch Brunsbüttel am anderen Elbufer. In Hamburg-Altona vereinigen sich die beiden Radwege, um sich hinter Hamburg erneut zu teilen. Wir haben die nördliche Teilstrecke an den Landungsbrücken in Hamburg-St. Pauli enden lassen. Der linkselbische Abschnitt von Cuxhaven ist mit 154 km erheblich länger als der rechtselbische von Brunsbüttel (117km). Dennoch haben beide Elbseiten ihren eigenen Reiz und man kann natürlich die beiden Strecken auch als Schleife fahren. Die linkselbische Strecke startet/endet im nördlichsten Zipfel des Elbe-Weser-Dreiecks. In Cuxhaven atmet man salzhaltige Luft. Hier an der Kugelbake entet die Unterelbe und geht in die Außenelbe auf dem offenen Meer über. An der ‚Alten Liebe‘ kommen die Ozeanriesen auf ihren Weg in den Hamburger Hafen vorbei. Bis hinter Hamburg ist der Strom gezeitenabhängig und man kann nur hoffen, dass die steife Brise, die hier häufig weht, von hinten kommt! Die Strecke führt durch die altehrwürdige Hansestadt Stade und durch das Alte Land, eines der bekanntesten Obstanbaugebiete Europas.


In Finkenwerder kommt man direkt am Flughafen mit dem Airbus-Werk vorbei. Mit der Fähre kann man dann nach Altona übersetzen und in das Stadtzentrum der Metropole Hamburg radeln. Aber auch Brunsbüttel ist sehenswert. Hier endet der Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrenste künstliche Wasserstraße der Welt. Und auch hier kann man riesige Container- und Kreuzfahrtschiffe auf ihrer Fahrt beobachten. Die rechtselbische Strecke führt über die Planstadt Glückstadt und Elmshorn in Richtung Hamburg.



Ortschaften entlang der Route

Cuxhaven  /  Otterndorf  /  Belum   /  Balje  /  Krummendeich  /  Freiburg (Elbe)   /   Wischhafen  /  Drochtersen  /   Stade   /   Hollern-Twielenfleth  /  Steinkirchen (Altes Land)   /  Grünendeich  /  Jork  /  Hamburg-Harburg  /   Hamburg-Finkenwerder  /  Brunsbüttel   /  Sankt Margarethen  /  Brokdorf  /  Glückstadt  /  Kollmar  /  Seester  /  Neuendeich  /   Seestermühe  /  Haseldorf   /  Haselau  /  Hetlingen  /  Wedel  /  Hamburg–Blankenese   /  Hamburg-Altona  /  Hamburg-St.Pauli  /  Hamburg

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Cuxhaven

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on zwei Seiten von Wasser umgeben, liegt Cuxhaven auf einer vorgelagerten Halbinsel an der nördlichsten Spitze Niedersachsens. Hier mündet die Elbe in die Nordsee. Die Kugelbake markiert den Übergang zur offenen See. Das hölzerne Seezeichen ist das Wahrzeichen Cuxhavens und ziert auch das Wappen. Für viele Amerika-Auswanderer war sie das letzte, was sie von der alten Heimat gesehen haben. Historisch betrachtet gehört Cuxhaven zu Hamburg. Das Schloss Ritzebüttel war noch im letzten Jahrhundert Hamburger Amtssitz. Ansonsten haben sich zwei Wirtschaftsschwerpunkte entwickelt: die Schifffahrt und der Tourismus. Elf Kurteile reihen sich am 12 km langen Gras- und Sandstrand aneinander. Die bekanntesten Urlaubsorte sind Duhnen, Sahlenburg und Döse. Und überall grüßt die freundliche Zeichenfigur ‚Jan Cux‘, das Maskottchen dieser Urlaubsregion. Hier findet sich eines der größten Wattgebiete Deutschlands, inzwischen von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Eine Wanderung auf den abgesteckten Wattwegen ist ein faszinierendes und unvergessliches Erlebnis. Von Duhnen und Sahlenburg kann man bei Niedrigwasser sogar bis zur Insel Neuwerk laufen. Oder man fährt mit einem Wattwagen hinüber auf die Insel – eine Attraktion, die man als Cuxhaven-Urlauber erlebt haben muss! Aber auch eine Wanderung durch die ausgedehnte Küstenheide oder die Marschlandschaft hat ihren besonderen Reiz. Einzigartig ist die 20 km lange Maritime Meile, die vom Kurort Sahlenburg immer der Küste entlang bis zur beliebten Aussichtsplattform ‚Alte Liebe‘ führt. Hier kann man auf einem der weltweit meistbefahrensten Schifffahrtswege den Ozeanriesen auf ihrem Weg von oder nach Hamburg zusehen. Gleich neben der Alten Liebe steht mit dem Hamburger Leuchtturm ein weiteres Wahrzeichen der Stadt und hier beginnt auch der Hafen, das Herz der maritimen Weltstadt. Einen Bummel durch den alten Fischereihafen sollte man sich nicht entgehen lassen. Hier finden am Morgen Fischauktionen mit großem Getöse statt, schließlich gehört Cuxhaven noch immer zu den größten Fischumschlagplätzen Europas. Sehenswert ist der Amerika-Hafen mit den Hapag-Hallen, über den im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ein großer Teil des deutschen Auswandererstroms nach Amerika abgewickelt wurde. Eine besondere Attraktion ist eine Hafenrundfahrt mit der Barkasse und mit dem Wrack- und Fischereimuseum ‚Windstärke 10‘ besitzt Cuxhaven ein modernes und herausragendes maritimes Museum.

Sehenswertes:

Die Kugelbake ist das Wahrzeichen von Cuxhaven. Groß prangt sie auch auf dem gelben Wappen der Stadt. Sie markierte den Übergang der Elbe zur Nordsee und das Ende des Elbe- und des Weserradweges! Früher war das 29 m hohe Holzgestell ein Orientierungspunkt für die Schifffahrt und nachts brannte in ihr sogar ein Feuer. Für viele Auswanderer war sie das letzte, was sie in ihrem Leben von Europa sahen. Heute ist die Kugelbake ein beliebtes Ausflugsziel am nördlichsten Punkt von Niedersachsen.

Wer die dicken Ozeandampfer beobachten will, der muss in Cuxhaven zur ‚Alten Liebe‘ gehen. Der Schiffsanleger ist zugleich eine beliebte Aussichtsplattform und trennt den Hafen der Stadt von der Elbe. Alle Schiffe, die von der Nordsee kommen und nach Hamburg fahren, müssen an der ‚Alten Liebe‘ vorbei. Über eine Lautsprecheranlage werden sie hier mit Herkunftsland und Größe angekündigt.

Erbaut wurde der Anleger bereits 1733. Dafür wurden an dieser Stelle drei Schiffe versenkt und fixiert. Darüber errichtete man ein zweistöckiges Holzbauwerk: unten zum Ein- und Aussteigen auf die Fahrgastschiffe, oben als Promenade. Im Jahr 2005 wurde das Fundament allerdings durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt.

Eines der versenkten Schiffe hieß ‚Olivia‘, im Volksmund ‚Oliv‘ abgekürzt. Das klang dem niederdeutschen Begriff ‚Ole Liev‘ sehr ähnlich, der auf hochdeutsch übersetzt ‚Alte Liebe‘ bedeutet. So kam der Schiffssteg, von dem noch heute die Schiffe nach Helgoland, Neuwerk und zur Seehundbank ablegen, zu seinem ungewöhnlichen Namen.

Die spätmittelalterliche Burganlage wurde um 1340 durch die Herren von Sachsen-Lauenburg errichtet. Es handelte sich zunächst um eine von Wassergräben und Erdwällen gesicherte Turmburg. Bereits 1394 nahm Hamburg nach einer längeren Belagerung die Burg ein. Bis in das 20. Jahrhundert diente Schloss Ritzebüttel als Residenz für die von Hamburg eingesetzten Amtmänner. In dieser langen Zeit wurde die Anlage mehrfach um- und ausgebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert verlor der Backsteinbau seinen wehrhaften Charakter und wurde zum Schloss umgestaltet. Nach einer umfangreichen Sanierung beherbergt Schloss Ritzebüttel heute ein Restaurant und ein Trauzimmer und wird häufig für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ansonsten kann das historische Schlossgebäude besichtigt werden. Der Rundgang führt durch die Festsäle, den Wohnbereich der Amtmänner und in das noch erhaltene Backsteingewölbe des Burgturmes.

Das schmucke Schweizerhaus im Schlosspark ist ein Blickfang für alle Besucher. Es wurde 1847 als Teehaus erbaut.

Gleich neben der beliebten Aussichtsplattform ‚Alte Liebe‘ steht der Hamburger Leuchtturm. Das 23 m hohe Rundgebäude wurde 1804 fertig gestellt und versah den Dienst als Leuchtfeuer noch bis 2001. Der Leuchtturm gilt als eines der Wahrzeichen Cuxhavens und steht bereits seit 1924 unter Denkmalschutz. Der vierstöckige Backsteinturm befindet sich inzwischen in privatem Besitz, da die Stadt Cuxhaven eine weitere Instandhaltung nicht finanzieren konnte.

Am äußersten nördlichen Eck von Niedersachsen, strategisch wichtig an der Elbmündung gelegen, befindet sich das Fort Kugelbake. Es wurde 1869 – 79 als preußische Befestigungsanlage gebaut, um den Schifffahrtsweg Elbe zu sichern. Das Großfort selber war mit einem Wall und doppeltem Graben geschützt und besaß Kanonen- und Flakgeschütze schweren Kalibers.

Heute hat das Fort seine militärische Funktion verloren und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Regelmäßig finden in der Bastion auch Open-Air-Veranstaltungen statt.

Piła, das ehemalige Schneidemühl, ist eine polnische Stadt in Hinterpommern, etwa 80 km nördlich von Posen (Poznań). Sie war Hauptstadt der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg schwer zerstört an Polen fiel. Auch heute besitzt die Stadt überregionale Bedeutung. Hier befinden sich zahlreiche Industrieanlagen und Banken sowie ein großes Eisenbahnwerk.

Cuxhaven ist seit 1957 Patenstadt für Schneidemühl/Piła. In der Volkshochschule wurde ein kleines Museum eingerichtet, das über den heute polnischen Ort erzählt. Zu sehen gibt es viele Erinnerungsstücke und Fotos sowie Gemälde, die überwiegend erst nach 1945 entstanden.

Die Seestadt Cuxhaven, an der Mündung der Elbe und an der verlängerten Außenweser gelegen, wurde über Jahrhunderte von der Seefahrt geprägt. So liegt es nahe, dass sich das Stadtmuseum in erster Linie der umfangreichen Geschichte der Schiff- und Seefahrt widmet. Das Museum erzählt von der Fischerei, den Cuxhavener Werften, der Marine seit der Kaiserzeit bis heute, der Passagier- und Handelsschifffahrt und dem Lotsenwesen.

Mit dem Museum ‚Windstärke 10‘ wurde Ende 2013 eine große Ausstellung eröffnet, die aus den ehemaligen Sammlungen des Wrackmuseums und des Fischereimuseums besteht. Zwei alte Fischpackhallen wurden zu einem modernen Museumsgebäude mit einer Ausstellungsfläche von rund 4.000 m² umgerüstet. Die Hälfte dieser Fläche wird für die ständige Ausstellung genutzt, die von den verschiedenen Gefahren auf der hohen See, von Schiffbrüchen sowie von der harten und entbehrungsreichen Arbeit an Bord eines Hochseefischtrowlers erzählt.

Die restliche Fläche ist wechselnden Sonderausstellungen vorbehalten. Die Kombination aller Ausstellungsbereiche machen das maritime Museum zu einer spannenden und sehenswerten Einrichtung.

Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) machte sich als Schriftsteller, Kabarettist und Maler im frühen 20. Jahrhundert einen Namen. Insbesondere seine humoristischen Gedichte und die von ihm geschaffene Kunstfigur ‚Kuttel Daddeldu‘ machten ihn einem breitem Publikum bekannt.

Obwohl er eher als Literat bekannt wurde, betätigte er sich auch recht erfolgreich als Maler, Zeichner und Fotograf. Diesem Teil seines kreativen Schaffens widmet sich das Ringelnatzmuseum in Cuxhaven. Es ist das einzige Museum in Deutschland, das sich ausschließlich dem Dichter widmet. Ringelnatz war während des Ersten Weltkrieges bei der Kaiserlichen Marine in Cuxhaven stationiert. Die Ausstellung stellt Ringelnatz‘ Leben in den Kontext der deutschen Geschichte im frühen 20. Jahrhundert und während des aufkommenden Nationalsozialismus. Es präsentiert auch einige originale Handschriften sowie Erstausgaben, die der Bücherverbrennung 1933 entgangen sind.

Die evangelisch-lutherische Kirche in Altenbruch wurde als Wehrkirche im romanischen Stil auf einer aufgeschütteten Wurth erbaut. Sie gehört zu den drei Bauerndomen im Hadelner Land. Ein genaues Entstehungsjahr ist nicht bekannt. Die älteste urkundliche Erwähnung findet sich 1280. Vermutungen zufolge ist die Feldsteinkirche aber bereits um einiges älter. Auffällig ist der massive Turm mit der Doppelspitze, die von der Schifffahrt als markantes Seezeichen genutzt wurde. Der Volksmund taufte die beiden Türme ‚Anna‘ und ‚Beate‘. Ein dritter hölzerner Turm steht etwas südlich des Doppelturmes. In diesem 1647 erbauten Turm befindet sich weiteres Geläut der Kirche. Der im Verhältnis sehr groß wirkende Chor wurde 1728 im barocken Stil erbaut und ersetzte einen zuvor baufällig gewordenen Anbau.

Die Inneneinrichtung birgt mehrere wertvolle Kunstschätze. Sehenswert sind der Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert, der Taufkessel aus dem 14. Jahrhundert, der Herlitz-Epitaph von 1697 und die mit geschnitzten Reliefs bestückte Kanzel aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die später mehrfach erweiterte Orgel stammt ursprünglich bereits aus dem Jahr 1498. Weitere Besonderheiten im Inneren der St.-Nicolai-Kirche sind die Gefängniszelle und die hölzerne Beichtkammer. Beichten waren in dieser Gegend selbst in evangelischen Kirchen noch bis in das 19. Jahrhundert üblich.

Die evangelische St. Abunduskirche in Groden war vor dem Bau der Martinskirche lange Zeit die Hauptkirche Cuxhavens. Sie wurde aus Feldsteinen um 1200 errichtet. 1524 wurde sie im Zuge der Reformation protestantisch. Bemerkenswert ist die 1688 errichtete Kanzel mit fünf geschnitzten Holzfiguren.

Die Dorfkirche in Lüdingworth gehört zu den sogenannten Bauerndomen im Hadelner Land. Sie ist die am prächtigsten ausgestattete dieser drei Gotteshäuser. Die romanische Feldsteinkirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Bei einem größeren Umbau 1520 entstanden der Hallenchor und der erneuerte Backsteinturm.

Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind der Barockaltar mit seinen filigranen Reliefdarstellungen, der dreiteilige Lüderskoper Altar, der bereits um 1440 entstand und ebenfalls mit mehreren prächtigen Holzreliefs ausgeschmückt ist, sowie die Orgel. Das Instrument wurde bereits 1599 erbaut, seitdem allerdings mehrfach ergänzt. So fügte im Jahre 1683 auch der berühmte Orgelbaumeister Arp Schnitger ein Rückpositiv ein, das noch heute erhalten ist.

Neben Bremerhaven wurde Ende des 19. Jahrhunderts auch Cuxhaven zum wichtigen Auswandererhaven. Ab 1889 ließ die Hamburg-Amerika Linie der HAPAG ihre Schnelldampfer am Amerikahafen abfertigen. 1902 entstanden die Hapag-Hallen, in denen sich die Wartesäle für die verschiedenen Fahrklassen befanden. Das Kuppelgebäude wurde direkt an die Bahngleise gebaut. Zu Hochzeiten fuhr hier alle 15 Minuten ein Zug ein. 1913 wurde dann direkt an der Anlegestelle der Steubenhöft errichtet.

Die historischen Gebäude werden auch heute noch zur Abfertigung von Kreuzfahrtpassagieren genutzt, aber auf dem Bahnhof fahren nur noch selten Personensonderzüge ein. Die Gleise dienen heute vornehmlich dem Güterverkehr. In den Hapag-Hallen erinnert die Dauerausstellung ‚Abschied nach Amerika‘ mit alten Fotos an die Zeit, in der Tausende von Auswanderern am ‚Bahnhof der Tränen‘ die Heimat verließen, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihr großes Glück zu finden.

Am Hafen von Altenbruch steht der Leuchtturm ‚Dicke Berta‘. Er wurde 1897 erbaut und diente lange Zeit als Unterfeuer. Das dazugehörige Unterfeuer, die ‚Schlanke Anna‘, stand in Osterende Groden und wurde inzwischen abgebaut. Auch die Dicke Berta, die bis 1983 als Quermarkenfeuer eingesetzt wurde, sollte in den 1980er Jahren abgerissen werden. Doch erheblicher Widerstand aus der Bevölkerung verhinderte die Verschrottung. Heute steht das alte Leuchtfeuer unter Denkmalschutz. Lange thronte der 13 m hohe Leuchtturm auf dem Kamm des Elbdeiches. Seit aber der Deich 1999 etwas erhöht wurde, steht die Dicke Berta etwas landeinwärts versetzt knapp hinter der Deichkrone. Zwischen Ostern und September steht sie zur Besichtigung offen.

Nordwestlich von Cuxhaven liegt die Inselgruppe Neuwerk. Neben der Hauptinsel gehören auch die dahinter liegenden Inseln Scharnhörn und Nigehörn, die allerdings als Vogelschutzgebiete ausgewiesen sind. Trotz der Nähe zu Cuxhaven gehören die Inseln politisch zu Hamburg, und das mit kurzen Unterbrechungen bereits seit 700 Jahren – obwohl das eigentliche Stadtgebiet 100 km entfernt liegt. In den Jahren 1367 – 69 bauten die Hansestädter hier eine Festung als Vorposten gegen See- und Strandräuber. Der klobig wirkende Leuchtturm wurde bereits 1310 erbaut und gilt damit als ältestes Gebäude Hamburgs. Lange Jahrhunderte diente der Backsteinbau schon als Seezeichen. Das 1814 aufgesetzte Leuchtfeuer ist noch immer funktionstüchtig.

Die Insel Neuwerk wird von ungefähr 40 Personen bewohnt, die heute fast ausschließlich vom Tourismus leben. Die Insel wird bei Flut regelmäßig mit einem Passagierschiff bedient. Bei Niedrigwasser kann Neuwerk von Dunen und Sahlenburg aus zu Fuß erreicht werden. Die meisten Besucher kommen aber mit dem Wattwagen. Die Fahrt mit den Pferdekutschen ist eine besondere Attraktion. Im Nationalpark-Haus kann man eine Ausstellung über den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer besuchen und eine weitere Besonderheit bietet das Heuhotel: eine Übernachtung im Stroh!

 

Hinter der Szenerie: Der Friedhof der Namenlosen

Das Leben auf der Insel Neuwerk war hart und entbehrungsreich. Den ständigen Gezeiten ausgesetzt und von heftigen Sturmfluten geplagt, hatten es die Menschen hier nicht einfach. Und dann gab es immer wieder grausige Funde, wenn das Meer mit der Flut wieder einmal eine ertrunkene Seele freigab und hier an Land spülte. Verwest und vom Meerwasser aufgedunsen, war es im Allgemeinen nicht mehr nachvollziehbar, um welchen Matrosen es sich gehandelt hat, bei welchem Schiffsuntergang er sein Leben verlor oder warum er über Bord gegangen war. Aber in der christlichen Seefahrt hat jeder Seemann Anspruch auf ein christliches Begräbnis. So entstanden im 18. und 19. Jahrhundert die Friedhöfe der Namenlosen, manchenorts auch Heimatlosenfriedhof genannt. Hier wurden diese unglücklichen Seeleute beigesetzt. Solch eine Begräbnisstätte gab es auch auf der Insel Neuwerk. Es werden immer noch ab und zu Leichen angespült, doch werden sie heute zum Festland überführt und dort begraben. Doch die namenlosen Gräber auf dem Inselfriedhof könnten aufregende und dramatische Geschichten erzählen, wenn sie nur reden könnten…


Die meist leuchtend rot bemalten Feuerschiffe haben die Aufgabe von schwimmenden Leuchttürmen. Auf bestimmten festgelegten Positionen dienen sie so als Navigationshilfe für die Schifffahrt. An der Bordwand prangt gut lesbar der Positionsname, wie beispielsweise ‚Elbe 1‘. Das letzte bemannte Feuerschiff auf dieser Position war die ‚Bürgermeister O’Swald II‘. Sie wurde auf der Meyerwerft in Papenburg gebaut und lief 1943 vom Stapel. Zwischen 1948 und 1988 versah sie ihren Dienst vor der deutschen Küste. 1970 wurde das Schiff sogar einmal durch den argentinischen Frachter ‚Rio Carcarano‘ gerammt, konnte aber bald danach wieder flott gemacht werden. Später wurde die ‚Bürgermeister O’Swald II‘ durch ein unbemanntes Fauerschiff ersetzt, seit 2000 kennzeichnet eine Leuchttonne die Position. Das Feuerschiff liegt seit der Außerdienststellung an der Alten Liebe und ist seit 1990 als Museumsschiff zu besichtigen. Das die ‚Bürgermeister O’Swald II‘ aber noch seetüchtig ist, liegt sie nicht immer an ihrem angestammten Hafenplatz. Häufig befindet sie sich auf Fahrt zu verschiedenen Festen an der Nordseeküste. Wenn man das Feuerschiff besichtigen möchte, sollte man daher vorher beim ‚Feuerschiff-Verein ELBE 1 von 2001 e.V.‘ nachfragen, ob ein Besuch möglich ist.



Radrouten die durch Cuxhaven führen:

Weser Radweg
ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer

 



Otterndorf

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ie Kleinstadt an der Elbemündung gehört zur im Jahr 2011 neugegliederten Samtgemeinde ‚Land Hadeln‘. Die historische Landschaft Land Hadeln ist ein geschlossener Kulturraum im Elbe-Weser-Dreieck. Otterndorf war auch schon zuvor der Hauptort. Das Nordseebad besitzt einen kleinen Hafen an der Elbe, doch das Ortszentrum mit seiner hübschen Fachwerk-Altstadt liegt jedoch etwas zurückgesetzt im Landesinneren.
Im 1585 errichteten Kranichhaus mit seinem hübschen barocken Giebel ist heute das Museum des alten Landes Hadeln untergebracht. Das Torhaus der ehemaligen Burg beherbergt das Heimatmuseum. Sehenswert sind das Rathaus von 1683 und die Lateinschule von 1614 und die Speicherstadt, deren alte Speichergebäude heute mehrheitlich als Wohn- oder Geschäftshäuser genutzt werden. Das Hadler Haus von 1792, das einst einen Kornspeicher und ein Kaufmannshaus beherbergte, dient heute als Veranstaltungsort. Im Schloss, das 1773 neu errichtet wurde, sitzt heute das Amtsgericht.

Sehenswertes:
 

Museum des alten Landes Hadeln im Kranichhaus
Heimatmuseum im Torhaus
Historische Altstadt mit Rathaus, Hadler-Haus und Lateinschule
Schloss Otterndorf
Speicherstadt und Bullsche Speicher
Museum gegenstandsfreier Kunst
Voß-Haus (Johann-Heinrich-Voß-Literaturmuseum)
Die Puppenstube


Radrouten die durch Otterndorf führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer




Belum

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n der ehemaligen Mündung der Oste in die Elbe liegt Belum. Beim Bau des Ostesperrwerkes wurde die Mündung etwas verlegt und an der alten Stelle entstand durch die Errichtung zweier Dämme der Ostesee. Belum ist eins der ältesten Marschendörfer an der Elbe. Im 16. und 17. Jahrhundert war der Ort durch die Belumer Schanze bekannt geworden. Sie gehörte zu den wichtigsten Verteidigungsanlagen des 30jährigen Krieges und auch im Zweiten Weltkrieg hatte sich hier noch eine Flakstellung befunden, um die nahe Hafenstadt Hamburg vor den alliierten Bomberangriffen zu schützen. Heute ist von der Belumer Schanze aber kaum noch etwas zu sehen. Auch vom alten Leuchtturm ist nichts mehr erhalten, denn dieser wurde, kurz nachdem er 1982 abgeschaltet wurde, vollständig abgebrochen. Als Ersatz wurde eine Richtfeuerlinie installiert, bestehend aus einem 44 m hohen rot-weiß gestreiften Oberfeuer und einem kleineren, ähnlich aussehenden Unterfeuer.
Der Ortsteil Kehdingbruch wurde 1972 nach Belum eingemeindet. Die Kirche St. Jürgen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Noch etwas älter ist die ehemalige Schmiede. Bis 1988 hat hier noch der letzte Dorfschmied fleißig gearbeitet. Die Maschinen und Schmiedewerkzeuge sind noch immer erhalten, obwohl hier heute Möbel gebaut und restauriert werden.

Sehenswertes:
 

St.-Vitus-Kirche
St.-Jürgen-Kirche in Kehdingbruch
Alte Schmiede





Balje

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alje ist die nördlichste Gemeinde der Samtgemeinde Nordkehdingen. Die einstige Insellandschaft der Niederelbe wurde erst nach dem 17. Jahrhundert stärker besiedelt und ist bis heute überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Lange lebten die Menschen hier auch vom Fischfang und vom Torfabbau. Auf dem Gemeindegebiet mündet die Oste in die Elbe und so ist das Ostesperrwerk das eindrucksvollste Bauwerk des Ortes. Am Elbufer stehen zwei Leuchttürme, die den Schiffen den Weg nach Hamburg weisen. Mit dem Natureum Niederelbe besitzt Balje ein beliebtes Natur- und Freilichtmuseum, das sich der Elbmündung mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt widmet. Eine weitere Dauerausstellung widmet sich der Entstehung, Herkunft und Bearbeitung von Bernstein. Der KüstenZoo des Museums beherbergt sowohl einheimische Tiere wie Ziegen, Meerschweine, Schildkröten, Krebse, Nerze und Gänse, als auch Exoten wie Schlangen und ein Chamäleon.

Sehenswertes:
 

Natureum Niederelbe
Oste-Mündung und Ostesperrwerk


 



Krummendeich

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ie kleine Gemeinde Krummendeich liegt im Kehdinger Land und gehört seit 1971 der Samtgemeinde Nordkehdingen an, hat sich aber trotzdem eine weitgehende Eigenständigkeit bewahrt. Bezeichnend für das landwirtschaftlich geprägte Dorf an der Elbe ist die Anordnung in Form eines Reihendorfes, bei der die Gebäude dicht an dicht am Deich stehen, um so die Deichverteidigung zu unterstützen. 1852 hätte es hier einmal einen Deichdurchbruch gegeben. Die damals entstandene Wasserfläche dient heute als beliebtes Naturbad.

Sehenswertes:
 

Reihendorfsiedlung





Freiburg (Elbe)

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er Flecken Freiburg liegt am südwestlichen Ufer der Unterelbe im Kehdinger Land. Der Kernort liegt etwas landeinwärts und besitzt einen kleinen malerischen Hafen, der durch einen Kanal mit der Elbe verbunden ist. Hier steht mit dem historischen Kornspeicher das Kulturzentrum des Ortes. Daneben ist die St.-Wulphardikirche, ein roter Backsteinbau aus dem 16. Jahrhundert mit historischer Orgel sehenswert. Bis 1932 war Freiburg/Elbe Kreisstadt des damaligen Kreises Kehdingen. Heute ist der Ort nur noch Verwaltungssitz der Samtgemeinde Nordkehdingen.

Sehenswertes:
 

Historischer Kornspeicher und Hafen
St.-Wulphardikirche





Wischhafen

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as Gebiet der heutigen Gemeinde im Kehdinger Land wurde bereits im 4. Jahrhundert besiedelt. Das von der Elbe geprägte Marschland war zu dieser Zeit noch eine reine Insellandschaft. Inzwischen ist der Strom begradigt und begrenzt die 3000 Einwohner zählende Gemeinde im Norden. Seit 1971 gehört Wischhafen zur Samtgemeinde Nordkehdingen, hat dabei aber weitgehend seine Eigenständigkeit bewahrt. Sehenswert sind das Kehdinger Küstenschifffahrts-Museum mit seinem Museumsschiff, dem Küstenmotorschiff ‚Iris-Jörg‘ sowie die romanische Kirche St. Dionysius im Ortsteil Hamelwörden.
Beliebt sind die mehrstündigen Tidenkicker-Fahrten auf der Niederelbe, bei denen man sogar Robben beobachten kann. Der Tiedenkicker startet am Wischhafener Yachthafen.

Sehenswertes:
 

Kehdinger Küstenschifffahrts-Museum
Kirche St. Dionysius Hamelwörden
Wischhafener Yachthafen





Drochtersen

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u dem Gemeindegebiet Drochtersens gehören große Teile Südkehdingens. Die Region besitzt eine besondere, ruhig beschauliche Atmosphäre. Die Landschaft wird geprägt durch weites Marschland, das Kehdinger Moor und die Unterelbe, an die die Gemeinde auf 15 Kilometer grenzt. Vorgelagert liegt die einstige Elbeinsel Krautsand, die heute durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. In den kleinen Häfen kann man eine Vielzahl von Booten und Schiffen beobachten, in Gauensiek die historische Spülschleuse anschauen. In der Heimatstube Assel werden traditionelle Geräte aus Handwerk, Landwirtschaft und der Schifffahrt gezeigt, auf dem Heimathof Hüll kann darüber hinaus ein Bauerngarten besichtigt werden. Im Ortsteil Barnkrug fällt der merkwürdige, 42 m hohe Bleiturm auf. Dieser diente einst der Herstellung von Schrotkugeln. Der ‚Moorkieker‘ führt auf einem 4 km langen Rundkurs durch das Hochmoor. Hier kann man viel über die Eigenarten dieser besonderen Landschaftsform mit seiner außergewöhnlichen Fauna und Flora erfahren.

Sehenswertes:

Heimatstube Assel
Heimathof Hüll
Bleiturm in Barnkrug
Kehdinger Moor und Moorkieker
Ehemalige Elbeinsel Krautsand





Stade

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ie alte Hansestadt an der Unterelbe besitzt einen der ältesten Häfen im Norden. Lange Zeit war der Handelsplatz an der Schwinge wichtiger als Hamburg. Bereits im frühen 12. Jahrhundert gab es hier auf einem Geesthügel einen Königshof, um den sich ein Hafenplatz entwickelte. Damit gilt Stade als eine der ältesten Städte Europas. Das malerische Stadtbild rund um den Hansehafen aus dem 12. Jahrhundert, dem einstigen wirtschaftlichen Herzen der Hansestadt, zeugt noch von dieser Zeit. Der Hansehafen ist mit seinen historischen Kaimauern ist bis heute fast unverändert erhalten geblieben.
Um den Hafen gruppieren sich der Schwedenspeicher von 1705, in dem sich heute ein interaktives Museum befindet, das die Geschichte der Hanse erzählt, das Bürgermeister-Hintze-Haus mit seiner prachtvollen Renaissance-Fassade, das Goeben-Haus und die 1753 erbaute Stadtwaage, der alte Holzdrehkran, die Hudebrücke und mehrere alte Handelshäuser. Die gesamte Altstadt, die auf einer Insel liegt, wird geprägt von zahlreichen verwinkelten Gassen, hübschen Fassaden und altertümlichem Kopfsteinpflaster. Viele alte Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sind noch erhalten und zeugen von den wechselnden Stilepochen Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. Sehenswert sind die Löwenapotheke (ein typisch mittelalterliches Gildehaus), das gotische Kellergewölbe des Rathauses, das zu den ältesten in ganz Deutschland zählt, die St. Cosmae et Damiani-Kirche mit seiner Hus/Schnitger-Orgel sowie die St. Wilhadikirche, die eine Orgel von Erasmus Bielefeldt beherbergt.
Neben dem alten Hansehafen besitzt Stade noch den um 1880 angelegten Stadthafen, der heute Liegeplatz für Sportboote und historische Schiffe ist, den Holzhafen, von dem aus Fleetkahn-, Kanu- und Tretbootfahrten starten sowie der Elbe-Seehafen bei Bützfleeth, der noch immer zu den wichtigsten Umschlagplätzen in Niedersachsen zählt.
Am Stadthafen liegt das Küstenmotorschiff ‚Greundik‘, das heute als Museumsschiff zu besichtigen ist. Das vielfältige und umfangreiche museale Angebot umfasst das Kunsthaus, das Freilichtmuseum mit einer alten Bockwindmühle und mehreren historischen Hofbauten, das Baumhausmuseum, das Heimatmuseum sowie das Patenschaftsmuseum Goldap mit seinen Zeugnissen aus dem ehemaligen gleichnamigen ostpreußischen Landkreis.
Abseits der Stadt, aber noch zur Gemarkung Stade gehörend, befindet sich direkt an der Elbe die alte Festung ‚Grauerort‘. Sie wurde als preußisches Bollwerk gegen zwischen 1869 und 1879 bei Abbenfleth erbaut, um den Hamburger Hafen vor feindlichen Schiffen – vornehmlich vom damaligen Erzfeind Frankreich – zu schützen. Die Festung wurde allerdings nie in Kampfhandlungen verwickelt.

Sehenswertes:
 

Hansehafen mit Holzdrehkran
Historische Innenstadt mit Bürgermeister-Hintze-Haus, Goeben-Haus, Stadtwaage und Löwenapotheke
Schwedenspeicher-Museum
St. Cosmae et Damiani-Kirche
St. Wilhadikirche
Kunsthaus am Wasser West
Küstenmotorschiff ‚Greundik‘
Freilichtmuseum auf der Insel mit Bockwindmühle
Baumhausmuseum
Heimatmuseum
Patenschaftsmuseum Goldap
Zeughaus am Pferdemarkt
Johanniskloster
Festung ‚Grauerort‘


Radrouten die durch Stade führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer




Hollern-Twielenfleth

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m Alten Land, dem Obstgarten an der Niederelbe, liegt inmitten von Apfel-, Birn- und Kirschbaumplantagen, liegt Hollern-Twielenfleth. Neben den beiden Ortsteilen Hollern und Twielenfleth gehört auch Bassenfleth zur Gemeinde. Am Elbdeich steht der Alte Twielenflether Leuchtturm Er war von 1893 bis 1984 in Betrieb und beherbergt heute ein kleines Schifffahrtsmuseum mit einer stattlichen Anzahl von Schiffsmodellen, Plänen und Schifffahrtskarten. Weithin sichtbar steht die Windmühle ‚Venti Amica‘ zwischen Twielenflether und Hollern. Die ‚Freundin des Windes‘, so die Übersetzung aus dem lateinischen, ist eine typische Mühle vom Typ Galerieholländer. Die St.-Mauritius-Kirche in Hollern wurde in ihrer Form wohl bereits im 13. Jahrhundert erbaut. Der Turm stammt noch von einem Vorgängerbau. Zur Inneneinrichtung gehört eine originale Arp-Schnitger-Orgel. Die St. Georg/St. Marienkirche in Twielenfleth ist dagegen deutlich jünger und entstand  erst 1819. Auch sie hatte vermutlich mehrere Vorgängerkirchen und beherbergt einen Flügelaltar mit den 12 Aposteln, der aus dem späten 15. Jahrhundert stammt sowie eine Orgel von Philipp Furtwängler.

Sehenswertes:
 

Twielenflether Mühle ‚Venti Amica‘
St.-Marien-Kirche Twielenfleth
St.-Mauritius-Kirche Hollern mit Arp-Schnitger-Orgel
Alter Twielenflether Leuchtturm





Steinkirchen (Altes Land)

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Der Ort Steinkirchen hieß früher einmal schlicht ‚Lu‘, was sich wahrscheinlich auf eine steinerne Kirche bezog. Später finden sich die Bezeichnungen ‚Steenlu‘ und ‚Steenkarken‘. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich der Ortsname Steinkirchen durch. Im Niederdeutschen heißt der Ort bis heute ‚Steenkark‘. Offensichtlich hatte hier bereits zu Zeiten, als Kirchen üblicherweise aus Holz errichtet wurden, bereits eine erste Feldsteinkirche gestanden. Die ältesten Teile der heutigen St.-Martini et Nicolai-Kirche stammen noch aus dem 14. Jahrhundert. Allerdings hatte man das Gotteshaus im Laufe der Geschichte vielfach umgebaut. Stolz ist man auf die Arp-Schnittger-Orgel. Der berühmte Orgelbaumeister schuf das Instrument zwischen 1685 und 1687, das damit zu seinen frühesten Werken zählt. Die wertvolle Orgel ist noch außergewöhnlich gut erhalten.
Steinkirchen ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lühe, die nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist, und liegt inmitten des Alten Landes, einem der größten Obstanbaugebiete Europas. Beeindruckend sind die riesigen Strommasten der ‚Elbekreuzung 2‘ auf der vorgelagerten Elbinsel Lühesand. Sie sind die höchsten Freiluftmassen Europas – schließlich müssen die großen Containerschiffe und die Kreuzfahrtgiganten unten hindurch passen, wenn sie auf dem Weg nach Hamburg die Stelle passieren.

Sehenswertes:
 

St.-Martini et Nicolai-Kirche mit Arp-Schnittger-Orgel
Insel Lühesand und Masten der Elbekreuzung 1 und 2





Grünendeich

V
erträumt im Alten Land, umgeben von Obstplantagen, liegt an der Unterelbe das Dorf Grünendeich. Schmucke, historische Altländer Höfe mit ihrem typischen Giebelschmuck stehen am Wegesrand und die Deiche schützen nicht nur vor der Elbe, sondern auch vor der Lühe, die hier in den Elbestrom mündet. Das gesamte Gebiet wurde in seiner Geschichte durch Sturmfluten arg gebeutelt. Eine erste Kirche fiel den Wassermassen im 16. Jahrhundert zum Opfer, so dass ein neues Gotteshaus erbaut werden musste. Der hölzerne Glockenturm der St. Marienkirche stammt noch aus dem Jahre 1625. Das Lühesperrwerk an der Mündung des linken Elbenebenflusses wurde in den 1960er Jahren für den Schutz der Ortschaften im Alten Land gegen die Hochwassermassen erbaut. Über eine Klappbrücke, gleich neben dem alten rot-weiß gestreiften Leuchtturm, führt eine Straße über den Fluss.

Sehenswertes:
 

Lühesperrwerk mit Klappbrücke
St. Marienkirche
Leuchttürme an der Elbe





Jork

J
ork ist das Zentrum des Alten Landes, eines der größten Obstanbaugebiete Europas. Hier werden überwiegend Äpfel, aber auch Birnen, Kirschen und andere Obstarten angebaut. Einige Apfelsorten, wie Jamba, Gloster 69, Richared oder der Glockenapfel haben hier ihren Ursprung. Der Begriff ‚Altes Land‘ hat aber nichts mit ‚alt‘ zu tun, sondern bezieht sich auf holländische Kolonisten im 12 und 13. Jahrhundert. Im Niederdeutschen wird das Gebiet ‚Olland‘ bezeichnet. Aus der hochdeutschen Form ‚Altland‘ entwickelte sich ‚Altes Land‘. Der Obstanbau geht nachweislich bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das Museum Altes Land erzählt alles Wissenswerte über diese Region. Überall sieht man hier noch alte Fachwerkhöfe, ausgestattet mit auffälligen und prunkvollen Toren. Das heutige Rathaus befindet sich im Gräfenhof, einem ehemaligen Adelssitz von 1651. In Moorende befindet sich die Esteburg, die auf eine alte Wasserburg zurückgeht. Das Herrenhaus stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und besitzt einige typische Elemente der Weserrenaissance – und das in unmittelbarer Nähe der Elbe! Sehenswert ist auch die alte Borsteler Windmühle, deren eigentlicher Name ‚Aurora‘ ist. Die Mühle vom Typ eines Galerieholländers wurde 1856 erbaut. Im Jahre 1907 wurde allerdings vollständig auf Motorbetrieb umgestellt, um vom Wind unabhängig zu sein. Drei Stockwerke des Gebäudes werden heute als Restaurant genutzt. Die St. Nikolaikirche wurde 1412 nach der verheerenden Cecilienflut erbaut – wobei der Glockenturm erst 1695 entstand. Eine Besonderheit bietet das Unterfeuer Mielstach. Der viereckige weiße Leuchtturm nahe der Lunemündung wurde 1905 zusammen mit einem Wohnhaus erbaut. Obwohl bereits Pläne für den Abriss bestanden, ist das Leuchtfeuer noch immer im Betrieb.

Sehenswertes:
 

Gräfenhof / Rathaus
Esteburg
Altes Land Museum
St. Nikolaikirche Borstel
Unterfeuer Mielstach
Borsteler Windmühle ‚Aurora‘
Wehrt’scher Hof
Herzapfelhof





Hamburg-Harburg

D
er Hamburger Bezirk liegt im Südwesten der Hansestadt an der Süderelbe. Noch in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die beiden selbstständigen Städte Harburg an der Elbe und Wilhelmsburg zu einer Großstadt zusammengefügt. Der Staat Preußen wollte damals einen wirtschaftlichen Gegenpol zum mächtigen Hamburg schaffen. Doch 1937/38 wurde Harburg-Wilhelmsburg im Zuge des ‚Groß-Hamburg-Gesetzes‘ in die Hansestadt eingegliedert. Während Harburg einen eigenen Bezirk bildete, ging Wilhelmsburg im Bezirk Mitte auf. Doch Harburg besitzt auch heute noch seinen eigenen Stolz. Obwohl das Harburger Wappen keinen offiziellen Charakter besitzt, ziert es doch auch heute noch die Post der Bezirksversammlung. Das Bezirksamt hat seinen Sitz im alten Harburger Rathaus. Das 1889 im Stil der Neorenaissance errichtete Backsteingebäude zeugt vom Selbstverständnis der einstigen Stadt Harburg. Das älteste Bauwerk des Bezirkes ist das Harburger Schloss, von dem allerdings nur noch ein baulich stark veränderter Seitenflügel erhalten blieb, der so gar nicht mehr einer geschichtlichen Romantik entsprechen will. Dennoch geht das Kellergewölbe und Teile des Außenmauerwerkes noch auf das 14. Jahrhundert zurück. Hier, im Bereich des heutigen Binnenhafens, war der Entstehungskern Harburgs und hier haben sich auch noch einige alte Speichergebäude (z.B. der Palmspeicher), der Portalkran von 1972 (heute technisches Denkmal) und mehrere historische Brückenanlagen, wie die alte Klappbrücke und die Alte Harburger Elbbrücke, erhalten. Die 417 m lange Harburger Elbbrücke war 1899 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet worden. Sie war als erste Süderelbbrücke für den Fahrzeugverkehr zugelassen, dient heute aber nur noch Radfahrern und Fußgängern. Das Bauwerk besteht aus mehreren Stahlbögen und zwei Sandsteinportalen, die an die alten Stadttore von Harburg und Wilhelmsburg erinnern sollen. Über den Torbögen prangen die alten Stadtwappen.
Mit der Sammlung Falckenberg besitzt Harburg eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Sie ist in einer alten Fabrikhalle untergebracht, wo neben der ständigen Sammlung des Kunstmäzens Harald Falckenberg auch Wechselausstellungen anderer großer Sammlungen präsentiert werden. Daneben zeigt auch der ‚Kunstverein Harburger Bahnhof‘ im Kulturbahnhof wechselnde Kunstausstellungen.
Eine weitere bedeutende Ausstellung präsentierte das Archäologische Museum Hamburg (Helms Museum). Neben seiner umfangreichen archäologischen Sammlung, die sich thematisch auf die norddeutsche Ur- und Frühgeschichte konzentriert, zeigt das Museum in seinem Haupthaus eine ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte der Freien- und Hansestadt Hamburg.

Sehenswertes:
 

Harburger Binnenhafen
PhoenixArt mit Sammlung Falckenberg
Archäologisches Museum Hamburg / Stadtmuseum Harburg (Helms-Museum)
Kulturbahnhof im Bahnhof Hamburg-Harburg / Kunstverein
Rathaus Harburg
Alte Harburger Elbbrücke
Klappbrücke
Channel Tower
Harburger Schloss
Electrum – Das Museum der Elekrizität


Radrouten die durch Hamburg-Harburg führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
Radfernweg Hamburg-Bremen




Hamburg-Finkenwerder

S
chon in den 1930er Jahren hatte sich mit der ‚Hamburger Flugzeugbau GmbH‘ ein erstes Luftfahrtunternehmen auf der Insel Finkenwerder angesiedelt. Bald darauf entstand ein erster Flugplatz, der heute von der EADS betrieben wird. Hier findet die Endmontage der Airbus A320er Familie (A318 – A321), die Teilmontage der A330 sowie der Innenausbau und die Auslieferung des doppelstöckigen A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, statt. Eine Besucherplattform bietet einen Überblick über das riesige Gelände, das in den 1990er Jahren noch einmal erheblich ausgebaut worden war.
Die Insel Finkenwerder war ursprünglich durch mehrere Sturmfluten im 12. und 13. Jahrhundert entstanden, wurde inzwischen aber durch Eindeichungen und den Bau eines Dammes zur Halbinsel. Eine Zeitlang war Finkenwerder bis 1937 zweigeteilt. Während das nördliche Gebiet schon damals Teil von Hamburg war, gehörte das südliche Areal zunächst zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, später dann zum Königreich Hannover und danach zum Staat Preußen.
Neben dem Finkenwerder Trachten- und Heimatmuseum wurde auch das Geburtshaus von Gorch Fock (1880-1916) als Museum eingerichtet. Gorch Fock, der mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Kinau hieß, war Anfang des letzten Jahrhunderts ein bekannter Schriftsteller. Er starb während des Ersten Weltkrieges in der Schlacht am Skagerrak. Die deutsche Marine hat zwei Segelschulschiffe nach ihm benannt.
Am Köhlfleet-Hauptdeich gibt es für Schiffsinteressierte einen Museumshafen, in dem mehrere historische Kutter, Segelboote, Motorschiffe und das Fährschiff ‚Altenwerder‘ liegen. Das älteste Boot ist der Besan Ewer ‚Eule‘. Das kleine Segelschiff lief 1896 vom Stapel. Einst war im Museumshafen die Fischereiflotte beheimatet.

Sehenswertes:
 

Flugplatz Finkenwerder mit EADS/Airbus-Werk
Finkenwerder Trachten- und Heimatmuseum
Gorch-Fock-Haus
Museumshafen





 

Brunsbüttel

B
runsbüttel besitzt einen einzigartigen maritimen Charakter. Hier, wo die Elbe bereits drei Kilometer breit ist und einen Tidenhub von bis zu drei Metern besitzt, beginnt der Nord-Ostsee-Kanal. Der 1895 fertig gestellte Kanal, der bei Kiel an der Föhrde endet, ist die meistbefahrenste künstliche Wasserstraße der Welt und bringt den großen Ozeandampfern eine Zeitersparnis von bis zu zwei Tagen, um auf direktem Wege in die Ostsee zu gelangen. So kann man hier Containerschiffe, Tanker und Kreuzfahrtschiffe beobachten, die an den alten Leuchttürmen vorbei in die Schleuse zum Kanal einbiegen. Jeweils Dienstags um 14:00 Uhr finden Schleusenführungen für interessierte Besucher statt. Direkt am Wasser ist mit der Schleusenmeile eine attraktive Erlebniswelt mit Geschäften, Cafés und Galerien entstanden. Das eigentliche historische Zentrum der Stadt liegt weiter nördlich mit der 1726 neu errichteten Jakobuskirche als Mittelpunkt. Das 1779 erbaute Matthias-Boie-Haus gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser in Dithmarschen. Mit der Stadtgalerie besitzt Brunsbüttel ein interessantes Museum für zeitgenössische Kunst mit regelmäßig wechselnden Ausstellungen. Daneben gibt es hier ein Heimatmuseum und ein Kanalmuseum, dass die Entwicklungsgeschichte des Nord-Ostsee-Kanals mit vielen historischen Exponaten beschreibt.
In Brunsbüttel findet alljährlich das vielbeachtete Schleswig-Holstein-Musik Festival statt.
Das Kernkraftwerk an der Unterelbe ist inzwischen abgeschaltet.
Neben den Radfernwegen Elbe Radweg, Nordseeküsten-Radweg und Nord-Ostseekanal-Route führen auch die Deutsche Fährstraße und die Grüne-Küsten-Straße durch den Ort.


Sehenswertes:

Nord-Ostsee-Kanal-Schleusen mit Schleusenmuseum Atrium
Molen I-IV
Jakobuskirche
Matthias-Boie-Haus
Stadtgalerie im Elbeforium
Heimatmuseum
Alter Hafen





Sankt Margarethen

E
inst hieß das Dorf Elredefleth und befand sich direkt an der Elbe. Doch die ständigen Fluten bedrohten den Ort, so dass er schließlich an seine heutige Stelle zurückverlegt wurde. Am 13. Juli, dem Margarethentag, weihte man das neue Dorf mit neuem Namen ein.
Die lutherische Kirche ist eine barocke Backsteinkirche, deren Innenraum reich mit Marmormalereien und Blattgold verziert ist. Der schieferbedeckte hölzerne Glockentturm steht frei neben dem Kirchengebäude, da ansonsten der feuchte Marschenboden die Last nicht tragen würde.

Sehenswertes:
 

Kirche St. Margarethen





Brokdorf

B
erühmt geworden ist die kleine Gemeinde am nördlichen Elbufer durch sein Kernkraftwerk und die Großdemonstrationen, in den 1970er und 1980er Jahren, mit denen der Bau verhindert werden sollte. Seit 1986 ist das Kernkraftwerk in Betrieb. Eine Abschaltung muss nach dem gegenwärtigen Atomgesetz