ElbeRadWeg – Abschnitt Mitteelberadweglogo150x150

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er mittlere Abschnitt des ElbeRadweges folgt über rund 350 km der Mittelelbe von Hamburg bis nach Magdeburg. Um ganz genau zu sein: die Mittelelbe beginnt erst in Geesthacht an der Staustufe. Nördlich davon wird die Elbe noch von den Gezeiten beeinflusst. Die Schleuse ist neben einem festen Niedrigwasserwehr bei Magdeburg die einzige Staustufe der Elbe in Deutschland. Abseits der beiden Großstädte Hamburg und Magdeburg wird es ruhiger – sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Radweg. Der Fluss besitzt noch nicht die Breite und Mächtigkeit der Unterelbe und auch die Deiche sind nicht mehr so hoch. Weite Teile des ElbeRadweges verlaufen auf oder direkt neben dem Elbdeich und zum großen Teil sind diese in diesem Bereich unbefestigt und bisweilen auch recht holperig. Die stille Elbaue ist zum großen Teil als Biosphärenreservat geschützt. Der Fluss bildet hier ein Refugium für eine Vielzahl von Tierarten, insbesondere für Vögel. Zwischen Hamburg und Wittenberg kann man sich aussuchen, ob man dem links- oder dem rechtselbischen Radweg folgen möchte. Zwischen Wittenberge und Magdeburg gibt es dann nur noch einen offiziellen Routenverlauf, wobei auch dort eine Variante auf der gegenüberliegenden Elbseite existiert.


Über fast 100 Kilometer bildete die Elbe zwischen Schnackenburg und Lauenburg die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Einige Relikte des Eisernen Vorhanges haben sich noch erhalten, ansonsten wirkt diese Gegend inzwischen sehr friedlich. Sehenswert sind die Fachwerkstädte Hitzacker und Lauenburg sowie die Hansestädte Havelberg und Werben. Ein imposantes technisches Bauwerk ist das Europäische Wasserstraßenkreuz nördlich der Ottonenstadt Magdeburg, bei dem der Mittellandkanal mittels einer Brücke über die Elbe geführt wird.

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Ortschaften entlang der Route

Hamburg  /  Hamburg-Bergedorf  /  Geesthacht   /  Schnakenbek  /  Lauenburg (Elbe)  /  Boizenburg (Elbe)   /   Amt Neuhaus  /  Konau  /   Dömitz   /   Lenzen  /  Lanz (Prignitz)   /  Cumlosen  /  Wittenberge  /  Winsen (Luhe)  /   Elbmarsch  /  Artlenburg   /  Hohnsdorf (Elbe)  /  Hittbergen  /  Bleckede  / Neu Darchau  /  Hitzacker (Elbe)  /  Dannenberg  /   Damnatz  /  Langendorf (Elbe)   /  Gorleben  /  Höhbeck  /  Gartow  /   Schnackenburg   /  Aland (Altmark)  /  Rühstädt  /  Legde-Quitzöbel  /  Hansestadt Havelberg   /  Werben (Elbe)  /  Iden (Altmark)  /  Hohenberg-Krusemark  /  Arneburg  /  Tangermünde  /  Tangerhütte  /  Rogätz  /  Burg bei Magdeburg  /  Möser  / Magdeburg

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Hamburg

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it seinen 1,8 Mio. Einwohnern ist Hamburg nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Die pulsierende Großstadt ist sowohl eine geschäftige Wirtschaftsmetropole und ein modernes Medienzentrum als auch Kulturschauplatz und Anziehungsort für täglich über 100.000 Touristen. Das ‚Tor zur Welt‘ liegt am Beginn der Unterelbe, die sich hier noch in eine Norder- und eine Süderelbe aufteilt. Die Hafen- und Werftanlagen bestimmen die Kulisse auf der gegenüberliegenden Seite der Innenstadt. Hamburg besitzt den zweitgrößten Containerumschlagplatz Europas und die um 1900 im Stil der Neugotik erbaute Speicherstadt ist der weltweit größte historische Lagerhauskomplex. Die Lagerhallen werden allerdings inzwischen sehr vielfältig genutzt. Mehrere Museen haben hier einen idealen Platz gefunden, darunter das Hamburg Dungeon, die Blindenausstellung Dialog im Dunklen, das Deutsches Zollmuseum, das Speicherstadtmuseum als Außenstelle des Museum der Arbeit, das Spicy’s Gewürzmuseum und das Miniatur Wunderland, die größte Modelleisenbahn der Welt. Am Rande der Altstadt an der Norderelbe liegen die Museumsschiffe ‚Windjammer Rickmer Rickmers‘, ‚Cap San Diego‘ und das Feuerschiff ‚LV13‘. Und damit sind die wichtigsten Museen Hamburgs noch gar nicht genannt, denn diese befinden sich nahe dem Hauptbahnhof auf der Museumsmeile. Dazu gehören die Deichtorhallen mit wechselnden Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, das Museum für Kunst und Gewerbe und die Hamburger Kunsthalle.
Hamburg war zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert tragendes Mitglied des Städtebundes der Hanse. Diese wirtschaftlichen Handelsverflechtungen haben die Stadt reich gemacht und die Traditionen werden auch heute noch gepflegt. Das prachtvolle Rathaus, die Börse, die vielen historischen Kontorhäuser oder das Deichstraße-Viertel  zeugen von der geschäftlich erfolgreichen Vergangenheit.
Hamburg, das wegen seiner vielen Wasserläufe auch häufig ‚Venedig des Nordens‘ genannt wird, besitzt übrigens mehr Brücken als die italienische Lagunenstadt. Die Alster, ein 56 km langer Nebenfluss der Elbe, ist einer dieser Wasserläufe. Sie mündet am südlichen Rand der Altstadt in die Elbe. Zuvor bildet sie mitten in der Stadt den Alstersee, der sich in die Binnen- und Außenalster aufteilt.  Die Binnenalster wird umrahmt von stolzen, weißen Geschäftshäusern aus der Gründerzeit, darunter der Firmensitz der Hapag-Lloyd AG, das Hotel  Vier Jahreszeiten, das berühmte Alsterkaufhaus und der Alsterpavillon. Am Jungfernstieg, dem Südwestufer der Binnenalster, ist die Anlegestelle der Weißen Flotte. Von hier aus starten die Ausflugsdampfer zu ihren Rundfahrten auf der Alster und durch die Kanäle.
Die 164 ha große Außenalster bildet den größeren Teil des Sees. Er ist bis zu 4,5 m tief und wird bei schönem Wetter viel von Seglern, Ruderern und Tretbootfahrern genutzt. Rund um das Ufer ziehen sich der Alsterpark und ein 7,4 km langer Rundweg, der zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren einlädt. Der Park geht in den Grünstreifen der einstigen Wallanlagen sowie in den Park ‚Planten un Bloomen‘ (niederdeutsch für: Pflanzen und Blumen) über. Die frei zugängliche Parkanlage wurde einst als Zoologischer Garten genutzt, aus dem in den 1930ger Jahren ein Volks-, Vogel- und Vergnügungspark wurde. Anlässlich der Niederdeutschen Gartenschau im Jahre 1935 erhielt er seinen heutigen Namen. 1953, 1963 und 1973 fand auf dem Gelände die Internationale Gartenbau-Ausstellung statt. Planten und Blomen ist mit seinen verschiedenen Schwerpunkten (u.a. Botanischer Garten, Japanischer Garten, Rosengarten, Apothekergarten) und seinen vielen Kunstwerken ein beliebter Ausflugsort für die Hansestädter.
Das Wahrzeichen der Freien- und Hansestadt ist die evangelische Hauptkirche St. Michaeliskirche, im Volksmund kurz ‚Michel‘ genannt. Das Gotteshaus besitzt die größte Kirchturmuhr Deutschlands – und das gleich vierfach, da der Turm vier Seiten besitzt. Der Durchmesser jeder Uhr beträgt 8 Meter, der große Zeiger besitzt eine Länge von fast fünf Metern! Ein Aufstieg auf den 132 m hohen Turm der Barockkirche gehört zum Hamburger Pflichtprogramm, denn von hier aus ergibt sich ein aufregender Blick über die gesamte Millionenstadt, über die Elbe und den Hafen. Dabei besitzt der Michel gar nicht die höchste Kirchturmspitze Hamburgs. Der Turm der Petrikirche ist ebenfalls 132 m hoch und die nur noch als Ruine erhaltene St.-Nikolai-Kirche, die heute als Mahnmal an die Opfer des Krieges erinnert, besitzt sogar einen 147 m hohen Turm.
Das moderne Wahrzeichen Hamburgs ist wegen ihrer markanten Bauweise die Kohlbrandbrücke. Sie wurde 1974 dem Verkehr freigegeben und verbindet die Elbinsel Wilhelmsburg mit der Bundesautobahn A7 bei Waltershof. Als Schrägseilbrücke besitzt sie eine stattliche Länge von 3600 Metern. Täglich passieren rund 30.000 Fahrzeuge den Köhlbrand über diese gigantische Brückenkonstruktion.

Sehenswertes:
 

St. Michaeliskirche (Michel) und Krameramtsstuben
Speicherstadt mit Museen (Hamburg Dungeon, Blindenausstellung Dialog im Dunklen, Deutsches Zollmuseum…..)
Elbe mit Hafen
Elbphilharmonie
HafenCity
Museumsmeile mit Deichtorhallen, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburger Kunsthalle
Planten un Blomen
Köhlbrandbrücke
Kattwykbrücke
Binnenalster mit Jungfernstieg, Rathaus und Börse
Außenalster
Ohnsorg-Theater und Deutsches Schauspielhaus
Museum für Hamburgische Geschichte (hamburgmuseum)
Museumsschiffe ‚Windjammer Rickmer Rickmers‘, ‚Cap San Diego‘ und das Feuerschiff ‚LV13‘
Kirche St. Katharinen
Kirche St. Jacobi
Mahnmal St. Nicolai
Laeiszhalle
Johannes-Brahms-Museum


Radrouten die durch Hamburg führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Nord
ElbeRadWeg: Abschnitt Mitte
Radfernweg Hamburg-Bremen




Hamburg Bergedorf

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ergedorf ist der von der Fläche her größte, aber von der Bevölkerungszahl kleinste Bezirk Hamburgs und liegt im Südosten der Freien und Hansestadt. Die ehemals selbstständige Stadt wurde erst 1949 nach Hamburg eingemeindet. Die heute ebenfalls zum Bezirk Bergedorf zählenden Ortsteile Marschlande, Vierlande, Reitbrook und Lohbrügge hatten schon zuvor zu Hamburg gehört.
Das Bergedorfer Schloss ist das einzig erhaltene Schlossbauwerk in Hamburg. Es wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, ist aber möglicherweise bereits Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet worden. Zeitweilig diente es den Herzögen von Sachsen-Lauenburg als Residenz. Später beherbergte das Anwesen den Verwaltungssitz der Städte Lübeck und Hamburg. Seit 1953 befindet sich im Wasserschloss das ‚Museum für Bergedorf und die Vierlande‘, das auf einem kulturhistorischen die Geschichte der Region dokumentiert. Die Vierflügelanlage wird von einem denkmalgeschützten Schlosspark umgeben.
Im Bezirk Bergedorf haben sich noch eine Vielzahl historische Kirchenbauten erhalten, darunter die evangelische St. Petri und Paul-Kirche, die um 1500 als einschiffige Backstein-Fachwerkkirche errichtet wurde und neben dem Schloss als wichtigstes Bauwerk Bergedorf gilt. Die St. Nikolaikirche in Altengamme entstand im 13. Jahrhundert auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert. Auch die Kirche St. Severini stammt im Kern noch aus dem 13. Jahrhundert. Mit einer Orgel des berühmten Orgelbaumeisters Arp Schnittger ist die St. Pankratiuskirche in Ochsenwerder ausgestattet. Zu den ältesten Gotteshäusern auf dem Stadtgebiet Hamburgs gehört die St. Johanniskirche in Neuengamme. Teile des Mauerwerkes stammen noch aus dem frühen 13. Jahrhundert. Direkt am Billwerder Billdeich liegt eine zweite St. Nikolaikirche. Der 1739 fertiggestellte evangelische Kirchenbau beherbergt zwei Holzskulpturen aus dem 15. Jahrhundert. In Moorfleet steht eine dritte St. Nikolaikirche. Der einschiffige Backsteinfachwerkbau wurde 1680 errichtet, wobei der neugotische Turm erst 1885 ergänzt wurde. Als letztes Gotteshaus sei noch die Dreieinigkeitskirche am Allermöher Deich  erwähnt, die 1614 geweiht wurde. Der hölzerne Glockenturm stammt in Teilen noch von vor 1580. Damit gilt der gedrungene Turm als das älteste erhaltene Bauwerk der Marschlande.

Sehenswertes:
 

Schloss Bergedorf und Museum für Bergedorf und die Vierlande
St. Petri und Paul-Kirche
St. Johanniskirche in Neuengamme
St. Nicolaikirche in Altengamme
St. Severinikirche in Vierlanden
St. Pankratiuskirche in Ochsenwerder
St. Nikolaikirche in Billwerder
St. Nikolaikirche in Moorfleet
Dreieinigkeitskirche in Allermöhe
Gasthof ‚Stadt Hamburg‘
Windmühle in Reitbrook
Gedenkstätte Neuengamme
Freilichtmuseum Rieck-Haus
Deutsches Maler- und Lackierermuseum





Geesthacht

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üdöstlich von Hamburg liegt direkt am Elbufer die Stadt Geesthacht. Sie ist die größte Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg und wurde 1216 erstmals schriftlich erwähnt. Wahrscheinlich wurde aber eine erste Kirche schon im 9. Jahrhundert erbaut.
Im Krügerschen Haus, einem niederdeutschen Hallenhaus aus dem 17. Jahrhundert, wurde das GeesthachtMuseum! eingerichtet. Die heimatkundliche Ausstellung widmet sich sowohl der Siedlungs- als auch der Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Bei Grünhof und Tesperhude wurde in den 1930er Jahren ein Grabmal aus der Bronzezeit (1200 v. Chr.) entdeckt. Das Totenhaus belegt eine Besiedelung in vorgeschichtlicher Zeit. Seit 1960 begrenzt die Staustufe Geesthacht den Gezeiteneinfluss auf die Elbe. Neben einem Niedrigwasserwehr bei Magdeburg ist das Wehr die einzige Staustufe der Elbe in Deutschland. Die Doppelschleuse kann jeweils bis zu vier Großmotorschiffe gleichzeitig aufnehmen.
Geesthacht ist traditionell industriell geprägt. Von der einstigen Dynamitfabrik Alfred Nobels in Krümmel ist nur noch der alte, 80m hohe Wasserturm erhalten. Gleich daneben befindet sich das ehemalige KKW Krümmel, das von 1984 bis 2009 mit einigen Unterbrechungen in Betrieb war. Das Pumpspeicherwerk, das sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet, ist das Größte seiner Art in Norddeutschland und wurde 1958 in Betrieb genommen. Es regelt die Abdeckung des Strombedarfs in Spitzenlastzeiten. Drei mächtige Rohre lassen Wasser aus einem 80m höher gelegenen Speichersee in die Tiefe stürzen, Turbinen erzeugen dabei den benötigten Strom.

Sehenswertes:
 

GeesthachtMuseum! im Krügerschen Haus
St. Salvatoriskirche
Totenhaus von Tesperhude
Museumsbahn der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V.
Ehemaliges KKW Krümmel
Pumpspeicherwerk Krümmel
Wasserturm Krümmel
Staustufe Geesthacht





Schnakenbek

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ie einst ausschließlich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde liegt vor den Toren Hamburgs. Dort arbeiten heute auch viele der Einwohner Schnakenbeks. Der kleine Ort liegt direkt am Naturschutzgebiet Hohes Elbufer. Das rund 450 ha große, bergige Waldgebiet fällt zur Elbe hin steil ab. Die Abhänge sind hier bis zu 30 m hoch. Zahlreiche Wanderwege und auch der ElbeRadweg führen durch das hübsche Naturschutzgebiet. Das Hohe Elbufer entstand vor rund 20.000 Jahren bei der letzten Eiszeit. Der untere Bereich wird durch einen an der Elbe einzigartigen Auenwald geprägt. Die Baumarten, darunter auch die seltene Schwarzpappel, sind in der Lage, auch bei längeren Überflutungen im Wasser stehend zu überleben. Der Auenwald ist aber auch Refugium für seltene Tierarten, darunter der Biber und vier verschiedene Fledermausarten.
Im Mittelalter verlief hier mit der Alten Salzstraße eine der wichtigsten Handelsrouten Mitteleuropas. Sie verband die Hansestädte Lübeck und Lüneburg und querte an dieser Stelle die Elbe. Der Fluss war hier so flach, dass er mit Pferdewagen durchfahren werden konnte.
Zur Sicherung dieser Furt entstand hoch über der Elbe die 1106 erstmals erwähnte Erthenenburg. Doch lange hat die Festungsanlage nicht bestanden, denn Heinrich der Löwe ließ die zum großen Teil aus Holz bestehende Burg bereits 1181 in Brand setzen. Die Steine wurden anschließend für den Bau der Lauenburg genutzt. Heute sind nur noch die Reste der Wallanlage zu erkennen, die inzwischen als archäologisches Denkmal geschützt ist.

Sehenswertes:
 

Hohes Elbufer
Ruine Ertheneburg
Kapelle St. Johannes Schnakenbek





Lauenburg (Elbe)

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ie malerische Schifferstadt Lauenburg liegt mit seinen bunten Fachwerkhäusern direkt an der Elbe. Hier ist es noch richtig bergig. Im Norden schließt sich das waldreiche Naturschutzgebiet ‚Hohes Elbufer‘ an und Lauenburg teilt sich selber in eine Unter- und eine Oberstadt auf. Oben thronen die Überreste des alten Schlosses über dem Elbstrom. Die Lauenburg war 1182 durch Bernhard von Sachsen erstmals errichtet, aber schon zwei Jahre später wieder zerstört worden. Gleich darauf wurde sie erneut aufgebaut, doch im 17. Jahrhundert abermals durch ein Feuer vernichtet. Danach entstand das schlossartige Anwesen, wobei der Turm vom Vorgängerbau übernommen wurde. Er war 1477 erbaut worden und ist damit der älteste erhaltene Teil des einstigen Anwesens. Die restlichen Gebäudeteile dienen heute der Stadtverwaltung. Die älteste Straße Lauenburgs ist die Elbstraße. Hier stehen alte, schmucke Fachwerkhäuser aus dem 16. – 19. Jahrhundert, darunter auch das Alte Kaufmannshaus und das Elbschifffahrtsmuseum.
Die Elbe hat Lauenburg seit jeher geprägt. Schon der Ortsname bezieht sich auf den Fluss und leitet sich von der slawischen Form ‚Lave‘ ab. Von der Bedeutung der Schifffahrt berichtet das Elbschifffahrtsmuseum. Anhand von Schiffsmodellen, Schaukästen sowie originalen maritimen Exponaten wird die Entwicklung des Elbeverkehrs zwischen Böhmen und Hamburg dargestellt. Der ‚Rufer ist die Symbolfigur Lauenburgs. Die Skulptur steht am Ruferplatz. Von hier aus starten die Ausflugsschiffe zu ihren Fahrten auf der Elbe. Wer eine Fahrt auf einem historischen Raddampfer mitmachen möchte, der hat hier die Möglichkeit, auf der ‚Kaiser Wilhelm‘ eine Elbfahrt zu unternehmen. Der kohlebefeuerte Dampfer war im Jahre 1900 in Dresden vom Stapel gelaufen und versieht noch immer seinen Dienst. Neben dem Schloss ist die Windmühle das zweite Wahrzeichen Lauenburgs. Der 1871 erbaute Gallerieholländer ist schon aus weiter Ferne zu sehen.
Unweit der Stadt sind noch Reste des alten Stecknitzkanals sowie die alte Palmschleuse erhalten. Der Kanal wurde 1392 bis 1398 vornehmlich für den Salztransport von Lüneburg an die Ostsee nach Lübeck erbaut. Im 15. Jahrhundert erlebte die 97 km lange Wasserstraße seine bedeutendste Zeit. Damals passierten jährlich rund 30.000 Schiffe den Kanal. Von den ehemals elf Schleusen sind heute nur noch die Palmschleuse bei Lauenburg und die Dückerschleuse bei Witzeeze erhalten. Als die älteste Kammerschleuse Europas wurde die Palmschleuse 1398 aus Holz erbaut und 1724 als Steinschleuse erneuert. 1962 wurde sie zwar noch einmal restauriert, doch heute ist sie nicht mehr in Betrieb. Im alten E-Werk neben der Palmschleuse wurde 2012 ein Fahrradmuseum eröffnet.

Sehenswertes:
 

Schloss Lauenburg
Elbschifffahrtsmuseum
Der Rufer
Raddampfer Kaiser Wilhelm
Windmühle
Altes Kaufmannshaus und Elbestraße
Palmschleuse und Stecknitzkanal
Fahrradmuseum im Alten E-Werk





Boizenburg (Elbe)

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oizenburg ist die westlichste Stadt Mecklenburgs und liegt am rechten Ufer der Elbe. Das ‚Klein-Venedig des Nordens‘ erhielt seinen Beinamen aufgrund seiner mittelalterlichen kreisförmigen Wallanlage, die beidseitig von einem Graben umschlossen ist, über die insgesamt 45 Brücken führen. Bei einem Großbrand im Jahre 1709 wurde die Stadt weitestgehend zerstört und danach auf schachbrettartigem Grundriss wieder neu aufgebaut. Im Stadtkern entstand auf dem Marktplatz freistehend das neue Rathaus als Fachwerkbau mit Laubengang. Die dreischiffige St. Marienkirche wurde im gleichen Jahr des Stadtbrandes im barocken Stil wiederhergestellt. Der Kern der evangelischen Kirche stammt aber noch aus dem 13. Jahrhundert. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Gotteshaus noch mehrere neogotische und neuromanische Anbauten, so dass das Gotteshaus einen recht uneinheitlichen Architektur-Mix besitzt. Im Inneren der Kirche ist der barocke Altaraufsatz von 1718 sehenswert.
In einem denkmalgeschützten Bürgerhaus am Markt ist das Heimatmuseum untergebracht, dass auf die heimatkundliche Sammlung des Lehrers Hans Vick zurückgeht, aber auch Relikte der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bewahrt. Einige Relikte der deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts können im Elbbergmuseum besichtigt werden. Hier steht noch eine Baracke des ehemaligen Außenlagers vom KZ Neuengamme und zwei Gebäude des einstigen Transitkontrollpunktes Vier. Am Grenzturm der Kontrollstelle erzählt eine Freiluftausstellung von der Geschichte der innerdeutschen Grenze.
In Boizenburg befindet sich das Erste Deutsche Fliesenmuseum, das Fliesen mit einer außerordentlichen Vielfalt an künstlerischen Motiven, Farben, Formen und Stilrichtungen aus verschiedenen Epochen sammelt und präsentiert.

Sehenswertes:
 

Rathaus
St. Marienkirche
Elbbergmuseum und Freiluftausstellung mit Grenzturm (Kontrollpunkt Vier)
Erstes Deutsche Fliesenmuseum
Heimatmuseum





Amt Neuhaus

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as Amt Neuhaus wurde ist seiner heutigen Form als Einheitsgemeinde im Jahre 1993 gebildet. Geschichtlich gehörte Amt Neuhaus früher zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg, das dann vom Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, dem späteren Königreich Hannover, übernommen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber ergab sich die Situation, dass die Dörfer vom Amt Neuhaus durch die Lage östlich der Elbe vom übrigen Teil Niedersachsens abgeschnitten war, da es hier keine Brücke über den Fluss gab. So wurde dieser Bereich der sowjetischen Besatzungszone übergeben und die Gemeinden rund um Neuhaus kamen zur DDR. Nach der Wende beschlossen die Gemeinderäte der zu dieser Zeit selbstständigen Dörfer die Rückführung in den Kreis Lüneburg und damit nach Niedersachsen, obwohl die Einwohner damit nach einer Bürgerbefragung nicht unbedingt einverstanden waren. So ist es zu erklären, dass auf niedersächsischem Gebiet alte DDR-Wachtürme stehen, die man dort eigentlich nicht vermuten würde!
Das Amt Neuhaus besteht heute aus den Ortsteilen Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus, Stapel, Sumte und Tripkau. Der Bau einer Elbbrücke ist übrigens für eine bessere Anbindung in Planung, aber aus Umweltgründen umstritten.
Ein exemplarisches Beispiel für die komplizierte Lage von Amt Neuhaus war das Dorf Vockfey, da die Einwohner hier besonders von Repressalien und Zwangsumsiedelungen betroffen waren. Die meisten Höfe wurden wegen der Grenznähe abgerissen, um einen besser kontrollierbaren 500 m breiten Sperrstreifen zu schaffen. Um in die fünf Kilometer breite Sperrzone an der Grenze zu kommen, war ein Passierschein notwendig, denn immer wieder war von DDR-Bürgern versucht worden, hier das Land zu verlassen. Vockfey sollte entvölkert werden. Nach der Wende kamen viele ehemalige Einwohner in ihr Heimatdorf zurück. Entsetzt mussten sie feststellen, dass das einstige Dorf praktisch nicht mehr existierte. Ein kleines, offenes Häuschen dient heute als Dokumentationsstätte für das untergegangene Vockfey. Die so genannte ‚Denkpyramide‘ wurde 2006 als Mahnmal und als Ort des Gedenkens eingerichtet. Mit der DDR-Vergangenheit und dem düsteren Thema Zwangsaussiedelung beschäftigt sich auch das Heimatmuseum im Pforthaus von Neuhaus. Eine weitere interessante und ungleich positivere Informationsstätte ist die Storkenkate mit einer Ausstellung über das Leben der Störche.

Sehenswertes:
 

Heimatmuseum
Marienkirche Neuhaus
Marienkirche Stapel
Dokumentationsstätte Vockfey mit Denkpyramide
Storkenkate
Kirche Tripkau
Marienkapelle Stiepelse
Kapelle Krusendorf
Stixer Wanderdüne
Schlosspark Wehningen
Ehemalige Wachtürme bei Darchau und Neu-Bleckede
St. Marienkirche Stapel





Konau

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leich hinter dem Deich am östlichen Elbufer liegt das zum Amt Neuhaus gehörende hübsche kleine Dorf Konau. Da der Ort seit 1952 im Grenzsperrgebiet der DDR lag, gab es hier bis 1990 keinerlei bauliche Entwicklungen. Konau wurde bestimmt von Grenzsicherungsanlagen, meterhohen Drahtzäunen, martialischen Wachtürmen sowie von patrouillierenden Soldaten und sogenannten Volkspolizisten. Das Dorf war von der Außenwelt geradezu abgeschottet. Doch von dieser Vergangenheit ist inzwischen fast nichts mehr zu sehen. Nur ein Wachturm und ein paar Meter Grenzzaun wurden bei Popelau als Gedenkstätte bewahrt. Ein Rundweg und eine kleine Ausstellung erinnern noch an die bedrückende Situation an der deutsch-deutschen Grenze. Viele Bürger waren zu DDR-Zeiten ausgesiedelt worden. In einer alten Scheune beschäftigt sich eine weitere Ausstellung mit dem Thema Zwangsumsiedlung.
Heute liegt das Marschhufendorf mit seinen reitgedeckten Bauernhäusern, die alle parallel zueinander zur Elbe hin ausgerichtet sind, verträumt in der wunderschönen Elbaue, als ob die Geschichte des letzten Jahrhunderts spurlos an Konau vorbeigezogen wäre.
Die Kapelle auf dem Deich war übrigens der einzige Kirchenneubau in der DDR, der direkt am Grenzzaun errichtet werden durfte.

Sehenswertes:
 

Marschhufendorf
Ehemaliger Wachturm und Grenzzaun bei Popelau
Ausstellung Zwangsumsiedelung





Dömitz

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nmittelbar an der Elbe und im südwestlichsten Zipfel Mecklenburgs liegt die Festungsstadt Dömitz. Lange durfte der Ort wegen seiner Lage an der deutsch-deutschen Grenze nur mit einem Sonder-Passierschein betreten werden. Die Elbbrücke, die im Laufe des Zweiten Weltkrieges zerstört worden war, diente in Zeiten der DDR als Mahnmal für den Krieg und als Symbol für die deutsche Teilung. Darüber hinaus ist von diesem Kapitel der deutschen Geschichte kaum noch etwas zu sehen. Dömitz gehört inzwischen zur Metropolregion Hamburg und die Fahrgastschiffe verkehren heute ganz normal auf dem ehemaligen Grenzfluss, der einst so martialisch überwacht wurde. Die Landstadt besitzt über die Elbe einen regelmäßigen Liniendienst nach Hamburg und auch nach Magdeburg.
Die fünfeckige Festungsanlage ist noch fast vollständig erhalten. Erbaut wurde sie bereits zwischen 1559 und 1565, um den hiesigen Elbübergang zu schützen. Innerhalb der Festung widmet sich ein Museum der Geschichte der Stadt Dömitz und dem petagonen Bollwerk. Auch die Innenstadt ist noch gut erhalten. Um die neugotische Kirche herum gruppieren sich etliche schmucke Fachwerkhäuser, die noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Auch das Rathaus war im 19. Jahrhundert als Fachwerkbau errichtet worden. Am Hafen befindet sich die historische Steinschleuse. Sie wurde bereits 1572 errichtet und 1722 zur heutigen Schleusenanlage umgebaut. Seit dem 19. Jahrhundert dient sie allerdings nur noch dem Hochwasserschutz.
Dömitz liegt im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal und besitzt eine naturgeschützte Besonderheit: die Elbtaldüne bei Klein Schmölen. Die schon von Weitem zu erkennende Sanddüne ist rund zwei Kilometer lang, 600m breit und erhebt sich auf mehr als 30m über die Talaue. Entstanden ist sie während der letzten Eiszeit. Obwohl der Wind den Sand noch immer verlagert, wandert die vegetationslose Düne heute nicht mehr. Sie bietet dem Besucher einen großartigen Ausblick über die Löcknitzniederung.
Im westlich gelegenen Ortsteil Rüterberg kann auf Vereinbarung die Heimatstube besichtigt werden, die in besonderer Weise auf die innerdeutsche Grenze eingeht. In Rüterberg gibt es auch noch einen alten Grenzturm.

Sehenswertes:
 

Historischer Stadtkern mit Rathaus
Festung Dömitz mit Museum
Eisenbahnbrückenruine
Steinschleuse
Wander-Binnendüne in Klein Schmölen
Heimatstube Rüterberg





Lenzen

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ie mittelalterliche Stadt an den Ufern von Löcknitz und Elbe entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als die Burg errichtet wurde und der Ort das Stadtrecht verliehen bekam. Schon im 9. Jahrhundert hatten hier die Linonen, ein elbslawischer Stamm, gesiedelt. So entstand die Burg Lenzen an der Stelle einer ehemaligen slawischen Befestigung. Der 28m hohe Turm ist der älteste erhaltene Teil der markgräflichen Burganlage und stammt noch aus der Zeit um 1200. Die Festung diente in der Folgezeit als Raubritterburg und über 300 Jahre lang als Amthaus. Heute ist die Burg ein Besucher- und Tageszentrum und gehört dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das Besucherzentrum zeigt eine interessante Ausstellung über die reizvolle Natur, Kultur und Geschichte der Flusslandschaft Elbe.
Um das Jahr 1400 entstand die mittelalterliche Stadtmauer mit zwei Stadttoren und einem Stadtgraben, von der allerdings nur noch Reste und der ‚Stumpfe Turm‘ erhalten sind. Dieser diente einst als Torturm am Bergtor und als Gefängnisturm. Sein ursprüngliches Kegeldach war im 18. Jahrhundert eingestürzt.
Die St.-Katherinen-Kirche im Stadtzentrum geht im Kern auf das 14. Jahrhundert zurück, wurde aber mehrfach durch Großfeuer stark in Mitleidenschaft gezogen. Wesentliche Teile des Gotteshauses, wie auch der Turm, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zu der historischen Inneneinrichtung gehören ein Taufbecken von 1486, ein 30-armiger Renaissance-Kronleuchter von 1656 sowie eine Orgel von 1759, die noch Pfeifenreihen des berühmten Orgelbaumeisters Arp Schnittger besitzt.
Das Rathaus neben der Hauptwache entstand 1713, nachdem der Vorgängerbau beim letzten Stadtbrand vernichtet wurde. Weitere historische Gebäude der Innenstadt sind das Alte Küsterhaus und das ehemalige Scharfrichterhaus.
Das dünn besiedelte Feuchtgebiet ‚Lenzer Wische‘ grenzt im Südwesten an die Stadt Lenzen und befindet sich im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zwischen den Flüssen Löcknitz und Elbe. Bei Hochwasser werden die Feuchtwiesen regelmäßig überflutet. Sie bilden einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.

Sehenswertes:
 

Burg Lenzen mit BUND-Ausstellung
Hauptwache mit Rathaus
St. Katharinenkirche
Stumpfer Turm und Reste der Stadtmauer
Filzschauwerkstatt
Lenzer Wische
Kirche Mödlich
Kirche Seedorf
Rudower See





Lanz (Prignitz)

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ie Gemeinde Lanz im Südwesten der Prignitz ist ein typisches Runddorf. Es wurde 1325 erstmals urkundlich erwähnt und war 40 Jahre lang geprägt durch seine Randlage an der deutsch-deutschen Grenze. Die kommunistische Diktatur hatte 1952 und 1961 bei den Aktionen ‚Ungeziefer‘ und ‚Kornblume‘ willkürlich Familien, die als politisch unzuverlässig eingeschätzt wurden, zwangsumsiedeln lassen. Das Dorf Lütkenwitsch hatte bis 1989 85% seiner Bevölkerung verloren und sollte eigentlich 1992 vollständig ausgelöscht werden.
Bedeutendster Sohn der Gemeinde ist Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852), auch Turnvater Jahn genannt. Der Pädagoge wurde in Lanz geboren und rief die deutsche Turnbewegung ins Leben. Einen ersten Turnplatz hatte er 1811 in Berlin geschaffen. Er schuf die Grundlagen für den heutigen Sportbetrieb und führte die Turngeräte Reck und Barren ein. Die Sportart ‚Geräteturnen‘ geht auf seine Turnübungen zurück. In Lanz wurde ihm zu Ehren in der ehemaligen Dorfschule die Friedrich Ludwig Jahn Gedenkstätte als Museum eingerichtet. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört auch sein Geburtshaus.
Das Schloss Gadow geht auf einen Rittersitz aus dem 15. Jahrhundert zurück. Der heutige Bau entstand wohl um 1790 als Barockschloss, wurde aber mehrfach umgebaut. Sein heutiges klassizistisches Aussehen erhielt das Anwesen Mitte des 19. Jahrhunderts, als es noch einmal erheblich umgestaltet wurde. Lange war das Schloss im Besitz der Familie von Moellendorf. Zu den Schlossherren gehörte auch der berühmte Generalfeldmarschall Wichard Joachim Heinrich von Moellendorff (1724–1816). Das Innere des Schlosses wurde bei einem Umbau zum FSGB-Ferienheim in den 1960er Jahren vollständig umgestaltet, so dass das historische Ambiente gänzlich verloren ging. Auch das Inventar war schon zuvor verloren gegangen. Heute dient als Schloss noch immer als Ferienanlage für Kinder. Sehenswert ist der Schlosspark mit seinem alten und wertvollen Baumbestand. Er gilt als einer der schönsten und weiträumigsten Parkanlagen in der Region. Neben anderen Naturdenkmalen steht hier die älteste Eiche des Landkreises Prignitz.

Sehenswertes:
 

Friedrich Ludwig Jahn Gedenkstätte und Jahn Geburtshaus
Schloss Gadow mit Schlosspark und Eiskeller
Feldsteinkirche Lanz





Cumlosen

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as einstige Fischerdorf liegt inmitten von Seen und Bracks, Marschauen, Wiesen und Wäldern direkt an der Elbe. Lange prägte die innerdeutsche Grenze, die hier genau durch den Fluss verlief, den Ort. Cumlosen lag im Sperrgebiet der DDR und geriet somit in eine wirtschaftliche und soziale Randlage. Schon lange zuvor hatte das Dorf an der Grenze zwischen dem slawischen und dem germanischen Siedlungsraum gelegen. Der Ort war einst Handels- und Gerichtsplatz. Hier standen eine Ritterburg und ein Roland, das Symbol für die bürgerliche Freiheit einer Stadt.
Heute besitzt Cumlosen einen beschaulichen Charakter. Die neugotische Kirche mit ihrem quadratischen Kirchturm wurde 1858 erbaut. Die evangelische Dorfkirche im Ortsteil Wentdorf ist noch etwas älter: sie entstand bereits 1663. Eine kleine Heimatstube erzählt von der Grenzgeschichte der Gemeinde und in der Galerie Rolandswurt in der alten Küsterei werden regionale Künstler in wechselnden Ausstellungen vorgestellt.

Sehenswertes:
 

Kirche Cumlosen
Heimatstube ‚Willi Westermann‘
Galerie Rolandswurt
Dorfkirche Wentdorf





Wittenberge

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ie Prignitz ist eine dünn besiedelte, landwirtschaftlich geprägte historische Landschaft im Nordwesten Brandenburgs. Hier wird auf den Dörfern noch ‚Platt gesnackt‘ und hier geht das Leben noch sehr gemütlich seinen beschaulichen Gang.  Das UNESCOBiosphärenreservat ‚Flusslandschaft Elbe‘ mit seinen weiten Überschwemmungsflächen und seinen ständig wechselnden Wasserständen  zählt gewiss  zu den schönsten und interessantesten Flusslandschaften Deutschlands. Wittenberge gilt als das das Tor zur Elbaue. Sie ist die größte Stadt der Prignitz und verdankt ihren Namen den weißen Sandbergen, auf denen sie errichtet wurde. Schon von Weitem ist das Panorama mit den vielen Türmen zu sehen, zu denen der Wasserturm, die Kirchturmspitzen der evangelischen und katholischen Kirche, der Steintorturm, die Kuppel des Rathauses und der Singer-Uhrenturm gehören.
Das Steintor mit seinen charakteristischen Zinnen ist das älteste Gebäude und das Wahrzeichen der Prignitzstadt. Es bestand bereits im späten 13. Jahrhundert, wurde aber nach einem verheerenden Feuer um 1450 neu aufgebaut.  Es beherbergt eine kleine Ausstellung mit dem Titel: ‚Achtung! Alter Turm‘. Der schon in den 1830er Jahren ausgebaute Hafen zählt auch heute noch zu den wichtigsten Häfen an der Elbe. Das imposante Rathaus mit seinem mächtigen, helmbekrönten Turm, den  Erkern und den Dachausbauten entstand erst zwischen 1912 und 1914, da der Vorgängerbau für die aufstrebende Industriestadt zu klein geworden war. In der Gründerzeit hatte sich hier ein Eisenbahnreparatur- und Nähmaschinenwerk niedergelassen.  Der Singer-Uhrenturm auf dem alten Werksgelände ist der zweitgrößte Uhrenturm Europas und wurde 1929 fertiggestellt.  Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Industrieanlage demontiert und in die Sowjetunion verbracht worden. Das Nähmaschinenwerk musste danach in der DDR als VEB neu aufgebaut werden. Im Stadtmuseum ‚Alte Burg‘ erzählt eine Dauerausstellung von der wechselvollen Geschichte des Werkes und der Prignitzstadt an der Elbe. Die Alte Burg ist ein schlichter Herrensitz am Rande der Altstadt, der 1669 als ‚Weißes Schloss‘ durch die Edelherren Gans zu Putlitz erbaut worden war. Schon Anfang der 1970er Jahre wurde zu DDR-Zeiten in den Räumen ein Arbeiter- und Industriemuseum eingerichtet, aus dem sich das heutige Stadtmuseum entwickelte. In Wittenberge haben sich noch ganze Straßenzüge aus der Gründerzeit erhalten. Daher wurde die Stadt vielfach als Kulisse für historische Filme und Fernsehproduktionen genutzt. Der bekannte Bauhaus-Architekt Walter Gropius errichtete 1914 im Norden der Stadt die Siedlung ‚Eigene Scholle‘ mit neu entwickelten Ideen zu rationell zu errichtenden Bauten.
Direkt an der Elbe befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude der Alte Ölmühle. Die ehemalige Ölfabrik beherbergt heute ein Hotel und Restaurant sowie die einzige Brauerei der Stadt. Hier befindet sich auch die ‚Elblandbühne‘, auf der die jährlich stattfindenden Elblandfestspiele ausgerichtet werden.
Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahn-Betriebswerkes  befindet sich der ‚Historische Lokschuppen Wittenberge‘. Das vereinsbetriebene Eisenbahnmuseum präsentiert eine stattliche Anzahl von Dampflokomotiven, Dieselloks, Transportwaggons und Draisinen.

Sehenswertes:
 

Steintorturm
Uhrenturm des Nähmaschinenwerkes Singer
Rathaus
Stadtmuseum ‚Alte Burg‘
Historische Lokschuppen Wittenberge
Alte Ölmühle zu Wittenberge mit Elblandbühne
Siedlung ‚Eigene Scholle‘
Elbhafen





Winsen (Luhe)

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ingebettet zwischen der Lüneburger Heide und dem Elbstrom liegt vor den Toren Hamburgs Winsen an der Luhe. Erstmals vor über 850 Jahre urkundlich erwähnt, hat sich der historische Ortskern mit vielen Fachwerkbauten  und Häusern aus der Gründerzeit erhalten. Besonders sehenswert sind das Rathaus von 1896 und die Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert. Das im Renaissancestil erbaute Blaufärberhaus von 1585 stammt noch aus der Zeit des blühenden Textilhandels. Wahrzeichen der hübschen Stadt ist das Wasserschloss, in dem heute das Amtsgericht untergebracht ist. Neben dem Schlossteich unweit der Innenstadt schließen sich die LuheGärten an. Auf dem Gelände fand 2006 die Landesgartenschau statt. Im öffentlich zugänglichen Schlossgarten befindet sich der Marstall, der heute ein Heimatmuseum beherbergt. Neben der Luhe durchfließt auch die Ilmenau das Gemeindegebiet. Das Heideflüsschen mündet im Ortsteil Hoope in die Elbe. Das über 700 Jahre alte Hoope wurde bekannt durch seine Stintfischerei und die Stintessen. Der Stint ist ein kleiner, silbern glänzender Lachsfisch, der in der Heideregion sehr gerne gegessen wird. Bereits seit 1252 verbindet die Fähre ‚Zollenspieker’ Hoope mit der Zollstation Zollenspieker im Südosten von Hamburg. Sie ist die letzte verbliebene Auto-Elbfähre Hamburgs.
Bekanntester Sohn der Stadt Winsen ist der Dichter Johann Peter Eckermann (1792 – 1854), der in Winsen geboren wurde und hier auch lange Zeit lebte. Er war ein enger Vertrauter Johann Wolfgang von Goethes. Das Heimatmuseum widmet ihm einen Teil seiner Ausstellung.

Sehenswertes:

Das Wahrzeichen von Winsen an der Luhe ist das Wasserschloss im Zentrum der Stadt. Es entstand aus einer alten Burganlage und mit seinem immer noch wehrhaft erscheinenden Charakter wirkt es eher schmucklos. Teile des historischen Bauwerkes sind bereits über 700 Jahre alt. Erstmals wurde die Burganlage im Jahre 1299 in einer alten Urkunde erwähnt. Vermutlich hatte sie aber schon wesentlich länger bestanden. Herzogin Dorothea lebte hier von 1593 bis 1617, ansonsten diente das Winsener Schloss als Sitz der Großvogte von Braunschweig-Lüneburg. Im 17. Jahrhundert war der Ort Schauplatz manch theatralischer Hexenprozesse. Später wurde hier die Rechtsprechung objektiver. Seit 1852 beherbergt das Schloss das Amtsgericht, seit 1932 auch die Kreisverwaltung.

Ursprünglich war das Schloss eine geschlossene Vierflügelanlage mit Innenhof, aber bereits im 18. Jahrhundert wurde ein Flügel wieder abgetragen. Im Innenhof steht eine Kanone, die hier aber nie der Verteidigung diente, sondern einmal als Präsent aus Belgien mitgebracht wurde. Die Schlosskapelle mit ihren kunstvoll dekorierten Deckenmalereien ist besonders sehenswert.

Im öffentlichen Schlosspark steht noch der alte Marstall. Das große Fachwerkgebäude entstand 1599 und beherbergt heute die Stadtbibliothek und ein Museum.

Im Schlosspark befindet sich der alte Marstall, die ehemaligen Stallungen des Schlosses. Das große Fachwerkgebäude wurde 1599 erbaut und beherbergt heute die Stadtbibliothek und ein Heimatmuseum. Die ständige Ausstellung befasst sich mit der Stadtgeschichte Winsens, der Vor- und Frühgeschichte sowie der Elbmarschkultur. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Leben und Wirken des Dichters Johann Peter Edermann, dem bekanntesten Sohn der Stadt. Edermann wurde 1792 in Winsen geboren und lebte auch lange in der Stadt. Er war ein enger Freund Goethes und wurde insbesondere durch sein Buch ‚Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens’ bekannt. Neben der ständigen Ausstellung werden häufig wechselnde Sonderausstellungen gezeigt, die das museale Angebot abwechslungsreich ergänzen.

Bei den Kreuzzügen im heiligen Land infizierten sich auch einige Ritter mit Lepra und brachten diese daraufhin mit in ihre mitteleuropäische Heimat. So wurde über lange Zeit diese unheilbare Krankheit auch hierzulande zu einem Problem. Der Stift St. Georg diente ursprünglich als Krankenstation für Aussätzige. Bis 1902 wurden die Stiftsgebäude fast 400 Jahre lang als Hospital genutzt. Das heutige Bauwerk wurde allerdings erst 1766 fertig gestellt. Auffällig ist der 1902 entstandene Fachwerkgiebel, in dem der drachentötende St. Georg dargestellt ist. Nachdem das Gebäude eine Zeit lang als Museum diente, wird es heute von der Arbeiterwohlfahrt genutzt.

Im Stadtzentrum von Winsen an der Luhe steht die Marienkirche. Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts von Franziskanermönchen erbaut. Bereits 300 Jahre zuvor wurde an dieser Stelle bereits eine kleinere Kapelle errichtet. Als sich in Norddeutschland die Reformation durchsetzte, verließen die Mönche 1528 das Kloster und die Marienkirche wurde protestantisch.

Die zweischiffige gotische Backsteinkirche besaß zunächst nur einen hölzernen Glockenturm, der mehrfach dem Feuer zum Opfer fiel. Erst Ende des 19. Jahrhunderts entstand der 62 Meter hohe Turm, der heute bereits aus weiter Ferne auszumachen ist. Oberhalb der Orgel befindet sich ein Ehrenraum, in dem sich Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 – 1871 sowie des Ersten Weltkrieges befinden.

Einst hatten sich an dem Heideflüsschen Luhe viele Handwerksbetriebe angesiedelt, insbesondere Schiffbauer und Textilfärbereien. Sie waren auf das fließende Wasser angewiesen. Die meisten dieser historischen Produktionsstätten stehen aber heute nicht mehr. Sie verfielen mit der Zeit und wurden abgerissen. Das prächtige Blaufärberhaus auf der so genannten Luheinsel blieb dagegen erhalten. Das Fachwerkgebäude wurde nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1585 im Renaissancestil erbaut und fällt durch seinen üppig geschnitzten Rosettengiebel auf.

Im Jahre 2006 fand in Winsen die Landesgartenschau statt. Der quadratisch angelegte Park grenzt an den Schlossteich und befindet sich somit in unmittelbarer Nähe der Innenstadt. Auch nach dem Ende der Gartenschau ist das Gelände zwischen April und Oktober ein beliebtes Ziel für Naherholungssuchende. Der ‚Eckermannpark’ und der Park ‚Gärtner-Fantasien’ verwandeln sich dann in ein bezauberndes, farbenprächtiges und duftendes Blütenmeer. In den LuheGärten findet auch ein umfangreiches kulturelles Programm mit Konzerten, Lesungen, und Kunstausstellungen im ‚Garten-Treff’ statt.

Der linke Nebenfluss der Ilmenau entspringt südwestlich von Bispingen und schlängelt sich 58 Kilometer durch die Lüneburger Heide. Die größte Stadt an der Luhe ist Winsen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war der Fluss bis dorthin schiffbar, um Waren transportieren zu können. Dann übernahm die Eisenbahn bzw. der Lastverkehr auf der Strasse diese Aufgabe. Heute findet man in der Luhe größere Vorkommen an Lachsen und Meerforellen. Nördlich von Winsen mündet die Luhe schließlich in die Ilmenau, kurz bevor diese ihrerseits in die Elbe mündet.

Die Ilmenau ist der größte Fluss der Lüneburger Heide. Sie entspringt südlich von Uelzen und misst zusammen mit ihrem Quellflüsschen Stederau eine Länge von 107 Kilometern. Ab Lüneburg ist sie flussabwärts für fast 30 Kilometer sogar schiffbar. Über die Ilmenau wurde bereits im Mittelalter das in Lüneburg abgebaute Salz abtransportiert. So war das Heideflüsschen maßgeblich wichtig für die wirtschaftliche Blütezeit der Hansestadt. Drei Schleusen regeln die Wasserstandsunterschiede des Flusslaufes. Bei Hoope, einem Stadtteil von Winsen an der Luhe, mündet die Ilmenau schließlich in die Elbe. Der Ort Hoope blickt auf eine 700jährige Geschichte zurück und wurde überregional bekannt durch seine Stintfischerei und die populären Stintessen.


Radrouten die durch Winsen (Luhe) führen:

ElbeRadWeg: Abschnitt Mitte
Ilmenau




Elbmarsch

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ine Reihe von zuvor selbstständigen Dörfern schlossen sich 1972 zur Samtgemeinde Elbmarsch zusammen. Die Samtgemeinde gliedert sich heute in die Einzelgemeinden Drage, Marschacht und Tespe. Marschacht ist der Verwaltungssitz
Zwischen der Elbe im Norden und dem Ilmenaukanal wird die Samtgemeinde Elbmarsch von einer reizvollen Marschlandschaft mit weiten Wiesen und Feldern geprägt. Hinter dem Deich geht ein Straßendorf an das nächste über. Die Menschen leben hier traditionell von Landwirtschaft und Viehzucht. Immer mehr Bedeutung gewinnt der Fremdenverkehr. Der Stover Strand in Drage ist ein beliebter Sandstrand an der Elbe, de